Blumen für die VaginaPraxiserfahrungen mit Craurosis vulvaevon Margret Madejskymit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Naturheilpraxis |
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Definition Bei der Craurosis vulvae, auch Vulvadystrophie oder Weißfleckenkrankheit genannt, handelt es sich um eine chronische Hauterkrankung der Übergangsschleimhäute im Genitalbereich. Zwar sind die Ursachen weitgehend unbekannt, dennoch wird die Kraurose auch als Endzustand chronischer Genitalerkrankungen wie etwa schlecht ausgeheilter Entzündungen gesehen und als fakultative Präkanzerose gewertet. Man unterscheidet zwischen: a) hyperplastischer Vulvadystrophie: Diese Verlaufsform kommt eher bei
Mädchen oder jungen Frauen vor und geht mit Verhornung der Scheidenhaut mit Plaques-Bildung (Leukoplakie) einher.
b) atrophischer Vulvadystrophie (Lichen sclerosus): Diese Verlaufsform kommt
häufiger ab der Menopause vor, wobei die Haut eher pergamentartig beschaffen ist.
Bei beiden Verlaufsformen kann die Hautoberfläche rissig, entzündet und ekzematös sein. Vaginaler Juckreiz sowie
Brennen, Scheidentrockenheit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind Begleiterscheinungen beider Verlaufsformen und führen
evtl. zu Verwechslungen mit Scheidenpilz.
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| Kraurose leitet sich vom griechischen krauros = trocken, geschrumpft ab und Lichen heißt soviel wie Flechte. Wir haben es also mit einer Hauterkrankung zu tun, die am Genital auftritt, aber doch ein wenig an Neurodermitis oder an Schuppenflechte erinnert. Wegen der Leitsymptome wie Juckreiz und ekzematöse Hautveränderung vergleichen manche Gynäkologen die Craurosis auch mit einer Neurodermitis der Schleimhäute, wobei die Scheidenhaut genaugenommen keine Schleimhaut ist. Neben dem zum Teil sehr heftigen Juckreiz imponieren vor allem das Brennen und die große Berührungsempfindlichkeit. Die Betroffenen berichten über Scheidentrockenheit, wobei von kleinen Rissen oder Kratzwunden hartnäckige Entzündungen ausgehen. Manche Craurosis-Patientin wird im Verlauf derart berührungsempfindlich, daß eine gynäkologische Untersuchung zum Horrortrip werden und zu heftigen Schmerzen führen kann. |
| Da die Ursachen weitgehend unbekannt sind, beschränken sich die meisten Gynäkologen auf die symptomatische Behandlung von Juckreiz und Entzündung. Häufig wird eine Lokalbehandlung mit Kortison angeboten. Außerdem sind in der Lokaltherapie Testosteron-Salben und Östrogen-Salben üblich, wobei Testosteron bei jungen Mädchen nicht angebracht ist, da es zu Klitorishypertrophie führt, und vor Östrogen-Salben sei vor allem bei Verhornungstendenz zu warnen, da diese die Atrophie eher fördern. Doch endgültige Heilung wird auf diesen Wegen selten erreicht. Vielversprechend sind dagegen Therapiekonzepte, die Homöopathie und Phytotherapie miteinander verknüpfen. Doch bevor man medikamentös herangeht, sollten lokale Störfaktoren erkannt und beseitigt werden. Tampons wie auch Binden sind bei Craurosis Tabu, weil sie das Milieu verschlechtern: Tampons fördern die Verhornung der Scheidenhaut, und Binden verursachen mikrobenfreundliche Stauwärme. Empfehlenswert ist dagegen das Einlegen loser Baumwollwatte, die während der Menstruation je nach Bedarf so breit und hoch geschichtet werden kann, wie frau es eben braucht. Auch häufiges Waschen mit Seife oder Intimlotionen schädigt die zarte Scheidenhaut, so daß das Genital am besten nur einmal alle ein bis zwei Tage mit Wasser oder Kräutertee oder verdünnter Molke (z.B. 12 EL Molke in einer großen Tasse Ringelblumentee) gewaschen werden sollte. Wenn man nun noch die Synthetikunterwäsche aus dem Kleiderschrank verbannt, bestehen gute Aussichten auf Regeneration. |
Anti-Aging mit Pflanzenöstrogenen
Die hormonelle Wirkung der Kleearten scheint in der Landwirtschaft schon lange bekannt zu sein, denn wer Milchvieh hat weiß, daß ein zu hoher Anteil an Weißklee im Futter die Kühe aufgrund des zu hohen Östrogengehalts unfruchtbar macht. In der ungarischen Volksmedizin gilt der Wiesenklee-Preßsaft dagegen als Heilmittel gegen Sterilität - hier scheinen Dosis und Dauer der Anwendung über die Wirkung zu entscheiden. Jedenfalls lobt man die Rotkleeblüten in Krä:uterläden bei Wechseljahrsbeschwerden, doch sie entfalten ihre beste Wirkung in Mischungen (siehe Rezeptkasten). | ||||||
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Die verjüngende Wirkung des östrogenhaltigen Rotklees wird auch längst in der Kosmetik genutzt. Bereits einige
Wochen nach der Anwendung kosmetischer Salben mit Rotklee-Extrakt auf der Gesichtshaut sind deutlich weniger Falten vorhanden.
Östrogene Wirkung wie auch der resultierende Anti-Aging-Effekt legen die Anwendung bei Craurosis nahe, denn diese tritt nicht
nur, aber häufiger bei jungen Mädchen oder älteren Frauen mit eher niedrigem Östrogenspiegel auf.
a) Kur mit Pflanzenhormonen: Menoflavon (Pascoe) zweimal täglich 1
Kapsel.
b) Langfristige Schleimhautsanierung: Lamioflur (Heel) zweimal täglich
25 Tropfen im Mund zergehen lassen oder in etwas Wasser einnehmen.
c) Regenerierende Sitzbäder: Frauenmantelkraut,
Ringelblumenblüten, Rotkleeblüten, Sanikel, Spitzwegerichblätter, Taubnesselkraut und Wundklee zu gleichen Teilen
mischen. Fünf gehäufte Eßlöffel mit zwei Liter kochendem Wasser überbrühen, 15 bis 20 Minuten
ziehen lassen, abseihen und zwei- bis dreimal wöchentlich, eventuell unter Zusatz von Lamioflur und/oder Bio-Molke, dem
Sitzbad beimengen.
d) Östrogenisierende und regenerierende Vaginalzäpfchen:
Lamioflur (Heel) und Klimadynon Lösung (Bionorica) zu gleichen Teilen 10%ig, Cutis feti D4, 1 Ampulle (Wala), Oleum aeth.
Rosae verum q.s.; M. f. vag. supp. à 1g Nr. XXX. D.S.: 1 Zäpfchen abends einführen, mindestens vier Wochen lang;
danach mit zweimal wöchentlich 1 Zäpfchen fortführen.
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| Firmenpräparat | Hauptindikation |
| Calendula-Essenz (Wala) |
Bewährt zur Lokalbehandlung von Wunden und gereizter Scheidenhaut. 1 EL auf 1/4 Liter Wasser für Umschläge oder Waschung |
| Dyskrasit Trituration D6 (Weleda: Antimonsilber) |
Indiziert bei chron.-entzündl. Prozessen am Übergang von Haut zu Schleimhaut |
| Fluorit Trituration D6 oder D12 (Weleda: natürliches Calciumfluorid = Flußspat) |
Bewährtes Schüsslersalz bei Bindegewebsschwäche und Hautfunktionsstörungen. D6 eignet sich für Dünnhäuter (Pergamenthaut) und D12 bei Dickhäutern (Verhornung) |
| Lamioflur Tropfen (Heel: Lamium alb. D4, Kreosot. D6, Geum urban. D5, Alumina D12, Laphat. D6, Platin. D12, Alchem. D3, Natr. carb. D6, Asterias D6, Hep. sulf. D4, Acid. nitr. D6, Hydrastis D4, Mezer. D4, Viola D4) |
Bewährtes Komplexmittel zur Reinigung der Schleimhäute sowie bei Neigung zu Ausfluß und Entzündungen der Scheidenhaut. Wichtiges Drainagemittel bei Ovarialzysten, ergänzt hier Hochpotenzen wie Apis oder Medorrhinum |
| Menoflavon Kapseln (Pascoe: Isoflavone aus Rotklee) |
Heimischer Soja-Ersatz; zur milden Östrogensubstitution ab den Wechseljahren |
| Oestrolut (Jura KG: Rheum ø, Cimicifuga D1, Lil. Tigr. D1, Agnus castus D1, Melissa D1) |
Schöne Östro-Gesta-Rezeptur, die sich zur sanften Östrogen-Substitution bewährt |
| Rosmarinus/Prunus comp., Gelatum (Wala: Anus D4/D8, Prunus spin. Fruct., Conchae D8, Cutis D4/D8, Funiculus D4, Lavendulae, Rosmarini, Salviae, Stannum D8, Urtica urens D2) |
Bewährt zur regenerierenden Lokalbehandlung von chron.-entzündl. und dystrophen Veränderungen im Genital-Analbereich (z.B. Anal-Fissuren, Damm-Ekzem, vaginaler Juckreiz) |
| Vulpur spag. Tropfen (Pekana: Arg. nitr. D4, Armoracia D4, Cinnamonum D2, Kreosot. D5, Thalpsi D1, Calend. ø, Millefol. ø, Salvia ø) |
Komplexmittel zur innerlichen und/oder äußerlichen Anwendung bei Entzündungen von Haut und Schleimhaut |
| Zilly-Weihrauchcreme (Zilly; indischer Weihrauch) |
Bei chron. Reizung im Genitalbereich mit Juckreiz. Verbessert Gewebedurchblutung und Wundschluß, wirkt mild antibakteriell |
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