![]() |
Therapiekonzepte für die Fruchtbarkeitvon Margret Madejskymit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Naturheilpraxis |
|
Die Schätzungen gehen weit auseinander, aber mindestens fünf bis sechs Prozent aller Paare bleiben derzeit ungewollt kinderlos - Tendenz steigend. Für die meisten beginnt mit der Erkenntnis, dass es mit der Fortpflanzung von alleine wohl nicht funktionieren wird, eine jahrelange Odyssee, die für Tausende in die Reproduktionsmedizin mündet. Erst fiebern vor allem die Frauen dem freudigen Ereignis von Monat zu Monat entgegen, bis die Blutung doch wieder eintritt und den gefürchteten Frust mit sich bringt. Für die betroffenen Paare ist es eine Zerreißprobe und nur den wenigsten gelingt es langfristig, Lebensfreude und Liebeslust aufrecht zu erhalten, wenn sich alles nur noch um den Eisprung dreht. Natürlich sind die Ursachen von unerfülltem Kinderwunsch ebenso vielfältig wie auch die Möglichkeiten der therapeutischen Intervention. Persönliche Erhebungen per Fruchtbarkeitsfragebogen, der vor Behandlungsbeginn von den Paaren eingereicht wird, ergaben, dass bei den meisten Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch gleich drei bis vier verschiedene Störfaktoren zusammentreffen:
|
Die Kinderwunschberatung - eine therapeutische HerausforderungEs sollte klar sein, dass eine Fruchtbarkeitsbehandlung nur dann Erfolg haben kann, wenn tatsächlich alle Ursachen erfasst und gezielt angegangen werden. Das bedeutet einerseits, dass einer Fruchtbarkeitssteigerung in der Regel eine sorgfältige Anamnese sowie umfangreiche Untersuchungen vorangehen. Bei der Frau sollte ein Hormonstatus erhoben werden (TSH, T3, T4, Schilddrüsenantikörper, FSH/LH-Quotient, Prolaktin), und natürlich ist eine gynäkologische Untersuchung sinnvoll, bei der nach Entzündungen (z. B. Scheidenpilz) oder organischen Ursachen (z. B. Myome, Zysten) gesucht wird. Der Mann sollte ein bis zwei Spermiogramme erbringen - auch, wenn er schon Vater ist, da die männliche Fruchtbarkeit durch Umweltgifte oder mit dem Alter nachlassen kann. Bevor invasive Diagnostik wie etwa eine Bauchspiegelung durchgeführt wird, sollte vielleicht ein gezielter Chlamydien-Test erfolgen und abgeklärt werden, ob überhaupt Verdacht auf Eileiterverklebungen besteht. Einfach und aussagekräftig ist auch ein Post-Coital-Test, bei dem mittzyklisch und einige Stunden nach Verkehr mikroskopisch abgeklärt wird, ob bewegliche Spermien in der Scheide sind - je nach Ergebnis kann dies bspw. den Verdacht auf Sperma-Allergie nahe legen, was dann gezielt abgeklärt (Suche nach Sperma-Antikörpern) und gezielt behandelt werden kann (z. B. durch Desensibilisierung, durch selbsthergestellte Sperma-Nosoden und / oder naturheilkundliche Allergiebehandlung). Bei Neigung zu Fehlgeburten sollte vor allem ein Antikörpersuchtest durchgeführt und Blutgerinnungsstörungen ausgeschlossen werden. Nicht zuletzt sollten nach Fehlgeburten auch genetische Ursachen abgeklärt werden.Nun wird klar, warum die Kinderwunschberatung zu den therapeutischen Herausforderungen gehört, denn man behandelt eben nicht nur ein Symptom wie etwa den ausbleibenden Eisprung oder einen Symptomenkomplex wie das prämenstruelle Syndrom. Sondern das Ziel der naturheilkundlichen Fruchtbarkeitsbehandlung ist es, ein extrem komplexes Geschehen, also das Zusammenspiel von Frau und Mann, positiv zu beeinflussen und in eine überaus empfindliche Kettenreaktion einzugreifen, in deren Folge es zur erfolgreichen Befruchtung, Einnistung und Entwicklung neuen Lebens kommt. Mit anderen Worten, eine erfolgreiche Fruchtbarkeitsbehandlung grenzt an ein Wunder! Damit ist natürlich nicht gemeint, dass dies unmöglich wäre. Sofern alle Ursachen diagnostisch erfasst und gezielt angegangen werden, bestehen in etwa die gleichen Erfolgsaussichten wie in der Reproduktionsmedizin, nur mit dem wesentlichen Unterschied, dass man im Rahmen einer naturheilkundlichen Fruchtbarkeitssteigerung niemals kränker wird, sondern eher noch gesünder. Erfahrungsgemäß werden nur Erstgebärende jenseits des 40. bis 42. Lebensjahrs mit Naturheilkunde alleine meist nicht mehr ohne weiteres schwanger und auch schwere organische oder genetische Schäden lassen sich mit Naturheilmitteln nicht bezwingen. Nachfolgend sind einige bewährte Naturarzneien für die Fruchtbarkeit aufgeführt. |
Aphrodisiaka wecken die LebenslustDie meisten Paare, bei denen der Kinderwunsch länger als ein oder zwei Jahre besteht, leiden unter mehr oder weniger stark gedämpfter Libido. Dies mindert die Empfängnisbereitschaft auf mehreren Ebenen. Zum einen ist die höchste Empfängnisrate ein bis drei Tage vor dem Eisprung und gar nicht am Tag des Eisprungs selbst, so dass nicht wenige Paare den idealen Zeitpunkt verpassen, wenn sie etwa auf grünes Licht von ihrem Zykluscomputer warten.Zum anderen beeinflusst die sexuelle Erfüllung der Frau die Durchlässigkeit des Zervikalschleims und setzt eine hormonelle Kettenreaktion in Gang, die auch im Nachhinein noch einen Eisprung auslösen kann. Daher sollte die Kinderwunschberatung immer auch eine erfüllte Sexualität zum Ziel haben. Weil die Lust auf Sex bekanntlich im Kopf entsteht, sollten die Paare dazu angeregt werden, sich aktiv über ihre sexuellen Wünsche auszutauschen. Hilfreich sind erotische Tränke (siehe www.sensatonics.de) und erotische Literatur (z. B. "Der einzige Weg, Oliven zu essen"), Tantra, Akupunktur, Moxa-Behandlungen, Luna-Yoga und alles, was ins Fliessen bringt und das Becken erwärmt. Aus dem Arzneischatz der Kräuterheilkunde kommen zahlreiche Sexualtonika und Aphrodisiaka in Frage, zum Beispiel wirkt die Erzengelwurz (Angelika) stark erwärmend auf die Beckenorgane und regt den Eisprung an. Damianablätter wirken mild aphrodisierend und steigern Libido und Fruchtbarkeit beider Geschlechter. Rosmarin regt vor allem den Kreislauf und die Keimdrüsentätigkeit an... doch weil die Liste der Aphrodisiaka so lang ist, muss an dieser Stelle auf die entsprechende Literatur verwiesen werden (siehe Rätsch). Vorteil ist, dass die meisten aphrodisierenden Pflanzen nicht nur neuen Wind in die ermüdeten Beziehungen bringen, sondern gleichzeitig den Eisprung anregen (siehe Eisprungstee). |
Das Scheidenmilieu verbessernNicht selten berichten die Frauen, dass ihre Frauenärztinnen keine Ursache für die Kinderlosigkeit finden konnten und dass gynäkologisch alles in Ordnung sei. Dem ist nicht bedingungslos zu glauben. Fragt man genauer nach, dann berichten die Betroffenen immer wieder über Fischgeruch nach Geschlechtsverkehr, was ein Hinweis auf eine Aminkolpitis sein kann und - wie jeder andere entzündliche Prozess auch - eine Empfängnis behindern kann.In jedem Fall sollte eine Schleimhautsanierung angestrebt werden, z. B. mit dem antibiotisch und antimykotisch wirksamen Majoran (z. B. Majorana / Melissa Vaginaltabletten oder Zäpfchen von Weleda). Auch häufige Scheidenpilze in der Vorgeschichte oder eine leichte Pilzbelastung muss man ernst nehmen, da sich fast jede Vaginalcandidose in der Schwangerschaft verschlimmert. Sofern tatsächlich keine Entzündung vorliegt, kann man das Scheidenmilieu durch basische Mittel spermienfreundlicher machen. Das Prostatasekret ist basisch, damit sich die Spermien leichter darin fortbewegen können. Der Frauenarzt und Homöopath Erwin Schlüren empfiehlt daher bei zu saurem Vaginalsekret Scheidenspülungen mit Natriumbikarbonat (1 Teelöffel auf 100 ml Wasser; etwa 1/2 Stunde vor dem Verkehr mit einer Einmalspritze oder mit der Frauendusche zur Scheidenspülung gebrauchen. Es hat sich gezeigt, dass die Spermien durch Basenbäder (z. B. "Meine Base", Reformhaus) oder durch Basenspülungen im sauren Scheidenmilieu länger beweglich bleiben. Ein weiterer Trick um den Zervixschleim durchlässiger zu machen sind Borax D4 Tabletten von DHU, die man etwa eine halbe Stunde vor dem Verkehr im Mund zergehen lässt. |
Verklebungen im Bauchraum auflösenVor allem wenn wiederholte Blasenentzündungen oder Chlamydien-Infektionen in der Vorgeschichte auftauchen, besteht die Möglichkeit, dass Eileiterverklebungen einer Empfängnis im Wege stehen. Auch vorangegangene Bauchoperationen können hinderlich sein und zu Vernarbungen im Bauchraum oder zu Blockaden führen. Im Wesentlichen gibt es neben einer gezielten Narbenentstörung etwa durch Unterspritzen der Narben (z. B. Calendula D6 Ampullen von Weleda) drei Naturarzneien, die leichtere Verklebungen auflösen können. Erstens sind dies resolvierende Jodverbindungen wie etwa Sulfur jodatum D6, kurmäßig über ein bis zwei Zyklen hinweg eingenommen (z. B. 3 x tgl. 10 Globuli). Dann seien noch Mucokehl D3 Suppositorien von Sanum empfohlen, die den Beckenraum spürbar erwärmen, den Eisprung anregen und manchmal auch Verklebungen und kleinere Zysten auflösen. Bewährt hat sich eine vierwöchige Kur mit zwei bis drei Mal pro Woche ein Zäpfchen abends rektal und im Anschluss nur noch ein oder zwei Zäpfchen an den Tagen vor dem Eisprung. Nicht zuletzt löst auch die Erzengelwurz (Angelica archangelica) Verklebungen im Bauchraum auf, indem man den Tee (siehe Eisprungstee) trinkt. Die Engelwurz hat ein erwärmendes Wesen, wirkt somit der Frigidität ebenfalls entgegen, regt die Keimdrüsen an, und löst kleinere Zysten oder leichte Verklebungen manchmal sogar im Alleingang auf. |
Den Eisprung anregen
Schließlich noch ein Praxisgeheimtipp: Follikelhormon synth. D12 Globuli von Staufen-Pharma oder Spagyra, gezielt einige Tage vor dem Eisprung verabreicht, haben eine clomifenartige Wirkung, jedoch sanfter; z. B. tägliche Gaben von 2 x 5 bis 10 Globuli vom 7. Zyklustag bis zum Eisprung. Fruchtbarkeitssteigernd sowie anregend auf den Eisprung wirken auch Silbergaben (z. B. Argentum metallicum praeparatum D6 Verreibung oder Ampullen von Weleda). Denn das Silber untersteht astrologisch dem Mond, der im Menschen über die Keimdrüsen regiert. Bewährte Silberarzneien für die Fruchtbarkeit sind auch Ovaria comp., Ampullen oder Globuli von Wala für die Frau und Testes comp., Ampullen oder Globuli von Wala für den Mann. Beide Mittel wirken in Form von Globuli sehr sanft und sollten bei hormonellen Blockaden nach Antibabypille oder nach Hormonstimulation eventuell lieber subkutan verabreicht werden (z.B. 2 x pro Woche 1 Ampulle s.c. in den KG4 und B31) | ||||||||||||||
Den Gelbkörper stärken
| ||||||||||||||
Einer Fehlgeburtsneigung entgegenwirkenFehlgeburten können viele Gründe haben. Meist weiß der Körper am besten, ob eine Frucht lebensfähig ist oder nicht, so dass ein Abbluten in der Frühschwangerschaft nicht mit allen Mitteln verhindert werden sollte. Mögliche Ursachen sind Gelbkörpermangel, Folsäuremangel, Schilddrüsenerkrankungen, Autoimmunleiden, Chromosomendefekte, Plazentaablösung und bei künstlicher Befruchtung ist die Fehlgeburtsneigung generell erhöht. Gegen das Schicksal sind leider noch keine Pflanzen gewachsen und dieses lässt sich mit unseren Mitteln auch weder aufhalten noch erzwingen. Dennoch hat sich folgendes Therapiekonzept bewährt und lässt sich ggf. mit allen medizinisch notwendigen Maßnahmen kombinieren (z. B. mit Utrogest bei Gelbkörpermangel und / oder mit Aspirin bei Blutgerinnungsstörungen). Es sollte von gefährdeten Frauen ab dem positiven Schwangerschaftstest bis zum Ende des dritten Monats gebraucht werden:
|
Wie man die Spermien doptNicht zuletzt sollten auch die Männer bei der Fruchtbarkeitsbehandlung mitmachen und zwar egal ob das Spermiogramm in Ordnung ist oder nicht. Zum einen ist geteiltes Leid halbes Leid und zu viele Spermien gibt es nicht. Zum anderen besagt ein normales Spermiogramm leider nicht immer, ob nicht auch eine Ursache beim Mann liegen könnte. Gynäkologen schätzen, dass in 30 bis 50 Prozent aller Fälle eine der Ursachen für die Kinderlosigkeit beim Mann liegt. So weiß man inzwischen beispielsweise, dass eine Belastung mit Weichmachern (Phthalate) die Spermien nur in ihrer Funktion einschränkt, meist ohne sich in Anzahl oder Beweglichkeit der Spermien niederzuschlagen. Auch genetische Defekte lassen sich aus dem Spermiogramm nicht ablesen ...Folgendes Basiskonzept hat sich für Männer bewährt:
|
BezugsquellenAlle genannten Naturarzneien sind über Apotheken erhätlich, z.B.Linden Apotheke, oder
Roland André, Kellerstr. 38-40, 85276 Pfaffenhofen, Tel. 08441-76464, Fax 83958 Eversbusch-Apotheke, Eversbuschstr. 92, 80999 München, Tel. 089-8122159, Fax 8123328. Die Kräutertees sind in Kräuterläden erhältlich, z. B. Kräutergarten,
Romana Auth, Pestalozzistr. 3, 80469 Mänchen, Tel. = Fax 089-23249802, www.kraeutergarten-muenchen.de. |
Literaturempfehlungen
|
| |