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Nosodentherapie und Drainage
Anwendungsmöglichkeiten zur Prophylaxe und bei postinfektiöser
Symptomatik
von Olaf Rippe
mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Naturheilpraxis
| Definition: Nosoden sind homöopathische
Präparate, die aus Mikrobenkulturen, Viren, pathologischen Sekreten
oder Exkreten und aus pathologischem Zellgewebe hergestellt werden.
Heute werden auch potenzierte Allopathika, Umwelttoxine und Allergene
unter diesem Begriff geführt. |
Ihre erste Blütezeit erlebte die Nosodentherapie Anfang des 19.
Jahrhunderts. Im Jahre 1833, führte Hering mit einem Präparat
aus den Hautaffektionen der unbehandelten Krätze, Psorinum genannt,
eine Arzneimittelprüfung durch, und führte dieses als erste
Nosode in die Materia Medica ein.
Bis heute sind Hunderte weiterer Nosoden
hinzugekommen, die inzwischen einen festen Platz in der homöopathischen
Therapie haben.
Verwendungsmöglichkeiten von Nososden
Verwendet werden Nosoden vor allem als Reaktionsmittel, besonders bei
Krankheiten der Konstitution, degenerativen Erkrankungen, Autoaggressionskrankheiten,
Allergose und dyskratischen Zuständen, die in eine chronische Phase
übergehen.
Reaktionsmittel, zu denen auch einige Polychreste
der Homöopathie wie z.B. Sulfur gehören, sind immer dann erforderlich,
wenn trotz gut gewählter Therapie, diese nicht richtig anschlägt.
Beispiele hierfür wären eine Vorbehandlung durch Allopathika,
z.B. Cortisol- oder Antibiotikatherapie oder eine Einwirkung stark wirkender
Umwelttoxine, z.B. Schwermetalle wie Amalgam, die körpereigene Ausscheidungs-
und Abwehrvorgänge blockieren.
Somit ergeben sich weitere wichtige Anwendungsbereiche
für Nosoden, nämlich eine Umstimmungstherapie bei retoxisch
gehemmten Erkrankungssymptomen (Status nach Unterdrückung) und eine
Anregung der Ausscheidung von im Mesenchym abgelagerten Toxine.
Diese Zustände gehören zur täglichen Praxiserfahrung.
Die Zahl der Patienten, bei denen gut gewählte Mittel versagen nimmt
in besorgniserregender Weise zu, genauso wie die der Patienten, die unter
Beschwerdebildern leiden, welche eindeutig auf vorangegangene Erkrankungen
zurückzuführen sind, was insbesondere bei bakteriellen und viralen
Infektionen zu beobachten ist.
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Zur Auswahl der Nosoden
Die Auswahl von Nosoden erfolgt nach unterschiedlichen Kriterien:
1. Nach dem Simileprinzip
Sofern ein Arzneimittelbild existiert, werden Nosoden wie z.B. Psorinum,
nach den Regeln der Homöopathie durch Repertorisation ausgewählt.
Leider ist dies nur bei wenigen Nosoden möglich.
2. Nach der anamnestischen Ähnlichkeit
Auch wenn kein Arzneimittelbild existiert, kann eine Ähnlichkeit
zwischen Arznei und Symptom zur Auswahl führen; Beispiele hierfür
wären Asthma-Nosode bei Bronchitis, Epstein-Barr-Virus-Nosode bei
chronischer Müdigkeit, Herpes-zoster-Virus-Nosode bei segmentalen
Neuralgien.
Zu diesem Bereich zählen auch Symptome,
die trotz scheinbar ausgeheilter Grunderkrankung, auf diese zurückzuführen
sind. Die Ursache liegt in der Wirkung von Resttoxinen, die im Körper
persistieren und zu Störungen führen. Beispiele wären Grippe-Nosoden
bei Kopfschmerzen nach Grippe, Herpes-zoster-Nosode bei Postzosterneuralgien,
Echinococcinum-Nosode (Hundebandwurm) bei nervösen Tics. Sind Störungen
auf eine Unterdrückungstherapie oder Impfung zurückzuführen,
beruhen diese ebenfalls auf einer anamnestischen Ähnlichkeit.
3. Nach der aktuellen ätiologischen Ähnlichkeit
Hier erfolgt die Auswahl nach isopathischen Gesichtspunkten. Beispiel
hierfür wären Grippe-Nosoden bei Grippe, Asthma-Nosode bei Asthma.
Dies ist die häufigste Anwendungsart
von Nosoden, wobei sie aber keinesfalls die beste darstellt; durch das
Fehlen zahlreicher Arzneimittelbilder aber ist es zu verstehen. Hierzu
zählt auch die Anwendung von Autonosoden (vom Patienten selbst gewonnen),
beispielsweise potenziertes Konjunktivalsekret bei Konjunctivitis.
Nicht nur in der Humanmedizin, sondern
auch in der Veterinärmedizin werden Autonosoden mit Erfolg eingesetzt.
So hat mir z.B. ein Bauer nach einem meiner Seminare berichtet, daß
rezidivierende Entzündungen der Milchdrüsen seiner Kühe
durch potenzierte Kuhmilch derselben Kühe verschwanden.
Zur Verschreibung von Nosoden
Nosoden sind Reaktionsmittel und können bisweilen zu heftigen Reaktionen
des Patienten führen. Dies ist einer der Gründe für die
Scheu vieler Therapeuten, Nosoden einzusetzen. Unkontrollierbare Reaktionen
lassen sich aber verhindern, wenn man folgende Kriterien bei einer Verschreibung
beachtet:
1.) Nosoden sollten nur mit einer ausreichenden Drainage und möglichst
als Ergänzung zu einem Simillimum verabreicht werden.
Julian schreibt hierzu in seinem Buch "Materia
medica der Nosoden": "Nach der klinischen Auffassung der französischen
Homöopathie soll man, wie dies auch sonst üblich ist, Tuberkulinum
Koch nur dann verschreiben, wenn dafür gesorgt wird, daß eine
Drainage nach der Technik von Nebel durchgeführt und zugleich das
für den jeweiligen Zustand des Patienten passende Simillimum gesucht
und angewendet wird. Das gilt für die gesamte Nosodenbehandlung."
Mit einfachen Worten, keine homöopathische Therapie ohne Drainage.
Da viele Kollegen diese Technik nicht kennen,
oder wegen ihrer dogmatischen Sturheit davon nichts halten, erklären
sich die, nicht selten dramatischen, Erstverschlimmerungen in der homöopathischen
Praxis.
2.) Eine Verabreichung sollte, von einigen Ausnahmen abgesehen, nicht
unter einer D30 erfolgen; bei miasmatischen Nosoden wie Tuberkulinum Koch,
sollten die Potenzen noch wesentlich höher gewählt werden.
3.) Grundsätzlich werden Nosoden selten verabreicht.
4.) Vor jeder erneuten Verabreichung einer Nosode sollten Reaktionen
abgewartet werden. Häufig hat die Nosode nach wenigen Gaben, manchmal
auch schon nach einer einzigen, ihre Aufgabe erfüllt.
5.) Mit wenigen Ausnahmen sollten Nosoden als Einzelmittel gegeben werden.
In der Regel sind eine, in Ausnahmefällen auch zwei oder drei, ausreichend.
Mit einem entsprechem Therapiekonzept sind mehrere Nosoden, die gleichzeitig
verabreicht werden, in der Regel überflüssig.
Da viele Verschreiber Mittel nach verschiedenen
Testverfahren auswählen, ist es nicht selten, daß sie alle
gefundenen Nosoden in die Therapie einbauen. Dies sind nicht selten einige
Dutzend.
Einen traurigen Rekord, stellte dabei eine
Kollegin in München auf. Sie verschrieb einer Patientin 3 Flaschen
Globuli, zu jeweils 500 Gramm, mit ungefähr hundert Polychresten
in Hochpotenzen und weit über hundert Nosoden, ebenfalls in hohen
Potenzen sowie Dutzenden weiterer Mittel in Tiefpotenzen. Von den jeweiligen
Flaschen sollte die Patientin täglich je einen Teelöffel Globuli
zu sich nehmen - Sie hat es überlebt.
Solche Fälle sind keineswegs so selten
wie man zunächst glaubt. Bei einem Besuch in der Staufen-Pharma wurde
mir ähnliches berichtet.
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Die Drainagetherapie
Unter
einer Drainage wird eine Therapie zur Entgiftung von Toxinen verstanden,
die durch Nosoden und/oder Polychreste gelösten wurden. Sie wurde
von Dr. Nebel Anfang dieses Jahrhunderts entwickelt und seitdem von vielen
Homöopathen mit Erfolg verwendet. Wie zuvor schon erwähnt, ist
es ratsam, eine Drainage grundsätzlich in ein Therapiekonzept einzubauen.
Eine Drainage entspricht dem Prinzip einer
Ableitung schädlicher Stoffe von den "edlen" zu den "unedlen" Organen
oder, anders gesagt, von Innen nach Außen. Mit "edlen" Organen sind
z.B. Niere, Herz, Lunge, Leber und Gehirn gemeint, mit "unedlen" in der
Regel Haut und Schleimhaut. Es ist typisch für eine gelungene Drainage,
daß sich die Ausscheidungen des Patienten, in zum Teil lästiger
Weise, verändern können, z.B. brennende, stinkende Ausscheidungen,
verstärkte Schleimhautsekretion, Auftreten von flüchtigen Hauterscheinungen.
Wichtig ist, daß sich Organfunktionen dabei stabilisieren und trotz
der lästigen Symptome sich die Stimmung des Patienten deutlich bessert.
Zum Thema Entgiftung sollten wir uns die mahnenden Worte des Kräuterpfarrers
Kneipp ins Gedächtnis rufen, der einmal auf die Frage, welche drei
Therapieverfahren er für die wichtigsten halte, geantwortet haben
soll: "Erstens Entgiftung, zweitens Entgiftung und drittens Entgiftung".
Die Mittel und Methoden der Drainage sind von Autor zu Autor recht verschieden.
Es ist hier nicht der Platz, alle diese Methoden ausführlich zu beschreiben.
Bewährt hat sich in der Praxis folgendes Schema:
1.) Verwendet werden vorwiegend Pflanzen und einige mineralische Produkte
in der Urtinktur bis zur D6, in einer Mischung von ca. 3 bis maximal 10
Mitteln.
Die Mittel sollten einen Bezug zum Erkrankungsbild
haben, z.B. Nierenmittel zur Behandlung mit Zystitis-Nosode oder antibiotisch
wirkende Mittel zur Behandlung mit Staphylococcinum-Nosode.
Auch bekannte regenerative Wirkungen spielen
bei der Auswahl eine Rolle, z.B. die protektive und regenerierende Wirkung
der Mariendistel (Carduus marianus) auf die Leberfunktionen bei der Behandlung
mit Hepatitis- oder Cholelithiasis-Nosode.
Es bedarf dazu keineswegs irgendwelcher
"exotischen" Arzneien, die kein Mensch kennt. Man achtet bei der Auswahl
auf bekannte Wirkungen der einzelnen Stoffe, z.B. schweißtreibend,
harntreibend, galletreibend usw. und verwendet nur solche, die einem vertraut
sind. Es sollte zu den Ansprüchen eines Therapeuten gehören,
daß er die Mittel kennt, die er verschreibt und sich dabei nicht
ausschließlich auf irgendwelche Testverfahren verläßt.
Wer erst am Anfang seiner Praxis steht,
kann auch auf bewährte Firmenmittel zurückgreifen, die sich
zur Drainage eignen. Bei den nachfolgenden Beispielen ist besonders dieser
Gesichtspunkt berücksichtigt, wobei es ratsam ist, so schnell wie
möglich zu einer individuellen Verschreibung zu wechseln, um dem
jeweiligen Fall auch wirklich gerecht zu werden.
2.)
Eine Drainage erfolgt besonders über Niere, Leber-Galle, Lunge, Haut
und Schleimhaut. Mittel mit einer ausleitenden Wirkung auf diese Organe
sollten nicht fehlen. Eine Herzstütze, beispielsweise mit Weißdornpräparaten
(z.B. Oxacant von Klein), sollte immer mit eingebaut werden.
3.)
Hat man durch Repertorisieren ein Simillimum gefunden und verschreibt
es in höheren Potenzen, so kann das gleiche Mittel auch als Begleitmittel
in tieferen Potenzen eingesetzt werden. Solche Potenzakkorde, wie sie
besonders von der Firma Heel angeboten werden, haben sich überaus
bewährt. Die tiefere Potenz drainiert dabei die höhere Potenz.
4.)
Folgende Mittel sollten wegen ihrer breiten Wirkung grundsätzlich
zur Drainage in Betracht gezogen werden: Agrimonia eupatoria Ø (Odermennig),
Arctium lappa Ø (Klette), Arsenicum album D6 - allg. Arsenverbindungen,
Antimonverbindungen D6 (z.B. Dyskrasit, Pyrargyrit, beides von Weleda),
Acidum sarcolacticum D6 (Milchsäure) - allg. Säuren, Berberis
vulgaris Ø bis D4 (Berberitze), Carbo betulae D6 (Birkenkohle) -
allg. Carbo-Präparate, Citrus limonum Ø (Zitrone), Crataegus
Ø (Weißdorn), Eleutherococcus Ø (Taigawurzel), Galium
aparine Ø (Klettenlabkraut), Rosa centifolia Ø (Rose) - allg.
Rosengewächse, Solidago virgaurea Ø (Goldrute), Sulfur D6 -
allg. Schwefelverbindungen, Taraxacum officinale Ø (Löwenzahn),
Urtica dioica Ø (Brennessel) oder Urtica urens Ø (Eiternessel).
Bei der Auswahl der Pflanzen fällt
auf, daß viele von ihnen Dornen, Stacheln, Klettfrüchte oder
Brennhaare haben, die ein typisches Kennzeichen (Signatur) entgiftender
Pflanzen sind.
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Nosoden zur Prophylaxe
Versuche
haben vor allem die prophylaktische Wirkung von Nosoden bestätigt
(siehe hierzu Marco Righetti).
Tiere, die mit einer Infektionsnosode vorbehandelt
wurden, zeigten nach einer Überimpfung mit demselben Erreger keine
oder nur geringe Symptome; desgleichen konnte eine signifikante Besserung
erzielt werden, sofern bereits erkrankte Tiere mit der entsprechenden
Nosoden behandelt wurden.
Schon seit langem werden Nosoden auch in
der Humanmedizin, sehr zum Verdruß der Allopathen, mit Erfolg zur
Prophylaxe eingesetzt. Nachfolgend einige Beispiele:
Mit
der Nosode Pertussinum D200 als einmalige Gabe, zusammen z.B. mit Corallium
rubrum D4 (rote Koralle), 3x täglich eine Gabe, kann für einige
Zeit eine Prophylaxe gegenüber Keuchhusteninfektionen erzielt werden,
wobei keine Immunität im Sinne einer Impfung erfolgt, sondern eine
erhöhte Resistenz gegenüber dem Erreger.
Eine solche Resistenzsteigerung läßt sich z.B. auch mit Influencinum
D200 (Mischnosode aus verschiedenen Grippestämme) gegenüber
Grippeviren erreichen. Man verabreicht davon während des Winters
etwa alle 4 Wochen eine Gabe, zusammen mit immunstimulierenden Mitteln
wie z.B. Pascotox Tropfen (Pascoe); Metavirulent N (Metafackler) enthält
bereits Influencinum D30.
Besonders
die Frage nach einem Schutz vor FSME bewegt viele Patienten. Hier hat
sich in der Prophylaxe FSME D200 bewährt. Die Verabreichung erfolgt
als einmalige Gabe im Februar, Wiederholung ca. alle 8 Wochen. Ein immunstimulierendes
Präparat (Esberitox N, Pascotox Tropfen) sollte ca. 14 Tage lang,
parallel dazu eingesetzt werden.
Bleibt noch die Frage, was zu tun ist,
wenn ein Zeckenbiß in einem endemischen Gebiet erfolgte. Hier empfiehlt
sich, prophylaktisch FSME D30, dreimalige Gabe im Abstand von drei Tagen,
zusammen mit einem hochdosierten Immunpräparat (Pascotox, Vitamin
A), das mindestens zwei Wochen genommen werden sollte. Zusätzlich
wird die Bißstelle mit Traumeel S Salbe (Heel) mehrmals täglich
eingerieben.
Als Alternative zur FSME-Nosode kann die
Zeckenbißfieber-Nosode gewählt werden.
Auch
in der prophylaktischen Behandlung von Tropenkrankheiten haben sich Nosoden
bewährt. So kann zur Hepatitisprophylaxe die Nosode Hepatitis D30,
alle 7 Tage eine Gabe, zusammen mit Pankreaticum Tropfen (Hewert; enthält
u.a. Okoubaka), 3 x tgl. eine Gabe, verwendet werden.
Zur Malariaprophylaxe wird Malaria tropica D30, alle 7 Tage eine Gabe,
zusammen mit Pascotox Tropfen und Chininum arsenicosum D6, von beiden
3x tgl. eine Gabe, eingesetzt.
Es
sei hier nochmals betont, daß eine solche Therapie - wie im übrigen
jede Prophylaxe - nicht ganz unumstritten ist. Eine Immunität im
Sinne einer Impfung erfolgt nicht und ist auch nicht beabsichtigt.
Ebenso handelt es sich bei den vorgestellten
Behandlungskonzepten ausschließlich um Vorschläge, die je nach
Fall individuell überarbeitet und gehandhabt werden sollten. Das
gilt auch für das nachfolgende Thema einer Therapie bei postinfektiöser
Symptomatik.
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Nosoden bei postinfektiöser Symptomatik
In
der Praxis zeigen sich immer wieder Beschwerdebilder, die trotz scheinbar
ausgeheilter Grunderkrankung, auf diese zurückzuführen sind.
Dies liegt an einer unzureichenden Ausheilung der Grunderkrankung und
an Resttoxinen, die im Körper persistieren und zu Störungen
führen.
Es handelt sich dabei nur zum Teil um echte
Rezidive, z.B. bei Herpes-simplex-Infektionen, oder um Symptome, die typischerweise
postinfektiös auftreten, z.B. Postzosterneuralgie.
Der größte Teil sind Beschwerdebilder,
die, nur für das geübte Auge und nach ausführlicher Anamnese,
mit Infektionen, die nicht selten jahrelang zurückliegen, in Verbindung
gebracht werden können.
Zumeist handelt es sich dabei um Störungen,
die ihre Ursache in bakteriellen und viralen Infektionen haben und die
zum damaligen Zeitpunkt mit einer "Unterdrückungstherapie" (Antibiotika-
o. Cortisoltherapie) behandelt wurden. Als weitere Ursache lassen sich
die Symptome nicht selten mit Impfungen in Zusammenhang bringen. Beispiel
hierfür wären Gemütsaffektionen wie übergroße
Nervosität und Konzentrationsstörungen, Gelenkschmerzen oder
auch neurologischen Störungen nach FSME Impfung.
Handelt
es sich bei den Störungen um Impffolgen, empfiehlt es sich, den entsprechenden
Impfstoff als D200 einzusetzen, auch wenn die Impfung jahrelang zurückliegt.
Die Auswahl der Drainagemittel erfolgt nach der Wirkungsrichtung der Impfung
(z.B. Pertussis - Lungenmittel, Typhus - Darmmittel, FSME - Nervenmittel)
und nach dem vorliegenden Beschwerdebild.
Außerdem sollte, je nach Symptomenbild,
auch an Mittel gedacht werden, die sich allgemein bei Impfschäden
bewährt haben, wie z.B. Kalium muriaticum, Silicea, Sulfur, Thuja
sowie die Nosoden Mallandrinum, Medorrhinum, Vaccininum, Variolinum, alle
in höheren Potenzen (ab D30) und in seltenen Gaben.
Handelt es sich bei den Beschwerden um Folgen einer Antibiotikatherapie,
wird ein entsprechendes Antibiotikum als D30 eingesetzt. Testungen ergeben
häufig auch andere Antibiotika als das ursächliche. Reckeweg
empfiehlt noch die Paracoli Nosode.
Als Folge einer Antibiotikatherapie, beziehungsweise
einer Infektion des Magen-Darm-Trakts kann es zu einer massiven Dysbiose
des Darms, mit schmierigem stinkendem Stuhl, ständigen Blähungen
und Pilzbefall kommen, nicht selten auch zu Nahrungsmittelallergien und
allergischen Erscheinigen der Haut, die sich als äußerst therapieresistent
zeigen.
Als Zusatztherapie kommen deswegen besonders
Sulfur als Potenzakkord, Chalkosin comp. (Weleda), Chelidonium / Berberis
comp. (Wala) oder Pankreaticum Tropfen (Hewert) in Frage.
Bei einer Dysbiose des Darms haben sich
aus der Phytotherapie folgende Pflanzen bewährt: Gerbstoffdrogen
wie Okoubaka, Quercus robur (Stieleiche) und Potentilla erecta (Tormentill),
ätherische Öldrogen wie Acorus calamus (Kalmus), Allium sativum
(Knoblauch), Alpinia officinarum (Galgant), Zingiber officinalis (Ingwer)
und Scharfstoffdrogen wie Imperatoria ostruthium (Meisterwurz).
Als weitere Folge von Darminfektionen zeigen
sich besonders häufig Gemütsstörungen wie Depression und
geistige wie körperliche Erschöpfung, aber auch erhöhte
Reizbarkeit und Aggression.
Neben den oben genannten Mitteln kommen
hier besonders die intestinalen Nosoden nach Paterson in Frage.
Als
Beispiel für eine Behandlung von Infektionsfolgen soll nochmals der
Keuchhusten dienen. Häufig zeigen sich nach der Infektion jahrelange
Anfälligkeit der Atemwege für weitere Infektionen, nicht selten
auch Allergien der Atemwege wie Asthma.
Zur Therapie werden die Nosoden Pertussinum
D200 im Wechsel mit Asthma D30 (bei Asthma) oder Tuberkulinen wie Aviaire
D30 (bei Anfälligkeit der Atemwege), eventuell auch Tuberkulinum
Koch D200 und höher, verwendet.
Gute Drainagemittel wären z.B. Arsenicum
album D6, Corallium rubrum D4 (rote Koralle), Drosera rotundifolia Ø
bis D2 (Sonnentau), Echinacea Ø (Sonnenhut), Pulsatilla D6 (Küchenschelle),
Spongia D12 (Meerschwamm), Vincetoxicum autumnale D4 (Schwalbenwurz) sowie
alle Flechten (Lichenes comp. von Weleda). Als Ergänzung oder Alternative
können auch Firmenmittel wie Pertudoron I und II (Weleda) bei akuter
Symptomatik oder Bronchi/Plantago comp. (Wala) bei akuter wie chronischer
Symptomatik verwendet werden.
Ein letztes Beispiel soll zeigen, wie man mit Nosoden bestimmte Fälle
von Unfruchtbarkeit von Frauen behandeln kann. Diese sind nicht selten
eine Folge von Infektionen der Genitalorgane, die mit Antibiotika behandelt
wurden.
Konstitutionell kommen bekanntlich eine
Reihe von Mittel in Frage.
Unfruchtbarkeit
zeigt sich aber meistens als ziemlich therapieresistent und Konstitutionsmittel
erweisen sich in ihrer Wirkung als unzureichend.
Gerade hier leisten Nosoden als Reaktionsmittel
Vorzügliches, besonders die Nosoden Fluor albus D30, Trichomonadenfluor
D30, mykotischer Fluor D30, chronische Zystitis/Endometriose D30, Myom
D30 und Medorrhinum D200 im Wechsel mit z.B. Tetracyclin D30.
Manche Gynäkologen verwenden diese
Mittel auch zur direkten Behandlung entsprechender Leiden mit großem
Erfolg.
Als Drainagemittel bieten sich Argentum
metallicum D6 bis D12 (Silber), Argentit D6 (Silbersulfid, Weleda), Sepia
D6 und Lamioflur (Heel) an.
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Aufbau eines Therapiekonzepts
unter Einbeziehung von Nosoden
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Anamnese / Repertorisation
Konstitutionsmittel / Simillimum nach
homöopathischen Gesichtspunkten
Verabreichung in höheren Potenzen in
einzelnen und seltenen Gaben Verabreichung von Ergänzungsmittel
und Reaktionsmitteln im Wechsel
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Metalle und Metallverbindungen
In der Alchimie und Anthroposophie
als Konstitutionsmittel zu sehen. Verabreichung als Einzelmittel
(ab D12) oder in Mischungen (bis D12)
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Nosoden
Verabreichung als Einzelmittel in einzelnen
und seltenen Gaben, zusammen oder im Wechsel mit Simillimum. Meist
nicht unter einer D 30, niemals ohne Drainage
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Drainage und/oder Kanalisationsmittel
(auch bewährte Firmenmittel)
Als Mischrezeptur Ø bis D6, selten D12
und höher (ca. 5 bis 10 Mittel)
1. Organmittel, entsprechen Locus minoris
resistentiae
2. Tiefpotenzen des Simillimums; Potenzakkord
3. Allg. Mittel in Tiefpotenzen mit ausleitender Wirkung
4. Mittel, die das Hauptorgan des Simillimums stabilisieren (organotrope
Wirkung)
5. zum Simillimum passende Ergänzungsmittel u. Reaktionsmittel
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Ergänzende Maßnahmen wie z.B.
Homöosiniatrie; Neuraltherapie, Akupunktur,
speziell Ohr-, Diätetische Maßnahmen, Ausleitungsverfahren nach
Aschner, Manuelle Techniken / Massage
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Literatur:
P. Cornelius:
"Nosoden und Begleitherapie" (Pflaum Verlag)
O. Julian: "Materia medica der Nosoden" (Haug Verlag)
H.H. Reckeweg:" Homoeopathia antihomotoxica" (Aurelia
Verlag)
M. Righetti: "Forschung in der Homöopathie" (Burgdorf
Verlag)
Bezugsquellen:
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DHU: Ottostr. 24, 76227 Karlsruhe,
Heel: Ruhrstr. 14, 76532 Baden-Baden, www.heel.de
Staufen Pharma: Bahnhofstr. 35, 73033 Göppingen, www.staufen-pharma.de
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