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"Omnia sanantem"Die "allesheilende" Mistel in Phytotherapie und Komplexmittelhomöopathievon Olaf Rippemit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Naturheilpraxis |
Druiden bei der Mistelernte; Stich 19. Jh. |
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Kreuzholz und Gespensterrute - Die Magie der Mistel
Auffallend ist der Bezug zur Alben- und Gespensterwelt. Es heißt, dass nur dort, wo Nachtmahre und Hexen Rast machen, Misteln wachsen können. Häufig wirken Orte, an denen Misteln gehäuft auftreten, unheimlich und beklemmend. Die Bäume wachsen knorrig und verdreht, Efeu rankt an ihnen empor und nicht selten kommt es an solchen Orten zu ungewöhnlichen Phänomenen, die dem einen Furcht einjagen, dem anderen aber Visionen einer magischen Welt eröffnen, denn die Mistel wächst an den Toren zur Anderswelt oder Unterwelt, dem Reich der Geister, den Nymphen, Sylphen und Kobolden. Nur Auserwählte und Götter durften sich in alter Zeit der Macht der Mistel bedienen. Die Göttin Persephone öffnet mit einem Mistelzweig die Tore zum Hades. Die Mistel "ist die Pflanze des Übergangs. Ihr 'goldener Zweig' ermöglicht Aeneas die Schwelle zur Unterwelt zu überqueren. Sie begleitet die Sonnenwenden. Bekannt ist die Geschichte von Baldur, dem Sonnengott, der zur Mittsommerzeit durch einen Pfeil aus Mistelholz den Tod findet. Zur Wintersonnenwende dagegen, in der dunkelsten Nacht, wenn die Mistel noch grün im kahlen Geäst hängt, begleitet sie die Wiedergeburt des Sonnengottes aus dem Schoß der Erdenmutter" (Storl, 2009).
Trotz eines eigenen Chlorophyllstoffwechsels schmarotzt sie am Wirtsbaum, daher haben Misteln je nach Wirtsbaum etwas unterschiedliche Eigenschaften. Doch die Wirkung wird auch durch den Genius loci des Wachstumsortes beeinflusst. Natursichtige und Rutengänger spüren diese andere Art der Energie und sprechen von Störzonen oder Reizstreifen. Für den Menschen ist ein längerer Aufenthalt an solchen Orten, z.B. zum Wohnen, krankmachend, weil die Kraft des Ortes nicht in einer harmonischen Resonanz zum Menschenwesen steht. Dies erklärt auch die häufigen Gespenstergeschichten, die von solchen Orten überliefert sind. Misteln wachsen langsam und werden sehr alt. Erst nach 7 Jahren gewinnt sie ihre kugelförmige Gestalt. Auch dies ist eine wichtige Entsprechung, denn alle 7 Jahre beginnt auch für den Menschen ein neuer Lebensabschnitt (Saturnzyklen - alle sieben Jahre steht der laufende Saturn in einem Spannungswinkel zum Geburtssaturn). "Der regelmäßige, zweiteilige Wuchs der Pflanze, der dazu führt, dass die Mistelzweige sich in auffallender Weise kreuzen, war nach christlichem Glauben etwas besonders heiliges" (Seligmann). In der Signaturenlehre gilt dies als Hinweis auf eine "schutzmagische" Wirkung. Amulette aus Mistelholz gelten als dämonenfeindlich und in Silber gefasst dient die Mistel zur Abwehr des Bösen und von Nachtmahren. Gegen Hexen und böse Geister und weil sie Glück ins Haus bringt, wird die Mistel bis heute über die Haustür, im Haus oder im Stall aufgehängt. |
Mistel bei Nervenleiden, Schlafstörungen und StresskrankheitenWer häufig unter Alpträumen leidet sollte sich vielleicht einmal eine Tannenmistel über das Bett hängen oder dem Rat von Rutengängern folgen und sich Misteln unter das Bett legen. Man kann für einen erholsamen und tiefen Schlaf auch Fläschchen mit Globuli potenzierter Mistel (D4 oder D6) unter das Bett legen, am besten im Uhrzeigersinn ausgerichtet. Schon mehrfach hat sich diese einfache und billige Methode bei Schlafstörungen als hilfreich erwiesen. Die Wirkung spürt man oft bereits in der ersten Nacht! Zur Unterstützung nimmt man am besten silberhaltige Arzneien, sozusagen als Amulett auf Rezept: Argentum metallicum praeparatum D12, abends und nachts je 5 Topfen zusammen mit Viscum mali D2, abends und nachts je 10 Tropfen (beides von Weleda).Alternativ hat sich das Solunat Nr. 4 (ehemals Cerebretik) von Soluna bewährt; abends und bei nächtlichem Erwachen je 5 Tropfen; das alchimistische Präparat enthält neben Silber noch Tabak, der bekanntlich bei den indigenen Völkern Amerikas die wichtigste Opferpflanze an die Geister ist. Die Kombination mit Silber lässt sich auch astromedizinisch interpretieren. Mit ihren schleimigen Beeren und ihrer eigentümlichen Signatur zeigt die Mistel lunare Eigenschaften. Der Mond wird jedoch auch mit dem Gehirn und dem Metall Silber assoziiert. Der Winter und der Ort des Wachsens zeigen dagegen saturnale Eigenschaften. Die Kombination von Saturn- und Mondkräften wird unten noch einmal erwähnt werden. Ein interessantes Komplexpräparat zur Behandlung von Unruhe- und agitierten Gemütsleiden mit Schlafstörungen ist Sedsano, Tropfen von der Firma Wulf Rabe. Es enthält neben Mistel typische phytotherapeutische Nervina wie Baldrian, Hafer, Melisse, Passiflora und Damiana, aber auch potenzierte Nervenmittel wie Nux vomica und Zincum valerianicum sowie einige Herzmittel, z.B. Weißdorn und die Schlangenwurzel Rauwolfia, die in der ayurvedischen Heilkunde wegen ihrer nervenberuhigenden Wirkung sehr geschätzt wird. Die Rezeptur ermöglicht auch den Einsatz bei essentieller Hypertonie in Verbindung mit Schlafstörungen. Die Geistes- und Gemütssymptome, bei denen man an Mistel denken sollte, sind umfangreich. Bei Mezger heißt es: "Die Arzneimittelprüfungen lassen eine deutliche Beeinflussung des Zentralnervensystems mit Kopfkongestionen, Kopfschmerzen und Schwindel (...) erkennen. Gedrückte Stimmung, Traurigkeit, Apathie und Mutlosigkeit, Antriebsarmut, Verdrießlichkeit und Ärgerlichkeit. Empfindlich gegen Geräusche, Unruhe. Schlimme Ahnungen; Untauglichkeit zu geistiger Arbeit, Gedanken kreisen stundenlang um frühere Ereignisse. Kraftgefühl, Mitteilungsbedürfnis, Optimismus, abnorme Munterkeit, Unternehmungslust, voll von Plänen. Schlaf: Spätes Einschlafen, frühes Erwachen. Schlaf schlecht trotz Erschöpfung..." Gespenster und Dämonen sucht man im Arzneimittelbild zwar vergebens, doch die Symptome zeigen, dass man an Viscum album unbedingt bei Stresskrankheiten und Burn-out denken sollte. Stress ist heute einer der Hauptkiller und wird inzwischen sogar in der WHO als ernste Bedrohung gesehen. Die Ähnlichkeit zu Nux vomica und Zincum valerianicum ist zudem auffällig und eine Kombination daher ratsam (siehe oben). Der Gebrauch der Mistel bei Nervenleiden geht bis in antike Zeit zurück. Immer wieder liest man dabei von der Eichenmistel. Auch Plinius erwähnt, dass die Mistel, die auf dem heiligen Baum des Donnergottes gedeiht, von den Druiden besonders verehrt wurde. Als Viscum quercinum finden wir sie bei Paracelsus, der die Eichenmistel als Nahrungsmittel der Hinfallenden empfahl: "Wenn sie eine Suppe essen, soll viscus quercinus darin gekocht sein und man darf keine Salz hinzufügen", heißt es bei ihm. Paracelsus, der natürlich die magische Verwendung in der Volksmedizin kannte, gebrauchte die Mistel nicht nur bei Epilepsie, sondern auch gegen Verhexung, Wahnsinn, Schüchternheit, Ängstlichkeit und Melancholie, am liebsten zusammen mit roter Koralle, Johanniskraut, Nieswurz, Engelwurz, Styrax, Opium und Pfingstrose. Sein astromedizinischer Hinweis ist dabei besonders interessant: "Es (die Eichenmistel) ist besonders für junge Leute zu gebrauchen, und es scheidet die Coniunctionem Caducam der (Winkelbeziehung) Venus und der Luna (Mond), der Luna und des Saturns, auch des Saturns und der Venus". Hierzu ist zu sagen, dass Spannungsaspekte zwischen Mond und Venus und zum Saturn die oben genannten Zustände begünstigen, besonders die Stellung des Mondes im saturnalen Zeichen Steinbock, die man gehäuft bei Melancholie und beim Karzinomgeschehen findet. Die Kombination von Mistel und Pfingstrose, die Paracelsus erwähnt, kennt man auch als Amulett gegen Fraisen, das sind dämonenartige Wesen, die bei Kindern Krampfleiden verursachen.
Neben Anfallsleiden wie Epilepsie und Migräne sollte man Polypathik vor allem bei hartnäckigen Schlafstörungen mit Alpdrücken verwenden. In einem Fall ersetzte es sogar Rohypnol, das bei einer an Schizophrenie erkrankten Patientin, die unter extremen nächtlichen Angstzuständen litt, ohne Wirkung blieb (zusammen mit Cerebretik und Avena comp. Glob. von Wala). Die Patientin hatte das Gefühl besessen zu sein und sie fühlte sich von Dämonen verfolgt. Nach ca. 3 Tagen Einnahme verschwanden ihre Schlafstörungen auf Dauer! Es ist leider ein blinder Fleck auf der therapeutischen Landkarte, dass man solche Geschichten ins Reich der Fabel verbannt hat. Paracelsus jedenfalls antwortete auf die Frage, woran man eine Verzauberung erkennen könne, dass solche Menschen stets schlaflos und besonders unruhig sind. Es ist übrigens keineswegs sicher, ob Paracelsus und die anderen Heiler der Vergangenheit, wirklich die Eichenmistel gemeint hatten, denn diese ist ausgesprochen selten. Im Donaugebiet Österreichs bis zum Balkan gibt es jedoch eine verwandte Art, die Riemenblume (Loranthus europaeus), die man bevorzugt auf Eichen findet und aus der man Vogelleim herstellte. Sie hat nicht nur botanisch, sondern auch energetisch viel mit der weißen Mistel gemeinsam. Sie ist sogar im Handel: Spagyra liefert Loranthus europeus D6 bis D12 als Globuli und Dilution, DHU hat laut Homepage Loranthus (= Viscum quercinum) ab D4 als Sonderanfertigung und Remedia liefert Loranthus ab D2 Globuli und Dilution. Leider existieren kaum Erfahrungsberichte mit diesen Präparaten und ein Mischpräparat ist ebenfalls nicht im Handel. Bei Madaus findet man den Hinweis von Riemenblume bei Bluthusten und in Hagers Handbuch den Hinweis auf den Gebrauch bei Tumoren. |
Fruchtbarkeitszauber mit Mistel
Maria Treben erwähnte ebenfalls diese Wirkung; bei ihr heißt es: "Der frische Mistelsaft kann die Unfruchtbarkeit der Frau beheben. Die Mistel muss gut gewaschen und noch im feuchten Zustand mit einer Saftzentrifuge entsaftet werden. Man nimmt davon je 25 Tropfen in etwas Wasser nüchtern eine halbe Stunde vor dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen." Handelspräparate zum Thema Fruchtbarkeit gibt es leider nur wenige und mit zugelassener Indikation natürlich überhaupt keins. Das Präparat Cuprum Roe Plax M Tropfen von Asconex/Pharmako kann man aber auf jeden Fall bei Kinderlosigkeit empfehlen. Neben der Mistel enthält es die Küchenschelle (Pulsatilla), die in potenzierter Form das Kardinalmittel darstellt und den Storchschnabel, der im Volksmund auch Kindsmacher heißt; ferner sind enthalten Frauenwurzel (Caulophyllum), das Mittel Nr. 1 aus der Indianermedizin zum Thema Fruchtbarkeit, sowie Waldrebe, Safran und Kupfersulfat, die als Gemütsmittel, aber auch von ihrer entspannenden und immunstärkenden Wirkung die Empfängnisfähigkeit verbessern. Margret Madejsky berichtet in ihrem Buch "Lexikon der Frauenkräuter" von einer interessanten Studie an der Uni-Frauenklinik Heidelberg, bei der man Mistelpräparate bei Myomen und Endometriose einsetzte. Die Studie ergab einerseits eine positive Wirkung bei Myom, doch mussten einige Frauen mit Endometriose die Studie abbrechen, da sie unter der Therapie unerwartet schwanger geworden waren, was im Falle einer Endometriose, so Margret Madejsky, als das Beste überhaupt gilt. Die Firma Wala liefert gleich drei Mistelpräparate mit gynäkologischen Indikationen. Zunächst das Mittel Berberis / Uterus comp. (Glob., Amp.) zur Myombehandlung. Hierfür eignet sich speziell auch Iscador P von Weleda oder von Helixor die Mistelpräparate P oder M (siehe entsprechende Fachliteratur). Es ist naheliegend, die tumorhemmenden Eigenschaften der Mistel auch bei einer Gebärmuttergeschwulst anzuwenden. Zur Behandlung von Zysten liefert Wala das Mistelpräparat Magnesium sulfuricum / Ovaria comp. (Amp., Glob.) und bei Mastopathie das Mittel Magnesit / Mamma comp. (Amp., Glob.). Die Präparate haben sich für diese Indikationen außerordentlich gut bewährt, besonders bei gleichzeitiger Verordnung von höherpotenzierten Einzelmitteln entsprechend dem individuellen Symptomenbild und wenn man die Mittel nicht nur innerlich verwendet, sondern auch injiziert. Am besten ist die intracutane Applikation im Bereich zwischen Bauchnabel und Schamhaar, zwei Mal die Woche. An den injektionsfreien Tagen verwendet man die Globuli, ca. 3 bis 4 Mal 10 Globuli. Und sogar im Geburtszauber spielte die Mistel früher eine Rolle. Im Kräuterbuch des Lonicer liest man: "So ein Weib in Kindsnöhten ist (Wehenschwäche)/ und nicht gebären kann/ die nehme gestoßen Eichenmistel/ und trincks in Wein oder Bier ein/ so gebührt sie bald. Und das Kind/ so sie geboren hat/ ist vor der fallenden Kranckheit sein Lebenlang behütet" Adamus Lonicerus, 1679. |
Die Mistel und das Seelenorgan Herz
Phytopharmakologisch ist diese Wirkung umstritten, zumindest was die orale Anwendung angeht. In der Erfahrungsmedizin ist dies aber nicht wirklich von Bedeutung, was zählt ist der therapeutische Effekt und die richtige Mischung. Phytopharmakologen haben die Seele der Pflanze nicht wirklich erfasst, wenn sie nur auf Wirkstoffe achten. Zudem lassen sich Pflanzengemische wie man sie seit Menschengedenken verwendet nicht im Labor analysieren. Erst in neuerer Zeit kam die Torheit der Monopräparate auf, als ob eine Krankheit monokausal zu erklären ist und daher auch nur eine Substanz benötigt - dies ist ein therapeutisches Märchen und führt nur zu Misserfolg und zu unerwünschten Effekten, aber ganz sicher nicht zu einem Heilprozess. Wenn man die oben genannte psychische Wirkung und den energetischen Charakter der Mistel beachtet, dann wirkt die Pflanze mit ihrem lufthaften Wesen vor allem auf das Seelenhafte im Menschen und die Seele hat ihren Sitz immer noch im Herzen und nicht in einer chemisch definierbaren Substanz. Die Wirkung der Mistel scheint energetische Störungen im Astralbereich, dem Gefühlskörper des Menschen, besonders anzusprechen. Wenn man dies mit dem Genius loci des Wachstumsortes vergleicht, dann liegt der Gedanke nahe, dass die Mistel auch hier nicht nur Ausdruck eines energetischen Ungleichgewichts ist, sondern vielmehr ebenfalls eine Heilwirkung auf die Energie des Ortes ausübt. Im Arzneimittelbild bei Mezger lesen wir: "Herzklopfen, Stolpern, Unruhe und Vibrieren, Zusammenschnürungsgefühl, Druck, fühlbare Extrasystolen und Irregularität. Gefühl, als ob das Herz von einer Hand gepresst wird. Puls beschleunigt oder langsam mit Todesangst. (...) Ansteigen des Blutdrucks zu Anfang, um nachher für längere Zeit abzusinken." Diese Symptomatik ist typisch bei Herzstress infolge von Angstzuständen und mangelhafter Selbstregulation durch Überforderung. Astromedizinisch kann man bei diesen Patienten gehäuft den hemmenden und einschränkenden Einfluss des Saturns feststellen.
Wie schon gesagt, gibt es viele Handelspräparate, hier eine kleine Auswahl: Allium-Strath comp. Tropfen (Strath-Labor): altbewährtes Rezept bei essentieller Hypertonie mit Tendenz zu sklerotischen Veränderungen - eines der wenigen Präparate mit Olivenblättern und natürlich ist auch Rauwolfia enthalten, dass zum Glück auch noch in Potenzen wirksam ist. Böse Geister haben nämlich dafür gesorgt, dass dies bedeutsame Psychotherapeutikum aus der ayurvedischen Medizin vor einigen Jahren rezeptpflichtig wurde. Das enthaltene Alkaloid Reserpin diente u.a. als Vorbild zur Synthese von Neuroleptika. Eine Kombination mit Arnica / Aurum I oder II Glob. von Wala im Wechsel mit Injektionen des Mittels im Bereich des Solarplexus hat sich als sehr wirkungsvoll erwiesen. Auch in dem Mittel Antihypertonicum Tabl. von Schuck ist neben Mistel Rauwolfia enthalten, dazu Nitroglycerin und Königin der Nacht - die Rezeptur eignet sich daher besonders bei Hypertonie mit Stenokardien und bei Herzstress. Ähnlich zusammengesetzt sind die Mittel Homviotensin Tropfen von Homviora, Fima 34 Viscum Komplex Dilution von Fima oder Loewe Komplex Nr. 3 N Rauwolfia Tropfen von Infirmarius Rovit. Mehr in Richtung Sklerose und Hypertonie wirken folgende Kombinationspräparate: Antihypertonikum Hevert N Tropfen von Hevert - das Präparat enthält Gold, Kardinalmittel der hypertonen-apoplektischen Konstitution; Rauwolfia Viscomp Tropfen von Schuck; Arteria-Heel NTropfen von Heel - wegen Secale und Tabacum besonders bei Claudicatio intermittens; Infi Rauwolfia Injektion Amp. von Infirmarius Rovit - speziell zur Behandlung von hypertonen Zuständen mit Rhythmusstörungen; Arnica similiaplex Tropfen von Pascoe, das eine Ableitung über die Niere mit berücksichtigt und zum Abschluss Rauwolfia comp. Amp. von Heel zur Injektionstherapie bei Hypertonie - das Präparat enthält Drainagemittel zur Ableitung über Leber und Niere, was für eine erfolgreiche Therapie unbedingt notwendig ist (die Leber entzündet das Herz und das Feuer muss über die Niere ausgeglichen werden). |
Mistel als Jungbrunnen
Besonders der anthroposophisch ausgerichteten Heilkunde verdanken wir es, dass die Mistel nicht in Vergessenheit geraten ist. Rudolf Steiner, der die Immunwirkung ohne jede Tierquälerei rein geistig durch Betrachtung der Signaturen erkannte, vertrat aber vor allem die These, dass eine Therapie mit Mistelextrakten in erster Linie der Gesunderhaltung und nicht der Behandlung von Krankheiten dienen sollte. Doch "was bringt den Doktor um sein Brot? - A die Gesundheit, B der Tod, darum hält er uns, auf das er lebe, zwischen beiden in der Schwebe" (Eugen Roth) - die prophylaktische Therapie hat sich jedenfalls (noch) nicht durchsetzen können. Im Wellness-Zeitalter wird sich dies vielleicht ändern, denn die Mistel wirkt ausgesprochen regenerierend und man kann durchaus behaupten, dass es vor allem ein Mittel ist, um in Würde zu altern. In der Geriatrie braucht man vor allem Arzneien, die Verschleißerscheinungen vorbeugen, besonders im Gelenksbereich, einem der Schwachpunkte der menschlichen Konstitution und eine Stärkung des Immunsystems im Sinne eines Adaptogens. Zum Glück gibt es noch viele Handelspräparate zur Behandlung der gichtisch- rheumatischen Konstitution mit Mistel, die man auch bei Arthrose verwenden kann: Biosanum Rheumaöl comp. Öl von Bindergass zur äußerlichen Anwendung - das Mittel enthält Ameise, Teufelskralle und Beinwell, ist also wahrhaft volksmedizinisch - sehr gut ist die Kombination mit Murmeltierfettsalben; zur Injektionstherapie im Bereich der betroffenen Gelenke eignet sich Rheuma Echtroplex Amp. von Weber & Weber; innerlich eignet sich Rheumarex Complex N Tropfen von Steierl Pharma und bei rheumatischen Erscheinungen im Klimakterium sollte man an Viscum album Komplex Nestmann 51 Tropfen von Nestmann denken. Bei chronischen Rückenbeschwerden, die ja bekanntlich durch Überarbeitung, aber auch im Alter zunehmen, liefert Wala einige wichtige Präparate, die man gleichzeitig innerlich und äußerlich als Salbe und/oder Injektion anwenden sollte: Disci comp. cum Pulsatilla Glob., Amp. und Salbe - speziell im Klimakterium sowie Disci/Viscum comp. cum Stanno, ebenfalls als Glob., Amp. und Salbe - allgemein bei Degeneration der Bandscheiben. Bei akuten Schmerzen der Wirbelsäule kann man auch die Zäpfchenpräparate Disci / Pulsatilla comp. cum Stanno Supp. oder Disci/Viscum comp. cum Argento verwenden. Keineswegs beschränkt sich die Therapie mit diesen Mitteln auf die Behandlung der unteren Wirbelsäule und des Ischiasnervs, denn das Arzneimittelbild von Viscum album umfasst ebenfalls den Schultergürtel, z.B. bei Tortikollis. Als Injektionsmittel bei Arthrosen in der Nähe der betroffenen Gelenke kann man das Mittel Hornerz/Cartilago comp. von Wala empfehlen - an den injektionsfreien Tagen verwendet man das gleiche Mittel als Globuli mehrmals täglich. Sogar bei Sehschwäche und zur Begleitbehandlung bei altersbedingten Augenkrankheiten wie dem grauen Star kann man die Mistel denken - Wala liefert hierfür die Augentropfen Hornerz /Corpus vitreum comp..
Mistelsalben zur Ableitung über die Lymphe bei Degeneration und Entartung liefert das Phönix Laboratorium mit JUV 110 B und JUV 110. Doch eine Indikation überwiegt heute inzwischen alle anderen, die antitumoröse und immunstimulierende Wirkung beim Karzinomgeschehen. Zur allgemeinen Entgiftung und zur Begleitbehandlung bei Karzinom liefert Schuck Flenin als Tropfen und als Ampullen, auch zur Eigenbluttherapie - das Mittel enthält Conium zur Drainage bei bösartigen Erkrankungen über die Lymphe und Arsen, zur Behandlung einer Degeneration auf der Zellebene, außerdem ist es ein Kardinalmittel beim Erschöpfungssyndrom. Conium und Mistel sind auch Bestandteil von Lymphdiaral Injektopas L Ampullen von Pascoe. Auch die Firma Pflüger liefert ein Mistelpräparat zur Entgiftung - Derivatio H zur Injektion und als Dilution. Bemerkenswert sind die Mittel der Serie Rabjuven von Wulf Rabe zur Begleitbehandlung bei Entartungen, denn diese enthalten nicht nur Mistel, sondern auch potenzierte Baumtumore auf denen Misteln wachsen. Zur Behandlung des Erschöpfungssyndroms bei chronischen Leiden sollte man auch an das Mistelpräparat Ginseng comp. N von Heel denken. Bewusst wird in diesem Artikel auf die Vorstellung der zahlreichen Handelspräparate von Wala, Weleda, Helixor und Abnova zur Karzinomtherapie verzichtet, denn dies würde einen eigenen Artikel erfordern. Unsere moderne Zeit, in der der Mensch nahezu jeden Kontakt zur Natur verloren hat und sich tagtäglich im Namen des Fortschritts mit chemisch-physikalischen Noxen vergiftet, ist zur Sternstunde der Mistel geworden und dies verdanken wir vor allem den anthroposophisch ausgerichteten Firmen. Das Karzinomgeschehen ist menschengemacht, es ist die Folge einer degenerierten und von der Natur entfremdeten Kultur. Ein weiteres Merkmal ist die gleichzeitig stattfindende Entmystifizierung unserer Welt. Die einstige Mysterienpflanze der Wintersonnenwende verwandelt sich zum goldbesprühten Kitschobjekt über der Tür, an der Weihnachtsmänner aus Plastik nach Konsumopfern Ausschau halten. Was letztendlich fehlt ist die Liebe zur Natur, die uns ernährt und deren Kind wir sind. Paracelsus nannte es das Licht, Hildegard Viriditas. Dies erinnert sehr an den germanischen Mythos vom Tod des schönen Baldur durch seinen blinden Bruder, nachdem dieser von Loki angestiftet wurde, einen Pfeil aus Mistelholz auf Baldur zu schießen - Loki, ein Synonym für die spirituelle Blindheit unserer Zeit. Doch irgendwann wird Baldur wiedergeboren und mit ihm eine neue Epoche, in der hoffentlich auch die Naturheilkunde mehr im Bewusstsein der Allgemeinheit sein wird. Dies wird das Zeitalter der Salutogenese sein. |
Literaturempfehlungen
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| Bedanken möchte ich mich bei Roland Andre, Inhaber der Lindenapotheke in Pfaffenhofen, der mir bei der Erstellung des Artikels eine große Hilfe war. |
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