Mit Beiträgen von Max Amann, Thomas Hofmeier, Conwitha Lapke, Alexander Lauterwasser, Stefan von Löwensprung, Margret Madejsky, Claudia Müller-Ebeling, Nana Nauwald, Marko Pogacnik, Christian Rätsch, Olaf Rippe und Fred Weidmann Die Konferenz "Alchimie des Bewusstseins" sollte eine Begegnung von Philosophie und Heilkunst werden und, den Göttern sei Dank, so ist dann auch gekommen. Ein Teilnehmer schrieb uns anschließend: "In einem intensiven Reigen anspruchsvoller Vorträge verabreichten hochkarätige Referenten einem diesem Niveau gewachsenen Auditorium ein derart hochprozentiges, allen heutigen wissenschaftlichen Erfordernissen stets genügendes Pharmakon aus Schamanismus, Magie, Pflanzenwissen, Alchimie, Spagyrik und Kunst, dass sich das Fazit ziehen lässt: hier wurde von der Alchimie des Bewusstseins nicht bloß geredet, hier wurde sie kurzerhand gemacht!" (Chris Überla).

Eröffnungsrede von Olaf Rippe

Olaf Rippe, Heilpraktiker und Mitbegründer von Natura Naturans, eröffnete die Konferenz mit einem Beitrag über die Smaragdtafel des Hermes Trismegistos als Schlüssel zur alchimistischen Weltsicht. Bewusstsein lässt sich auf sieben Ebenen verstehen - von bewusst- los und unbewusst über die Stufen des Selbstbewusst- seins und des Bewusstseins vom Selbst hin zu einem erweiterten Bewusstsein bis an dessen Grenzen, was einem den Weg zum bewussten Sein zeigt. Die hermetischen Gesetze, die unser Sein bestimmen sind die Geistigkeit, die Entsprechung, die Schwin- gung, die Polarität, der Rhythmus, Ursache und Wir- kung und die Geschlechtlichkeit von allem.

Alexander Lauterwasser

Geist, Schwingung und Schöpfungsprozesse als Reso- nanzphänomene thematisierte im Anschluss der Philo- soph Alexander Lauterwasser. Die Zuhörer folgten ge- bannt dem Tanz der Götter - würde Shiva-Nataraj aus dem Rhythmus kommen, würde im gleichen Augenblick der Kosmos in sich zusammenfallen. Nach Alexander Lauterwasser ist der goldene Schnitt das schöpferische Naturgesetz, das letztendlich allen Formbildungspro- zessen innewohnt. Phänomene wie Homöopathie oder die Formähnlichkeit von Natursubstanzen offenbaren so ihr wunderbares Geheimnis - eine Zuhörerin meinte: "Ein Vortrag, der mir vor Begeisterung eine Gänsehaut verursacht hat" - es könnte sein, dass wir demnächst noch mehr von Herrn Lauterwasser bei Natura Naturans hören werden - Sonderseminare sind jedenfalls angedacht.

Stefan von Löwensprung

Der Lebensweg des Menschen und sein Bezug zu kosmi- schen Phänomenen war das Thema des anthroposophi- schen Arztes Stefan von Löwensprung. Als spirituelles Wesen durchlebt der Mensch in seinem biografischen Werden eine Art rhythmischen Tanz, der den sieben kosmischen Kräften der fünf Wandelplaneten sowie Sonne und Mond entspricht. Den Planetenprinzipien entsprechend entwickelt der Mensch in Sieben-Jahres- rhythmen seine Bewusstseinsstufen, hin zum höheren Selbst, um kreativ am Schöpfungsreigen teilzunehmen.

Fred Weidmann

Die Kunst als Protokoll zum Begreifen kreativer Gestal- tungsprozesse aus dem schöpferischen Chaos erläu- terte der Künstler und Kommunikationsforscher Fred Weidmann, dessen Bilder während der Konferenz ausgestellt wurden. Was wäre der Mensch ohne die Kunst - der Künstler wagt den Blick hinter das Verbor- gene - er stellt in Frage und er wagt zu denken! Auf originelle Weise tat dies auch Fred Weidmann und das Publikum folgte ihm begeistert in das hermetische Reich des Denkens.

Christian Rätsch

Zum Abschluss des ersten Tages entführte der Ethnolo- ge und Experte für Entheogene, Christian Rätsch, die Hörer auf eine visionäre Unterweltsfahrt, als Einwei- hung zum höheren Bewusstsein. Er erläuterte den Parsifalmythos, nahm Bezug zu Wagner und zu den Bühnenweihfestspielen in Bayreuth und zeigte Para- llelen zu den Mysterien der Antike, bei denen der Adept das Geheimnis des Seins im eigenen Bewusstsein erfuhr. Schließlich wurde es Zeit, dem Lauf der Sonne in die Unterwelt zu folgen und der erste Tag fand mit großem Beifall sein Ende. Der zweite Tag Am zweiten Tag befasst sich der Beitrag
von Olaf Rippe mit der Krankheitslehre nach Paracel- sus. Demnach gibt es fünf Ursachen, die 5 Entien, für jede Erkrankung, die jeweils eine spezifische Behand- lung erfordern. Dem Einfluss der Gestirne sollte man mit Lebenselixieren begegnen, der Auswirkung von Vergiftungen durch die Kardinalmethoden der Ent- giftung und Stoffwechseltherapie, der Konstitution durch eine astrologisch und alchimistisch orientierte Therapie, dem Einfluss von Selbst- und Fremdverzau- berung durch psychologische Methoden, Seelenbalsa- me und durch magische Amulette. Bei der letzten Ursache, bei der Gott selber die Ursache ist, wird der Heiler zum Seelsorger.

Max Amann

Max Amann, Heilpraktiker und ebenfalls Mitbegründer von Natura Naturans, erklärte im Anschluss die Vor- stellungen zur Dreigliederung von Körper, Geist und Seele, die in der Alchimie mit den Prinzipien Sal, Sulfur und Merkur gleichgesetzt werden. Wichtig war auch sein Hinweis auf die alchimistische Bedeutung der Werke von Strindberg (Inferno und Silva silvarum) und die Barockmusik, z.B. von Monteverdi oder Bach.

Thomas Hofmeier

Auch Thomas Hofmeier referierte über alchimistische Bilderwelten in Bezug auf Transformationsprozesse. Da die Heimat der Alchimie das alte Ägypten war, ist es naheliegend, dass er als Ägyptologe den Osirismythos alchimistisch interpretierte. Faszinierend waren auch seine Ausführungen zu alchimistischen Werken wie das "Rosarium Philosophorum". Die Details sind jedoch für ungeübte Augen oft sehr krytptisch und erst eine pro- fessionelle Interpretationshilfe wie die von Thomas Hofmeier, eröffnet dem Betrachter die ganze schöp- ferische Vielfalt und die Bedeutungsebenen des großen Werks.

Conwitha Lapke

Hinweise für die tägliche Praxis erfuhren die Hörer schließlich von der Chemikerin Conwitha Lapke. Sie zeigte die Bedeutung von rhythmischen Organfunktio- nen, aber auch von kosmischen Rhythmen. Rhythmus trägt Leben, so Rudolf Steiner. Frau Lapke formulierte es ähnlich, wenn sie vom Rhythmus als Ursache der Lebenskraft sprach. Krankheit ist demnach nichts anderes als ein Herausfallen aus den natürlichen Rhythmen. Aufgabe des Therapeuten ist die Wieder- herstellung des Gleichgewichts, zum Beispiel mit spagirischen Mitteln, vor allem mit Metallen.

Nana Nauwald

Nach einer kulinarischen Pause tanze die Künstlerin und Expertin für Trancetechniken Nana Nauwald mit ihren Worten derwischgleich über die Bühne. Auch sie hatte einige Bilder ausgestellt. Ihre Wortbilder, auf humorvolle Weise vorgetragen, dürften im Bewusstsein der Hörer sicher zu unvergesslichen alchimistischen Transformationen geführt haben. Am folgenden Sonn- tag konnte man sich bei ihrem Sonderseminar auf dem Amperhof auch noch an rituellen Trance-Übungen be- teiligen und die schamanische Wandlung am eigenen Leibe erfahren.

Marko Pogacnik

Im Kontrast dazu erklärte der bekannte Künstler und Geomant Marko Pogacnik auf seine unvergleichlich stille Weise, die tief aus dem Herzen kommt, das Ge- heimnis von Orten der Heilung. Analog zum Menschen kennt auch Mutter Erde energetische Zentren, die man als Chakren und Elementarebenen bezeichnen kann. Naturwesen bilden die Bewusstseinssphäre des Erdor-
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ganismus. Auf diese Sphäre wirkt der Mensch tagtäglich ein, oftmals störend, wenn aber das Be- wusstsein erwacht ist, auch auf harmonische Weise. Naturverehrung ist untrennbar mit Heilkunst verbun- den. Die Liebe als Brücke zwischen Kosmos und Natur konnte man dann am nächsten Tag beim Sondersemi- nar an den heiligen Quellen und an der uralten Tassilo- linde in Wessobrunn auf eindrucksvolle Weise erfahren.

Claudia Müller-Ebeling

Stirb und Werde als das Geheimnis aller Transformati- onsprozesse war das gemeinsame Thema der weiteren Beiträge. Mit dem Sterben als Wandlungsprozess befasste sich die Ethnologin und Kunsthistorikerin Claudia Müller- Ebeling. Auch wenn es des Menschen Los ist, wird der Tod doch in keiner Weise von den unterschiedlichen Völkern immer auf dieselbe Weise verstanden. Im Kulturvergleich zeigte die Referentin deutlich, wie unterschiedlich ein Tanz mit dem Tod sein kann. Zusammen mit Christian Rätsch gestaltete sie am nächsten Tag dann noch ein Sonderseminar über "Rituale des Heilens". Wieder einmal zeigten sie sich als Experten für scha- manischen Kulturen und als wichtige Botschafter fast vergessener Kulturen.

Margret Madejsky

Margret Madejsky, Heilpraktikerin und Mitbegründerin von Natura Naturans, erklärte zum Abschluss der Kon- ferenz die Heilkräfte traditionell verwendeter Fried- hofspflanzen. Ob Eibe, Wacholder, Zypresse, Vergiss- meinnicht oder Buchsbaum - sämtliche typischen Grabpflanzen bergen lebensverlängernde Heilkräfte in sich und nicht wenige kann man auch als Seelenbalsam zum Trost für die Hinterbliebenen verwenden. Auch das Brauchtum, Kränze, Totengaben und so mancher Opferbrauch wie zu Allerseelen, wurden von ihr ausführlich besprochen. Und wenn man dann doch seine Ruhe vor den Toten haben will, dann empfiehlt sie ein eisernes Gitter um das Grab, denn Eisen wirkt schließlich auf alle Geister und damit auch auf Wiedergänger bannend.

Danksagung

Unser besonderer Dank gilt den aufmerksamen und be- geisterten Teilnehmern, die uns die Motivation für wei- tere Veranstaltungen dieser Art geben. Wir danken Herrn Kaiser von der Firma Aurora-Pharma für die freundliche Unterstützung sowie DVD-Wissen und seinen Mitarbeitern für die Aufnahmen. Dies ist auch die Gelegenheit unseren Helfern von Herzen zu danken. Wie Olaf Rippe zu Beginn der Konferenz meinte: "In alter Zeit galt der hermetische Satz: Du musst alles selber tun - heute gilt aber die Wahrheit: Du kannst alles nur gemeinsam tun!" - In diesem Sinne danken wir (in alphabetischer Folge) Christine Baumann, Donata von Ingelheim, Gisela und Helmut Kinzelmann, Melanie Meyer, Alice Rudert, Anna-Lena Sage, Michael Schmid, Gaby Schötz, Susanne & Thomas Schury, Gudrun Sohn, Astrid Süßmuth und natürlich allen Referenten.
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Alchimie des Bewusstseins

Gesundheit, Krankheit und Heilung als Transformationsprozess - Konferenz am 4./5.11.2011
Die geistigen, philosophischen Grundlagen für die Transformation von Krankheit in Gesundheit, auch Heilung genannt, sind uns aus uralter Zeit überliefert. Wir kennen sie als Trinitätsvorstellung (Körper - Seele - Geist), als Elementenlehre (Erde, Wasser, Luft und Feuer) oder als das Wirken der sieben kosmischen Grundkräfte (Mond - Merkur - Venus - Sonne - Mars - Jupiter - Saturn). Eine Heilung nach diesen Vorstellungen ist ein Erkenntnisweg, der zu einem vertieften Verständnis über die eigene Person, über "das höhere Selbst“ und über die Gesetze der Schöpfung führt. Auf dieser Weltsicht baut auch die Alchimie auf, deren Ursprung in den altägyptischen Mysterien liegt. Sie lehrt uns die Kunstgriffe, mit deren Hilfe man das Potenzial der Schöpfung erkennen und durch Transformationsprozesse zur Vollendung bringen kann. 12 Referenten verdeutlichten mit 13 Beiträgen die Wege der Verwandlung (= Heilung) vom Blei (= Krankheit) zum Gold (= Gesundheit).
NATURA NATURANS