Prof. Dr. phil Ralph Metzner

Der erste Tag befasste sich mit den Grundprinzipien geistigen Heilens. Als Ehrengast und Pionier der psychedelischen Forschung sprach Prof. Dr. phil. Ralph Metzner aus den USA über Alchimie und Divination, als innere Quelle von Weisheit und Einsicht. Er verglich die Grundprinzipien von Schamanismus, Alchimie und Yoga als Wege zur Transformation des Bewusstseins und als Möglichkeit, dem Unwissen zu entrinnen. Zusammen mit Christian Rätsch und Claudia Müller- Ebeling befasste er sich im Vertiefungsseminar im Anschluss an die Konferenz noch mit dem Wissen unserer Ahnen. Sein Buch "Brunnen der Erinnerung" ist hierzu eine besonders empfehlenswerte Lektüre.

Dr. rer. nat. Max Amann

Dr. rer. nat. Max Amann, Mitbegründer von Natura Naturans, erklärte danach die Drei Prinzipien Sal, Sul- fur und Merkur, als Grundlage für das Verständnis von Körper, Seele und Geist. Er zeigte Bilder über die Vor- stellung des Menschen als Energiekörper und gab im Anschluss an den Vortrag praktische Tipps zur Geist- heilung.

Dr. med. Reinhard Probst

Dr. med. Reinhard Probst sprach danach über die Kraft der inneren Bilder und die Visualisierung als Weg zur inneren Befreiung von krankmachenden Bewusstseins- mustern. In seiner Münchener Praxis, in der er neben Naturheilkunde auch Methoden der Psychotherapie an- wendet, geht er mit seinen Patienten in geistige Berei- che traumatischen Erlebens, bei der symbolhaft eine energetische Skulptur erschaffen wird, die dann zum Abschluss der Therapie transformiert und aufgelöst wird.

Dr. phil. Christian Rätsch

Im Anschluss entführte der bekannte Buchautor und Experte für Entheogene, Dr. phil. Christian Rätsch, die Hörer in den Tempel des Asklepios. In antiker Zeit galten Traumoffenbarungen des Heilgottes und Rituale ihm zu Ehren als Weg zur Heilung. Vermutlich bekam der Heilsuchende einen Trank zur Trauminduktion, evtl. aus Schlafmohn, der heiligen Pflanze der Göttin Demeter. Botschaften, die auf diese Weise empfangen wurden, galten als Schlüssel zum Heilprozess. Ein faszinierender Vortrag - gebannt lauschten die Hörer und fast schien es, als ob die alte Zeit lebendig geworden wäre.

Marlies Bader

Der Tag endete mit einem Beitrag von Marlies Bader über Heilrituale zur spirituellen Lebensbegleitung. Besonders wichtig ist dabei der Kontakt zu den Ahnen. Sie gab Beispiele aus ihrer Ritualarbeit, bei der durch eine besondere Art der Familienaufstellung traumatische Erfahrungen transformiert wurden. Wichtig ist dabei der Umgang mit Räucherwerk - hier ist Marlies Bader eine wirkliche Expertin und zum Thema hat sie auch einige Bücher veröffentlicht.

Nana Nauwald

Den zweiten Tag, an dem es vor allem um die Heilung des Geistes ging, eröffnete Nana Nauwald, Künstlerin und Expertin für Trancetechniken. "Zauberwort und Zauberklang" lautete ihr Vortrag über das Wissen der Schamanen und über die Heilwirkung von Wort, Klang und innerer Absicht. Mit ihrem Worttanz, der auch den letzten Morgenmuffel wachrüttelte, konnte sie die Hörer dann auch wirklich verzaubern. Ihr Vertiefungsseminar am Sonntag zeigte schließlich ihren ganzen Erfahrungsschatz, den sie auf ihren vielen Reisen in die geistige Welt gesammelt hatte und mit Trommelwirbel und in Ritualen nahm sie die Teilnehmer mit auf den "Flug der Wildgans".

Olaf Rippe

Leider konnte der Kabbalist Alfred Stohl seinen Vortrag nicht halten, so dass Olaf Rippe das Thema ausführte. Mit seiner okkulten und geomantischen Architektur, die bis heute ein wirkliches Mysterium darstellt, sollte der Narrenturm dem Wohl des Geisteskranken dienen. Doch dies ist nur eine Seite, denn der Erbauer Kaiser Joseph II., der sich sehr oft im Narrenturm aufhielt, betrieb dort wahrscheinlich okkulte Studien, in einem Oktogon im Dachstuhl. Was eigentlich ein Allheilmittel gegen Wahnsinn sein sollte, war wohl vielmehr eine Apparatur zur alchemistischen Transformation des Bewusstseins des Kaisers und die Lunatici, die Mondsüchtigen, dienten als Werkzeug und Resonanzkörper.

Margret Madejsky

Margret Madejsky, Mitbegründerin von Natura Naturans, Heilpraktikerin und Expertin in Sachen Frauenheilkunde, stellte danach die Geisteskrankhei- ten bei Paracelsus vor. Sie zeigte Zusammenhänge mit heutigen Vorstellungen auf und welche traditionellen Heilmittel bei Besessenheit, Melancholie, Verhexung oder Wahnsinn helfen können, wie die magischen sechs Kräuter (Johanniskraut, Beifuß, Raute, Schöllkraut, Immergrün und Teufelsabbiss), Teufelsdreck, rote Koralle oder die Engelwurz. Ihr Vortrag war besonders praktisch ausgerichtet und so sind die Zuhörer nunmehr sicher auch den kleinen magischen Angriffen des Alltags bestens gewachsen.

Wilfried Pfeffer

Nach der Mittagspause führte Wilfried Pfeffer, Leiter des buddhistischen Zentrums in Freiburg, die Hörer in das Weltbild der tibetischen Medizin und die Tradition des Medizinbuddhas ein. Das uralte Wissen vom Dach der Welt hat sich praktisch über Jahrtausende unge- brochen erhalten können. Verblüffend sind dabei die Parallelen zur abendländischen Medizin, z. B. die Elementenlehre und Vorstellung von der Dreigliedrig- keit des Seins. Die praktische Ausübung der Heilkunde soll jedoch nicht nur körperliche Gebrechen lindern und heilen, sondern die drei Wurzeln des Leids selbst transformieren: Hass, Gier und Verblendung. Im März 2014 ist zu diesem Thema ein Seminar von Wilfried Pfeffer und Olaf Rippe geplant.
Getreu dem Motto des Paracelsus veranstaltete die Arbeitsgemeinschaft für Traditionelle Abendländische Medizin, Natura Naturans, in München eine Konferenz über das Geistige in der Heilkunst. "Spiritualität ist die geistige Erfassung und Durchdringung der (göttlichen) Natur, keine Religion, bzw. kein monotheistisches Glaubenssystem. Spiritualität ist ein persönliches geistiges Erleben von Heiligkeit und Transzendenz (...), eine mystische Verschmelzung mit visionären Wesen und Welten; ein Ganzheitserlebnis mit erfüllenden Gefühlen in Zuständen erweiterter Wahrnehmung. Spiritualität ist eine Lebensform, in der man sich selbst als notwendigen Teil des Ganzen erkennt" (Christian Rätsch).
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Spiritualität ist vor allem auch die Fähigkeit, das Geistige im Menschen mit dem Geistigen im Kosmos und in allen Naturerscheinungen in Beziehung zu bringen. In alter Zeit war dies die Grundlage der Heilkunde. Mit der kulturellen Abwendung vom Meta- physischen und Privatisierung des Sakralen wurde der Medizin jedoch diese wesentliche Grundlage genommen. Hierdurch kam es zu spektakulären technischen, aber auch see- lenlosen Errungenschaften in der Heilkunst. Die Zeit ist reif für eine geistige Erneue- rung, bei der Philosophie, Spiritualität und Heilkunde erneut eine Einheit bilden. Welt- weit kann man inzwischen die hierfür notwendigen Bewusstseinsprozesse beobachten. Als Therapeuten und (Geistes-)Wissenschaftler zeigten die Referenten mit ihren Vor- trägen die Vieldimensionalität und potentiellen Möglichkeiten dieser Entwicklung auf.

Kurt Lussi

Danach wagte Kurt Lussi, Buchautor und Museums- kurator in Luzern, einen Kulturvergleich zum "Bösen Blick". Eindrucksvoll waren seine Ausführungen und Bilder zu den Methoden der Heiler in Schwarzafrika, wo jede Art von Unglück und Krankheit mit Zauberei in Verbindung gebracht wird. Er zeigte auch Möglichkei- ten, wie man sich mit Amuletten von angezaubertem Unheil befreien kann. Dies vertiefte er dann noch mit einem Seminar im Anschluss an die Konferenz.

Dr. phil. Claudia Müller-Ebeling

Darauf aufbauend zeigte Dr. phil. Claudia Müller-Ebe- ling, Kunsthistorikern und Expertin sowie Buchautorin zum Thema Schamanismus, welche magischen Heilme- thoden von Schamanen benutzt werden und welchen Nutzen diese für uns haben können. Sie referierte auch über Methoden, in diese Geistwelt zu gelangen und wie mit Hilfe schamanischer Methoden eine Heilung vollzogen werden kann. Auch sie widmete sich, zusammen mit Christian Rätsch und Ralph Metzner, im Anschluss an die Konferenz noch ausführlich dem Wissen unserer Ahnen über Heilpflanzen.

Olaf Rippe

Abschließend erklärte Olaf Rippe, Heilpraktiker, Buch- autor zu Paracelsus und Mitbegründer von Natura Naturans, wie sehr Naturverehrung und Heilkunst miteinander verbunden sind. Er stellte das Weltbild des Paracelsus vor, das auf vier Säulen aufbaut - der Philosophie, das ist die Liebe zur Schöpfung und das Wissen über die Schöpfungsgesetzmäßigkeiten, der Astrologie, das ist die Kenntnis über das Wirken un- sichtbarer Mächte in der stofflichen Welt, der Alchimie, das ist die Kunst der Transformation und die Tugend, worunter er die tätige Nächstenliebe verstand. Außerdem beschrieb Paracelsus sieben Wege zum Wis- sen, um sich dem Phänomen Krankheit auf spirituelle Weise zu nähern und um die richtigen Heilmittel zu erkennen: Gute Lehrer, Erfahrung, Heilmittelerkennt- nis durch Signaturen, die er in drei Bereiche aufteilte, Magie und Offenbarungen, die er als besonders wert- voll erachtete - hier führte er Hildegard von Bingen als Beispiel auf.

Ein gemeinsames Ritual

beendete schließlich die Konferenz. Es waren bewe- gende Tage und an dieser Stelle möchten wir allen Hel- fern danken, die bei der Durchführung mitgeholfen ha- ben und natürlich den Teilnehmern, dass sie ihre Zeit mit uns geteilt haben.
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Spiritualität und Heilkunst

Geistiges Heilen, Heilung des Geistes - Konferenz am 16./17.11.2012 in München
NATURA NATURANS