Die sieben Planetenmetalle und das Antimon – von Olaf Rippe

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Die sieben Planetenmetalle und das Antimon – von Olaf Rippe

Von |2018-11-06T18:36:23+00:006. November. 2018|Kategorien: Fachartikel, Metalle, Paracelsusmedizin|Schlüsselworte: , , , , , , , , , , |

Titelbild – Cuprit – rotes Kupferoxid

„Es ist also so, dass der Mensch zu allen Metallen (…) seine Beziehung hat. Die Kenntnis dieser
Beziehungen ist die Grundlage für eine wirkliche, echte, wahre Therapie.“ Rudolf Steiner

In der hermetischen Tradition werden die Metalle den Planetenkräften zugeordnet. Paracelsus schrieb hierzu: „Also haben die alten Philosophen die sieben Metalle mit den sieben Planeten verglichen (…) und das haben sie der Magie nach recht getroffen, deshalb wird es noch auf diesen  Tag so gehalten.“ Dieses Prinzip der Analogieketten wendet man ebenso auf Organe und Organprozesse an, so dass man in der gemeinsamen Zuordnung den Schlüssel zur passenden Arznei bei entsprechenden Erkrankungen findet.

Die kosmische Natur der Metalle

Besonders bemerkenswert ist in dieser Hinsicht die Darstellung aus dem Werk des Malachias Geiger: „Microcosmus hypochondriacus sive de melancolia hypochondriaca“, von 1651 (Siehe Abbildung). Dort finden wir die übliche Analogiekette der Planeten zu den Organen, jedoch auch eine weitere von Engelwesen zu den Metallen – die jeweiligen Zuordnungen liegen sich gegenüber (siehe Tabelle).
Man mag sich fragen, warum eigentlich in der gesamten hermetisch alchemistischen Literatur die kosmische Leiter immer auf dieselbe Weise dargestellt wird – beginnend mit Mond, gefolgt von Merkur, Venus, Sonne, Mars, Jupiter und schließlich Saturn. Letzterer bildet als „Hüter der Schwelle“ die Brücke zur Fixsternwelt der Sternzeichen und damit zur göttlichen Sphäre der Unendlichkeit.
Diese Folge bezeichnet man als „chaldäische Reihe“, die sich aus der durchschnittlichen Geschwindigkeit der „Sieben“ Planeten beim Durchlauf durch den Tierkreis ergibt, wenn man das Ganze von der Erde aus betrachtet. Dies steht in keinem Widerspruch zum Heliozentrischen Weltbild, sondern bezeichnet vielmehr eine anthropozentrische Sichtweise der Welt, mit dem Menschen als Mittelpunkt, da wir nun einmal den Kosmos von unserem Raumschiff Erde aus betrachten.
Die Zuordnung zu den Engelkräften macht deutlich, woher eigentlich die Heilkraft der Metalle kommt. Sie sind ihrem wahren Wesen nach kosmischen Ursprungs, gasförmig, ätherisch engelhaft, rein geistig, aus der göttlichen Sphäre über verschiedene Stufen inkarniert, ganz wie der Mensch auch.
Als Heilmittel kann ein Metall jedoch nur wirken, wenn es etwas von seiner kosmischen, geistartigen Kraft zurück erhält – dies wird nur durch die Kunstgriffe der Alchemie möglich, wie der Metalldestillation oder auch der Potenzierung im Sinne der Homöopathie. Allein schon das Schmelzen und Lösen der Metalle, z.B. von Gold in Königswasser oder die Herstellung kolloidaler Metalle, schafft die Voraussetzungen für Heilmittel, die der kosmischen Natur der Metalle entsprechen.

Malachias Geiger: „Microcosmus hypochondriacus sive de melancolia hypochondriaca“, von 1651

Kosmische Entsprechungen der Metalle
Kosmische Kraft – Organ – Engelwesen – Metall

  • Saturn (Saturnus) – Milz (Splen) – Oriphiel – Blei (Plumbum) Pb
  • Jupiter – Leber – (Hepar) – Zachariel – Zinn (Stannum) Sn
  • Mars – Galle (Fel) – Samuel – Eisen (Ferrum) Fe
  • Sonne (Sol) – Herz (Cor) – Michael – Gold (Aurum) Au
  • Venus – Niere (Renes) – Anael – Kupfer (Cuprum) Cu
  • Merkur (Mercurius) – Lunge (Pulmo) – Raphael – Quecksilber (Argentum vivum) Hg
  • Mond (Luna) – Gehirn (Cerebrum) – Gabriel – Silber (Argentum) Ag

 

Die Heilkraft der „Sieben“ Planetenmetalle

Die Gemeinsamkeiten von Planet – Organ – Metall ergeben sich durch die kreisförmige Betrachtung der einzelnen Schalen. Dabei haben die Planetenideen auch eine Beziehung untereinander und werden häufig paarweise betrachtet. Mögliche Kombination wären Saturn – Mond / Jupiter – Merkur / Mars – Venus und Sonne oder aber auch Jupiter – Saturn / Mars – Venus / Mond – Sonne und Merkur. Diese Paarbildungen sind für eine astrologisch orientierte Therapie bedeutend und zeigen mögliche Kombinationen an.
Das jeweilige Metall kann man als Kardinalmittel für Leiden des zugeordneten Organsystems verstehen. Man sollte sich jedoch nicht von dem Gedanken leiten lassen, dass die Metalle nur für spezifische Leiden der Organe zuständig wären. Vielmehr umfasst nach den Vorstellungen der hermetischen Medizin ein Planetenprinzip auch organübergreifende Funktionen, man könnte es am besten als Funktionskreise bezeichnen, die sich gleichermaßen auf Körper, Seele und Geist beziehen.

Jupiter-Zinn: Wenn man also vom Jupiterorgan Leber spricht, dann meint man damit nicht nur spezifische Leberfunktionen, sondern das Prinzip der Entgiftung, die strukturbildenden Gewebefunktionen und das Thema Plastizität (spez. Bindegewebe), Ausdauer und Dynamik (Muskulatur und Bewegungsapparat, speziell die Gelenke). Die Ausprägung des Jupiters entscheidet auch über Engstirnigkeit oder Weitsicht, hat also im weitesten Sinne mit unserem Weltbild zu tun.
Als Heilmittel kann das Zinn eine günstige Regulation der Leberfunktionen bewirken, aber auch Offenheit, Toleranz, Weitblick und joviale Charakteranlagen günstig beeinflussen. Auch hat sich Zinn in der Therapie von Depressionen mit Leberbeteiligung sehr bewährt. Wesentlich dabei ist die gemeinsame Verordnung von Metall und Pflanzen, die dem gleichen oder einem verwandten Prinzip unterstehen, da auf diese Weise die Metallidee spezifisch gelenkt wird. Im Falle einer Leberdepression wären Jupiterhafte Pflanzen wie Artischocke, Odermennig, Gelber Enzian, Schöllkraut oder Berberitze ideale Begleitmittel von Zinn, wobei die zwei letzten als Galletreibende Pflanzen auch dem Mars unterstellt sind, allgemein wirken ebenfalls sonnhafte Pflanzen günstig auf die Leber, z.B. Johanniskraut oder Ringelblume.
Jupiter mildert alles Ungestüm, hat Paracelsus einmal angemerkt. In der Astrologie bezeichnet man ihn als „großes Glück“ und entsprechend wohltuend sind die Wirkungen, der ihm zugeordneten Heilmittel.

Saturn-Blei: Wenn es um Stoffwechselfaktoren geht, ist auch Saturn von Bedeutung. Nicht nur in der Mythologie, sondern auch in der Therapie ist er der Gegenspieler des Jupiters. Gemeinsam ist ihnen der starke Bezug zum Physischen. Ergänzend zum Jupiter, sind dem Saturn alles Feste im Körper unterstellt, also Knochen, Haare, Zähne, Nägel, aber auch die abbauenden Todesprozesse der Milz.
Saturn wirkt also den aufbauenden Kräften des Jupiters entgegen. Bei bestimmten Blutkrankheiten wie der Leukämie, merkt man dies ganz deutlich. Außerdem unterstehen dem Saturn alle Prozesse von langer Dauer, also die Reifung, aber auch das Alter und damit alle lterungsprozesse. Insofern sollte man an Saturn in der Behandlung von Altersleiden denken und dabei eine Kombination mit Jupiter immer erwägen. Beispiele wären eine Behandlung der Arteriosklerose in Verbindung mit Bluthochdruck mit Gefäß‐ und Lebermitteln; als Firmenpräparate kämen Metaginkgo und Metaheptachol N von Meta Fackler in Betracht.
Sehr saturnal ist auch das Antimon, dessen Heilwirkung auf den Stoffwechsel weiter unten noch beschrieben wird.

Mars-Eisen: Betont auf der Seelischen Ebene wirken die Heilmittel, die man Mars und Venus unterstellt, also Eisen und Kupfer. Auch hier umfasst das ganze Spektrum natürlich auch das Physische und Geistige, jedoch kann man schon sagen, dass Störungen des Planetenprinzips sich besonders deutlich als seelische Verstimmungen zeigen und mit Verkrampfungen, emotionaler Instabilität, Ängstlichkeit, sozialen Problemen usw. einhergehen.
An das Eisenmetall Mars denken wir in erster Linie bei Themen wie Abwehr, Infektionen, Entzündungen und Schmerz, z.B. als Schüsslersalz Ferrum phosphoricum. In der Tat sollte Eisen in abwehrsteigernden Rezepten nicht fehlen. Ein bewährtes Mittel ist hier z.B. Meteoreisen von Wala, das einem hilft, besonders belastende Lebensphasen besser zu überstehen. Es wirkt gleichsam wie eine Ritterrüstung durch die das Negative nicht hindurchdringen kann und mit einem magischen Schwert lassen sich Feinde besser besiegen.
Die besondere vitalisierende Eigenschaft des Eisens ist auch der Grund, warum von allen Metallen, nur das Eisen in wägbaren Mengen im Körper zu finden ist. Ohne Eisen wäre die Welt farblos, blutleer und ohne Lebenskraft. Im Umkehrschluss kann man sagen, dass Eisen die Lebenskraft, die Initiative, die Willenskraft und das Durchsetzungsvermögen stärkt – mit anderen Worten: Eisen entängstigt! Eisen bezeichnet man daher als „Inkarnationsmetall“, weil es einen befähigt, auf diesem oft so widrigen Planeten überhaupt zu überleben.

Venus-Kupfer: Das Venusmetall Kupfer nennt man auch „Krampfmetall“. Seine Wirkung ist entspannend und harmonisierend, ganz wie man es sich von der lieblichen Venus erwartet. Wenn der Druck im Kessel zu groß ist, dann sollte man an Kupfer denken. Es ist ein ideales Schmerzmittel, z.B. bei Migräne, Menstruationskrämpfen oder Magen‐Darmkrämpfen.
Der Bezug zu den Nieren ist geradezu sprichwörtlich – wenn einem etwas an die Nieren geht, ist Kupfer das richtige Mittel. Zur Verarbeitung seelischer Traumen ergänzt man das Kupfer dann mit „Emotionsmitteln“ wie Ignatia, Nux vomica, Gelsemium, Belladonna oder Piper  methysticum und natürlich mit Nierenmitteln wie Goldrute oder Birke; ein entsprechendes Mittel wäre das Solunat Nr. 16 (ehemals Renalin).

Merkur-Quecksilber: Mythologisch gibt es nicht nur zwischen Mars und Venus eine starke Beziehung, denn die Liebesgöttin ist bekanntlich besonders in den Götterboten Merkur/Hermes vernarrt. Mit Merkur verbunden sind der Stoffaustausch, die Atmung, die Kommunikation und alle Feed‐backmechanismen. Er ist der große Meister der Alchemie. Als einzige Gottheit kann er zwischen den Welten wandeln. Er ist listig und schlau, kennt die Musik wie kein anderer und er ist der Gott der Heilkunst, beherrscht also die Arzneiherstellung genauso wie die Verwandlung der Krankheiten in Gesundheit.
Wenn man die Anwendung von Quecksilber in der Homöopathie ansieht, so ist sie doch so ziemlich auf Entzündungen im HNO Bereich beschränkt. Doch sollte man an Mercurius auch denken, wenn es um die Dysbiose im Darm geht, bei Krankheiten des Immunsystems, Allergien und Autoimmunleiden, bei bestimmten Nervenleiden, besonders solche mit Koordinationsstörungen und bei Störungen auf der Ebene der Kommunikation, z.B. bei Sprachstörungen – hier hat sich eine Kombination mit Eisen gut bewährt, z.B. mit Pyrit. Auch bei Hyperkinetik und Konzentrationsstörungen im Sinne von ADHS kann man an Mercurius denken, dann am besten zusammen mit Kupfer.

Mond-Silber: Auf der Seelisch‐Geistigen Ebene wirken nun vor allem Silber und Gold. Dem Mondmetall Silber wird traditionell das Gehirn zugeordnet – somit sollte man bei allen Störungen des Gehirns auch wirklich Silber verwenden – Indikationen wären Neurologische Leiden, Neurosen und sogar Psychosen, Status nach Schock, aber auch Schlafstörungen und Störungen aus dem Unbewussten wie Alpträume.
Ebenfalls lohnend ist die Anwendung bei psychosomatischen Leiden – dies erstreckt sich dann von nervösen Herzleiden bis hin zu nervösen Ekzemen oder Neurodermitis, wobei wir hier schon gelernt haben, dass eine Kombination mit Kupfer sinnvoll sein kann, wenn die Therapie entspannen soll oder mit Eisen, wenn es eher darum gehen soll, sich endlich auf die Hinterfüße zu stellen.
Auch bei fieberhaften Infekten, die das Bewusstsein umnebeln, ist Silber ein bemerkenswertes Mittel. Ein weiteres Einsatzgebiet sind Störungen der Fruchtbarkeit, da auch die Keimdrüsen dem Mond unterstellt sind.

Sonne-Gold: In den altägyptischen Mysterien kannte man als „magische“ Legierung das Elektrum, eine Kombination aus Silber und Gold. Es vereinigt die zwei Lichter, Tag und Nacht miteinander. In der Alchemie nennt man dies die chymische Hochzeit zwischen Mondkönigin und Sonnenkönig. Es liegt daher nahe, die zwei Metalle auch in der Therapie miteinander zu kombinieren, wobei sich besonders eine rhythmische Anwendung bewährt hat – Silber abends und Gold tagsüber.
Wärme und Licht sind mit der Sonne assoziiert. Entsprechend bewirkt Gold Lebenswärme und Bewusstheit und es ist das Kardinalmittel für das Sonnenorgan Herz, dem Sitz der Seele. Auch kann man mit Gold auf jede andere Planetenkraft günstig einwirken. Die Sonne ruht in der Mitte aller Planeten und gleichsam dient das Sonnenmetall Gold als Wundermittel zum Ausgleich aller (Planeten‐) Spannungen und Universalmittel bei allen Krankheiten.
Zur Therapie mit Metallen und Gold meinte Paracelsus: „Es gibt also sieben Planeten und auch sieben Metalle. Die Erfahrung lehrt uns, dass die sieben Metalle in uns die Kraft besitzen, gegen die sieben Planeten zu wirken. Welcher Planet daher den Körper angreift, dessen Quinta Essentia des Metalls (alchimistische Zubereitung) gebrauche gegen ihn. (…) Wir können auch verstehen, dass die Quinta Essentia Auri (Zubereitung aus Gold) wegen ihrer spezifischen Wirkung und wegen der Kraft, die sie dem Herzen verleiht, imstande ist, gegen alle Gestirne zu wirken.“

Bleiglanz – Saturnmetall

Verreibung von Zinnober, dem Metall des Merkurs

Das Lichtmetall Gold – ägyptische Gottheit ca. 200 v. Chr.

Beispiele für Metallpräparate

Mond-Silber (Argentum metallicum): Sedierend, schlaffördernd, regenerierend, anregend auf die Keimdrüsen, fieberregulierend, antiphlogistisch (kühlend). Wirkt auf das Unbewusste, bei psychosomatischen Leiden

  • „Solunat Nr. 4“ Tropfen (Soluna): Schlafstörungen; Störungen von Gedächtnis und Wahrnehmung.
  • „Ovaria comp.“ und „Testes comp.“ Globuli / Ampullen (Wala): Anregung der Keimdrüsentätigkeit.
  • “Argentum / Rohrzucker” Globuli / Ampullen (Wala): Schockfolgen.
  • „Metakaveron“ Tropf (meta Fackler): Unruhezustände

Merkur-Quecksilber (Mercurius vivus naturalis, Zinnober): Antipyretisch, diaphoretisch, resolvierend, antidyskratisch; wirkt auf Atmungsorgane und Habitus; bei Bewegungs‐ u. Kommunikationsstörungen

  • „Traumeel“ Tropfen, Tabletten, Ampullen, Salbe (Heel): Entzündungen von Haut und Schleimhaut.
  • „Apis / Belladonna cum Mercurio“ Globuli, Ampullen (Wala): Angina tons.
  • „Agropyron comp.“ Globuli, Ampullen (Wala): HNO Entzündungen
  • “Sinusitis-Hevert” Tabletten (Hevert): Sinusitis, Rhinitis

Venus-Kupfer (Cuprum metallicum): Entkrampfend, schmerzstillend, sedierend, vegetativ ausgleichend; zur Anregung der Nierenfunktion, bei venöser Stase. Wirkt auf seelische Prozesse. Traumatherapie. Wirkung auf endokrine Organe, besonders Schilddrüse

  • „Spascupreel“ Tabletten, Ampullen (Heel): Krampfschmerzen.
  • „Solunat Nr. 16“ Tropfen (Soluna): Nierenfunktion
  • „Thyreoida comp.“ Globuli, Ampullen (Wala): Funktionsstörungen der Schilddrüse.
  • “Chamomilla / Malachit comp.” Tropfen (Weleda): Ulcus und Entzündungen im Darmbereich

Sonne-Gold (Aurum metallicum): Bei Herz‐Kreislaufleiden und kompensatorischen Störungen wie Blutdruckerkrankungen; Anregung der Vitalfunktionen; antidepressiv; fördert Erkenntnisprozesse; bei Stress und Autoimmunleiden

  • „Phönix Aurum spag“ Tropfen (Phönix Laboratorium): Herzschwäche, Altersherz.
  • „Solunat Nr. 5“ Tropfen (Soluna): Funktionelle und seelische Herzstörungen
  • „Aurum / Apis regina comp.“ Globuli, Ampullen (Wala): Stressfolgen, agitierte Depression, Herzneurose.
  • „Crataegus comp.“ Tropfen (Weleda): Herzschwäche, Herzneurose, Blutdruckleiden
  • „Neurodoron“ Tabletten (Weleda): Stress, Burn‐out, Erschöpfung
  • „Myrrha comp.“ Dil. D20 (Weleda): Lebenskrisen

Mars – Eisen (Ferrum metallicum): Hämostyptikum; bei Verdauungsschwäche, Vitalitäts‐ und Aufbauschwäche; energetisiert und entängstigt; bei Immunstörungen u. Störungen der Willensbildung

  • „Meteoreisen“ Globuli, Ampullen (Wala):Virale Infekte, Rekonvaleszenz
  • „Phönix Ferrum spag“ Tropfen (Phönix Laboratorium): Hypotonie, Anämie, Apathie
  • „Skorodit Kreislauf“ Globuli, Ampullen (Wala): Hypotonie.
  • „Metavirulent“ Tropfen (meta Fackler): Fieberhafte Infekte

Jupiter-Zinn (Stannum metallicum): Regulation der Leberfunktionen, bei Plastizitätsstörungen und Deformationen im Gelenks‐ und Gewebebereich (z.B. Arthrose, Myom), stimmungsaufhellend; Störungen der Denkprozesse

  • „Metaheptachol N“ Tropfen und „Metahepat“ Ampullen (meta Fackler): Leberentgiftung, Stoffwechselstörungen.
  • „Metasymphylen“ Tropfen (meta Fackler): Verbessert den Gelenkstoffwechsel.
  • „Stannum comp.“ Trit. (Weleda): Rheuma, Gemütsprobleme mit Depression
  • „Disci comp. cum Stanno“ Globuli, Ampullen: Dysplastik der Wirbelsäule; Arthrose.

Saturn-Blei (Plumbum metallicum): Antisklerotisch, bei degenerativen Leiden und Alterserscheinungen, bei Störungen der Ossifikation; bei Entartungen des Blutbildes. Sucht und Demenz

  • „Metaginkgo“ Tropfen (meta Fackler): Sklerose.
  • „Scleron“ Tabletten (Weleda): Sklerose.
  • „Secale / Bleiglanz comp.“ Globuli, Ampullen (Wala): Verschluss der peripheren Gefäße; Hypertonie.
  • „Betula / Mandragora comp.“ Globuli, Ampullen (Wala): Arthrose, Muskel‐ und Gelenkrheuma

Antimon

Antimon – das Metall der Erde

Doch welches Metall ist nun eigentlich der Erde selbst zugeordnet? Das „achte“ Metall ist das ausgesprochen giftige Antimon (Sb). Es hat als Symboltier den Wolf, der einen Reichsapfel im Maul trägt (Kugel mit Kreuz obendrauf), der gleichzeitig die Erde verkörpert. Bemerkenswert ist in dieser Hinsicht die Korrelation zu Marien‐Darstellungen. Bekanntermaßen stellt man Maria gerne auf der Mondsichel dar und nicht selten hat sie dabei einen Reichsapfel in der Hand (siehe Bild). Maria gilt in Kreisen der Alchemisten als größte Meisterin der Kunst, als die „Jungfrau Alchimiae“ selbst.
Wenn man sich den Inkarnationsweg des Menschen so vorstellt, dass er von der Sphäre des Saturns kommend, sich als geistiges Wesen langsam auf seiner Reise durch die Planetensphären körperlich verdichtet, dann ist der Mond die letzte Stufe, bevor der Mensch auf der Erde erscheint – daher steht Maria als Große Mutter des Lebens auf der Mondsichel – dies erlaubt wiederum eine Assoziation mit der Muttergottheit Isis, die ihren Sohn/Gemahl/Geliebten Osiris, der durch dunkle Mächte zerstückelt wurde, wieder zu einer Einheit formt und heilt – das Ergebnis ihrer alchemistischen, ekstatischen Verschmelzung ist Horus, der Gott mit dem Falkenkopf. Die Assoziationen zur Trinität von Merkur (geflügelter Götterbote), Sulphur und Salz der Alchemie sind offensichtlich, schließlich stammt die Kunst „Alchimiae“ aus „Cham“, dem „Schwarzen“ Land am Nil.

Das ebenfalls schwarz‐glänzende Antimon lässt sich, auf Grund seiner Giftigkeit, ausschließlich alchimistisch verwandelt als Heilmittel anwenden. Es zeigt in seiner Wirkung die Qualitäten der drei untersonnigen Kräfte von Mond, Merkur und Venus. Es gilt als bestes Arzneimittel zur Behandlung chronischer Krankheiten des Stoffwechsels. Bei „Melancholie“ des Blutes, Dyskrasie und auch bei Schwermut, die man dem Saturn unterstellt, wirkt es in der richtigen Zubereitung belebend und verwandelt Schwere in Leichtigkeit. Paracelsus meinte an einer Stelle in seinen Schriften, es würde die düstere Kraft des Saturns in die liebliche Qualität der Venus wandeln und es würde wie kein anderes Heilmittel das Herz (= Seele) vor der Dunkelheit schützen.

Melancholia von Albrecht Dürer

Albrecht Dürer hat diesen Prozess meisterhaft in seinem Bild „Melancholia“ verewigt. Man sieht einen Engel – Lucifer/Mensch, der mit Hilfe der göttlichen Geometrie über sein Dasein in der Materie sinniert. Im Hintergrund sieht man das „magische“ Quadrat des Jupiters (4×4, mit verfälschten Zahlen, um die Entstehung des Bildes zu datieren, was aber hier unwichtig ist) – Jupiter ist der Gegenspieler des Saturns, nicht nur in der Mythologie, sondern auch in der Therapie. So setzt man das Jupitermetall Zinn (Stannum metallicum) als Heilmittel bei Melancholie ein (= Saturn), besonders wenn diese mit Leberbeteiligung einhergeht, was ja sehr oft der Fall ist. Doch was vielen vielleicht nicht so schnell auffällt, ist der Himmel mit dem Regenbogen im Hintergrund. Was man zunächst als Sonne mit Strahlen erkennt, ist in Wahrheit nichts anderes als eine Darstellung von Antimon, das mit seiner fragilen, nadeligen Struktur aus einem Mittelpunkt kommend, eine ähnliche Formgestalt aufweist wie die Strahlen auf dem Bild. Und Antimon ist das wahre Heilmittel bei der „Schwarzgalligkeit“ oder Melancholie.
Ein bewährtes Antimon‐Präparat in dieser Hinsicht ist das Solunat Nr. 18. Früher hieß es noch „Splenetik“ und aus dem Namen konnte man die Zuordnung zum Saturnorgan Milz ablesen. Zusammen mit Solunat Nr. 8, dem Mittel für die Leber (früher „Hepatik“), dient es zur Behandlung chronischer Stoffwechselprozesse, aber auch zur Begleitbehandlung melancholischer Gemütszustände, dann am besten in Kombination mit Gold in mittleren Potenzen.
Als weiteres Beispiel soll hier noch „Phönix Tartarus spag“ Tropfen von Phönix Laboratorium erwähnt werden – das Präparat basiert auf Weinstein und Antimon und dient vor allem zur Entschlackung und Entgiftung bei chronischen Stoffwechselleiden.
Ein bemerkenswertes Präparat mit Wirkung besonders auf das Blut, ist das Präparat „Kalium aceticum comp.“ von Weleda. Dabei handelt es sich um ein sehr aufwändig hergestelltes Präparat aus Antimon, Weinstein, Safran, Weingeist, Roter Koralle und Weinessig und zahlreiche Destillationsschritte sind notwendig, bis das Werk vollendet ist. An dieses Präparat sollte man denken, wenn man des Lebens überdrüssig wird und sich eine bleierne Schwere in Körper, Seele und Geist breitmacht und man das Gefühlt hat, dem Schicksal hilflos ausgeliefert zu sein. Auch hier ist eine Kombination mit Gold sinnvoll, z. B. als Aurum metallicum praeparatum D12 (Metallspiegel aus der Metalldestillation von Weleda).
Wenn man so will, ist Antimon ein Synonym für Schneewittchen inmitten der Sieben Zwerge, von denen jeder eines der Sieben Metalle behütet. Schneewittchen jedoch ist von dem Gift, das aus der Missgunst des Menschen entsteht (luziferische Kraft), in einem todesähnlichen Zustand erstarrt, aus dem sie nur die wahre Liebe (die Kunst der Alchemie) erwecken kann.

„Ómnia víncit amór, et nós cedámus amóri“ –
Alles besiegt die Liebe, lasst auch uns der Liebe nachgeben
(Vergil).

Literatur

  • Bachmann, Manuel / Hofmeier, Thomas: Geheimnisse der Alchemie; Schabe Verlag, Basel, 1999
  • Paracelsus: Gesammelte Werke, Aschner Ausgabe; Anger Verlag, Eick, 1993
  • Rippe, Olaf / Madejsky, Margret u.a.: Paracelsusmedizin, AT Verlag, Aarau, 2001
  • Rippe, Olaf / Madejsky, Margret.: Heilmittel der Sonne, AT Verlag, Aarau, 2013
  • Schramm, Henning M.: Metalle und Mineralien in der Therapie, Novalis Verlag, Schaffhausen, 1991
  • Selawry, Alla: Metallfunktionstypen in Psychologie und Medizin, Haug Verlag, Heidelberg, 1985
  • Steiner, Rudolf: Die Kunst des Heilens vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft, Rudolf Steiner Verlag, Dornach, 1980

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