Naturheilkundliche Alternativen bei Myomen

von Margret Madejsky

//, Frauenheilkunde, Naturheilkonzepte - Therapietipps/Naturheilkundliche Alternativen bei Myomen – von Margret Madejsky

Naturheilkundliche Alternativen bei Myomen – von Margret Madejsky

Schätzungen zufolge finden sich bei 20 % aller Frauen ab dem 30. Lebensjahr Myome. Daher bringen nicht gerade wenige Frauen, die vielleicht wegen anderer Probleme in die Naturheilpraxis kommen, die Myomdiagnose als Nebenbefund mit. Andere sind beunruhigt, weil sie diese Zufallsdiagnose – eventuell ohne weitere Erklärung – beim letzten Frauenarztbesuch erhalten haben. Bei einem Teil der Betroffenen erschweren die Myome oder deren Operationsfolgen möglicherweise die Empfängnis. Wieder andere neigen zu verstärkten prä-/klimakterischen Blutungen und erwägen vielleicht deswegen eine Operation. Die Beratung und Behandlung von Myom-Patientinnen stellt somit eine der häufigeren Herausforderungen in der Naturheilpraxis dar. Grund genug, sich einmal umfassend mit diesem Erkrankungsbild auseinandersetzen.

Definition: Myom

Myome sind gutartige Geschwülste der Gebärmutter, die vorwiegend aus Muskelfasern bestehen. Die Diagnose erfolgt meist per Ultraschall – und sollte stets zum gleichen Zeitpunkt innerhalb des Zyklus erfolgen, da die Größe hormonell bedingten Schwankungen unterliegt. Man unterscheidet zunächst zwischen Myoma uteri (solitäre Geschwulst) und Uterus myomatosus (multipel auftretende Geschwülste). Je nach Größe und Lage der Myome können die betroffenen Frauen beschwerdefrei sein oder sie neigen zu krampfartigen Regelbeschwerden sowie zu starken oder verlängerten Blutungen. Bei größeren Myomen kommen Druckbeschwerden hinzu. Diese führen bspw. zu häufigem Harndrang oder zu Stuhlverstopfung bis hin zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Weil Myome familiär gehäuft auftreten, vermutet man eine erbliche Komponente. Normalerweise bilden sich Myome durch den sinkenden Östrogenspiegel in der Menopause von alleine wieder zurück. Abgesehen von selteneren Komplikationen wie etwa Stieldrehung, besteht vor allem dann Operationsindikation, wenn die Beschwerden das erträgliche Maß übersteigen, oder wenn sehr starke und therapieresistente Myomblutungen zu massiven Eisenmangelzuständen führen.
In seltenen Fällen kann sich aus einem Myom ein Leiomyosarkom entwickeln; verdächtig sind vor allem mehrknollige Myome und solche, die sich untypisch verhalten (z. B. Wachstumsschub oder Blutungen in der Menopause).

Votivtafel bei Gebärmutterschmerzen – das Igelmotiv steht für stechende Krampfschmerzen

Der Einfluss der Psyche

Aus der Sicht der Psychosomatik handelt es sich beim Myom um fehlgeleitete weibliche Kreativität. Psychosomatiker bringen Myome daher gerne mit Kinderwunsch in Verbindung und erzielen damit eine Trefferquote um die 30 Prozent. In einem Psychosomatik-Lehrbuch könnte durchaus ein ähnlicher Fall zu finden sein, wie der jener Patientin, die einige Jahre nach der Geburt ihrer ersten und einzigen Tochter ein sehr großes und, wie sich später herausstellte, über 1 kg schweres Myom entwickelte. Als dieses operativ entfernt wurde, beschrieb die Frau den Eingriff wie eine Art Entbindung.
Dennoch kann man nicht so ohne weiteres davon ausgehen, dass der Kinderwunsch allein das Tumorwachstum anregt. Oder besser gesagt: Es besteht die Gefahr, dass die Suche nach weiteren Ursachen und Störfaktoren zu früh aufgegeben wird, wenn doch der Kinderwunsch als innere Ursache so klar auf der Hand zu liegen scheint. Ohne Zweifel sind wir Kraft unserer Gedanken, Wünsche und Hoffnungen sehr wohl in der Lage, Einfluss auf unser Hormonsystem zu nehmen. In den meisten Fällen dürfte der latent vorhandene Kinderwunsch allerdings nur ein Faktor in diesem multifaktoriellen Krankheitsgeschehen sein.
Als östrogenabhängige Tumoren reagieren Myome auf alle östrogenartigen Reize, die von innen oder von außen kommen. Im Körper selbst werden auch im Fettgewebe Östrogene gebildet (periphere Konversion), weswegen fettsüchtige Frauen eine hormonelle Überstimulation erfahren, die unter anderem auch das Wachstum von Myomen begünstigt. In solchen Fällen lassen sich diese Geschwülste manchmal mit einer Kombination aus Ernährungsumstellung (z. B. Low-Fat-Diät) und reichlich Bewegung regelrecht aushungern. An dieser Stelle muss der werte Heilpraktikerkollege und Altmeister Josef Karl zitiert werden, der einmal in einem NHP-Artikel über Ernährung geschrieben hat: “Sahne, Milch, Butter und Honig sind Nahrungsmittel, die kleine Tiere groß machen.” Damit erinnert Josef Karl daran, dass die Milch eigentlich dazu dient, den Zellaufbau und das Gedeihen von Kälbern anzuregen. Der umstrittene Krebsarzt Köhnlechner verglich das Tumorleiden als solches einmal mit Tieren: Gutartige Geschwülste, zu denen die Myome gehören, verglich er mit Haustieren und bösartige Tumore mit Raubtieren. Vor allem Frauen mit großen oder schnell wachsenden Myomen sollten also gut überlegen, ob sie ihr >Haustier< füttern wollen oder nicht. In jedem Fall ist es bei Myomen wie auch bei anderen Neubildungen ratsam, sparsamer mit Milchprodukten umzugehen und generell tierische Fette drastisch zu reduzieren. Weil Ertrag steigernde Hormongaben in der Veterinärmedizin gang und gäbe sind, sollten Fleisch und Wurstwaren ohnehin ausschließlich aus biologisch-dynamischer Tierhaltung stammen. Wenn in der Folge dieser Umstellung die Pfunde purzeln, dann kehrt meist auch das hormonelle Gleichgewicht wieder zurück.

Ähnlich zu werten sind sogenannte Phytoöstrogene wie etwa Soja-Isoflavone, die auch als Phyto-SERM bezeichnet werden (SERM = Selektive Estrogen Rezeptor Modulatoren). Modellhaft gesehen binden Phyto-SERM an Östrogenrezeptoren und übernehmen dort Teilfunktionen der körpereigenen Hormone. Weil sie die Östrogenrezeptoren blockieren, können dort stärker wirksame hormonartige Substanzen wie etwa krebserregende Umweltproblemstoffe eben nicht mehr angreifen. Daher sprach man den Phytoöstrogenen bislang eine Tumorwachstum hemmende Wirkung zu (vgl. Béliveau und Gingras: Krebszellen mögen keine Himbeeren). Neuerdings konnte jedoch gezeigt werden, dass der Pflanzeninhaltsstoff Genistein, der zu den Soja-Isoflavonen gehört, “unter In-vitro-Bedingungen auch zu einer Steigerung der Tumorzell-Proliferation” geführt hat (zitiert nach Volker Briese: Phytoöstrogene und Tumorerkrankungen).
Dies bestätigt leider so manche Praxiserfahrung: Wo sie wirken sollen und wofür sie von den Herstellern angepriesen werden, nämlich gegen Wechseljahrsbeschwerden, erweisen sich Soja-Isoflavone leider oftmals als zu schwach bis völlig wirkungslos. Wo sie tierisches Eiweiß ersetzen sollen, nämlich bei rein veganer Ernährung, da zeigen sie manchmal unerwünschte hormonelle Wirksamkeit. So kamen schon  iederholt Fälle vor, in denen eine rein vegane Ernährung mit vorwiegend Soja und Alfalfa das Myomwachstum sogar begünstigt hat. Wurden diese östrogenartigen Nahrungsreize etwa während einer Fastenkur weggelassen, bildeten sich in zwei Fällen auch die Myome zurück.

Wenn die Umwelt krank macht

Eine weitere Östrogenquelle sind hormonaktive Umweltproblemstoffe. So zeigt beispielsweise DDT östrogenartige Wirkung und auch Kunstdünger stehen unter Verdacht. Vielleicht nehmen aus diesem Grund in landwirtschaftlich extensiv genutzten Gegenden hormonelle Erkrankungen zu, während die Fruchtbarkeit sinkt. Viel diskutiert wird inzwischen auch die östrogenartige Wirkung von Weichmachern (Phthalate), deren Einfluss sich zwar reduzieren lässt, in dem man Seife statt Duschgel oder Wasser aus Glas- statt aus Plastikflaschen wählt. Gänzlich meiden kann man diese hormonaktiven Stoffe jedoch kaum, da sie längst das Grund- und Trinkwasser verunreinigen. Zudem wird die Liste der Problemstoffe ständig länger (vgl. Schlumpf u. Lichtensteiger 2000). Daher ist es nicht von der Hand zu weisen, dass Myome auch Ausdruck einer Umwelterkrankung sein könnten.

Dies im Einzelfall konkret nachzuweisen ist schwierig bis unmöglich, nicht zuletzt weil sich die Problemstoffe summieren und miteinander interagieren. Umweltmediziner wie der Münchener Frauenarzt Dr. Claus Schulte-Uebbing weisen ihre Patientinnen zumindest auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Geschwulstbildung und Quecksilberbelastung hin. Nachweisen lässt sich eine solche Belastung durch Blut- oder Speicheltests wie auch mittels Haaranalyse. Ansonsten kann die Berufsanamnese den Verdacht auf eine Umwelterkrankung wecken. Bestimmte Berufsgruppen sind exponierter, zum Beispiel Bäuerinnen oder Gärtnerinnen aus konventionell geführten Betrieben haben täglich Kontakt mit hormonartigen Substanzen. Bei toxischer Belastung empfehlen sich Pflanzliche Blutstiller: Hirtentäschelkraut, Schafgarbe oder Tormentill mäßigen auch Myomblutungen.

Blutfluss regulierende Maßnahmen stehen bei der Myom-Behandlung an erster Stelle, weil zu starke oder lang andauernde Blutungen wohl die häufigste Operationsindikation ergeben. Sofern sich die Blutungsstärke regulieren lässt, hat man Zeit für die eigentliche Therapie gewonnen.

Begleitmittel in der Myombehandlung sind Lebermittel (z. B. Legalon von Madaus) sowie Kuren mit “Lymphdiaral Basistropfen” von Pascoe. Langfristig sollte jedoch eine gezielte und individuelle Ausleitung der Umweltproblemstoffe versucht werden.

Nicht zuletzt kann auch eine hormonelle Stimulation im Rahmen einer reproduktionsmedizinischen Behandlung Myome begünstigen. Konkret erinnere ich mich an einen Fall, bei dem ein kleines Myom von etwa 2 cm Durchmesser infolge einer Hormonstimulation einen solchen Wachstumsschub erfahren hat, dass am Ende eine 1 kg schwere Geschwulst operativ entfernt werden musste.
Je nach Größe und Lage des Myoms oder der Myome, kann es daher durchaus sinnvoll sein, sich vor einer Fruchtbarkeitsbehandlung einer Operation zu unterziehen. Denn in den ersten Schwangerschaftsmonaten erfahren Myome durch die vermehrte Östrogenproduktion einen Wachstumsschub, so dass in seltenen Fällen noch in der Schwangerschaft operiert werden muss. Erfahrungsgemäß ergeben sich durch eine Operation mehrere Probleme:

1. Bei großen und insbesondere bei submukösen Myomen entstehen in der Gebärmutterschleimhaut Narben, auf denen sich die Plazenta nicht mehr so leicht ansiedeln kann, was eine Fehlgeburtsneigung erhöht. Daher wäre es ratsam, nach der Operation und sobald sich die Wunden geschlossen haben, eine intensive Narbenbehandlung in Angriff zu nehmen, z. B. mit Mucokehl D3 Zäpfchen rektal und mit Weihrauchzäpfchen nach Hippokrates vaginal (siehe “Lexikon der Frauenkräuter” Seite 184) sowie mit einer resolvierenden Teemischung (Angelikawurzel 30 g, Frauenmantelkraut 50 g, Ringelblumenblüten 20 g, Sanikel 20 g, Schafgarbe 30 g).

2. Die Op-Narben können speziell nach Bauchschnitt den für die Gebärmutter zuständigen KG-Meridian blockieren, was sich negativ auf Sexualität und Empfängnis auswirken kann. Daher ist eine umfassende Narbenprophylaxe sinnvoll. Von innen durch Anregung der Wundheilung beispielsweise mit Traumeel Tabletten von Heel, mit Calcium fluoratum D12 Tabletten von Pflüger sowie mit Keloidmitteln aus der Homöopathie (z. B. Sulfur jodatum D6). Von außen bewährt sich die Narbenpflege mit Veilchencreme nach Hildegard (Bezugsquelle Lindenapotheke). Späterhin sollte man die Narben mit einem Neuraltherapeutikum unterspritzen, besser noch im Wechsel mit Calendula D3 Ampullen von Wala.

3. Außerdem besteht Rezidivgefahr am verbliebenen Uterusgewebe, weil die Ursache fortbesteht. Daher behandelt man nach Myom-Op am besten wie vor Myom-Op.

Frauenmantel ist eine sanfte Blutstillerin und wirkt hormonell regulierend

Ein Therapiekonzept

… sollte in jedem Fall auf mehreren Pfeilern aufbauen.
Kleinere, solitäre und beschwerdefreie Myome (meist unter 2 cm Durchmesser) werden von den Frauenärztinnen meist nur regelmäßig kontrolliert. In solchen Fällen genügen oftmals regelmäßige Kuren mit “Ceres Alchemilla Urtinktur” (2 x täglich 6 bis 7 Tropfen) und “Berberis / Uterus comp., Glob.” von Wala (2 x täglich 15 Globuli), um die hormonelle Balance zu halten und ein Fortschreiten des Myomleidens zu verhindern. Bei größeren oder multiplen Myomen, die Blutungen oder andere Beschwerden verursachen, ist es jedoch ratsam, ein individuelles Therapiekonzept zu erstellen, das Injektionskuren beinhaltet und das die Patientin eben so lange begleitet, wie diese an den Beschwerden leidet oder bis sich die Myome in der Menopause von alleine zurückbilden.

1. Übermäßige Blutungen regulieren

Im Präklimakterium bietet sich beispielsweise die Blutfluss regulierende Pflanzenkombination “Menodoron” von Weleda an, die eigens dafür konzipiert ist, dass die Regelblutung in diesem Lebensabschnitt in ihrem natürlichen Verlauf und Rhythmus unterstützt wird. Dazu enthält der anthroposophische Heilpflanzenkomplex neben Blutstillern wie Eiche und Hirtentäschel, den erwärmenden Majoran und die Eisenpflanze Brennnessel. Menodoron kann bei Neigung zu übermäßigen Blutungen zunächst ein bis zwei Zyklen lang durchgehend eingenommen werden, z. B. 2 x täglich 20 bis 30 Tropfen. Sofern die erwünschte Wirkung auf die Blutungstärke eintritt, kann man langfristig mit einer geringeren Dosis fortfahren (z. B. 1 x täglich 20 bis 30 Tropfen) oder auch nur noch bei Bedarf einige Tage vor oder während der Regel höher dosieren. Sofern Menodoron nicht genügt oder sogar die Blutung verstärkt, was erfahrungsgemäß in ein bis zwei von zehn Fällen vorkommt, kann man bspw. noch auf Solunat Nr. 21 (ehemals Styptik von Soluna; 2 – 3 x tgl. 10 – 15 Tropfen) ausweichen oder auf Ceres Bursa pastoris Urtinktur (2 – 3 x tgl. 6 – 7 Tropfen).
Ebenso bewährt sind Kuren mit einem Blutfluss hemmenden und hormonell ausgleichenden Frauentee (siehe Rezeptkasten). Aus dem Mineralreich bieten sich ferner die Calcium-Verbindungen mit ihren Blutgerinnung fördernden Heileigenschaften an. Wegen der roten Farbe zeigt zum Beispiel die rote Koralle Sympathie zum Menstrualblut. Bei Blutungsneigung kann man daher “Corallium rubrum D6 / Stibium metallicum D6 aa, Mischung aus Verreibungen” von Weleda versuchen (2 bis 3 x täglich 1 großzügige Messerspitze). Ein weiteres Blutungsmittel findet sich in “Calcium Quercus Globuli” von Wala, das auch in Ampullenform zur Verfügung steht. In dieser alchimistischen Zubereitung aus der Eichenrinde vereinen sich die Blutfluss regulierenden Heileigenschaften der Gerbstoffe und des Calciums auf besonders verträgliche Weise.

Schafgarbe wird zur Blutstillung eingesetzt; Beinamen sind Augenbraue der Venus aber auch Soldatenkraut

Frauenteemischung bei Myomen

Brennesselblätter 20 g
Blutwurzel, geschnitten 20 g
Edelgamander 20 g
Frauenmantelkraut 40 g
Hirtentäschelkraut 20 g
Mistelkraut 20 g
Schafgarbe mit Blüten 30 g
Silbermantelkraut 30 g

Mischen, 1 bis 2 TL pro Tasse à 200 ml überbrühen, etwa 8 Minuten ziehen lassen, über den Tag verteilt 2 bis 3 Tassen trinken, zunächst 6 bis 8 Wochen lang durchgehend, danach nach Gefühl evtl. mit 1 bis 2 Tassen täglich fortfahren oder nur noch bei Bedarf.

2. Bluteisenspiegel auffüllen

Sofern Myome mit ausgiebigen Blutungen einhergehen, muss als nächstes der Bluteisenspiegel wieder aufgefüllt werden. Leider bekommen viele Patientinnen Stuhlverstopfung oder Darmkrämpfe auf schulmedizinische Eisengaben. Doch Brennnesselblätter enthalten ebenfalls Eisen und sind weit verträglicher als die üblichen Eisenpräparate. Man kann zwischen mehreren Zubereitungsarten wählen: Entweder lässt man den Tee trinken oder man verordnet “Ceres Urtica Urtinktur” oder man leitet die Eisentherapie mit “Urtica dioica Ferro culta” von Weleda ein und nicht zuletzt enthält auch Floradix Kräuterblut unter anderem Brennnessel.
Sofern Eisengaben vertragen werden, bieten sich auch Kuren mit “Selectafer B12” von Dreluso an (3 x täglich 1 EL). Durch besonders sanfte Wirkung und beste Verträglichkeit zeichnen sich schließlich noch “Ferrum silicicum comp., Globuli” von Wala aus (2 – 3 x täglich 10 bis 15 Globuli). Doch alle Eisengaben nützen nichts, wenn nicht gleichzeitig Vitamin C und Bitterstoffe zugeführt werden, um die Eisenresorption zu steigern. Unter den Bittermitteln ist am ehrlichsten das “Schwedentrunk Elixier” von Infirmarius, das auch schulmedizinische Eisengaben begleiten sollte. Besonders mild und frei von Alkohol ist dagegen das “Wala Bitterelixier”. Am effektivsten lässt sich der Eisenspiegel durch regelmäßige Kuren (Eisenpräparat plus Bittermittel) bei zunehmendem Mond auffüllen.

Brennnessel ist ein wichtiger Eisenlieferant und wirkt entsprechend vitalisierend

3. Wachstumsstillstand herbeiführen

Das wichtigste Therapieziel heißt Wachstumsstillstand und langfristig evtl. Rückbildung. Dieses Ziel lässt sich in der Regel nur erreichen, wenn man alle Östrogenquellen erkannt und beseitigt hat, und wenn man gleichzeitig eine umfassende Tumorbehandlung durchführt. Auf diesem Gebiet haben sich bislang zweierlei Naturarzneien besonders bewährt: Zum einen bietet sich zur Basisbehandlung der anthroposophische Komplex “Berberis / Uterus comp.” von Wala an, der speziell für die Behandlung von Myomen konzipiert wurde. Bei kleineren Myomen sowie bei Myomen in der Schwangerschaft genügen meist “Berberis / Uterus comp., Globuli” (2 bis 3 x täglich 10 bis 15 Globuli). Wenn es bei größeren oder schnell wachsenden Myomen darum geht, eine Operation zu umgehen, dann empfiehlt sich eine mehrmonatige Injektionskur mit diesem Komplex, wobei üblicherweise zwei bis drei mal pro Woche eine Ampulle subkutan im Bauchraum injiziert wird; an den injektionsfreien Tagen werden zusätzlich die Globuli eingenommen.
Zum anderen kann man auch eine Injektionskur mit einem speziell aufbereiteten Mistelpräparat von Abnoba, Helixor, Wala oder Weleda versuchen (vgl. Rippe, Olaf: Die Mistel; Pflaum Verlag München 2010). Bekannt ist die positive Wirkung der Mistelinjektionen bei Tumorleiden aller Art. Darüber hinaus lobte Kneipp die Mistel (als Tee getrunken) wegen ihrer blutstillenden Heileigenschaften und in der Volksmedizin schätzt man ferner deren Gelbkörper stärkende Wirkung. Als Frucht bildende Pflanze in der unfruchtbarsten Zeit des Jahres bietet sich dieses besondere Gewächs vor allem bei unerfülltem Kinderwunsch an. Vor einigen Jahren gab es eine klinische Studie an der Uni-Frauenklinik Heidelberg mit Patientinnen, die unter Endometriose und Myomen litten. Die damalige Oberärztin Dr. Astrid Blank berichtete, dass die besten Therapieerfolge bei Frauen unter 35 mit kleineren Myomen erzielt wurden. Durch die Mistelinjektionen (Helixor M) kam es auch zu einigen spontanen Schwangerschaften.
Weil Misteln einem Tumor mit seinen Metastasen ähneln, wären sie außerdem bei multiplen Myomen angezeigt, deren Ultraschallbefund geradezu wie ein anatomisches Ebenbild erscheint. Bei gynäkologischen Indikationen hat man bislang bevorzugt die Zubereitungen aus Apfelmisteln empfohlen, die in homöopathischer Verdünnung auch in dem bewährten Myom-Komplex “Berberis / Uterus comp.” von Wala enthalten ist. Ansonsten bieten sich verschiedene Apfelmisteln an, z. B. Abnoba Viscum Mali, Helixor M, Iscucin Mali oder Iscador M. Sonst erweist sich in der Praxis die Tannenmistel, vor allem aber Iscucin Abietis von Wala, als die sanfteste und verträglichste Mistel für den Therapieeinstieg. Nicht zuletzt wäre auch an die Mandelmistel zu denken (Abnoba Viscum Amygdali), da diese für Ihre Schilddrüsen regulierende Wirkung bekannt ist und Myome sind doch fast immer mit einer Schilddrüsenfehlfunktion vergesellschaftet. In jedem Fall ist es sinnvoll, eine Mistel-Injektionskur mit einer homöopathischen Dosis zu beginnen (z. B. Abnoba Viscum Amygdali D6) und die Dosis der individuellen Reaktion entsprechend vorsichtig zu steigern.

Berberitze wirkt zusammenziehend und strukturierend

4. Die hormonelle Balance wieder herstellen

Das nächste Therapieziel sollte die Wiederherstellung des hormonellen Gleichgewichts sein. Wie bereits erwähnt, liegt der Erkrankung ein relatives Übergewicht an Östrogenen zugrunde, was unter anderem die Gebärmutterschleimhaut hoch aufbaut und somit übermäßige Blutungen begünstigt. Daher müssen die Gelbkörperhormone als Gegenspieler der Östrogene gestärkt werden. Dies kann wiederum auf mehrere Weisen geschehen. Einerseits gehört das Absinken der Gelbkörperhormone als natürlicher Alterungsprozess in eben jene Lebensphase, in der die Myome auftauchen. Nicht selten trifft auch folgende Trias zusammen: Eisenmangel, Schilddrüsenunterfunktion, bzw. Dysthyreose und ein Mangel an Gelbkörperhormonen. Zum Ausgleich der Schilddrüsenfunktion kann man Tetrajodthyroninum D12 Globuli von Spagyra in das Therapiekonzept integrieren (1 x tgl. 10 Globuli). Sinnvoller ist jedoch eine gezielte und individuelle Schilddrüsenregulation.
Zur Anregung des Gelbkörpers bietet sich auch die sanfte und dennoch meist zuverlässig wirksame “Ceres Alchemilla Urtinktur” an (z. B. 2 bis 3 x täglich 6 bis 7 Tropfen), die eine ideale Begleitung zu “Berberis / Uterus comp.” darstellt und sehr lange fort eingenommen werden kann. Schafgarbe und Mönchspfeffer zeigen ebenfalls Gelbkörper aktivierende Heileigenschaften. Erstere bewährt sich als Teedroge, letztere in Form von Mono- oder Kombinationspräparaten. Bei ausgeprägter Corpus-luteum-Insuffizienz verordnen Frauenärztinnen darüber hinaus gerne “Progesteroncreme 3%”, die ab Zyklusmitte meist am Unterbauch aufgetragen wird (z. B. 1 x täglich 1 Haselnuss große Menge).
Doch alle diese Maßnahmen helfen nicht, wenn die Ursache nicht behoben wird und die kann auch im Stress liegen, denn Stress ist Gift für den Gelbkörper.

5. Was oft noch Wunder wirkt

Nicht unerwähnt sollen noch die volksmedizinischen Myommittel sein. So berichtete etwa eine Patientin mit sehr großem Myom, dass tägliche Zinnkraut-Sitzbäder über einige Wochen hinweg ihr die Operation erspart hätten. Dazu braucht es eine Sitzbadewanne und zunächst einmal ein oder zwei Kilo Zinnkraut aus Apotheke oder Kräuterladen (Herba Equiseti), um daraus Abkochungen zuzubereiten (je nach Geldbeutel 1 bis 2 Handvoll auf 2 Liter Wasser geben, 20 Min. zugedeckt kochen, dann abseihen und dem Sitzbadewasser beimengen) – und es braucht den sturen Willen, am besten täglich etwa 15 Minuten in diesem Heilkräutersud zu sitzen und sich dem Heilwerden zu widmen.
Eine andere Frau hatte bereits ihren Koffer gepackt, um ihr Myom operativ entfernen zu lassen, da erfuhr sie von den Heilkräften des Frauenmantels und besorgte sich diesen in der Apotheke. Als nun zur Operationsvorbereitung ein Ultraschall gemacht wurde, fand man das Myom nicht mehr – es war einfach verschwunden. Ein Grund mehr, die volksmedizinischen Vielheiler Alchemilla und Zinnkraut wenigstens als Begleitmittel zu versuchen (vgl. “Alchemilla” Goldmann Verlag 2000).
Schließlich sei noch auf das “Myom-Elixier” von Dr. med. Claus Schulte-Uebbing hingewiesen, das der Münchener Umweltmediziner und Frauenarzt im Sinne der Hildegard-Medizin entwickelt hat und mit Erfolg bei Myomleiden anwendet. In der Lindenapotheke in Pfaffenhofen an der Ilm wird dieses Elixier seit vielen Jahren hergestellt und regelmäßig kommen positive Rückmeldungen von Kundinnen, bei denen es im Rahmen von Heilwein-Kuren (3 x täglich 1 EL) zu einem Wachstumsstillstand kam und in Einzelfällen bildeten sich die Myome zurück oder verschwanden sogar gänzlich.
Eine Erfolgsgarantie gibt es bei diesen sogenannten Wundermitteln leider nicht, denn wie bei allen Arzneien, egal ob schulmedizinisch oder naturheilkundlich, gibt es immer auch Menschen, die gar nicht ansprechen – aber einen Versuch wert ist es allemal!

Myom-Elixier nach Schulte-Uebbing

Herba Hederae (Gundelrebe) 2,0 g
Herba Anethi (Dillkraut) 2,0 g
Herba Millefolii (Schafgarbe) 2,0 g
Rhizoma Zingiberis (Ingwer) 1,0 g
Flores Caryophylli (Gewürznelken) 2,0 g
Semen Apii grav. (Selleriefrüchte) 1,0 g
Mel dep. (Honig) 50,0 g
Vinum album (Weißwein) ad 500,0 g
M. f. decoct. D. S.: 3 x tgl. 1 EL
Quelle: Schulte-Uebbing: HL. Hildegard – Frauenheilkunde;
Pattloch Verlag / Weltbild Verlag, Augsburg 1995

Bezugsquelle für das Myom-Elixier nach Hildegard:
Linden-Apotheke, Roland Andre, Kellerstr. 38 – 40, 85276 Pfaffenhofen an der Ilm, Tel. 08441-76464, Fax 08441-83958

Quellen & Literaturempfehlungen
Briese, Volker: Phytoöstrogene und Tumorerkrankungen; Zeitschrift für Phytotherapie 6/2010, Hippokrates Verlag Stuttgart
Madejsky, Margret: Alchemilla, Goldmann Verlag, München 2000
Madejsky, Margret: Lexikon der Frauenkräuter, AT Verlag, CH-Baden und München 2008
Rippe, Olaf (Hrsg.): Die Mistel – Eine Pflanze für die Krankheiten unserer Zeit; Pflaum Verlag, München 2010
Schlumpf, Margret und Lichtensteiger, Walter (Hrsg.): Hormonaktive Chemikalien, Verlag Hans Huber, CH-Bern 2000
Schlüren, Erwin: Homöopathie in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe; Haug Verlag, Heidelberg 1992

Unser Literaturtipp

Lexikon der Frauenkräuter von Margret Madejsky (AT Verlag)