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Brennnessel – eine Signaturbetrachtung (aus dem Buch Heilkräuterkunde und Phytotherapie)

Die Zeichensprache der Natur

Stark vereinfacht ausgedrückt handelt es sich bei der Signaturenlehre um eine Methode der Heilmittelerkenntnis, bei der vom Äußeren, z.B. von Farbe oder Form, auf das Innere, also auf Wesen und Wirkung geschlossen wird. Die gesamte Natur lässt sich nach diesem System interpretieren. Bei Mineralien sind Signaturen beispielsweise die Art der Kristallstruktur, die Farbe oder die Vergesellschaftung mit anderen Mineralien. Bei Tieren kommt zu Aussehen, Geruch und Lebensraum noch ihr spezieller Habitus. In der Hauptsache wird die Signaturenlehre jedoch auf Pflanzen angewendet, indem man auf besondere Details z.B. der Pflanzengestaltung achtet. Daher könnte man die Signaturenbetrachtung von Pflanzen auch als medizinisch interpretierte Botanik bezeichnen. Man sucht durch die Beachtung der Signaturen nach der größtmöglichen Ähnlichkeit zwischen Natur und Mensch, und wenn diese gegeben ist, hat man ziemlich sicher eine wirksame Arznei gefunden.

»Die Natur zeichnet ein jegliches Gewächs, das von ihr ausgeht, zu dem, wozu es gut ist. Darum, wenn man erfahren will, was die Natur gezeichnet hat, soll man es an den Zeichen erkennen, welche Tugenden in einem Ding sind.« (Paracelsus III/610)

Geruch

Frisch gesammelte Brennnesselblätter haben, auch wenn das Sammelgut von einem sauberen Platz stammt, einen dezenten Uringeruch, der von einem schwachen melissenartigen Geruch gefolgt wird. Die Geruchssignatur zeigt eine Beziehung zwischen Pflanze und Harn. Brennnesseln wachsen bekanntlich gern, wo Mensch oder Tier Harn gelassen haben oder wo der Bauer gemistet hat. Tee aus Brennnesselkraut wirkt harntreibend und leitet Harnsäure aus, so dass er bei Blasengrieß zum Einsatz kommt; empfehlenswert sind z.B. Teekuren mit Vollmers Grünem Hafertee (Salus).

Geschmack

Die Blätter schmecken krautig, die Samen eher nussig, was aber häufiger in der Pflanzenwelt vorkommt. Dafür ist das Brennen auf der Zunge, wenn man frische Blätter oder Samen kaut, ein Hinweis auf sulfurische und erhitzende Eigenschaften. Die Brennnessel feuert im Frühling, als Blutreinigungstee oder als Bestandteil der Gründonnerstagssuppe, die Lebenskräfte an. Sie gilt im Alpenraum als Tonikum, ähnlich dem Ginseng, und regt zudem die Bauchspeicheldrüse an. Bereits die Tatsache, dass es sich um eine essbare Pflanze handelt, ist eine Signatur: Nahrungspflanzen unterstehen den wohltätigen Planetenkräften von Venus, Jupiter und/oder Sonne.

Farbe

Was die Farbe angeht, so wies Paracelsus darauf hin, dass Rot die Signatur des Mars ist: »Der Artist sucht im Mars die rote, braune und auch gelbe Farbe« (II/204). Der rostrote Trieb der Brennnessel zeigt somit die Signatur des Mars, dem auch das Eisen zugeordnet wird und der im Menschen über das Blut regiert. Bemerkenswert ist hierbei, dass es unter den heimischen Pflanzen keine bessere Eisenpflanze und Blutbildnerin als die Brennnessel gibt. Ihre anregende Wirkung auf die Blutbildung ist mit der von schulmedizinischen Eisenpräparaten vergleichbar, nur dass die Brennnessel wesentlich verträglicher ist; z.B. in Form von Urtica dioica Ferro culta D2 (Tropfen von Weleda), als Ferrum ustum comp. (Trituration von Weleda) oder als Ferrum Oligoplex (Tropfen von Madaus). Will man das Kraut für Teekuren selbst sammeln, dann erhält man nach W. Pelikan den höchsten Eisengehalt bei um Ostern geernteten Jungpflanzen.

Junge Brennnesseln zeigen die rostrote Farbe des Eisen und des Blutes

Form

Zur Form gehört, neben der Gestalt, Gestik, Größe oder Besonderheit in der Formbildung auch die Überbetonung von Pflanzenteilen. Im Falle der Brennnessel besteht eine deutlich Betonung des Blattprinzips, was nach anthroposophischen Gesichtspunkten der Dreigliedrigkeit auf das rhythmische System als Wirkungsbereich deutet. Als Informationsträger stellt das Blut auch das alles Verbindende dar. Auffällig sind vor allem die Brennhaare. Hier gilt die Regel: Pflanzen mit Stacheln, Dornen oder Brennhaaren sind meist ungiftig, von Ausnahmen wie Stechapfel einmal abgesehen. Sie zählen zu den Umstimmungsmitteln, Blutreinigern und Tonika. Die Brennhaare ähneln Injektionsnadeln und zeigen Sympathie zu stechenden Leiden. Damit ist die Nessel ein pflanzliches Simillimum bei Insektenallergie (z.B. langfristige Desensibilisierung mit Brennnesselblätter-Teekuren und/oder Urtica omp. Globuli und Ampullen von Wala); sie eignet sich auch zur Behandlung von stechenden Beschwerden wie Rheuma. Denn Paracelsus forderte bereits: »In keiner Weise wird eine Krankheit durch entgegengesetzte Mittel geheilt, sondern nur durch ihr ähnliche « (III/457). In der Volksmedizin erkannte man in den Brennhaaren auch ein pflanzliches Ebenbild zur Kopfbehaarung und nannte die Brennnessel daher auch Haarwurz. Nicht zuletzt ist das Blatt edel gezähnt, dem Blatt von Rosengewächsen nicht unähnlich, was zusammen mit dem freundlich anmutenden Hellgrün junger Pflanzen als Venussignatur zu werten ist. Paracelsus wies darauf hin, dass »Venus macht, dass man den Leuten lieb und angenehm ist« (IV/341).

Beliebt sind Brennnesseln nun nicht gerade, was auch in dem Sprichwort »sich in die Nesseln setzen setzen « zum Ausdruck kommt. Otto Brunfels schrieb sogar: »Was ist nichtigers un verachtlicher oder auch verhasster dan ein Nessel« (1532/1964). Trotzdem kann man die Brennnessel wegen ihrer venusischen Eigenschaft nach astromedizinischen Gesichtspunkten z.B. bei Spannungswinkeln zwischen Venus und Mars, bei rückläufiger Venus, bei Venus im Widder oder Skorpion, aber auch bei Mars in Waage oder Stier homöopathisch einsetzen.

Sie fördert zudem die regenerativen Kräfte, was ebenfalls typisch für Venuspflanzen ist. So kann man von einer ausgeglichenen Zuordnung Venus-Mars sprechen, was eine große Seltenheit darstellt.

Verhalten

Berührt man Brennnesseln, dann injizieren die Brennhaare ihre schlangengiftähnlichen Reizstoffe (u.a. Toxalbumine und Histamin) unter die Haut. Darin äußert sich ihr wehrhaftes Wesen, das sich mit der Arznei auf den Menschen übertragen lässt. Die Brennnessel liefert Eisen und behebt nach Alla Selawry (1985) auch die »seelische Blutarmut«, die gern mit der Eisenmangelanämie vergesellschaftet ist und sich durch Antriebslosigkeit, Mangel an Energie und Durchsetzungskraft auszeichnet. Besonders zu Beginn der Pubertät ist dies ein häufiges Problem, das man gut mit Urtica dioica Ferro cultum D2 (Weleda) behandeln kann. Der Schweizer Kräuterpfarrer Künzle verglich dieses Verhalten sogar mit einem bestimmten Menschentyp, für den die Brennnessel vielleicht ein Konstitutionsmittel sein könnte: »Die Brennnessel ist ein Bild der empfindlichen, reizbaren Menschen und muss daher wie diese mit Glacéhandschuhen angerührt werden« (1935).

Gesellschaft

Zur Pflanzengemeinschaft, die sich in der Nähe von Brennnesseln findet, gehören viele weitere Ruderalpflanzen wie Ehrenpreis, Gundermann, Günsel, Hirtentäschel, Klebkraut, Schafgarbe, Storchschnabel, Vogelknöterich, Vogelmiere usw. Paracelsus würde sagen: »Die Kunst, Rezepte zusammenzustellen, ist in der Natur vorhanden, und sie selbst stellt sie zusammen« (I/347). So diktiert die Natur dem Arzt die Rezepte, denn nicht selten harmoniert auf dem Rezeptblock, was auch in der Natur befreundet ist. Ebenso bedeutungsvoll könnte die Geselligkeit als solche sein. Während Eiben oder Engelwurz gern als Individuen in Erscheinung treten, kommen Brennnesseln wie viele weitere Ruderalpflanzen ausschließlich im Kollektiv vor. Möglicherweise kämpfen Kollektivpflanzen auf diese Weise besser gegen Pflanzenviren an und schützen sich durch Bildung antibiotisch wirkender Stoffe gemeinsam besser vor Infektionen. In der Brennnessel könnte es sich bei den schlangengiftähnlichen Toxalbuminen um solche Schutzstoffe handeln.

Brennnesseln auf einer Hochalm im Vinschgau

Standort

Von der Gemeinschaft, die ein Pflanzenwesen aufsucht, ist es nicht weit zur Betrachtung des Standorts. Will man Näheres wissen, dann sollte man sich an diesem Standort einfach einmal niederlassen, um die Welt aus Pflanzenperspektive wahrzunehmen. So kann man sich einfühlen und sich in ihren Existenzkampf hineinversetzen. Durch ihren Standort offenbart uns die Brennnessel mindestens drei Charakterzüge:

  1. Als Kulturfolger muss sich die Brennnessel mit Umweltgiften auseinandersetzen und zeigt in ihrer Widerstandskraft gegen die Umweltverschmutzung ihre Heileigenschaften bei Umweltleiden wie Allergien, Neurodermitis oder Rheuma.
  2. Nicht selten sprießen die »Mauerblümchen« aus den kleinsten Mauerritzen hervor und sind in der Lage, im Laufe der Zeit sogar den Stein zu sprengen. Paracelsus erkannte darin die Signatur der steinbrechenden Arznei: »Du wirst dir merken, dass ein steinbrechendes Mittel einen Stein leicht bricht« (I/930). In der Tat eignen sich Teekuren zum Ableiten von Blasengrieß, besonders von Harnsäuresteinchen; z.B. in Form von Blätterteekuren oder Vollmers Grünem Hafertee (Salus).
  3. An Kahlschlägen, ehemaligen Misthaufen oder wo beispielsweise jahrelang Holz gelagert wurde, siedeln sich mitunter zuerst Brennnesseln an, die auch uns als Wundheilmittel dienen; z.B. in Form von Wund- und Brandgel (Wala). Als Tee werden die Blätter auch bei »inneren Wunden« wie Magen-Darm-Geschwüren gelobt, wobei das Brennen oft ein Leitsymptom ist.

Konsistenz

Als Faserpflanze, die einst Nesselstoff für Arme-Leute-Kleidung lieferte, untersteht die Brennnessel auch dem Planetenprinzip Jupiter. Jupiter zeigt sich in der Pflanzenwelt durch Faserbildung oder Verholzung, seine Pflanzen haben häufig eine stattliche Gestalt – so etwa Alant, Gelber Enzian, Königskerze, Kastanie oder Walnussbaum. Der vierkantige Stengel wird ebenso Jupiter zugeordnet. Wir haben es also mit einer Pflanze zu tun, in der verschiedene Planetenkräfte wirken: viel Mars (Brennhaare, Eisengehalt), etwas Venus (Grünton, edel gezähntes Blatt) und etwas Jupiter (Faserpflanze, vierkantiger Stengel, Nahrungslieferant). In der Astromedizin unterstehen dem Jupiterprinzip u.a. die Leber und die Formkräfte, Jupitermittel wirken allgemein kräftigend auf das Bindegewebe und auf die Venen. Während die Nesselgewächse heute eine eigene Pflanzenfamilie darstellen, zählte man sie früher zu den Hanfgewächsen; die Formähnlichkeit ist wirklich verblüffend.

Name

»Urtica« leitet sich vom lateinischen urere ab, was »brennen« bedeutet. Wie der Name schon sagt, brennt die Pflanze bei Hautkontakt – aber nur, wenn man sie nicht beherzt genug anfasst, denn so bleiben die Brennhaare intakt und können Reizstoffe unter die Haut injizieren. Weitere Beinamen wie z.B. »Bitzele«, »Sengnessel« oder »Feuerkraut« deuten ebenfalls auf das feurige Wesen hin. Eben weil die Brennnessel brennt, kann sie bei allen möglichen brennenden Leiden hilfreich sein. Ein wichtiges Ergänzungsmittel ist hier Arsen, das ebenfalls als Leitsymptom »Brennen« hat; beide zusammen helfen z.B. bei Neurodermitis oder Urticaria (Nesselsucht). »Nessel« ist laut Marzell mit Nestel und Netz verwandt und zeigt an, dass es sich um eine alte Gespinstpflanze handelt (siehe »Konsistenz«). »Haarwurz « ist ein weiterer Beiname. Die vitalisierende Wirkung von Brennnessel auf Kopfhaut und Haarwuchs ist allgemein bekannt und wird vielfach genutzt. Die Anwendung als Shampoo (siehe Rezept), Haarwasser oder Abkochung ist wie eine Art Eisendüngung für die Haarpracht, schließlich kräftigt man viele Gartenpflanzen ebenso mit Brennnesseljauche. Weniger bekannt ist die haarwuchsfördernde Wirkung von Brennnesselsamen, die man täglich auf Brot oder im Salat essen kann. Wirft man Pferden täglich eine Handvoll Samen ins Futter, dann bekommen sie nach einiger Zeit ein glänzendes Fell und gebärden sich viel munterer, weswegen Pferdehändler diesen Trick früher angewandt haben, um alte Schindmähren auf dem Markt besser an den Mann zu bringen. Mancherorts wird die Brennnessel auch »Brühnessel « genannt, was auf die Verwendung des abgebrühten Krautes als Viehfutter hinweist, das dann die Milchbildung anregt. »Donnernessel« wiederum spielt auf den schutzmagischen Gebrauch bei Gewitter an und darauf, dass die Nessel dem Donnergott (Donar-Jupiter-Zeus) unterstellt ist. Die jungen Triebe werden auch traditionell am Gründonnerstag, dem Tag des Donar/Thor, in die Neunkräutersuppe getan. Interessanterweise hat die Brennnessel gerade dann, wenn sie als Osterkultspeise genossen wird, auch den höchsten Eisengehalt.

Hämatit (Eisenoxid) hat einen Quarz rot gefärbt – die gleiche Farbe zeigen junge Brennnesseln

Fortpflanzung

Die Brennnessel ist wie so viele »Unkräuter« erstaunlich beweglich – sie ist windbestäubt und übergibt ihre federleichten Früchte ebenfalls dem Wind, was eine merkurielle Eigenschaft ist. Eine weitere Signatur, die auf Merkur hindeutet, der im Körper über Hormone und Stoffwechsel regiert, ist die Ausläuferbildung, die der Brennnessel die Macht gibt, sich zum bodendeckenden Bestand auszuweiten. Auf diese Weise erobert sie Nah und Fern, wahlweise per Luft oder über Land. Der Fortbestand ist somit gesichert: »Unkraut vergeht nicht.« Von dieser unglaublichen Durchsetzungskraft und Vitalität kann die Brennnessel uns einen Teil als Nahrungs- oder Heilpflanze übertragen. Ihr Samenreichtum zeigt fruchtbarkeitspendende Kräfte an. Brennnessel wurde einst in der Veterinärmedizin gebraucht: Wenn die Kuh nicht stierig oder die Stute nicht rossig werden wollte, dann rieb der Bauer das Hinterteil des Tieres einfach mit frischen Nesseln ab. Hippokrates soll die Nesseln gebraucht haben, um die Menstruationsblutung herbeizuführen und somit die Fruchtbarkeit zu fördern (M. Höfler, 1990). Otto Brunfels führte für diese Indikation ein Rezept auf: »Nesseln gestoßen mit Myrrhen und Zäpflein daraus gemacht, in die Macht gelegt (vaginal appliziert), bringt den Frauen ihre Blumen (Menstruation)« (1532/1964). In jedem Fall unterliegen Pflanzenfrucht und Fruchtbarkeit des Menschen ähnlichen Grundkräften. Vor allem die Samen regen die Keimdrüsen an, auch weil sie recht viel Vitamin E enthalten.

Lebensdauer

Im Gegensatz zu anderen Frühlingskräutern, die wie Bärlauch nach der Blüte die Blätter einziehen, halten Brennnesseln fast das ganze Jahr durch. Mitunter kann man kleine Triebe sogar noch mitten im Winter unter dem Schnee entdecken; zwar sind sie dann ohne »Grünkraft«, aber die Tatsache, dass sie noch auffindbar sind, ist natürlich eine Signatur, die auf einen Kraftspender und ein Durchhaltemittel hindeuten. Am Ende des Winters findet man das Fasergerüst der Brennnesseln aus dem Vorjahr immer noch, was auch ein Ausdruck des Sal-Prinzips dieser Pflanze ist (Sal = das Feste) und zeigt, dass es sich um eine Heilpflanze bei chronischen Leiden sowie um ein Altersmittel handelt.

Rhythmus

Zum Rhythmus zählt die Wachstumsperiode, aber auch die Pflanzensymmetrie. Was die Wachstumsperiode angeht, so gilt häufig die Regel: Die Pflanze wächst dann, wenn sie gebraucht wird, oder sie zeigt in ihrer Blüte- oder Fruchtzeit eine gewisse Synchronizität zum zeitlichen Auftreten der Symptome. Im Fall unserer Brennnessel wären dies Leiden, die bevorzugt im Frühling auftreten, wie etwa Allergien, Frühjahrsmüdigkeit usw. Die jungen Triebe bieten sich nun geradezu als Kräftigungsmittel an. Die Symmetrie führt manchmal über die Zahl zur Planetenkraft, wobei nicht an jeder marshaften Pflanze die Zahl fünf zu finden ist. »Vierzeilig laufen so die Blätter den Stiel hinauf; der Stengel, quadratisch im Querschnitt, macht den Rhythmus des überkreuz-gehenden Abgliederns mit« (W. Pelikan, 1958). Vier ist wie bereits aufgeführt die Zahl des Jupiter, einer sehr wohltätigen Planetenkraft. Ferner handelt es sich beim Überkreuzgehen um eine Schutzsignatur. Nach Seligmann wurde die Brennnessel von den Alpenländern bis nach Tibet zu schutzmagischen Zwecken genutzt: Wie er schrieb, legt in Tibet »der zurückkehrende Reisende auf Passhöhen, bei gefährlichen Brücken oder beschwerlichen Wegen Nesseln und Dornen unter Steine, um den bösen Geist, der ihm schaden könnte, zu bannen« (1996). In unseren Breiten hängt man noch heute Nesseln über Stalltüren auf, um wie mit Disteln böse Geister und Krankheitsdämonen zu bannen.

 

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