Buchsbaum – Schutz vor finsteren Mächten

//Buchsbaum – Schutz vor finsteren Mächten

Buchsbaum – Schutz vor finsteren Mächten

Eine weitere Seelenpflanze, die man auf Friedhöfen anpflanzt, damit sie die Ruhe der Toten bewahrt, ist der Buchsbaum (Buxus sempervirens). Zuerst zur Signatur: Der Mond zeigt sich in der unverwüstlichen Vitalität dieser Pflanze. Auch die kleinen weißlich-gelben Blüten mit ihrem betäubenden Duft sind mondenhaft. Die Sonne zeigt sich dagegen im sechskantigen Stängel und im Aufbau der Frucht, die an ein Hexagramm erinnert. Den Saturn findet man im harten Holz und, zusammen mit der Sonne, auch im ewig währenden Grün.

Die Lebensrute des Nikolaus

Als Symbolpflanze der unbesiegbaren Sonne ist uns der Buchs bereits in den Weihbüscheln zu Palmsonntag begegnet. Wenn am 6. Dezember der Nikolaus von Haus zu Haus geht, dann hat er wiederum eine Rute aus drei Buchsbaumzweigen bei sich, an denen Äpfel und Nüsse hängen. Ursprünglich kam er jedoch keineswegs, um die Guten zu belohnen und die Bösen zu strafen. Durch die Berührung mit der »heidnischen Lebensrute« sollte vielmehr die Kraft der Vegetation auf den Menschen übertragen werden.
Das Grün des Lebens steckt also im Buchs. Daher findet man in alten Kräuterbüchern zuweilen Darstellungen, auf denen der Teufel vor dem Buchs flieht. Im Volksaberglauben heißt es sogar, dass der Buchsbaum die Hexen in Zählzwang versetzen soll. Aus diesem Grund findet man links und rechts von Eingangstüren häufig Buchsbäumchen. Wenn nachts Hexen umgehen und auf den Buchsbaum treffen, dann müssen sie nämlich zwanghaft die vielen Blätter zählen, und weil sie damit einfach nicht zum Ende kommen, können sie gar nicht mehr hexen. Hinter diesem Aberglauben verbirgt sich wiederum eine tiefere Botschaft: Der immergrüne Buchs galt unseren heidnischen Vorfahren als winterlicher Rückzugsort für die Vegetationsgeister.
Die Hexe war in der nordischen Mythologie die Großmutter des Winters und verkörperte somit das todbringende Prinzip. Die Macht der Vegetationsgeister ist jedoch so groß, dass sogar Hexen und der Teufel höchstpersönlich Ehrfurcht haben und gebannt sind oder gar fliehen. Nicht zuletzt pflanzt man den Buchsbaum rund um Gräber an. Dahinter steckt ein alter Bannzauber. Der Buchsbaum bildet nämlich eine unüberwindliche Barriere gegen die Geisterwelt. Wenn also die Verwandten verhindern wollen, dass die Unruhegeister aus dem Totenreich wiederkehren, dann grenzen sie die Gräber einfach mit Buchs und Eisenzäunen ein – dem Aberglauben zufolge kann kein Totengeist eine solche schutzmagische Schwelle überwinden.
Während das schutzmagische Brauchtum mehr oder weniger bewusst weitergepflegt wird, ist der immergrüne Strauch als Heilmittel beinah in Vergessenheit geraten – dabei sind seine Wirkungen durchaus bemerkenswert. Auf Hildegard von Bingen geht beispielsweise die Empfehlung zurück, aus Wein, Süßholz und Buchsbaum einen Trank zu brauen, »damit dieser den inneren Unrat austreibe«. Die jungen Sprossen von Buchsbaum wirken schweißtreibend, fiebersenkend, leicht abführend, antirheumatisch und mild beruhigend. In manchen Gegenden galt ein Blättersud sogar als Chininersatz bei Malaria. Weil Buchsbaumblätter leicht giftig (d.h. stark wirksam) sind, gebraucht man heute innerlich nur noch die Tiefpotenzen (z. B. Buxus sempervirens ab D3 von DHU).

Buchsbaum, Kranz und Mistel als magischer Schutz an der Eingangstür
Haus im Chiemgau – Foto Olaf Rippe

Vor der lichten Magie des Buchsbaums muss der Teufel fliehen –
der Hahn symbolisiert den nahenden Tag,
den der Teufel nicht erträgt
und sogar die Kröte muss zurück ins Erdreich fliehen.

Aus dem Kräuterbuch des Hieronymus Bock 1577

Buchsbaum für die Schönheit

Äußerlich angewandt ist er eines der besten Haarwuchsmittel. Immer wieder berichteten Frauen, dass ihnen ein Buchsbaumshampoo die Haarpracht gerettet habe. Dieses Shampoo muss man jedoch selber machen: Dazu nimmt man ein Glas mit 150 bis 200 ml gehopftes Bier und quirlt ein Eigelb hinein; die Eihaut lässt sich mit der Gabel herausziehen. Das Bier-Eigelb-Gemisch vermengt man nun mit derselben Menge Buchsbaumblättertee (2 TL pro Tasse überbrühen und etwa 10 bis 15 Minuten ziehen lassen) und träufelt schließlich noch wenige Tropfen ätherisches Rosengeranienöl hinein. Nun kann man das Gemisch wie ein Shampoo in die feuchten Haare einmassieren, eventuell kurz einwirken lassen und dann gründlich ausspülen. Damit sich die Haare leichter kämmen lassen, spült man zuletzt mit Essigwasser (z. B. 1 EL Bio-Apfelessig auf ½ Liter lauwarmes Wasser). Sofern man das Buchsbaumshampoo konsequent zwei Mal wöchentlich statt üblicher Shampoos gebraucht, kann sich die Haarpracht wieder regenerieren.

Rezept: Gesund durch den Winter

Früher zählte man das Leben eines Menschen nicht nach seinen Geburtstagen, sondern nach den Wintern, die er überlebte. Mit immergrünen Pflanzen und der Eiche als Kraftbaum, kommt man aber auf jeden Fall gesund durch die kalte Jahreszeit.

  • Buxus sempervirens D4 (Buchsbaum)
  • Hedera helix D2 (Efeu)
  • Pinus silvestris Urtinktur (Lungenkiefer)
  • Quercus robur Urtinktur (Eiche)
  • Usnea barbata Urtinktur = D1 (Bartflechte)jeweils 20 ml Über eine Apotheke von Spagyra bestellen und mischen lassen oder selber bestellen und mischen (www.spagyra.at);
    Dosis: vorbeugend 2-mal täglich 15 bis 20 Tropfen.
    Wegen ihrer abwehrsteigernden Wirkung eignen sich vor allem Echinacea-Präparate als Ergänzung, z. B. Esberitox N Tabletten von Schaper & Brümmer.

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