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Die Heilkraft der Lärche

Von |2019-11-08T15:17:09+01:007. Juni. 2019|Kategorien: Pflanzenportrait, Phytotherapie|Tags: , , , , , |

»Der Lärchenbaum hat die Gabe, die ihm von Gott
beschert wurde, dem Menschen Harz zu liefern.«
(Paracelsus III/593)

Ein alter Bergwald mit Lärchenbestand hat im Allgemeinen nichts von der Ernsthaftigkeit und Strenge, die ein Fichten- oder Tannenwald ausstrahlen kann. In lichtes Grün gekleidet, mit rosaroten Blüten und meist noch mit Girlanden aus Bartflechten behangen, macht die Lärche (Larix europaea) den freundlichsten Eindruck unter den Nadelbäumen. Doch die Lärche ist nicht nur anmutig, licht und schön, sondern sie liefert auch ein besonders wertvolles Holz, das die Schreiner für den Bau von Häusern und Schiffen vor allem deswegen schätzen, weil es sich selbsttätig imprägniert. Lärchenholz muss deswegen nicht mit Holzschutzmitteln behandelt werden.

Die Lärche bildet ihre balsamischen Harze im Stamm, weshalb ihr Holz besonders beständig ist und selbst im Wasser nicht fault. Diese Eigenschaften des Lärchenholzes sind zugleich die Signaturen des Lärchenharzes, von dem das Holz durchdrungen ist. Paracelsus erkannte darin die konservierende Wirkung des Lärchenharzes, denn er schrieb: »Das ist ein Balsam, was die Körper nicht faulen lässt« (III/595).

Lärchenharz, auch Terpentin genannt, verhindert also Fäulnis und Verderben des Holzes und dient zugleich als stark antiseptisches Heilmittel. Dieser Eigenschaften wegen wurde es von Paracelsus vielfältig genutzt. Er sprach dem Terpentin im Wesentlichen vier Kräfte zu: »Die Tugenden wirken bei Würmern, Ulzerationen der Blase, Geschwüren, Wunden« (III/215). Daher war Lärchenharz auch einer seiner Lieblingsbestandteile in Wund- und Geschwürrezepten. Nicht umsonst behauptete er: »Mit Terpentin wird jedes Geschwür geheilt« (III/482).

Interessanterweise sind fast alle Indikationen, die Paracelsus für das Lärchenharz nannte, immer noch aktuell. Bis heute gebraucht man in der Volksmedizin das Terpentin (meist in 1- bis 2-prozentiger Verdünnung) zur schmerzlindernden Einreibung bei Hüftschmerz, Gicht oder Rheuma. Vor allem die anthroposophischen Heilmittelfirmen Wala und Weleda bieten zahlreiche Arzneimittel mit Lärchenharz an und decken mit ihrem Sortiment im Grunde genommen alle von Paracelsus genannten Anwendungsgebiete ab.

Die Anwendungsgebiete von Lärchenharz nach Paracelsus

• Als Zugpflaster für reife Pestbeulen (I/724)
• zur Nierenstärkung (I/919)
• bei Gelbsucht der Glieder (I/949)
• als Balsam, Pflaster oder Salbe bei Beinbruch (II/95, III/450, IV/686 und 919)
• zur Behandlung von Wunden und Geschwüren (II/584 und 585, III/399, 467, 482, 634)
• als schweißtreibendes Fiebermittel (III/442)
• zur Einreibung bei Gicht, Nabelkolik, Hüftleiden und Schwindsucht (III/490)
• mit Johannissamenöl als Balsam für die Sehnen (III/634)
• bei Durchfällen (III/189)

Veranstaltungen Phytotherapie

Auswahl an Firmenpräparaten mit Lärchenharz

Arnica/Symphytum comp. (Salbe; Weleda): Tinkturen von Eisenhut, Arnika, Birke, Alraune, Beinwell, ätherisches Rosmarinöl, Lärchenharz
Wirkt als Einreibung abschwellend und schmerz lindernd. Als Salbenverband bewährt bei Prellungen,  Quetschungen, Verstauchungen, Zerrungen oder nach Knochenbruch usw.

Berberis/Apis comp. (Ampullen/Globuli; Wala): Apis D7, Belladonna D5, Berberis D2, Terebinthina laricina D2
Entzündungswidrig und harnwegsdesinfizierend; bewährt bei leichten Blasenentzündungen.

Ceratum Ratanhiae comp. (Paste; Weleda): Myrrhe, Ratanhia, Nelke, Eukalyptus, Lavendel, Minze, Salbei, Lärchenharz, Kastanienextrakt, Argentum nitricum D14, Fluorit D9, Kieserit D19
Empfohlen zur Wundbehandlung im Mund- und  Kieferbereich, nach zahnchirurgischen Eingriffen, bei Geschwürneigung und akuten wie auch chronischen  Zahnfleischentzündungen

Chelidonium comp. (Augentropfen; Wala): Chelidon. D3, Rosa ferm. cum Ferro D3, Ruta D3, Terebinth. laricina D5
Bei Bindehautentzündung und Übermüdung der  Augen nach PC-Arbeit. Wirkt antiviral und wundheilend bei Hornhautgeschwüren; in der Tiermedizin z.B. bei Katzenschnupfen hilfreich.

Echinacea/Viscum comp. (Gelatum; Wala): Argent. met. D10, Calendula, Cuprum acet. D6, Cutis D4, Echinacea, Funiculus umbil. D4, Placenta D4, Rosmarinöl, Lärchenharz, Viscum alb. D2
Regenerierendes Gel, das für degenerative und  geschwürige Hautleiden entwickelt wurde. Indiziert bei Altershaut, Narben, Keloid, Afterfissuren, Unterschenkelgeschwüren usw.

Heilsalbe (Weleda): Ringelblume, Bingelkraut, Perubalsam, Lärchenharz, Stibium met. praep.
Bewährt zur Behandlung oberflächlicher Wunden  und eitrig-entzündlicher Hauterkrankungen wie Abszessen, Furunkeln oder rissigen Brustwarzen.

Juniperus/Berberis comp. (Kapseln; Wala): Kalmus, Anis, Berberitze, Kampfer,  Fenchelöl, Eukalyptusöl, Wacholderöl, Leinöl, Rizinusöl, Latschenkiefer, gereinigtes Terpentinöl, Goldrute, Lärchenharz
Zur Anregung der Nierentätigkeit bei Steinleiden,  vor allem bewährt in der Rezidivprophylaxe von und Blasensteinen; außerdem als Begleitmittel bei Gicht und Neigung zu Blähungen.

Plantago Bronchialbalsam (Wala): Kampfer, Bienenwachs, Sonnentau, Eukalyptusöl, Pestwurz, Spitzwegerich, Lärchenharz, Thymian
Bewährt zur Brusteinreibung bei grippalen Infekten   mit Schnupfen, Husten und Lungenbeteiligung.  Empfehlenswertes Kindermittel.

Resina laricis Bademilch (Wala): Lärchenharz 2%
Als Badezusatz oder verdünnt zu Waschungen bei  Neigung zu chronischen Hautleiden wie Hautpilz.

Feenwiese mit Lärchen im Marteltal, Südtirol

Zur Beachtung!

Der Leser ist aufgefordert, Dosierungen und Kontraindikationen aller verwendeten Arzneistoffe, Präparate und medizinischen Behandlungsverfahren anhand etwaiger Beipackzettel und Bedienungsanleitungen eigenverantwortlich zu prüfen, um eventuelle Abweichungen festzustellen.

Die in diesem Artikel aufgeführten Rezepte und Behandlungshinweise verstehen sich ausschließlich als Lehrbeispiele und können daher auch weder den Arztbesuch noch eine individuelle Beratung durch einen Heilpraktiker bzw. Arzt ersetzen. Sie sind nicht als Ratschläge zu einer Selbstbehandlung gedacht, sondern wollen lediglich einen Einblick in Therapiemöglichkeiten geben! Die Einnahme der genannten Heilmittel wie auch die Anwendung der Rezepturen oder das Befolgen der Therapieempfehlungen geschieht stets auf eigene Verantwortung. Sollten Sie nicht die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde haben und über eine entsprechende Erfahrung verfügen, ist es empfehlenswert, sich vor jeder Anwendung kompetenten Rat bei einem Arzt oder einer Ärztin, einem Heilpraktiker oder einer Heilpraktikerin einzuholen. Es ist in jedem Fall ratsam, sich vor der Anwendung eines Heilmittels über mögliche Gegenanzeigen oder Nebenwirkungen zu informieren. Auch sollte die nur modellhaft angegebene Dosierung grundsätzlich überprüft und individuell angepasst werden. Bitte beachten Sie ebenso alle Warnhinweise und Anwendungsbeschränkungen der jeweiligen Beipackzettel.

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