Gänseblümchen – Die Lichtkünderin

Gänseblümchen – Die Lichtkünderin

Das Gänseblümchen verzaubert die Frühlingswiesen. Als Vielheiler und Kindermittel  verwendet man es zur körperlichen und seelischen Kräftigung, zur Reinigung, bei Hautleiden und natürlich als Zaubermittel: Du liebst mich, du liebst mich nicht, du liebst mich….

 

Bei einer Wanderung durch die sich verjüngende Natur begegnen uns viele bezaubernde Frühlingsblüten. Eine unter ihnen erinnert viele von uns an ausgelassene Augenblicke in der Kindheit: das Gänseblümchen (Bellis perennis). Mit ihm bekränzen sich die Kinder heute noch im Spiel. Manche orakeln sogar mit den Blüten:»Er liebt mich, er liebt mich nicht, …« lautet der Zauberspruch.

Im Frühjahr bevölkern die freundlichen Korbblüten die Wiesen wie eine Schar verspielter Elfen. »Wenn Du mit einem Fuß auf sieben Gänseblümchen treten kannst, dann ist es Frühling«, besagt eine englische Volksweisheit. Statt auf der Elfenblume herumzutreten, sollte man lieber vor ihr auf die Knie gehen und drei Blüten mit dem Mund abbeißen. So taten es einst die weisen Frauen. Dem alten Glauben zufolge schützt dies das ganze Jahr über vor allerlei Krankheiten. Weil das Gänseblümchen schon sehr früh im Jahr blüht und die Rückkehr der Sonne ankündigt, war es in vorchristlicher Zeit der Frühlingsgöttin Ostara geweiht.

Vermutlich erkannten die Druiden ebenfalls seine Lichtnatur und sammelten die Blüten für ihren »Trank der Begeisterung«. Das »Sonnenauge«, so nannten die Alchimisten diese Blume, öffnet jedenfalls den Blick für das wiederkehrende Licht. Bellis, die Schöne, ist eine Prinzessin unter den Sonnenpflanzen: Der gelbe Blütenboden gleicht einer Sonnenscheibe, und perlmuttartig schimmernde weißrosa Zungenblüten bilden um diese herum einen Strahlenkranz. Die Körbchenblüte dreht sich im Tageslauf mit der Sonne von Ost nach West, öffnet und schließt sich in deren Rhythmus. Sie ist also ganz dem Licht zugewandt. Darüber hinaus zählt sie zu den Wetterorakelblumen: Wenn die Blüten morgens geschlossen bleiben oder sich tagsüber schließen, muss man mit Regen rechnen.

Im übertragenen Sinn schirmen seine Blüten auch uns vor schädlichen Außeneinflüssen ab und umgeben uns mit einem Schutzmantel aus Licht. Für unsichere Menschen, die unter dem Mauerblümchen-Syndrom leiden, ist sie eine Helferpflanze, die den Selbstschutz stärkt und die eigene Ausstrahlung verbessert.

Wie andere Sonnenanbeter ist auch das Gänseblümchen ein Vielheiler. Weil es fast das ganze Jahr hindurch blüht, spendet es Vitalität und ist auch ein hervorragendes Durchhaltemittel. Wer seelisch und körperlich schnell erschöpft ist, sollte sich mit ihm anfreunden. Mit  Gänseblümchen bringt man Licht in viele Rezepturen für Stoffwechsel und Immunsystem.

Das »Tausendschön« schmückt nicht nur Wildkräutersalate oder Sonnentees, es schenkt auch natürliche Schönheit von innen heraus. Wer sich in der eigenen Haut nicht wohl fühlt, zu Hautausschlägen oder in Stressphasen zu Fieberbläschen (Lippenherpes) neigt, findet mit ihm wieder zum eigenen Glanz. Besonders hilfreich ist Bellis bei chronischen Hautleiden wie etwa Akne oder Neurodermitis (z. B. Ceres Bellis Urtinktur).

Bellis enthält unter anderem Saponine. Innerlich wie äußerlich regen die Zubereitungen aus den sonnigen Blüten daher den Hautstoffwechsel an. Auch die antivirale Wirkung dürfte auf die Saponine zurückgehen. Nach einem langen Winter ist das Gänseblümchen jedenfalls ein Lichtblick für Körper, Seele und Geist.

Rezept: Frühjahrskur für die Haut

Die volksmedizinische Basismischung für Hautleiden aller Art besteht aus Erdrauchkraut, Stiefmütterchen und Walnussblättern. Die Stoffwechsel aktivierende Brennnessel, das freundliche Gänseblümchen und die Blut reinigende Gundelrebe ergänzen diese Rezeptur. Bei längerer Anwendung und eventuell auch als Waschung gebraucht, entlasten diese Kräuter den Hautstoffwechsel und regen die Hautregeneration an.

  • Brennnesselblätter 20 g
  • Erdrauchkraut 30 g
  • Gänseblümchenblüten 20 g
  • Gundelrebenkraut 20 g
  • Stiefmütterchenkraut 40 g
  • Walnussblätter 20 g

Die getrockneten Kräuter mischen, zwei Teelöffel mit ca. 200 ml kochendem Wasser überbrühen, etwa 8–10 Minuten ziehen lassen, abseihen, am besten ungesüßt trinken, ca. ½ Liter täglich für mindestens sechs bis acht Wochen. Ergänzend wirken Kuren mit Provitamin A regenerierend auf das Hautorgan. Dazu braucht man im Grunde genommen nur reichlich gelbe Nahrungsmittel in den Speiseplan integrieren, z. B. Karotte, Kürbis, Mango, Sanddorn.