Pflanzen mit antiviraler Wirkung

von Max Amann

mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Naturheilpraxis



Nicht alle Therapeuten halten Zubereitungen aus Pflanzen für Heilmittel. Andere wieder halten solche Zubereitungen im Zeitalter der Chemotherapie für veraltet. Die Heilkundigen, die Arzneimittel aus Pflanzen verwenden, bilden folgende zwei Gruppen:

Anhänger der Erfahrungsheilkunde
Diese haben das in vielen Jahrtausenden gesammelte Informationsmaterial von der Heilwirkung bestimmter Pflanzen studiert und die Richtigkeit der Therapieangaben überprüft. Diese Art des Vorgehens hat den Vorteil, dass man behandeln kann, ohne die Ursache der Krankheit oder den Mechanismus der Heilung zu kennen.

Anhänger der von der orthodoxen Medizin und der zeitgenössischen Wissenschaft geprägten Naturheilkunde
Für sie beruht die Heilwirkung einer Pflanze auf ihrem Gehalt an einem oder mehreren Wirkstoffen, die mit geeigneten Methoden isolierbar sind und deren chemische Struktur und Wirkungsweise aufgeklärt werden können. Auf diese Weise kann dem Wissenschaftsgläubigen nahegebracht werden, dass die Phytotherapie ein rationelles Heilverfahren ist und nicht auf Suggestion beruht. Die meisten Hochschulen der Welt und weitere Forschungseinrichtungen arbeiten seit Jahrzehnten intensiv an der Suche nach Pflanzenwirkstoffen, ihrer Isolierung, der Aufklärung ihrer chemischen Struktur und der Untersuchung ihrer Wirkungsweise. Die in den letzten 20 Jahren erzielten Fortschritte sind erstaunlich, doch ist erst ein Bruchteil aller weltweit bekannten Heilpflanzen untersucht. In schon untersuchten Pflanzen werden fortwährend weitere Wirkstoffe entdeckt, und es ist nicht unwahrscheinlich, dass ganze Wirkstoffgruppen noch nicht bekannt sind. Schon bekannte Inhaltsstoffe haben sicher vielfach Wirkstoffeigenschaften, die wir noch nicht einmal ahnen.

Dieser Artikel soll keine erschöpfende Auskunft über den Stand der wissenschaftlichen Phytopharmakologie geben, betreffend die Stoffe mit antiviraler Wirkung aus Pflanzen, sondern einige Hinweise aus Veröffentlichungen, Praxisbeobachtungen sowie Überlegungen, bei welchen Pflanzen Aussicht auf eine antivirale Wirkung besteht. Von der wissenschaftlichen Öffentlichkeit wenig beachtet, erscheinen immer wieder Artikel über die antivirale Wirkung von Pflanzenauszügen. Eine Veröffentlichung aus dem Jahr 1978 fand bei 178 untersuchten Heilpflanzen 75 Arten mit virusstatischer Wirkung. Die Resonanz solcher Veröffentlichungen, die eigentlich zur Entwicklung neuer Fertigarzneimittel zur Bekämpfung viraler Erkrankungen hätte führen müssen, war praktisch Null. Denn Hersteller synthetischer Arzneimittel sind nur am Vertrieb ihrer sehr kostspieligen Produkte interessiert, und Firmen, die Naturheilmittel herstellen, können nach dem Arzneimittelgesetz von 1976 die Zulassung neuer Produkte nicht mehr finanzieren. Der naturheilkundlich tätige Therapeut ist deshalb auf die Anwendung der wenigen schon existierenden Fertigarzneimittel (z.B. Esberitox) angewiesen oder er muss sich selbst Rezepte zusammenstellen aus pflanzlichen Einzelmitteln, die sich im Verkehr befinden. Hierzu braucht er einen tüchtigen Apotheker, der die Lieferlisten des Pharmazie-Großhandels kennt und imstande ist, Rezepte auszuführen. Erhältlich sind knapp 500 Tinkturen und Fluidextrakte (ohne homöopathische Urtinkturen) und knapp 800 getrocknete Pflanzen.
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Pflanzeninhaltsstoffe mit virusstatischer Wirkung

Teilt man die therapeutisch wirksamen Pflanzeninhaltsstoffe nach ihrer chemischen Struktur in Gruppen ein, so stellt man fest, dass sich antiviral wirkende Stoffe in den meisten Wirkstoffgruppen finden. Im folgenden werden Gruppen von Inhaltsstoffen mit besonders vielen virusinaktivierenden Vertretern genannt und als Beispiel .jeweils eine Pflanze, die stärker wirkende antivirale Stoffe dieses Typs enthält:

1. Gerbstoffe    - Melisse
2. Saponine    - Gänseblümchen
3. Flavonoide    - Birke
4. Alkaloide    - Chinarinde
5. Iridoidglykoside    - Ehrenpreis
6. ätherische Öle    - Eukalyptus
7. Polysaccharide    - Echinacea
8. sonstige Stoffe, z.B. Hypericin    - Johanniskraut

An diesen Beispielen ersehen Sie das Vorkommen antiviral wirkender Stoffe in vielen der am meisten gebrauchten Heilpflanzen.
Auch bei chemisch sehr ähnlichen Inhaltsstoffen kann diese Wirkung stark schwanken. Ferner schwankt der Wirkstoffgehalt nach Jahreszeiten und Jahrgängen. Viel problematischer aber ist der Verlust von Wirkstoffen bei der Aufarbeitung des Pflanzenmaterials. Die Wirkstoffe, z.B. Saponine, sind chemisch empfindlich und thermolabil. Die Kräuter des Handels sind aber wärmegetrocknet; Tinkturen und Fluidextrakte werden nach Vorschrift aus getrockneten Kräutern hergestellt. Nur homöopathische Urtinkturen sind, falls möglich, aus frischen, die auch zum optimalen Zeitpunkt geerntet wurden. Falls finanziell tragbar, ist es ratsam, antivirale Rezepte aus diesen zusammenzustellen.
Es gibt mit Sicherheit Tausende von Erkrankungen viraler Genese, deren Erreger noch unbekannt sind. So gut wie gesichert ist beispielsweise, dass der Brustkrebs des Menschen und die multiple Sklerose als Ursachen (wohl weitverbreitete) Virusinfektionen haben. Auch die Arteriosklerose gilt als virale Erkrankung. Die Annahme, dass bei jeder bösartigen Neubildung eine Virusinfektion einen der auslösenden Faktoren darstellt, hat viel für sich.
Die Suche nach Beweisen für obige Theorien hat erst begonnen. Es fehlen auch Untersuchungen einer möglichen prophylaktischen Wirkung der Inhaltsstoffe bei den beispielsweise genannten Erkrankungen.
Bewiesen ist bereits, dass die stark antiviral wirkenden Pflanzeninhaltsstoffe gewöhnlich auch eine Wirkung gegen Krebszellen haben. Hierzu liegt bereits eine größere Zahl Veröffentlichungen (Untersuchung in vitro / in vivo und an Freiwilligen) vor. Dieses außerordentlich interessante Phänomen kann folgendermaßen gedeutet werden:
1. Durch allgemein immunstimulierende Wirkung Zerstörung von Viren und Krebszellen.
2. Falls tatsächlich Krebs eine virale Erkrankung ist, durch Inaktivierung der Krebsviren.
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Wirkungsmechanismus am Beispiel von:

Echinacea, bes. E. purpurea
•  Die allgemeine Wirkung, auch gegen Bakterien, beruht auf einer Mitogenstimulation mit Anstieg von IgM und Zytokinspiegeln;
•  allgemein antivirale Wirkung durch Interferoninduktion, die zu erhöhter Produktion der virusstatischen Interferone führt;
•  direkte Wirkung gegen das Herpes simplex- und das Influenza-Virus.
Die Wirkung gegen weitere Virustypen muss noch untersucht werden.

Ringelblume
Auszüge aus der Ringelblume (altes Krebsmittel)
•  erhöhen die Phagozytose und
•  zeigen (in vitro und vivo) eine zytotoxische Wirkung gegen die verschiedensten Typen von Tumorzellen. Dies bewirken die Triterpensaponine.
Der Praktiker kennt die bakterizide, antimykotische und virusstatische Wirkung der Ringelblume, doch sind dem Referenten hierzu keine wissenschaftlichen Veröffentlichungen bekannt.
Übrigens zeigen Seifenkraut und Quillaja ähnliche Wirkungen wie die Ringelblume.
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Pflanzen, die bei viralen Erkrankungen helfen können

Abkürzungen und Zeichen:
(Rp) Pflanze ist rezeptpflichtig.
(§)    Krankheit darf nur vom Arzt behandelt werden.
(§?)  Abklären, ob meldepflichtige Krankheit vorliegt.

1. Immunstimulierende Pflanzen
Eine immunstimulierende Wirkung ist nicht identisch mit antiviraler oder bakterizider Wirkung.
Die immunstimulierende Wirkung einer Pflanze ist meistens komplex und wirkt fördernd auf mehrere Abwehrmechanismen. So fördert Baptisia die Phagozytose sowie die Lymphoblastenbildung; hierdurch erhöht sich die Zahl der T-Zellen und der Antikörpertiter. Manche Pflanzen enthalten gleichzeitig immunstimulierende und immunsuppressive Stoffe; beispielsweise wirkt das ätherische Öl von Kassiazimt immunstimulierend, die nichtflüchtigen Stoffe im wässrigen Auszug immunsuppressiv. Süßholz wurde früher als immunsuppressiv eingestuft (cortisolartige Wirkung), ist aber erwiesenermaßen immunstimulierend. In manchen Pflanzengattungen wirken die einzelnen Arten unterschiedlich. Beispiel: Angelica acutiloba wirkt immunstimulierend, A. sinensis immunsuppressiv. - Ein typischer Immunstimulator ist Echinacea.

2. Allgemein virustatisch wirkende Mittel
Diese kann man in Rezepten aller Krankheiten gesicherter oder angenommener viraler Genese verwenden. - Eine typische, antiviral wirkende Pflanze ist Meisterwurz.
Die später zu dieser Gruppe genannten Pflanzen haben möglicherweise eine Wirkung gegen onkogene, das sind krebserzeugende Viren.

3. Spezifische Mittel gegen bestimmte virale Erkrankungen
Es werden hier auch Leiden angegeben, die der Heilpraktiker nicht behandeln darf. Dargestellt werden soll das therapeutische Potential der angegebenen Pflanzen. - Beispiel für die spezifische Wirkung einer Pflanze: Lakritze inaktiviert AIDS-Viren.
In Rezepten können Pflanzenpräparate aus den drei genannten Gruppen beliebig gemischt werden, wobei die Rezepte zwischen drei und zehn Einzelmittel enthalten sollten. Ratsam ist, spezifischen Mitteln auch Mittel aus 1. und 2. zuzusetzen.

Zu 1.: Pflanzen, deren immunstimulierende Wirkung wissenschaftlich erwiesen ist
• Arnika (Arnica montana)
 • Lebensbaum (Thuja occidentalis)
• Benediktenkraut (Cnicus benedictus)
 • Mistel (Viscum album)
• Blasentang (Fucus vesiculosus)
 • Oleander (Nerium oleander)
• Brennessel (Urtica dioica)
 • Ringelblume (Calendula officinalis)
• Echinacea (E. angustifolia, E. purpurea)
 • Sägepalme (Sabal serrulata)
• Engelwurz, Ostasiatische (Angelica acutiloba)
 • Süßholz (Glyzyrrhiza glabra)
• Eleutherokokkus (Acanthopanax senticosus)
 • Tragant, Gelber (Astragalus mongolicus)
• Ginseng (Panax ginseng)
 • Wasserdost (Eupatorium cannabinum)
• Indigo, Wilder (Baptisia tinctoria)
 • Zimt (Cinnamomum cassia)
• Kermesbeere (Phytolacca americana)

Zu 1.: Pflanzen, deren immunstimulierende Wirkung anzunehmen ist
• Berberitze (Berberis vulgaris)
 • Quendel (Thymus serpyllum)
• Chinarinde (Cinchona spp.)
 • Sanikel (Sanicula europaea)
• Engelwurz (Angelica silvestris, A. archangelica)
 • Thymian (Thymus vulgaris)
• Enzian, alle Arten (Gentiana spp.)
 • Tigerkraut (Hydrocotyle asiatica)
• Haarstrang (Peucedanum officinale, P. oreoselinum)
 • Wacholder (Juniperus communis)
• Liebstöckel (Ligusticum levisticum, L. wallichii)
 • Waid (Isatis tinctoria)
• Meisterwurz (Imperatoria ostruthium)
 • Zypresse (Cupressus sempervirens)
• Mutterwurz (Ligusticum mutellina, L. mutellinoides)

Zu 2.: Allgemein antiviral wirkende Pflanzen (aus Literatur und eigenen Beobachtungen)
• Benediktenkraut (Cnicus benedictus)
 • Melisse (Melissa officinalis)
• Bibernelle (Pimpinella major)
 • Osha (Ligusticum porteri)
• Echinacea (E. purpurea, E. angustifolia)
 • Pfaffenhütchen (Euonymus europaea), giftig
• Eleutherokokkus (Acantopanax senticosus)
 • Seifenkraut (Saponaria officinalis)
• Engelwurz (Angelica archangelica, A. silvestris)
 • Storchschnabel (Geranium robertianum)
• Gänseblümchen (Bellis perennis)
 • Thymian (Thymus vulgaris)
• Gamander (Teucrium chamaedrys)
 • Waid (Isatis tinctoria)
• Geranium (Geranium odoratissimum), ätherisches Öl
 • Wasserdost (Eupatorium cannabinum)
• Ingwer (Zingiber officinale)
 • Wetterdistel (Carlina acaulis)
• Klette (Arctium lappa)
 • Zimt (Cinnamomum cassia)
• Meisterwurz (Imperatoria ostruthium)

Zu 2.: Pflanzen, deren allgemein antivirale Wirkung anzunehmen ist
• Berberitze (Berberis vulgaris)
 • Rainfarn (Tanacetum vulgare)
• Disteln (Cirsium spp., Carduus spp.)
 • Riementang (Laminaria saccharina, L. spp.)
• Eselsdistel (Onopordon acanthium)
 • Rose (Rosa spp.) alle Teile der Pflanze, ätherisches Öl
• Lebensbaum (Thuja occidentalis)
 • Salbei, alle Arten (Salvia spp.)
• Liebstöckel (Ligusticum levisticum)
 • Zypresse (Cupressus sempervirens)
• Mädesüß (Filipendula ulmaria)

Zu 2.: Pflanzen, bei denen eine Wirkung gegen onkogene Viren anzunehmen ist
• Bittersüß (Solanum dulcamara)
 • Porlinge (Polyporus spp.)
• Braunwurz (Scrophularia nodosa)
 • Quecke (Agropyron repens)
• Eselsdistel (Onopordon acanthium)
 • Ringelblume (Calendula officinalis)
• Eukalyptus (Eucalyptus globulus)
 • Storchschnabel (Geranium robertianum)
• Gänseblümchen (Bellis perennis)

Zu 3.: Pflanzen mit spezifischer Wirkung
Virale Angina:
• Alant (Inula helenium)
 • Thymian (Thymus vulgaris)
• Bockshornklee (Trigonella foenum graecum)
 • Wacholder (Juniperus communis)
• Eiche (Quercus robur)
 • Waid (Isatis tinctoria)
• Rose (Rosa spp.)
 • Walnuß (Juglans regia)
• Storchschnabel (Geranium robertianum)
 • Ysop (Hyssopus officinails)
• Süßholz (Glyzyrrhiza glabra)
Mumps:
• Benediktenkraut (Cnicus benedictus)
 • Süßholz (Glyzyrrhiza glabra)
• Brennessel (Urtica dioica)
 • Wacholder (Juniperus communis)
• Engelwurz (Angelica spp.)
 • Waid (Isatis tinctoria)
• Ginseng (Panax ginseng)
 • Zypresse (Cupressus sempervirens)
• Ringelblume (Calendula officinalis)
Zusätzlich Mittel der Listen 1 und 2 verwenden.
Mononukleose:
Mittel aus den Listen für Mumps und Herpes.
Katarrhalischer Infekt (Rhinoviren usw.) - Grippaler Infekt (§?) - Influenza (§) - Cocksackie (§):
• Alant (Inula helenium)
 • Indigo, Wilder (Baptisia tinctoria)
• Andorn (Marrubium album)
 • Ingwer (Zingiber officinale)
• Bibernelle (Pimpinella major)
 • Kermesbeere (Phytolacca americana)
• Birke (Betula alba)
 • Meisterwurz (Imperatoria ostruthium)
• Bohnenkraut (Satureja hortensis)
• Melisse (Melissa officinalis)
• Boretsch (Borago officinalis)
 • Quendel (Thymus serpyllum)
• Chinarinde (Cinchona succirubra)
 • Salbei (Salvia officinalis)
• Dachwurz (Sempervivum tectorum)
 • Schachtelhalm (Equisetum arvense)
• Dost (Origanum vulgare)
 • Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria), giftig
• Dotterblume (Caltha palustris)
• Seifenkraut (Saponaria officinalis)
• Echinacea (E. purpurea, E. angustifolia)
• Skabiose (Scabiosa columbaria)
• Engelwurz (Angelica spp.)
 • Storchschnabel (Geranium robertianum)
• Enzian, Gelber (Gentiana lutea)
 • Taubnessel (Lamium album)
• Erle (Alnus glutinosa)
 • Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea)
• Esche (Fraxinus excelsior)
 • Thymian (Thymus vulgaris)
• Eukalyptus (Eucalyptus globulus)
• Wasserdost (Eupatorium cannabinum)
• Fieberklee (Menyanthes trifoliata)
 • Wegerich, alle Arten (Plantago spp.)
• Gänseblümchen (Bellis perennis)
 • Wetterdistel (Carlina acaulis)
• Gamander (Teucrium chamaedrys, T. scorodonia, T. scordium)
 • Ysop (Hyssopus officinalis)
• Gelsemium (Gelsemium sempervirens) (Rp)
 • Zimt (Cinnamomum cassia)
• Gundermann (Glechoma hederacea)
• Zwiebel (Allium cepa)
• Heidekraut (Calluna vulgaris, Erica carnea)
Herpes simplex, Herpes zoster:
• Bittersüß (Solanum dulcamara)
 • Sarsaparilla (Smilax sarsaparilla)
• Blasentang (Fucus vesiculosus)
 • Schachtelhalm (Equisetum arvense)
• Bohnenkraut (Satureja hortensis, S. montana)
 • Seifenkraut (Saponaria officinalis)
• Brombeere (Rubus fruticosus), Blätter
 • Simaruba (Simaruba amara)
• Echinacea (E. purpurea, E. angustifolia)
 • Stiefmütterchen (Viola tricolor)
• Himbeere (Rubus idaeus)
 • Storchschnabel (Geranium robertianum)
• Klette (Arctium lappa)
 • Ulme (Ulmus campestris)
• Melisse (Melissa officinalis)
 • Ysop (Hyssopus officinalis)
• Muskateller-Salbei (Salvia sclarea)
 • Zypresse (Cupressus sempervirens)
• Pfaffenhütchen (Euonymus europaea)
Polio (§):
• Adonis (Adonis vernalis), etwas giftig
 • Oleander (Nerium oleander), giftig
• Christrose (Helleborus niger) (Rp)
 • Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria), giftig
• Fingerhut, Roter (Digitalis purpurea) (Rp)
 • Simaruba (Simaruba amara)
• Germer, Weißer (Veratrum album) (Rp)
 • Strophantus (Strophantus kombé) (Rp)
sowie die allgemein antiviralen Mittel.
Infektiöse Hepatitis (§):
• Andorn (Marrubium album)
 • Melisse (Melissa officinalis)
• Artischocke (Cynara scolymus)
 • Odermennig (Agrimonia eupatoria)
• Berberitze (Berberis vulgaris)
 • Orthosiphon (Orthosiphon stamineus)
• Boldo (Peumus boldo)
 • Ringelblume (Calendula officinalis)
• Ehrenpreis (Veronica officinalis)
 • Rosmarin (Rosmarinus officinalis)
• Linde (Tilia spp.), Blüte
 • Schöllkraut (Chelidonium majus)
• Löwenzahn (Taraxacum officinale)
 • Waldmeister (Asperula odorata)
sowie die allgemein antiviralen Mittel.
Masern (§):
• Berberitze (Berberis vulgaris)
 • Kiefer (Pinus silvestris)
• Boretsch (Borago officinalis)
 • Klette (Arctium lappa)
• Bibernelle (Pimpinella major)
 • Kreuzblume, Bittere (Polygala amara)
• Echinacea (E. purpurea, E. angustifolia)
 • Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)
• Eukalyptus (Eucalyptus globulus)
 • Mädesüß (Filipendula ulmaria)
• Hamamelis (Hamamelis virginiana)
 • Quendel (Thymus serpyllum)
• Johanniskraut (Hypericum perforatum)
 • Thymian (Thymus vulgaris)
• Kermesbeere (Phytolacca americana)
 • Zimt (Cinnamomum cassia)
außerdem allgemein antivirale Mittel und insbesondere die allgemein immunstimulierenden Mittel.
Röteln:
Wie Masern.
Windpocken:
• Alant (Inula helenium)
 • Lavendel (Lavandula officinalis)
• Artischocke (Cynara scolymus)
 • Löwenzahn (Taraxacum officinale)
• Bibernelle (Pimpinella major)
 • Minze (Mentha spp.)
• Boldo (Peumus boldo)
 • Ringelblume (Calendula officinalis)
• Buchs (Buxus sempervirens)
 • Schafgarbe (Achillea millefolium)
• Klette (Arctium lappa)
 • 
AIDS (§):
Zur Information: Seit 1990 sind japanische und chinesische Veröffentlichungen erschienen, die an Zellkulturen von einer guten Wirkung folgender Pflanzen berichteten:
• Braunelle (Prunella vulgaris)
 • Süßholz (Glyzyrrhiza glabra)
• Johanniskraut, alle Arten (Hypericum spp., bes. H. perforatum)
 • Veilchen, Chinesisches (Viola yeodensis)
• Lackporling, Glänzender (Ganoderma lucidum)
 • Castanospermum australe, wirkt stark aktivierend auf die T4-Zellen
• Rotalge (Schizymenia pacifica)
 • 
Die Suche nach einem Heilmittel gegen AIDS aus der Pflanzenwelt ist nicht aussichtslos.

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Rezepte und Fallbeschreibung

Die angegebenen Rezepte sind ausschließlich Beispiele. Bei Anwendung sind die Rezepturen individuell zu erarbeiten und die Applikationen dem Fall entsprechend zu wählen.

1. Virusangina/Mischangina
Rp.
Calendula Ø
Echinacea purpurea Ø
Geranium robertianum Ø
Inula helenium Ø
Solidago virgaurea Ø aa 20,0
M. mehrmals täglich mit verdünnter Lösung gurgeln, Lösung schlucken.

2. Herpes simplex
Patient hat nässende Einrisse in den Mundwinkeln. Immunstatus und Stoffwechsel unauffällig. Kein Vitamin-B2-Mangel.
Nach 4wöchiger erfolgloser Behandlung mit Pilzmitteln kam ich auf die Idee, dass es ein persistierender H. simplex sein könnte.
Rp.
Echinacea Ø
Geranium robertianum Ø
Melissa Ø aa 20,0
M. mehrmals täglich unverdünnt auftupfen; innerlich mehrmals täglich 15 Tropfen. Ergebnis: Nach 2 Tagen ausgeheilt; Erkrankung nicht mehr wiedergekommen.

3. Patient hat handfeste Erkältung mit Lungenbeteiligung, Zustand des adynamischen Fiebers, Krankheit wird weder besser noch schlechter.
Rp.
Esberitox
Carduus benedictus Ø China Ø
Inula helenium Ø
Plantago major Ø aa 20,0
M. mehrmals täglich einen Teelöffel in etwas Wasser.

4. Finanzschwacher Patient kränkelt dauernd vor sich hin, Erkältungen, Herpes, chronische Müdigkeit, HIV-negativ, keine Hepatitis C.
Patient soll sich im Kräuterladen
Alantwurzel,
Angelikawurzel,
Melisse,
Storchschnabel,
Zimtpulver
holen und zu Tee mischen. - Teezubereitung erklären.
2- bis 3mal täglich eine große Tasse.

5. Chronisches Müdigkeitssyndrom
Falls kein psychiatrischer Fall vorliegt, finden sich beim Patienten mit monotoner Regelmäßigkeit mindestens zwei höhere Antikörpertiter gegen Viren:
Herpes, Grippe, M. Pfeiffer usw.
Behandlung: Sie setzen ein Rezept aus immunstimulierenden und allgemein antiviral wirkenden Mitteln zusammen. Für TCM-Kenner: Da alle viralen Erkrankungen nach den Regeln der traditionellen chinesischen Medizin Leere-Zustände darstellen, wählen Sie die energiezuführenden Mittel aus diesen Listen, z. B. Benediktenkraut, Brennnessel, China, Eleutherokokkus, Ingwer, Rose usw.

Das Referat zeigt also, dass vielverwendete Arzneipflanzen oft auch antivirale Wirkung haben.
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Literatur

     beim Verfasser.
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