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Das Erkrankungsbild des Herpes simplex
Die Herpesinfektion findet meistens im Kleinkindalter statt und verläuft
zu ca. 99% subklinisch; bei nur ca. 1% der Infizierten nimmt die Infektion
den akuten Verlauf einer virämischen, fieberhaften Erkrankung von 6
bis 10 Tagen Dauer, meist unter dem Bild einer Stomatitis herpetica. Gerade
bei Kindern können dabei aber auch Komplikationen auftreten, wie z.B.
eine Meningoenzephalitis herpetica oder eine Superinfektion, die besonders
Kinder mit vorgeschädigter Haut, z.B. Neurodermitis, betrifft.
Eine Übertragung kann durch eine Tröpfchen-. Kontakt- oder
Schmierinfektion geschehen.
Der Virus kann im Speichel, im Bläschensekret,
zum Teil im Stuhl und, je nach Verlaufsform, auch im Liquor nachgewiesen
werden.
Nach der Erstinfektion persistiert das Virus im Nervensystem. Durch
Defekte der zellulären Immunität kommt es bei vielen Patienten
zu Rezidiven (Herpes simplex recidivans).
Ausgelöst werden die Rezidive z.B.
prämenstruell oder durch fieberhafte Infekte, Höhen- bzw. verstärkte
Sonnenstrahlung, übergroße Anstrengung, gastro-intestinale
Störungen, vermehrte Stressbelastung, Depressionen, immunsuppressive
Therapien, Vitaminmangel und Umweltgifte wie z.B. Schwermetalle.
Es kommt dabei zum Aufschießen gruppenweise
angeordneter Bläschen auf entzündlichem Grund, die nach einigen
Tagen eintrocknen und unter Krustenbildung abheilen. Auch nach der Krustenbildung
ist das Serum, das sich unter der Kruste bildet, infektiös, weswegen
auf Hygiene geachtet werden sollte. Ähnlich wie die Infektion mit
dem Epstein-Barr-Virus, die im Volksmund auch "Kußkrankheit" genannt
wird, kann sich Herpes simplex durch engen Körperkontakt übertragen.
Die regionären Lymphknoten können im Krankheitsverlauf anschwellen
und druckempfindlich sein.
Je nach Erscheinungsort der Bläschen, die vornehmlich an den Umschlagsstellen
von Haut und Schleimhaut auftreten, werden folgende Verlaufsformen unterschieden:
Herpes labialis (Lippen), Herpes nasalis (Nase), Herpes genitalis (Genitalschleimhaut),
Herpes perianalis (Analpforte), Keratoconjunctivitis herpetica (Augenbindehaut),
Stomatitis herpetica (Mundschleimhaut).
Aber auch an anderen Hautpartien kann es
zu Herpeserscheinungen kommen, vor allem bei vorgeschädigter Haut,
z.B. durch Ekzeme, Tätowierungen oder Sonnenbrand. Eine Differentialdiagnose
gegenüber Herpes zoster ist hier in jedem Fall notwendig. Meistens
treten Rezidive an denselben Hautpartien auf (Herpes simplex recidivans
in loco).
Neben den Symptomen der auslösenden
Erkrankung bzw. Lebenssituation, kündigen sich Rezidive meist durch
Juckreiz, Brennen, Spannungsgefühl und Trockenheit der betroffenen
Hautpartien an. Meist klagt der Patient dabei über eine, schon länger
vorhandene, Erschöpfung, und das Allgemeinbefinden ist in der Regel
schlecht.
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Zur Therapie des Herpes simplex
Die Naturheilkunde verfügt über eine Reihe von Möglichkeiten,
die Rezidivintervalle deutlich zu verlängern, und nicht selten kann
mit diesen sogar eine völlige Symptomenfreiheit bewirkt werden.
Folgende Kriterien sollte eine Therapie dazu erfüllen:
- eine immunstimulierende Therapie unter
anderem mit viruziden Mitteln;
- eine roborierende Therapie, um der Erschöpfung
entgegen zu wirken;
- eine Therapie mit Haut- und Schleimhautmitteln,
die eine wundheilende und keimtötende Wirkung haben;
- eine entgiftende Therapie, um Toxine auszuleiten;
- eine auf die Konstitution ausgerichtete
Therapie, um der Rezidivneigung und Chronizität des Leidens zu
begegenen.
Grundsätzlich kann das Leiden gleichzeitig von Außen wie von
Innen therapiert werden.
Im Vordergrund der Therapie steht zunächst eine symptomatische
Therapie zur Linderung der Beschwerden. Eine solche Therapie sollte im
akuten Fall möglichst schon bei den ersten Symptomen erfolgen und
mindestens bis eine Woche nach Abklingen der Symptome fortgeführt
werden. Am besten eignen sich hierzu Vitaminpräparate, Enzyme, Phytotherapeutika
und Homöopathika in Tiefpotenzen.
Mit Hilfe von Nosoden und geeigneten Homöopathika
in Hochpotenzen, kann dann der Rezidivneigung vorgebeugt werden. Am besten
geeignet sind hierfür die beschwerdefreien Intervalle.
Die nachfolgenden Angaben zur Therapie beziehen sich auf den erwachsenen
Menschen und müssen selbstverständlich den jeweiligen Gegebenheiten
(Alter, Krankheitsbild etc.) angepaßt werden.
1. Vitaminpräparate, Organmittel und Enzyme
Bekanntlich bietet Vitamin A den Haut- bzw. Schleimhautzellen Schutz vor
dem Eindringen von Viren, Bakterien sowie Pilzen. Bei einer entsprechenden
Infektion der Haut fördert es die Regeneration der geschädigten
Zellen. Bewährt hat sich besonders "A-Mulsin forte" (1 x
tgl. 6 bis 10 Tropfen), da sich die Zusammensetzung der Emulsion an der
Muttermilch orientiert, weswegen eine besonders gute Resorption gewährleistet
ist.
Neben der innerlichen Verabreichung von Vitamin A, kann damit auch die
betroffene Hautstellen betupft werden, z.B. im Wechsel mit Salbenpräparaten.
Tamponagen mit "A-Mulsin forte" wurden beispielsweise schon
mit Erfolg von Gynäkologen bei Herpes genitalis und bei Zervix-CA
eingesetzt.
Vitamin A akkumuliert in der Thymusdrüse,
deren Tonisierung bei Virusinfektionen und ständigem Stress erforderlich
ist. Aus diesem Grund sollte Vitamin A mit Thymuspräparaten, z.B.
"Thymus Mucos" (3 x tgl. 1 bis 2 Tabletten vor dem Essen), kombiniert
werden.
Vitamin E (z.B. "Sanavitan E 400", 1 bis 2 x tgl. eine Kapsel,
"E - Mulsin fortissimum", bis zu 25 Tropfen tgl., "A-E
Mulsin forte", 20 Tropfen tgl.) sollte wegen seiner Wirkung als Antioxydans
und als Schutz- bzw. Regenerationmittel der Leber eingesetzt werden. Dies
gilt besonders bei einer erhöhten Strahlen- und Ozonbelastung, vorzeitigen
Alterungserscheinungen und bei erhöhter Exposition gegenüber
Umweltgiften (z.B. Raucher, Abgase). In der Kosmetik wird auch die zellregenerierende
Wirkung von Vitamin E sehr geschätzt, die für eine beschleunigte
Abheilung der Herpesbläschen genutzt werden sollte.
Vitamin C (Ascorbinsäure als Pulver, ca. 1/2 bis 1 Teelöffel
täglich in Wasser) wird zur Steigerung der körpereigenen Abwehrvorgänge,
zur Verbesserung der Wundheilung und als Schutz vor Umweltgiften eingesetzt.
Besonders bei Dysbiose des Darms, Streß,
Rauchern und Infektionen ist der Bedarf erhöht.
Vitamin C aktiviert eine Reihe von Hydroxylierungsreaktionen,
wodurch viele Umweltgifte schneller von der Leber verarbeitet und harnpflichtig
gemacht werden können.
Bei Infektionen sollte man in diesem Zusammenhang
auch die Zitrone (Citrus limonum), als altes Hausmittel, nicht vergessen.
Neben ihrem hohen Gehalt an Vitamin C enthält sie bis zu 10% Zitronensäure,
die ein Synergist für Antioxydantien ist. Besonders bei Giftstoffen,
die über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden, ist Zitronensaft
eines der besten Entgiftungsmittel überhaupt.
Zitronensaft zusammen mit anderen immunstimulierenden
Mittel (z.B. "Esberitox N") hat schon bei so mancher Infektion
wahre Wunder bewirkt.
Neben einer Vitamintherapie, haben sich auch proteolytische Enzyme bewährt
("Wobe-Mugos Salbe", 1-2 x tgl., im Wechsel mit phytotherapeutischen
Salben, "Wobe-Mugos Tabletten", ca. 3 x 2 pro Tag, für
ca. 1 Woche). Eine Enzymtherapie sollte zusammen mit Phytotherapie und
Homöopathie erfolgen.
Phytotherapeutika spielen in der Therapie des
Herpes simplex eine wichtige Rolle. Sie sollen als "Erste-Hilfe-Mittel"
vor allem eine symptomatische Linderung des Leidens bewirken. Dabei sind
besonders immunstimulierende und viruzide Wirkungen einiger Kräuter
von Bedeutung. Ferner werden wundheilende, die Resistenz von Haut und Schleimhaut
steigernde, entgiftende sowie roborierende Eigenschaften von Kräutern
für die Herpes simplex Therapie genutzt.
Die meisten Phytotherapeutika haben sich auch
in einer äußerlichen Therapie bewährt und werden in Form
von Einpinselungen, bzw. Salbenpräparaten eingesetzt.
Falls finanziell möglich, sollten als
galenische Zubereitungsform aus Frischpflanzen hergestellte homöopathische
Urtinkturen verwendet werden, da virusinaktivierende Stoffe häufig
sehr empfindlich sind und beim Trocknen des Pflanzenmaterials zerstört
werden; Beispiele hierfür sind Iridoidglykoside oder Saponine.
Als besonders wirksam bei Infektionen mit Herpes-simplex-Virus Typ I
und II erwiesen sich Auszüge aus Melisse (Melissa officinalis).
Bekannt sind in der Regel die karminativen,
sedierenden, spasmolytischen und antibakteriellen Wirkungen der Melisse
wegen ihres ätherischen Ölgehalts. Ihre wasserlöslichen
Wirkstoffe ("Lamiaceengerbstoffe") sind dagegen bei Herpes simplex,
äußerlich wie innerlich angewendet, wirksam.
Nach einer Studie, an der 115 an Herpes
simplex Erkrankte teilnahmen, und in der Melisse als einziges Therapeutikum
eingesetzt wurde, waren schon am vierten Tag 60 % und am achten Tag 95%
der Läsionen abgeheilt. Bei 69% konnte das rezidivfreie Intervall
deutlich verlängert werden.
Die Wirkung erfolgt vermutlich durch eine
Anbindung der Gerbstoffe an Virus- und Zellmembranproteinen, wodurch eine
Adsorption der Viren an die Zellmembran verhindert wird.
Neben Melisse sollte der Sonnenhut (Echinacea purpurea, E. angustifolia)
in keinem Herpes-simplex-Rezept fehlen. Der Handel liefet eine Reihe von
hochwirksamen Präparaten aus dem Sonnenhut zur Anregung körpereigener
Abwehrvorgänge. Diese wirken nicht nur nachgewiesenermaßen
bakterizid und viruzid, sondern beschleunigen auch die Wundheilung. Sonnenhut
wird am besten mit weiteren immunstimulierenden Pflanzen kombiniert.
Hierzu zählt z.B. Schachtelhalm (Equisetum
arvense). Neben seiner entgiftenden Wirkung als Diuretikum, wird Schachtelhalm
auch zur Immunstimulation, Wundheilung und als Hämostyptikum verwendet.
Sein hoher Gehalt an Kieselsäure stimuliert
die Leukozytenaktivität. Kieselsäure wird nach anthroposophischen
Vorstellungen auch zur Formung der Bildekräfte bei chronisch-entzündlichen
Prozessen von Haut und Schleimhaut benötigt.
Die französische Naturheilkunde verwendet
Schachtelhalm vor allem als Nervinum, zur Entgiftung des Nervensystems
von Toxinen und zur Stimmungsaufhellung. Dies ist umso bedeutsamer, wenn
man bedenkt, daß der Herpes-simplex-Virus im Nervensystem persistiert,
und besonders unter nervlicher Beanspruchung Rezidive entstehen können.
Neben großen Mengen an Mineralien
enthält Schachtelhalm auch Flavonoide wie Quercetin.
Flavonoide wirken antiphlogistisch (Hemmung
der Entzündungsmediatoren) und antihämorrhagisch (verringern
Kapillardurchlässigkeit). Quercetin, das sich in Versuchen als Herpes-simplex-spezifisch
erwiesen hat, ist auch in vielen anderen Pflanzen enthalten, die bei dieser
Erkrankung angewendet werden.
So ist Quercetin z.B. in der Mistel (Viscum
album) enthalten, die sich besonders bei Hautschäden infolge von
Strahlungen bewährt hat. Darüberhinaus wirkt sie durch ihren
Lektingehalt und ihre Viscotoxine immunstimulierend und wird besonders
bei Entartungstendenzen des Zellgewebes benötigt. Wie zuvor festgestellt,
ist eine solche Entartung nach jahrelangen Herpesrezidiven nicht selten.
Auch bei vorgeschädigter Haut, z.B. durch Tätowierungen, kann
es lokal immer wieder zu Herpesrezidiven kommen, die bedenklich erscheinen.
In solchen Fällen hat sich "Echinacea / Viscum Gelatum"
(Wala) bewährt.
Aber auch Johanniskraut (Hypericum perforatum) sollte bei Virusinfektionen
angewendet werden. Neben seiner antidepressiven und euphorisierenden Wirkung
hat es ebenfalls antibiotische und antivirale Eigenschaften. In vitro
erwies es sich sogar als Anti-HIV wirksam. Johanniskraut wird besonders
gebraucht, wenn Patienten unter Herpesrezidiven, vorzugsweise im Winter
und in Zusammenhang mit Depressionen, leiden. Als Nerventonikum, Adaptogen
und als Immunstimulans spielt auch die Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus)
eine wichtige Rolle.
Nach russischen Studien sollte man sie bei
allen viralen Erkrankungen einsetzen, besonders bei Infektionen, die wie
Herpes simplex mit einem Erschöpfungssyndrom einhergehen.
Außerdem werden bei Herpes simplex
saponinhaltige Pflanzen eingesetzt, die zum Teil auch antibiotisch und
antiviral wirken.
| Phytotherapeutische
Rezeptbeispiele
Die nachfolgenden Rezepte sollen zeigen, wie einzelne Phytotherapeutika,
je nach Ursache, sinnvoll kombiniert werden können.
Rp. 1
Ursache: Depression und Infekt, vorzugsweise im Winter.
Hyperforat
Esberitox N aa 50.0
Ex. Melissae fld. 100.0
M.D.S., 3 x tgl. 30 Tropfen, zusätzlich 2 x tgl. lokal einpinseln.
Rp. 2
Ursache: Sonnen- oder Höhenstrahlung.
Bellis perennis Ø
Echinacea Ø
Melissa officinalis Ø
Sempervivum tectorum Ø
Solidago virgaurea Ø aa 20.0
M.D.S., 3 x tgl. 20 - 30 Tropfen; zusätzlich 2 x tgl. lokal
einpinseln.
Rp. 3
Ursache: Intoxikation nach Entfernen von Amalgam.
Echinacea Ø
Eleutherococcus Ø
Equisetum arvense Ø
Quercus e cortice Ø
Solidago virgaurea Ø aa 10.0
Ex. Melissae fld.
Ex. Juglandis Folii fld. aa ad 250.0
M.D.S., die ersten 3 Tage, 5 x tgl. 30 Tropfen; danach, 3 x tgl.
30 Tropfen; zusätzlich 2 x tgl. lokal einpinseln.
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So wird beispielsweise
Bittersüß (Solanum dulcamara) in Zusammenhang mit allergischen
Grunderkrankungen, vorzugsweise Hautallergien, eingesetzt. Bittersüß
wirkt antiphlogistisch, antiallergisch und analgetisch und ist ein gutes
Mittel bei juckenden und brennenden Hauterscheinungen.
Als weitere Saponindroge hat sich Goldrute
(Solidago virgaurea) bewährt. Ihre Bedeutung in der Nierenheilkunde
dürfte allgemein bekannt sein. Das "heidnisch Wundkraut",
wie sie im Volksmund auch genannt wird, verwendet die Volksheilkunde auch
bei bakteriellen und viralen Entzündungen und zur Wundheilung. Diese
Indikationen konnten pharmakologisch bestätigt werden. Sie sind auf
ihren Gehalt an Saponinen, Flavonoiden wie Quercetin sowie auf Gerbstoffe
zurückzuführen.
Gerbstoffe spielen in der Wundheilung eine
bedeutsame Rolle. Sie wirken durch die Bildung einer Koagulationsmembran
in den obersten Schichten der Schleimhaut und des Bindegewebes reizmildernd,
entzündungswidrig, schwach lokalanästhetisch, sekretionshemmend,
trocknend auf Haut und Wunden und bakterizid. Daneben bilden Gerbstoffe
mit Eiweißstoffen, Schwermetallionen und Alkaloiden Verbindungen,
die in Wasser schwer löslich sind, weswegen sie auch als Antidote bei
Schwermetall- und Alkaloidintoxikationen sowie als Antiallergika verwendet
werden. In der Paxis hat sich diese entgiftende Wirkung auch bei weiteren
Toxinen, z.B. Insektiziden und Bakterien- sowie Virustoxinen, gezeigt. Nicht
selten sind Umweltgifte wie Schwermetalle für Rezidive verantwortlich.
Neben ihrer entgiftenden, adstringierenden, wundheilenden, antiallergischen
und hautschützenden Funktion, sind viele Gerbstoffdrogen auch vitalitätssteigend.
Als gerbstoffreiche Pflanzen werden bei
Herpes simplex vor allem Eichenrinde (Quercus robur; robur = Kraft), Ratanhiawurzel
oder die Rinde des afrikanischen Baumes Okoubaka aubrevillei verwendet.
Auch Gänseblümchen (Bellis perennis)
enthält unter anderem, Gerbstoffe, und hat sich bei bakteriellen
und viralen Leiden sowie als Tonikum bewährt.
Ganz ähnlich ist die Bedeutung vom
Dachwurz (Sempervivum tectorum) einzuschätzen. Neben seinen tonisierenden
Eigenschaften wird er bei Entzündungen und degenerativen Erkrankungen
von Haut und Schleimhaut eingesetzt. Dachwurz ist ein bewährtes Mittel
der Volksheilkunde bei Entartungen des Zellgewebes. Besonders bei Hautschäden
durch Umweltgifte und Strahlungen, kann Dachwurz mit Erfolg eingesetzt
werden. Eine bemerkenswerte Parallele dazu bildet der Gebrauch des Dachwurz
im Volksaberglauben. Sein Name rührt daher, daß er als Schutz
vor Blitzeinschlag und Unglück auf das Dach gepflanzt wurde.
Keineswegs wären damit alle Pflanzen genannt. Prof. Dr. G. May
untersuchte 1978 eine Reihe von Phytotherapeutika auf ihre Wirksamkeit
bei Herpes simplex Infektionen. Die Versuche wurden durch die Abteilung
für Medizinische Virologie im Zentrum der Hygiene, Frankfurt am Main,
durchgeführt und ergaben für einige weitere Pflanzenextrakte
positive Ergebnisse, die sich in der Praxis bestätigen lassen, so
z.B. für Bärentraube (Arctostaphylos uva ursi), Brombeere (Rubus
fruticosus), Eukalyptus (Eucalyptus globulus), Himbeere (Rubus idaeus),
Indischen Nierentee (Orthosiphon stamineus), Mädesüß (Filipendula
ulmaria), Odermennig (Agrimonia eupatoria), Rosmarin (Rosmarinus officinalis),
Salbei (Salvia officinalis), Storchschnabel (Geranium robertianum), Thymian
(Thymus vulgaris), Tormentill (Potentilla erecta), Wacholder (Juniperus
communis) und Weißdorn (Crataegus oxyacantha).
Auffällig an dieser Liste ist die Häufung von Rosengewächsen,
die in der Volksheilkunde schon lange bei Virusleiden verwendet werden.
Eine homöopathische Therapie ist besonders
gut geeignet, eine langfristige Rezidivprophylaxe zu erreichen. Eine Auswahl
erfolgt entsprechend der jeweiligen Arzneimittelbilder.
Homöopathika in Tiefpotenzen (D6, D12) können
sehr gut gemeinsam mit geeigneten Phytotherapeutika verabreicht werden.
Eine solche Mischung wirkt vor allem symptomatisch und im Sinne einer Entgiftung
auf organotroper Ebene.
Homöopathika in höheren Potenzen
(D30 und höher) werden als Einmalgabe verabreicht und abhängig
von der Reaktion des Patienten wiederholt. Sie wirken vor allem auf die
Konstitution.
Eine Therapie mit Hochpotenzen zur Rezidivprophylaxe
hat sich besonders in den beschwerdefreien Intervallen bewährt. Es
sollten zur Begleitung Mischrezepturen aus tiefpotenzierten Homöopathika
und aus Phytotherapeutika verwendet werden; diese entgiften die gelösten
Toxine und beugen massiven Erstverschlimmerungen vor.
4. Nosodentherapie
Staufen Pharma liefert eine Mischnosode aus Herpes simplex Virus Typ I und
II.
Als Potenz zur Rezidivprophylaxe ist besonders
die D 200 geeignet, in der akuten Phase eher die D 30. Man gibt die Mittel
selten; die D200 als Zwischenmittel ca. 1x pro Monat, evtl. auch seltener,
die D30 dagegen 1x pro Woche. Die Nosode wird ausschließlich als Begleitmittel
zu einer Therapie, wie zuvor besprochen, angewendet.
Neben der hervorragenden Wirkung bei Herpes-simplex-Infektionen,
ist die Nosode auch allgemein zur Stimulierung von körpereigenen Abwehrvorgängen
geeignet.
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