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Schilddrüsenregulation mit Kupfer und Eisen von Margret Madejsky

In der Praxis begegnen uns täglich Patientinnen, deren Schilddrüse erkrankt ist und bereits ärztlich behandelt wird oder auch solche, deren Beschwerden den Verdacht einer Schilddrüsenfunktionsstörung nahelegen. Allerdings lassen sich viele Betroffene nicht so leicht zuordnen, weil sie sowohl Symptome der Überfunktion (Hyperthyreose) als auch der Unterfunktion (Hypothyreose) aufweisen. So kann es vorkommen, dass die Patientin unter Übergewicht leidet, eine träge Verdauung und anovulatorische Zyklen hat, was typisch für die Unterfunktion wäre. Dieselbe Patientin kann jedoch auch Überfunktionssymptome zeigen wie etwa Jodunverträglichkeit, Hitzeintoleranz, Schweißneigung und Schlafstörungen. Eine solche Fehlfunktion der Schilddrüse (Dysthyreose) kommt vermutlich sogar häufiger als die „reine“ Unter‐ oder Überfunktion vor. Darüber hinaus stellen Hypo‐, Hyper‐ oder Dysthyreose ohnehin nur Symptomenkomplexe dar, weswegen eine tiefergehende Diagnostik erfolgen sollte, um Autoimmunerkrankungen, Knoten oder Zysten der Schilddrüse frühzeitig erkennen und behandeln zu können und nicht zuletzt auch, um Schilddrüsenkrebs auszuschließen.

Wissenswertes über TSH

Der bekannteste Blutwert in der Schilddrüsendiagnostik ist das TSH, das (Thyreoidea stimulierende Hormon. TSH wird von der Hypophyse ausgeschüttet. Es regt die Schilddrüse zur Jodverwertung an, fördert die Hormonsekretion und das Wachstum der SD‐Follikel.
Die Normwerte variieren von Labor zu Labor, so dass ein TSH‐Wert, der sich innerhalb der Grenzwerte bewegt, noch keine Aussage über eine „normale“ Schilddrüsenfunktion erlaubt. Viel zu oft wird aufgrund eines innerhalb der Laborgrenzen befindlichen TSH‐Wertes zu früh Entwarnung gegeben! Daher sollte man stets den genauen Wert erfragen. Im Verdachtsfall sollte trotz „normaler“ TSH‐Werte eine tiefer gehende Schilddrüsendiagnostik erfolgen, z. B. Blutwerte fT3, fT4, Antikörper sowie Calcitonin und Ultraschall.
Normwerte:
Deutsche Normwerte: zirka 0,5 und 4,0 mU/l.
Amerikanische Normwerte: zirka 0,5 bis max. 2,5 mU/l
Zielwert bei Kinderwunsch oder bei Struma nodosa: zirka 1,0 mU/l
Interpretation:
TSH erhöht: ab zirka 1,5 mU/l besteht Tendenz zur Unterfunktion, die aber nur bei Beschwerden sowie bei Kinderwunsch oder SD‐Knoten (Struma nodosa) behandlungsbedürftig ist.
TSH erniedrigt: ab zirka 0,5 mU/l besteht Tendenz zur SD‐Überfunktion, die vor allem bei Überfunktionsbeschwerden behandlungsbedürftig ist.
TSH schwankend: Schwankende TSH‐Werte kommen u. a. bei Schilddrüsenentzündungen vor (z. B. Hashimoto). Ferner kann TSH im Tagesverlauf oder auch stressbedingt schwanken.
Wichtig: Der TSH‐Wert hat nicht immer Aussagekraft über die tatsächliche Befindlichkeit!
Die Schilddrüse als Organmittel

Was tun bei Jodunverträglichkeit

Bei Schilddrüsenleiden wie etwa Kropf oder auch bei Funktionsstörungen denken viele Ärzte und Heilpraktiker zuerst an Kaliumjodid oder an natürliches Jod aus Algen. Egal ob für Unter‐, Über‐, Fehlfunktion, Knoten oder Zysten der Schilddrüse, die meisten homöopathischen Komplexmittel für die Schilddrüse enthalten ebenfalls eine oder mehrere potenzierte Jod haltige Ausgangssubstanzen, wie etwa Badiaga, Fucus vesiculosus, Hedera helix, Jodum, Nasturtium officinalis, Spongia, Thyreoidinum oder Verbena officinalis. Allerdings vertragen viele Patientinnen nicht einmal kleine Jodmengen. Jüngere Patientinnen reagieren auf Kaliumjodid nicht selten mit Nervosität oder Gereiztheit. Erfahrungsgemäß verschlimmern Jod haltige Nahrungsergänzungsmittel sowie Jodsalz und im Extremfall auch tiefe bis mittlere Potenzen Jod haltiger Naturheilmittel eine bestehende Neigung zu Hitzewallungen und Schlafstörungen in den Wechseljahren. Zum einen liegt das daran, dass Jod Autoimmunprozesse wie etwa eine Hashimoto‐Thyreoiditis anfachen oder einen Morbus Basedow verschlimmern kann. Zum anderen stellt sich das Hormonsystem ab dem Wechsel auf erniedrigte Östrogenwerte um, was in der Folge die freien Schilddrüsenhormone aggressiver macht. Dabei läuft die Wechselwirkung zwischen Schilddrüse und Eierstöcken einerseits über die Hypophyse, die durch gesteigerte FSH‐Ausschüttung die Schilddrüse mitstimulieren kann. Andererseits sind Östrogene an der Bildung von Transportglobulinen beteiligt, weshalb ein Östrogenmangel meist mit einer mehr oder weniger ausgeprägten hyperthyreoten, bzw. sympathikotonen Stoffwechsellage vergesellschaftet ist. Umgekehrt lässt sich die Überfunktion meist durch mild östrogenisierende Maßnahmen bessern. Dazu kommen beispielsweise Ceres Lupulus Urtinktur in Frage oder potenzierte bioidentische Hormone (z. B. Estradiol D4 Creme oder Globuli; siehe www.marktapotheke‐greiff.de).

Nicht zuletzt entstehen Schilddrüsenprobleme heute meist gar nicht mehr aufgrund von Jodmangel. Vielmehr muss eine umweltbedingte Jodverwertungsstörung vermutet werden, bspw. aufgrund von Nitrat, Nitrit oder anderen hormonaktiven Umweltproblemstoffen und nicht zuletzt auch infolge der radioaktiven Strahlenbelastung. In jedem Fall ist es unerlässlich nach Heilmitteln zu suchen, welche ohne Jod auskommen. Einen dieser jodfreien Heilwege erblicken wir in der Metalltherapie.

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

„Einschlafen der Seele“ (M. Girke)
TSH erhöht (TSH > 1,5) / Serumeisen erniedrigt und/oder Ferritin erniedrigt

Häufige Symptomenkombination: Hypothyreose: – Eisenmangel – Gelbkörperschwäche ‐ Nierenbeteiligung

  • Antriebsschwäche
  • Gesteigertes Schlafbedürfnis
  • Neigung zu Ödembildung
  • Leichtes Frieren
  • Gewichtszunahme (tendentiell)
  • Neigung zu Stuhlverstopfung
  • Neigung zu ausbleibenden Eisprüngen
  • und eher langen Zyklen

Basismedikation: Thyreoidea/Ferrum (Wala)

Kugel aus gediegenem Kupfer

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

„Erwachen der Seele“ (M. Girke)
TSH erniedrigt (TSH < 0,5) / Serumkupfer erhöht

Häufige Symptomenkombination: Hyperthyreose: – Kupferüberschuss – Östrogenmangel ‐ Leberbeteiligung

  • Nervöse Reizbarkeit
  • Neigung zu Schlafstörungen
  • Erhöhte Schweißneigung
  • Hitzeintoleranz
  • Gewichtsabnahme (tendentiell)
  • Neigung zu eher reger Verdauung
  • Neigung zu verfrühtem Eisprung und zu
  • eher kurzen Zyklen

Basismedikation: Thyreoidea comp. (Wala)

Venusorgan Schilddrüse

„Störungen der Thyreoideafunktion gehen mit entsprechenden Änderungen des Serumkupfers einher. Bei Hyperthyreose ist der Serumkupferspiegel erhöht, bei Unterfunktion erniedrigt.“ (Alla Selawry: Metall‐Funktionstypen).

In der von Paracelsus geprägten Traditionellen Abendländischen Medizin wie auch in der Anthroposophischen Medizin, die dem paracelsischen Weltbild nahe steht, ordnet man die Schilddrüse wie auch die Nieren und die Gebärmuttermuskulatur der Planetenkraft Venus zu. Eben weil Schilddrüse, Nieren und Gebärmutter gemeinsam der Venus unterstehen, kommen Störungen dieser Organe immer wieder kombiniert vor. Man denke nur daran, dass Myome auffällig oft mit Schilddrüsenleiden vergesellschaftet sind.

In der Heilmittelwelt wirken die der Venus zugeordneten Kräfte in Rosengewächsen wie auch in der Melisse und vor allem in dem Venusmetall Kupfer. Als Spurenelement beeinflusst Kupfer unter anderem die Eisenverwertung, weswegen es bei Eisenmangel zum Einsatz kommt (z. B. Neukönigsförder Mineraltabletten). Ferner eignet sich Kupfer zur Nierenstärkung. Dazu kommt beispielsweise die kurmäßige Einnahme von tiefen bis mittleren Potenzen in Frage (z. B. Cuprum metallicum praeparatum Verreibung D6 von Weleda). Ferner bieten sich zur Anregung der Nierentätigkeit auch Einreibungen der durch ein Fußbad vorgewärmten Fußsohlen mit Kupfersalbe rot von Wala an. Diese eignen sich auch deswegen zur Begleitbehandlung der Unterfunktion, weil die Neigung zu kalten Füssen zu den Leitsymptomen einer Hypothyreose gehört. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass die Hashimoto‐Thyreoiditis, die heute als Hauptursache der Hypothyreose gilt, wie jeder Autoimmunprozess die Nieren belastet.

Während das „materielle“ Kupfer mehr über erwärmende und krampflösende Heilkräfte verfügt, gleicht potenziertes Kupfer die Schilddrüsenfunktion wie auch den von der Schilddrüse abhängigen Wärmehaushalt eher aus. Bei Überfunktionslage bewährt sich insbesondere die anthroposophische Arzneikombination „Thyreoidea comp.“ von Wala, erhältlich in Form von Globuli und Ampullen.

Eine weitere Kupferarznei für die Schilddrüse wäre Cuprit (= natürliches Kupferoxid), ein blutrot auskristallisierendes Rotkupfererz. In der Anthroposophischen Medizin kommt Cuprit D6, erhältlich als Injektionslösung oder Verreibung von Weleda, ebenfalls bei Hyperthyreose zur Anwendung.

Cuprit / Kupferoxid

Thyreoidea comp. – Kupferarznei für die Schilddrüse

Thyreoidea comp. wurde ursprünglich für die Behandlung des Morbus Basedow entwickelt. In der Praxis erweist sich das Mittel jedoch in allen Fällen als hilfreich, in denen eine Überfunktionssymptomatik vorherrscht, also auch im Entzündungsschub einer Hashimoto‐Thyreoiditis oder etwa bei leichten Formen der Schwangerschafts‐Hyperthyreose oder bei thyreogenen Wechseljahrbeschwerden, die mit Nervosität, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Schweißneigung und Hitzewallungen einhergehen.

Thyreoidea comp. von Wala setzt sich wie folgt zusammen:

  • Atropa belladonna D14 – Die Tollkirsche kann ein der Hyperthyreose ähnliches Bild hervorrufen: Gesichtsrötung, Hitzeintoleranz, Angst‐ und Erregungszustände.
  • Chalkosin D5 ‐ in dem natürlichen Kupfersulfid wirken die reinigende Kraft des Schwefels mit der krampflösenden Kraft des Kupfers zusammen.
  • Conchae D6 – der Austernschalenkalk reguliert den bei Hyperthyreose gestörten Calziumstoffwechsel und vermittelt zudem noch etwas Einhüllendes.
  • Glandula thyreoidea bovis D7 – die potenzierte Rinderschilddrüse aus kontrolliert biologisch‐dynamischer Tierhaltung stärkt die Organfunktion.

Art der Anwendung: Sofern möglich kann Thyreoidea comp. vorsichtig mit sehr feiner Nadel (Mikrolance 0,3 x 13 mm) intrakutan injiziert werden, z. B. direkt über der Schilddrüse oder in den KG 22 (= Meisterpunkt der Angst) – je nach Reaktion zwei Mal wöchentlich eine Ampulle oder im Akutfall bis zu täglich eine Ampulle. An den injektionsfreien Tagen kann man zusätzlich Thyreoidea comp. Globuli verabreichen.

Wie man das Leberfeuer besänftigt

Wenn in den hyperthyreoten Phasen Angstzustände, Reizbarkeit oder Wechseljahrbeschwerden im Vordergrund stehen, lassen sich Kupferarzneien ideal ergänzen durch den antithyreotrop wirksamen Wolfstrapp (z. B. Ceres Lycopus europaeus Urtinktur) sowie durch Bromverbindungen. Brom, ein natürlicher Gegenspieler des Jod, kann beispielsweise als Kalium bromatum D4 zum Einsatz kommen. Ebenso bietet sich Solunat Nr. 14 an (ehemals Polypathik von Soluna), das drei Bromverbindung enthält und je nach Reaktion dosiert wird (z. B. 1 – 2 x abends 5 – 8 Tropfen oder akut bis zu stündlich 5 Tropfen).

Nicht selten kommt es bei Schilddrüsenentzündungen etwa im Rahmen von Basedow oder bei Hashimoto zu einer Leberbeteiligung. Das überschießende „Leberfeuer“ macht hyperthyreote Patientinnen aggressiv, gereizt und ungeduldig. In jedem Fall sollten die Leberwerte in die Gesamtbeurteilung miteinbezogen werden und wenn wir es mit erhöhten Leberwerten oder auch nur mit nervöser Reizbarkeit zu tun haben, dann lohnt es sich das „Leberfeuer“ mit Schafgarben‐Leberwickeln zu besänftigen. Dazu werden 1‐2 EL Schafgarben‐Pulver aus dem Kräuterladen in einer Schüssel mit 200 ml Wasser heiß überbrüht und zu einem Brei verrührt. Dieser Brei wird dann auf ein Wickeltuch (z. B. Leintuch) gestrichen und möglichst warm direkt über die Leber gelegt. Dann kommt eine Wärmflasche, ein trockenes Handtuch, und, sofern vorhanden, ein Wickeltuch und/oder eine warme Wolldecke darüber. Mindestens 15 bis 20 Minuten sollte der Schafgarben‐Wickel einwirken. Anschließend wirken Einreibungen mit Johanniskrautrotöl oder mit Zinn‐Salbe wohltuend (z. B. Stannum metallicum praeparatum 0,4% Salbe von Weleda).

Teemischung bei leichter Schilddrüsenüberfunktion

Eisenkraut, Hopfenzapfen, Melissenblätter, Salbeiblätter und Wolfstrappkraut je 20 g mischen. Pro Tasse à 200 ml zwei Teelöffel der Mischung heiß überbrühen, etwa fünf bis acht Minuten ziehen lassen, abseihen und bei Bedarf im trinkwarmen Zustand mit etwas Bienenhonig süßen, je nach Bedarf und Reaktion zwei bis drei Tassen täglich trinken.

Veranstaltungstipps

Marsmetall Eisen in der Schilddrüsenregulation

Die Schilddrüse, die sich wie ein schützendes Schild schmetterlingsartig vor dem Kehlkopf ausbreitet, hat ebenso Bezug zum Mars, der im Menschen das Blut, die Galle sowie den Kehlkopfbereich regiert. Mit Mars assoziiert man den Kriegsgott und eben dessen Aggression und Wehrhaftigkeit spiegelt sich in den Heilmitteln wider, die dem Mars unterstellt sind: Brennnesseln, Disteln und vor allem das Eisen (Ferrum metallicum).

Während das Venusmetall Kupfer eher Krämpfe löst und Gelassenheit vermittelt, ermöglicht ein gut aufgefüllter Bluteisenspiegel die tatkräftige Durchsetzung des eigenen Willes oder das In‐Angriff‐Nehmen der eigenen Lebensziele. „Eisenkräfte wirken in alledem, was im Menschen Aktivität, was Ausdruck des Willens ist, was ihn gehen, greifen und arbeiten lässt.“ (Rudolf Steiner zitiert nach A. Selawry).

Nun findet es sich, dass die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) meist mit Eisenmangel vergesellschaftet ist, wobei Hämoglobin und Bluteisen durchaus normal sein können und eventuell nur der Eisenspeicher leer ist (Ferritin erniedrigt). Neben dem bei Hypothyreose fast schon obligatorischen Eisenmangel, gehört zur häufigen Symptomentrias noch die Gelbkörperschwäche. Die von dieser Trias (Hypothyreose + Eisenmangel + Gelbkörperschwäche) Betroffenen klagen meist über Antriebslosigkeit oder Müdigkeit, Gewichtszunahme, prämenstruelle Beschwerden wie etwa Brustspannen oder Schmierblutungen vor der Regel.

Speziell zur Anregung der Schilddrüse bei Unterfunktion wurde die anthroposophische Arzneikombination „Thyreoidea/Ferrum“ von Wala entwickelt, erhältlich als Globuli oder Ampullen. Wie der Name schon sagt, besteht das Mittel aus einer Kombination von Eisen (Ferrum metallicum D9) und Schilddrüse vom biologisch‐dynamisch gezogenen Rind (Glandula thyreoidea bovis D7). Das tiefpotenzierte Organ soll einerseits die Schilddrüsenfunktion anregen, andererseits stellt es bereits eine sanfte Hormonsubstitution dar, weil mit dem Organ eben auch Schilddrüsenhormone mitpotenziert wurden. Thyreoidea/Ferrum kann die Schilddrüsentätigkeit bei leichter Unterfunktion anregen und im Einzelfall ersetzt das Präparat sogar Thyroxingaben bis zu 25 μg. Bei Unterfunktion infolge einer Hashimoto‐Thyreoiditis gehört Thyreoidea/Ferrum daher zur Basismedikation. Das Präparat bewährt sich jedoch ebenso zur Anregung der Schilddrüse bei Kinderwunsch (TSH > 1,0 in Kombination mit leichtem Eisenmangel und Gelbkörperschwäche).

Sofern eine hypothyreote Stoffwechsellage vorliegt, kann Thyreoidea/Ferrum beispielsweise durch Amino plus Tyrosin Kapseln von Kyberg Pharma ergänzt werden. Aus Tyrosin kann in den noch funktionstüchtigen Thyreozyten Thyroxin synthetisiert werden. Die Schilddrüsenregulation mit Metallen, Organpräparaten und Tyrosin setzt jedoch voraus, dass überhaupt noch funktionstüchtiges Drüsengewebe vorhanden ist.

Insbesondere bei Hashimoto‐Thyreoiditis ist es wichtig, nicht nur die Schilddrüsentätigkeit anzuregen, sondern auch den Autoimmunprozess, in dessen Folge immer mehr Schilddrüsengewebe untergeht, zu bremsen. Solange die Antikörper erhöht sind, sollte auch Selen substituiert werden. Bei aktiver AIT werden von Endokrinologen meist 200 μg Selen täglich empfohlen. Sofern keine schwere Resorptionsstörung vorliegt, kann nach erfolgreichem Auffüllen des Selendepots der tägliche Genuss von bereits drei bis vier Paranüssen den weiteren Selenbedarf decken.

Abgesehen von Selen und Thyroxin, wobei letzteres auch in potenzierter Form versucht werden kann (z. B. Levothyroxin C4 von Remedia, morgens nüchtern 2 – 3 Globuli), spricht die Schilddrüsenentzündung meist gut auf Salbenbehandlung an. Bewährt haben sich bei Hashimoto‐Thyreoiditis die Aromacremes für die Schilddrüse (Sonderanfertigung der Marktapotheke Rotthalmünster, www.marktapotheke‐greiff.de), mit der sich evtl. die Antikörper senken lassen. Als Ergänzungs‐ oder Wechselmittel kommt auch die Horvi‐Enzym‐Crotalus‐Salbe in Frage (www.horvienzymed.nl).

Fazit: Eben weil so viele Patientinnen an einer Dysthyreose im Rahmen einer AIT leiden und/oder schwankende TSH‐Werte aufweisen, sollte man nicht zuletzt auch rhythmische Gaben von Eisen‐ und Kupferarzneien in Erwägung ziehen und diese Metalltherapie je nach Bedarf durch Salbenbehandlung, Injektionskuren oder Kräutertees ergänzen.

Rhythmisierende Therapie mit Kupfer und Eisen

„In der Polarität von Kupfer und Eisen steht das Kupfer mit der Nachtseite (…), das Eisen mit der Tagseite in Zusammenhang.“ (Matthias Girke: Innere Medizin, 2010).

Vor allem in den Frühstadien von Schilddrüsenerkrankungen wie etwa bei Struma nodosa sowie bei leichten Verlaufsformen der AIT (Autoimmunthyreoiditis) lässt sich die Schilddrüsenfunktion meist noch gut durch rhythmische Eisen‐ und Kupfergaben regulieren. Dabei verordnet man das Marsmetall Eisen eher morgens oder in der ersten Tageshälfte und das Venusmetall Kupfer abends oder in der zweiten Tageshälfte wie folgt:

  • Thyreoidea/Ferrum Globuli (Wala); morgens und mittags je 8 bis 10 Globuli.
  • Thyreoidea comp., Globuli (Wala); nachmittags und abends je 8 bis 10 Globuli.

Info: Die rhythmische Einnahme von Eisen und Kupfer kann auch bei Hashimoto versucht werden. Insbesondere empfiehlt sich diese Vorgehensweise bei schwankenden TSH‐Werten oder bei Mischformen von Unter‐ und Überfunktion.

Literaturempfehlungen

  • Girke, Matthias: Innere Medizin; Salumed Verlag, Berlin 2010
  • Mezger, Julius: Gesichtete homöopathische Arzneimittellehre; Haug Verlag, Stuttgart 2005
  • Rippe, Olaf u. a.: Paracelsusmedizin, AT Verlag, CH‐Aarau 2000
  • Schlumpf, Margret u. Lichtensteiger, Walter (Hrsg.): Hormonaktive Chemikalien; Verlag Hans Huber, CH‐Bern 2000
  • Selawry, Alla: Metall‐Funktionstypen in Psychologie und Medizin; Haug Verlag, Heidelberg 1985.
  • Stübler, Martin und Krug, Erich: Leesers Lehrbuch der Homöopathie, Band 2 Mineralische Arzneistoffe; Haug Verlag1988.

Zur Beachtung!

Der Leser ist aufgefordert, Dosierungen und Kontraindikationen aller verwendeten Arzneistoffe, Präparate und medizinischen Behandlungsverfahren anhand etwaiger Beipackzettel und Bedienungsanleitungen eigenverantwortlich zu prüfen, um eventuelle Abweichungen festzustellen.

Die in diesem Artikel aufgeführten Rezepte und Behandlungshinweise verstehen sich ausschließlich als Lehrbeispiele und können daher auch weder den Arztbesuch noch eine individuelle Beratung durch einen Heilpraktiker bzw. Arzt ersetzen. Sie sind nicht als Ratschläge zu einer Selbstbehandlung gedacht, sondern wollen lediglich einen Einblick in Therapiemöglichkeiten geben! Die Einnahme der genannten Heilmittel wie auch die Anwendung der Rezepturen oder das Befolgen der Therapieempfehlungen geschieht stets auf eigene Verantwortung. Sollten Sie nicht die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde haben und über eine entsprechende Erfahrung verfügen, ist es empfehlenswert, sich vor jeder Anwendung kompetenten Rat bei einem Arzt oder einer Ärztin, einem Heilpraktiker oder einer Heilpraktikerin einzuholen. Es ist in jedem Fall ratsam, sich vor der Anwendung eines Heilmittels über mögliche Gegenanzeigen oder Nebenwirkungen zu informieren. Auch sollte die nur modellhaft angegebene Dosierung grundsätzlich überprüft und individuell angepasst werden. Bitte beachten Sie ebenso alle Warnhinweise und Anwendungsbeschränkungen der jeweiligen Beipackzettel.

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