Kirschlüte



Rauhnachtsbräuche

von Margret Madejsky

mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Naturheilpraxis
Zum 4.12., am Barbaratag, holt man sich Kirschzweige ins Haus, deren Blüte zu Weihnachten ein erfolgreiches Jahr verspricht.
Foto: Margret Madejsky.

Mit der Nacht der Wintersonnenwende am 21./22.Dezember beginnen wieder die geheimnisvollen Rauhnächte. Aus christlicher Sicht handelt es sich um die zwölf Nächte zwischen Weihnacht und Dreikönig, dem neuen und dem alten Geburtstag Christi. Genaugenommen sind es aber jene zwölf Tage und Nächte, die zwischen dem Mondjahr mit 354 Tagen und dem Sonnenjahr mit 366 Tagen liegen ? daher spricht man auch von der "Zeit zwischen den Jahren". Wie zu jedem Wendepunkt im Jahreskreis, so ranken sich auch um die Wintersonnenwende und insbesondere um die Rauhnächte allerlei heilsame und schützende Bräuche. Aufschluss über das Brauchtum, das meist in der Naturverehrung der Kelten und Germanen wurzelt, findet sich bereits in den Namen, denn die Rauhnächte nannte man auch:
- Los- oder Raunnächte, weil es sich um eine Orakelzeit handelt;
- Rauchnächte, weil in dieser Zeit stets geräuchert wurde;
- Frei-, Schweig- oder Stillnächte, weil es sich um eine Seelenzeit handelt;
- Schwarze Nächte, weil die Sonne ihren Tiefstpunkt im Jahreskreis durchläuft.
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Der Blick in die Zukunft

Haustür
Buchsbäume, Mistelzweige und ein Kranz aus immergrünen Pflanzen beschützen ein Haus im Chiemgau vor den Winterdämonen.
Foto: Margret Madejsky.
Untrennbar mit dem Winterbrauchtum verknüpft ist das Losen oder Orakeln. Als noch kein Fernseher Ablenkung bot, vertrieben sich die Menschen in den langen Winternächten die Zeit mit Geschichten erzählen, mit Spielen oder mit unterhaltsamen Orakeltechniken wie zum Beispiel dem Nussschalenorakel, mit Kartenlegen oder Pendeln. Sicherlich geschah dies auch aus der Ungewissheit heraus, die jeder Wendepunkt im Jahreskreis im Menschen hervorruft: Wie wird das neue Jahr? Was bringt die Zukunft? - dies sind schließlich heute noch Fragen, die alljährlich zur Jahreswende Abertausende von Menschen bewegen.
Zumindest das Bleigießen haben die meisten von uns schon einmal selbst mitgemacht, wobei Blei der Planetenkraft des Saturn untersteht, der ab Winteranfang über das Sternzeichen Steinbock und somit auch über die Rauhnächte regiert. Wie zu allen heiligen Zeiten, gelten auch die Träume, die man in den zwölf Rauhnächten hat, im Volksglauben als Wahrträume, die in den entsprechenden Monaten des kommenden Jahres in Erfüllung gehen. Doch sind es stets die Träume der ersten Nachthälfte, auf die man achten muss.
Genaugenommen beginnt das Losen schon am 4. Dezember (Barbaratag), wenn man Barbarazweige bricht. Meist handelt es sich um die Zweige eines Kirschbaumes, die man an einem warmen Platz in der Stube in eine Vase stellt. So mancher hilft dem Orakel nach, indem er die Zweige an den Enden ein wenig mit dem Hammer bearbeitet und dann in warmes Wasser stellt, um die Triebe zum Knospen anzutreiben. Meist erblühen die Zweige dann in der Weihnacht, die auch "Mutternacht des neuen Lebens" genannt wird, da sie den eigentlichen Jahresbeginn darstellt, sofern man davon ausgeht, dass die kosmischen Energien der Wintersonnenwende mit einer Verzögerung von ungefähr zwei Tagen auf der Erde eintreffen (Martha Sills-Fuchs). Es ist immer wieder ein wundervoller Moment, wenn sich mitten im Winter die zarten Kirschblüten öffnen und den Neubeginn des Lebens anzeigen. Darüber hinaus erlauben die Blüten auch einen Blick in die Zukunft, denn mit dem Barbarazweig holt man sich den Geist der Bäume ins Haus und kann dann beobachten, was dieser einem zuraunt: Jeder Tag steht für einen Monat und soviel Blüten der Barbarazweig trägt so üppig wird die Ernte im entsprechenden Monat des neuen Jahres ausfallen.
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Der Schlag mit der Lebensrute

Mistel
Misteln schmücken häufig die Eingangstüren während der Winterzeit. Die Germanen nannten ihre heilige Pflanze "guidhel", Führerin in die Anderswelt, deren Pforten während der Rauhnächte offen stehen.
Foto: Margret Madejsky.
Vielerorts sah man im Barbarazweig auch eine Art "heidnische Lebensrute". Daher schlug man mit den blühenden Zweigen die Kinder, um die Lebenskraft der sich verjüngenden Natur auf sie zu übertragen. Dieser Brauch des "Kinderfitzelns" überdauerte unzählige Jahrhunderte und wird heute noch am 28. Dezember, dem Tag der unschuldigen Kinder, oder zu Nikolaus gepflegt. Die Nikolausrute ist damit ebenfalls als Lebensrute enttarnt. Kindern erzählt man, der Nikolaus käme, um die guten Kinder zu belohnen und die bösen Kinder zu bestrafen. Doch ursprünglich handelt es sich um den heidnischen Brauch des "Lebenweckens", der nichts mit einer Bestrafung gemein hatte (Max Höfler). Vielmehr kam ein Sippenmitglied als Naturgeist verkleidet und übertrug mit dem symbolischen Schlag Vitalität und Fruchtbarkeit des Segenszweiges auf die Menschen. Häufig gebrauchte man hierfür Zweige vom Buchs oder vom Wacholder, die als Immergrüne über das Todesprinzip des Winters siegen und daher beide auch "Lebensbaum" heißen.
Allen Immergrünen, besonders aber Buchs, Eiben, Tannen und Wacholder sprach man eine dämonenabwehrende Eigenschaften zu. Dies klingt beispielsweise in dem Sprichwort an: "Vor Eiben kann kein Zauber bleiben". Der Volksglaube kennt für die dämonenfeindliche Wirkung sogar eine Begründung: Wenn man Buchs vor die Tür stellt oder Fenster und Türen mit Eiben-, Tannen- oder Wacholderzweigen schmückt, dann verfallen die "Hexen" beim Anblick der Zweige in einen Zählzwang. Statt Unfug zu treiben, zählen sie die Blätter oder Nadeln und kommen damit einfach nicht zuende. Dieses Motiv begegnet uns auch im Maibaumkult: So verfallen die Hexen in der ersten Mainacht beim Anblick der ergrünenden Birken ebenso in Zählzwang. Vielleicht verbergen sich dahinter die Ehrfurcht oder auch die Ohnmacht der "Hexe" vor dem "Grün des Lebens". Denn die Hexe verkörperte in der nordischen Mythologie die Großmutter des Winters und wurde somit als ein Tod oder Unheil bringendes Wesen gesehen.
Der Schlag mit der Lebensrute hat noch einen Hintergrund: Auf diese Weise fordert man in Schweden die Julgeschenke ein. Der Schlagende überträgt die Vitalität der Natur und der Geschlagene dankt in Form eines Geschenkes. Zur Julzeit haben sich viele bedeutungsträchtige Geschenke eingebürgert wie etwa die Töpfchen mit vierblättrigen Kleeblättern, welche - wie der Adventskranz mit seinen vier Lichtern - die vier Jahreszeiten symbolisieren. Obwohl Silvester kein wirklich altes Fest ist, haben Bräuche wie das Verschenken von Glückspilzen oder das Aufhängen von Hufeisen wiederum eine tiefere Bedeutung. Einst hängte man Hufeisen auf, um die Häuser zu schützen, denn das Hufeisen gehört zu Odins Rossen und Eisen gilt weltweit als dämonenfeindliches Schutzmetall. Wenn man also zur Jahreswende in allen Auslagen Hufeisen aus Marzipan oder Schokolade findet, so geht dies auf das germanische Mittwinterfest zurück und ist eine Anspielung auf Odin, der als Schamanengott mit seinem Ross die Welten bereist.
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Magischer Schutz vor dunklen Mächten

Wilde Jagd Hexen
Oben: Hexen gehören ebenfalls zur Gefolgsschar Perchtas. Eine von ihnen hält eine Lebensrute aus immergrünen Zweigen in der Hand:
Foto: Margret Madejsky.

Links: Nach altem Glauben reitet während der Winterstürme der Windgott Odin und sein wildes Heer über den Wolken dahin. Dabei befruchtet der Speichel (= Samen) seines achtbeiniges Pferdes Sleipnier die Erdenmutter Wala, und neun Monate später wird der heilige Fliegenpilz geboren, dessen Genuss geistersichtig macht. Nicht ohne Grund ist der Fliegenpilz bis heute ein Glückssymbol der Weihnachtszeit.
Hermann Hendrich, "Der Walkürensturm", 1909.

Jedenfalls bedurfte es in den Rauhnächten eines besonderen Schutzes. Wie auch zu anderen heiligen Zeiten im Jahr dachte man, dass sich zu den Tagundnachtgleichen, in der ersten Mainacht, zu Allerseelen und eben auch in den Rauhnächten die Tore der Welten öffnen. Nach germanischer Vorstellung brauste nun die wilde Jagd durch die Lüfte: Odin galoppierte auf seinem achtbeinigen Ross Sleipnir durch den Himmel. Und Frau Holda, die im Winter als wilde Frau Percht erscheint, zieht mit ihrem unheimlichen Gefolge bestehend aus neun Kinderseelen, Elben, Zwergen und Hexen umher. Im Volksglauben hieß es daher, dass man in den Rauhnächten nach dem Abendläuten nicht mehr vor die Tür gehen solle, da man des Todes sei, wenn man der wilden Fuhre begegnet. Um die umherziehenden Seelen zu besänftigen, brachte man ihnen Opfer dar, zum Beispiel einen mit Julbier und Speisen reich gedeckte Opfertisch. Außerdem fütterte man die Elemente, indem man zum Beispiel Büschel ins Fenster hing, an denen der Wind rupfen konnte, und sprach: "Wind i gib dir des deine, lass du mir des meine." Oder: "Feuer laß dir?s schmecka, tua uns nix ostecka" (Alfons Schweiggert).
Ursprünglich diente auch das Aufhängen von Misteln, die im Volksmund einst "Gespenterrute" und "Trudenfuß" hießen, der Dämonenabwehr. Weil sich die Mistelzweige wegen ihrem zweiteiligen Wuchs kreuzen, war sie den Druiden heilig und wurde späterhin zum heiligen Kreuzholz der Christen. Plinius berichtete, dass die Priester die Eichenmistel (altirisch "uile-ic-each") zur Wintersonnenwende mit einer goldenen Sichel schnitten. Vom einstmals heiligen Ritus des Mistelschneidens ist wenig übrig geblieben. Dafür gibt es vor Weihnachten überall Mistelzweige zu kaufen, die man als modischen Jahreszeitenschmuck und zur allgemeinen Belustigung aufhängt, weil man jede Frau küssen darf, die man(n) unter einem Mistelzweig antrifft. Dieser Brauch stammt ursprünglich aus Babylon, wo die Mistel einst der Göttin Mylitta geweiht war, in deren Kult sich jede Frau einmal in ihrem Leben dem heiligen Liebesakt hingeben musste. Wenn die Frau ihre religiöse Pflicht zu Ehren der Gottheit erfüllen wollte, dann begab sie sich in den Tempel, stellte sich unter die Mistel und in dieser Weise bot sie sich dem erstbesten Fremden an, der ihre Gunst verlangte. Dahinter verbirgt sich das alte Wissen um die Fruchtbarkeit spendenden Kräfte der Mistel, die entgegen der übrigen Natur mitten im Winter fruchtet und dem entsprechend einen noch stärkeren Fruchtbarkeitsgeist als andere fruchttragende Pflanzen beherbergt. Daher dienten Mistelzweige in der Schweiz als Brautschmuck, in Österreich hängte man sie über Ehebetten, um Kindersegen zu erwirken, und in der Volksmedizin gilt die Mistel nicht zuletzt durch Maria Treben immer noch als Fruchtbarkeitsmittel.br> Während das Schmücken von Haus und Stall mit Misteln und immergrünen Zweigen im heidnischen Mittwinterfest wurzelt, ist der Weihnachtsbaum ein junger Bestandteil des Winterbrauchtums. Die erste Christbaumaufstellung wurde um 1600 im Elsaß vermerkt. Wenn man nach Dreikönig die unzähligen Baumleichen sieht, die sich überall auftürmen, dann wird klar, wie weit sich dieser Brauch von seinem Ursprung entfernt hat, denn mit dem einstigen Baumkult und der Naturverehrung der Kelten hat dies nicht mehr viel zu tun. Der Baum galt in der Frühzeit als verehrenswürdige Lebensquelle, als Lebensbewahrer, als Fruchtbarkeitsspender und Universalapotropäum, wohingegen er heute zum Jahreszeitenschmuck und damit Teil des alljährlichen Konsumterrors geworden ist.

Percht Percht Percht
Während der Raunächte finden im Alpenraum die Umzüge zu Ehren der Wintergöttin Perchta/Berchta statt, manche nennen sie auch Frau Holle. Die zentrale Figur (Oberpercht) trägt eine Maske, die von vorne ein dämonisches Antlitz hat, während sie von hinten die lieblichen Züge der neugeborenen Sonne zeigt.
Fotos: Margret Madejsky.

Percht Percht
Phantasievolle und unheimliche Masken kleiden die "wilden" Gefolgsleute der Göttin Perchta. Sie sind Abbilder von Elementarwesen, die unsere Welt beleben.
Fotos: Olaf Rippe
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Der nordische Weihrauch

Wacholder
Der Wacholder begegnet uns in Märchen als "Baum des Lebens". In der Frühzeit lieferten seine Zweige die heidnische Lebensrute, während Nadeln, Holz und Beeren Bestandteile des nordischen Weihrauchs waren.
Foto: Olaf Rippe
Einer der wichtigsten Rauhnachtsbräuche ist schließlich das Ausräuchern der Häuser. Vor allem in katholischen Gegenden räuchert man entweder in den Hauptrauchnächten (Thomasnacht, Weihnacht, Silvester und Dreikönig) oder nur zu Dreikönig mit geweihten Himmelfahrtskräutern oder mit Weihrauch. Dabei hat das Räuchern zwei Bedeutungen: Zum einen dient es als Opfer, das die Götter und Geister versonnen stimmen soll. Insbesondere Harze wie Weihrauch und Myrrhe sind, wie es Wilhelm Pelikan ausdrückte "stoffgewordenes Sonnenlicht". In den Legenden begegnen uns Gold, Weihrauch und Myrrhe als die Geschenke der drei Magier aus dem Morgenland. Doch nicht zufällig wurde der Geburtstag Christi auf den Tag der Wiedergeburt der Sonne gelegt und die Geschenke der drei Magier dienten wohl ursprünglich als Opfer an die Sonnengötter. Zum anderen bietet das Räuchern wiederum Schutz und soll alle dunklen Mächte vertreiben. Dabei steht das lichte Prinzip, verkörpert durch wohlriechende Harze oder Immergrüne, welche die Kraft der unbesiegbaren Sonne in sich tragen, den dunklen Mächten des Winters gegenüber. Der Mittwinterkult war ursprünglich ein Sonnenkult, was sich nicht zuletzt auch in der lichtergeschmückten Tanne ausdrückt. Wie zu Johanni die Sonnwendfeuer so sollten auch die Kerzen des Adventskranzes oder des Weihnachtsbaums die Sonne während der längsten Nächte des Jahres symbolisch anfeuern.
Heilige Drei Könige
Die drei Magier aus dem Morgenland bringen dem Jesuskind, das die neu geborene Sonne verkörpert, Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Sir Edward Burne-Jones, 19. Jh.
Lange bevor Weihrauch und Myrrhe aus dem Orient nach Mitteleuropa kamen, gebrauchte man heimische Harze wie auch wohlriechende Samen, Wurzeln oder Zweige von Immergrünen zum Räuchern. In der vorchristlichen Zeit lieferte vor allem der Wacholder den heiligen und heilsamen Rauch. Den Germanen galt der Wacholder als Lebensbaum, was bereits in seinen Namen "Weckholder" oder "Queckholder" mitschwingt. Juniperus, der ewig jung Erscheinende, lieferte die Lebensrute und seine Beeren gaben aromatischen Rauch. Dem heidnischen Glauben zufolge soll der Wacholderrauch den Hexen und bösen Geistern überaus unangenehm sein. "Wie in allen wehrhaften Pflanzen sah man auch im Wacholder ein Symbol für den Schutz vor Hexen, Dämonen und Waldteufeln. Von Schottland über Deutschland bis Tibet, ebenso bei den mittelamerikanischen Indianern, dienten solche Räucherungen der Dämonenabwehr" (Marianne Beuchert). Bis heute werden daher auch außerhalb der Rauchnächte im Alpengebiet Kranken- und Sterbezimmer mit Wacholderrauch gereinigt.
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Firmenpräparate mit Gold, Weihrauch und Myrrhe
Aurum comp.
Glob., Amp., Salbe
(Wala: Aurum metallicum D3/6, Myrrha D3/4, Olibanum D3/4
Laut Hersteller indiziert bei chronisch-degenerativen ZNS-Erkrankungen, bei psychischen Leiden wie etwa Entwicklungsstörungen sowie bei funktionellen Herzbeschwerden. Die Geschenke der drei Magier sind Sonnensymbole, weshalb sie Indikationen abdecken wie Ich-Störungen bis hin zur geistigen Umnachtung. Eine Konstitutionsbehandlung sollte bei geistig retardierten Kindern versucht werden. Die Salbe bewährte sich zur Behandlung von verhärteten Narbenwülsten.
Myrrhinil-Intest
(Repha: Kamillenblüten, Kaffeekohle und Myrrhe)
Sehr bewährter pflanzlicher Komplex bei Durchfällen, bei Dysbiose nach Antibiotika sowie zur Darmkur bei Darmpilz oder zur Nachkur nach Nystatin.
Olibanum comp./ Succinum Räuchergranulat
(Weleda: Weihrauch, Bernstein, Wacholder, Styrax)
Balsamische Räuchermischung, die sich zur Reinigung der Häuser während des Winterhalbjahres eignet.
Olibanum Tabl., Glob.
(Zilly: Olibanum D1)
Hauptindikationen dieses Weihrauchpräparates sind Rheuma und Reizkolon.
Weihrauchcreme
(Zilly)
Aufgrund der antibiotischen und durchblutungs­fördernden Wirkung des Harzes bewährte sich die Salbe bei Ekzemen (z.B. Analekzem, Afterfissuren) sowie zur Behandlung von schlecht heilenden Wunden, Narben oder Geschwüren.
Gold
Gold, das Metall der Sonne, ist Stoff gewordenes Licht (Aurum leitet sich ab von aur = Licht). Als solches symbolisiert es die kosmische Natur des Lebens:
Foto: Olaf Rippe

Weihrauch Myrrhe
Die heiligen Räucherstoffe Weihrauch und Myrrhe nannte man in der Antike auch den Schweiß der Sonnengötter. Sie dienten früher als Opfergabe und wurden zur Salbung von Gottkönigen verwendet.
Aus Köhlers Atlas der Medizinalpflanzen, 19. Jh.

Mittwinterrauch
Bartflechte 2 TL
Bernsteinsplitter 1/2 TL
Engelwurzsamen 2 EL
Fichtenharz 2 TL
Kiefernharz 3 TL
Mistelkraut 3 TL
Propolis 1 TL
Tannenharz 1 TL
Wacholdernadeln 10 EL
Wacholderbeeren  
Bernsteinsplitter, Propolis, Kiefern- und Tannenharz in einer Reibschale pulverisieren. Dann die Engelwurzsamen in dem Pulver stoßen und wenden und nacheinander die übrigen Pflanzenteile untermengen.
Wer Räucherkegel herstellen möchte, kann nun in einer Tasse einen Esslöffel Tylose (= Tapetenkleister) mit zehn Esslöffeln Wasser ansetzen und immer wieder umrühren. Nach einer halben Stunde kann man das gelatineartige Bindemittel unter die Mischung kneten bis alles gut durchfeuchtet ist. Aus einer Walnuß großen Menge formt man die Räucherkegel und setzt diese zum Trocknen auf Backpapier. Zuletzt noch auf jeden Kegel eine Wacholderbeere drücken. Nach drei bis vier Tagen sind die Räucherkegel trocken. Zum Räuchern setzt man einen Kegel oder streut einen Teelöffel der Mischung in einer feuerfesten Räucherschale auf glühende Räucherkohle und trägt den Rauch ab Sonnenuntergang im Uhrzeigersinn von Eck zu Eck durch alle Räume.

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Literaturempfehlungen

  • H. Bächtold-Stäubli, E. Hoffmann-Krayer: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens; Walter de Gruyter & Co; Berlin u. Leipzig 1935
  • M. Beuchert: Symbolik der Pflanzen; Insel Verlag, Frankfurt 1995
  • G. Bodini: Ein Gang durchs Jahr ? Riten und Brauchtum im alten Tirol; Tappeiner Verlag, Italien 1992
  • F.-M. Engel: Zauberpflanzen ? Pflanzenzauber; Landbuch-Verlag, Hannover 1978
  • H. Fink: Verzaubertes Land ? Volkskult und Ahnenbrauch in Südtirol; Tyrolia Verlag, Innsbruck 1969
  • F. Haider: Tiroler Brauch im Jahreslauf; Tyrolia-/ Athesia-Verlag, Innsbruck/ Bozen 1990
  • M. Höfler: Volksmedizinische Botanik der Germanen (Reprint); Verlag für Wissenschaft und Bildung, Berlin 1990
  • M. Madejsky, O. Rippe: Heilmittel der Sonne; Verlag Peter Erd, München 1997
  • E. u. H. Melchers: Das grosse Buch der Heiligen, Geschichte und Legende im Jahreslauf; Südwest Verlag, München 1978
  • W. Pelikan: Heilpflanzenkunde; Philosoph.-anthrop. Verlag, Dornach 1958
  • E. u. H. Pflanzer, W. Schneider: Brauchtum und Feste in Österreich; Pinguin Verlag, Innsbruck 1985
  • S. Rüttner-Cova: Frau Holle die gestürzte Göttin; Sphinx Verlag , CH Basel 1986
  • A. Schweiggert: Winter- und Weihnachtsgeister in Bayern; Verlagsanstalt Bayerland, Dachau 1996
  • S. Seligmann: Die magischen Heil- und Schutzmittel aus der belebten Natur (Pflanzenreich); Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1996
  • M. Sills-Fuchs: Wiederkehr der Kelten; Knaur, Dianus-Trikont Buch GmbH, München 1983
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Sämtliche vorgeschlagenen Therapiehinweise und Rezepte haben ausschließlich einen modellhaften Charakter. Die Artikel sind im Inhalt nicht zeitlich angeglichen, sondern im Original des Erscheinungsdatums dargestellt. Das der Arzneimarkt starken Umwälzungen ausgesetzt ist, kann es sein, dass genannte Präparate nicht mehr im Handel sind oder eine andere Bezeichnung erhalten haben - bitte fragen Sie diesbezüglich bei Ihrem Apotheker nach. Sollten Sie weder Heilpraktiker, Arzt oder Apotheker sein, bedenken Sie bitte bei einer Selbstmedikation, dass hierfür ausreichende Kenntnisse der Heilkunst erforderlich sind.
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