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Wenn die Hormone verrückt spielen...Praxiserfahrungen mit pflanzlichen Hormonregulantien bei psychischen Leidenvon Margret Madejskymit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Naturheilpraxis |
| Depressionen, Stimmungslabilität sowie andere psychische Beschwerden sind oftmals hormonell bedingt und lassen sich dementsprechend gut mit hormonell regulierenden Pflanzen oder Homöopathika beeinflussen. Zu den hauptsächlichen psychischen Störungen mit hormoneller Ursache zählen zum Beispiel prämenstruelle Stimmungsschwankungen oder Wechseljahrsdepressionen, aber auch Schilddrüsenleiden gehen meist mit seelischen Krisen einher. Dieser Beitrag will daher die wichtigsten Hormonregulantien vorstellen und Anregungen für den Umgang mit psycho-hormonellen Störungen geben. |
| In meiner Frauenpraxis bin ich oft mit den psychischen Verstimmungen meiner Patientinnen konfrontiert. Dabei sind viele Frauen längst auf Johanniskraut als Antidepressivum gestoßen und haben meist schon vor Behandlungsbeginn eines der Handelspräparate ausprobiert - leider allzuoft ohne nennenswerte Effekte. Trotz aller wissenschaftlicher Erkenntnisse über die aufhellende Wirkung von Hypericum perforatum verordne ich nur relativ selten Johanniskraut gegen Depressionen und meist auch nur als Begleitmittel. Zweifelsohne ist Hypericum eine wunderbare Sonnenpflanze für die Seele, aber die lichtsensibilisierenden Eigenschaften hypericinhaltiger Zubereitungen wie auch die unbefriedigenden Effekte bei speziellen Formen von Depressionen zwingen einen eben oft, andere Wege zu beschreiten. Bevor ich nun einige Möglichkeiten der Stimmungsaufhellung durch Hormonregulation vorstelle, möchte ich ein bewährtes Antidepressivum nennen, das ich als Begleitmittel bei vielen Arten von Depressionen nicht oft genug empfehlen kann: Aurum/Apis regina comp. (Wala). Im Gegensatz zu den üblichen Johanniskraut-Präparaten beruht die Wirkung dieses anthroposophischen Komplexpräparates eben nicht nur auf den Inhaltsstoffen, sondern vielmehr auf dem Synergismus sich ergänzender Sonnenheilmittel; Hypericum ist in D2 enthalten, so daß auch bei Dauereinnahme keine Lichtsensibilisierung erfolgt. Immer wieder verblüfft der rasche Wirkungseintritt. Besonders nach subkutanen Injektionen (KG 17 / M 36) konnte ich erstaunliche Sekundeneffekte beobachten: Gemobbte Frauen, die wegen Nervenzusammenbruch gekommen waren, verließen lachend die Praxis, frisch Getrennte gingen mit neuem Lebensmut zu ihren Anwaltsterminen und eine Patientin bemerkte kürzlich, daß ihr Aurum/Apis regina comp. schon in der ersten Einnahmewoche spürbar besser geholfen hätte als drei Jahre Psychotherapie. Die stimmungsaufhellende, entkrampfende und kraftspendende Wirkung wird von sensiblen Frauen oft schon nach Einzeldosen von 10 bis 20 Globuli wahrgenommen. Die besten Effekte lassen sich aber erzielen, wenn man diese Sonnenmedizin "im Aufgang der Sonne und bei Morgenröte oder in der Morgendämmerung" (Paracelsus) einnimmt, während die mondhaften Heilmittel zur Anregung der Keimdrüsen (z.B. Ovaria comp. von Wala) ihre beste Wirkung bei abendlicher Einnahme entfalten. |
PMS und die Krisenzeit vor der RegelEin häufiges Frauenproblem stellt das prämenstruelle Syndrom (PMS) dar, das eigentlich immer mit mehr oder weniger ausgeprägten psychischen Beschwerden einhergeht. Am häufigsten berichten betroffene Frauen über verstärkte Aggressivität oder Empfindsamkeit, über Depressionen, Lebensangst oder Stimmungslabilität, über Weinerlichkeit oder Streitsucht in den Tagen vor den Tagen. Das PMS belastet aber nicht nur die Betroffene selbst, es kann auch im sozialen Umfeld Verwirrung stiften. Aber auch Eßstörungen verschlimmern sich in auffälliger Weise vor der Regel, so daß der Gelbkörperregulation durchaus eine weitreichende psychosoziale Bedeutung zukommt. Mit Hilfe von gestagenartig wirkenden Naturheilmitteln lassen sich zyklisch wiederkehrende Seelenkrisen oder auch prämenstruelle Heißhungerattacken beseitigen oder zumindest abmildern. Doch ebenso individuell wie das Beschwerdebild sind auch die heilkundlichen Lösungsansätze. |
Mönchspfeffer mach keusch wie ein Lamm
Bei prämenstruellen Beschwerden aller Art denken die meisten Phytotherapeuten wohl zuerst an den Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus). Seine gestagenartigen und prolaktinsenkenden Eigenschaften konnten schließlich in zahlreichen wissenschaftlichen Studien belegt werden und erweisen sich auch in der Praxis immer wieder als hilfreich. So, wie sich aber nicht jede Depression mit Johanniskraut heilen läßt, wird auch der Mönchspfeffer nicht allen Frauen mit prämenstruellen Beschwerden helfen. Relativ oft berichteten mir Frauen, die wegen PMS ein Agnus-castus-Präparat verordnet bekommen haben, daß sie während der Einnahme eine allgemeine oder auch sexuelle Unlust verspürten. Insbesondere Frauen, die wegen Kinderwunsch Mönchspfeffer bekamen, berichteten immer wieder über eine Verstärkung psychischer Beschwerden. Bei Paaren mit längerwährendem Kinderwunsch ist das Sexualleben ohnehin schon gestört und erfährt durch triebdämpfende Pflanzen noch eine zusätzliche Belastung. In solchen Fällen ist es sicher eleganter, auf niedrigdosierte Agnus-castus-Komplexe mit gestagenregulierender Wirkung auszuweichen (z.B. Mastodynon von Bionorica oder Melissa/Phosphorus comp. von Weleda) und lieber das Sexualleben wieder in Schwung zu bringen (z.B. Massagen, östrogenisierende Arzneien). Zwar sind solche Nebenwirkungen nicht in den Beipackzetteln erwähnt, aber sie lassen sich leicht aus der traditionellen Verwendung des Mönchspfeffers ableiten. Agnus castus ist mindestens seit der Antike als Anaphrodisiakum für beide Geschlechter in Gebrauch: "Keusch heißt der Strauch, weil ihn die Frauen an den Thesmophorien, den alljährlichen Festen zu Ehren der Demeter, als Lager benutzten, um ihre Keuschheit zu bewahren. Hera, die Hüterin der Ehe, soll unter einem Keuschlammstrauch geboren worden sein (Baumann)". Alle alten Kräuterkundigen kannten die anaphrodisierende Wirkung, so schrieb beispielsweise Lonicerus in seinem Kreuterbuch von 1679 über den Keuschbaum: "Wer dieser Blätter undersich in sein Bettstatt legt / dem vertreibt es alle Fleischliche Anfechtung. Ist vielleicht deß Strohes /darauf die Barfüsser Münch liegen. Diser Beerlin eins Quintlins schwer mit Wein getruncken / zuvor gestossen / (...) / löschet die Begierde der Ehelichen Wercke aus." | ||
| Wer einmal in mediteranen Flußtälern dem Mönchspfeffer begegnet, kann seine dämpfende Wirkung leicht selbst wahrnehmen: Reibt man ein wenig an den Blättern, so entströmt diesen erst ein balsamischer und dann ein betäubender Duft, der bestimmt nichts Erhellendes an sich hat. Das heißt natürlich nicht, daß diese alte Kultpflanze nicht auch ihre heilkundlichen Einsatzgebiete hätte. Agnus castus wirkt zum Beispiel bei Frauen, die unter Dauerstreß stehen, zuverlässig prolaktinsenkend und reguliert in solchen Fällen auch Zyklusstörungen oder lindert prämenstruelle Begleiterscheinungen wie Brustschmerzen. Auch bei Nymphomanie leistet diese Pflanze gute Dienste. So rief mich einmal eine Patientin verzweifelt an, weil sie während einer Prüfung einen Orgasmus hatte und sich vor den kommenden Prüfungen fürchtete. Ich entschied mich für eine "weiß-blaue" Mischung aus Lavendel, Mönchspfeffer und Passionsblume, die ihre Erregung zügelte und ihr innere Ruhe verlieh. | ||
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Dennoch sollten meiner Ansicht nach Mönchspfeffer-Präparate nur dann hochdosiert verordnet werden, wenn bestimmte Symptomen-Komplexe vorliegen, zum Beispiel:
Gelbkörperinsuffizienz + Neigung zu Polymenorrhoe + erhöhter Sexualtrieb
Hyperprolaktinämie + Mastodynie oder Mastopathie + Zyklusschwankungen (hier auch bei A- und Oligomenorrhoe indiziert). |
Alchemilla - ein Schutzmantel für die FrauWesentlich sanfter als der Mönchspfeffer, aber ebenso zuverlässig gelbkörperregulierend wirkt der Frauenmantel (Alchemilla vulgaris; vergleiche auch "Alchemilla - die Allhelferin unter den Frauenkräutern", Naturheilpraxis 10/98). Die besten Wirkungen lassen sich mit der langfristigen Einnahme von Zubereitungen aus der Frischpflanze erzielen (z.B. frisch gesammeltes Teekraut oder Urtinktur). Während die gestagenbedingten Symptome nach Absetzen von Mönchspfeffer-Präparaten oft schon nach kurzer Zeit wiederkehren, harmonisiert Alchemilla die hormonelle Achse dauerhafter und ohne Nebenwirkungen.
Inzwischen bin ich dazu übergegangen, die Alchemilla, die astrologisch Mond und Venus zugeordnet wird, durch andere venusische Heilmittel zu ergänzen, um die weibliche Gelassenheit zu verstärken. Am häufigsten kommen dafür homöopathische Kupferverbindungen (Kupfer = Venusmetall) zur Entkrampfung von Körper und Seele in Frage, aber auch kupferspeichernde Pflanzen wie Gänsefingerkraut, Ignatia oder Nux vomica ergänzen die ausgleichende Wirkung der Alchemilla. Dabei erweist sich Ignatia als ideales Begleitmittel bei prämenstruellen Stimmungstiefs und Gänsefingerkraut wie auch Nux vomica beheben zusammen mit Alchemilla eher die Krampfneigung. Der Frauenmantel reguliert die Gelbkörperschwäche und deren körperliche wie auch seelische Begleiterscheinungen zwar oft auch im Alleingang, aber bei der bereits erwähnten Verschlimmerung von Eßstörungen vor der Regel lohnt es sich ebenfalls, sie zu ergänzen. Mit folgender Rezeptur ließ sich beispielsweise die Frequenz von prämenstruellen Heißhungeranfällen reduzieren und steigendes Wohlbefinden erreichen: | ||||||||||||||||||
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| Neben dem Frauenmantel gibt es nur wenige gelbkörperregulierende Pflanzen. Madaus führte zum Beispiel Sonnenblumenblüten und die Brutknospen der Tigerlilie auf (Lilium tigrinum ist auch in Mastodynon enthalten). Aber auch das Stigmasterol von Soja zeigte in Versuchen eine gestagenartige Wirkung und die Schafgarbe beeinflusst die Gelbkörperphase ebenfalls (Réquena). Doch die wichtigste Begleitung und Vertiefung zur Alchemilla ist und bleibt Pulsatilla. | ||||||||||||||||||
Pulsatilla - Hilfe für Tränentiere
Die Progesteronwirkung darf aber nicht nur vermutet werden, Homöopathen nutzen sie längst schon bei der Behandlung des PMS. Es sind aber keineswegs nur die Hochpotenzen hilfreich. In der einen oder anderen Form hilft Pulsatilla fast allen Frauen, die unter dem PMS leiden. Angaben über Bauchauftreibung und Völlegefühl vor den Tagen sowie eine Neigung zu eher spärlicher Blutung führen zu den Tiefpotenzen (D4 - D6). Bei Ödemen im Gesicht oder in den Beinen, Brustschwellung und Stimmungsschwankungen vor der Regel sind dagegen oft mittlere Potenzen (D12) angezeigt, während man die höheren Potenzen meist den "echten" Pulsatilla-Frauen vorbehält, die gerne blond und blauäugig sind und unter heftigen Stimmungsschwankungen leiden, die an den raschen Wetterwechsel an einem Apriltag erinnern. Frauen, für die Hochpotenzen in Frage kommen, sind zum Teil in der ganzen zweiten Zyklushälfte anlehnungsbedürftig, aufgeschwemmt, leiden vermehrt unter Heißhungeranfällen mit anschließendem schlechtem Gewissen und sind extrem leicht zu Tränen geneigt. Für meine Pulsatilla-Patientinnen halte ich daher stets ein Tempodepot vorrätig, denn allein die Frage "Wie geht's" bringt - besonders im Prämenstruum - Sturzbäche von Tränen ins Fließen. Die echte Pulsatilla ist eben unser "Tränchen im Knopfloch". Wir erkennen sie auch daran, daß sie in Frauen den Mutterinstinkt und in Männern den Beschützerinstinkt weckt. In solchen Fällen sind manchmal Potenzakkorde angezeigt, die auf seelischer wie auch hormoneller Ebene gleichermaßen angreifen. Am liebsten bediene ich mich aber der mittleren Potenzen, die stets einen ausgleichenden Effekt auf die zweite Zyklushälfte zeigen und auch die Seelenwogen glätten. Während Alchemilla und Kupfer aggressive Frauen sanftmütiger und weiblicher machen, bringt die Kombination von Alchemilla und Pulsatilla einen hormonellen Reifungsprozess in Gang, weshalb man damit auch Eßstörungen, Launenhaftigkeit oder Schüchternheit in der Pubertät mitbehandeln kann. Bei ausgeprägter prämenstrueller Symptomatik ist es aber manchmal sinnvoll, den weiblichen Rhythmen entsprechend in zwei Phasen vorzugehen: 1.) In der ersten Zyklushälfte, vom Ende der Blutung bis zum Eisprung, regt man die Östrogene an. Als östrogenisierende Arzneien bewähren sich zum Beispiel Beifuß-, Damianablättertee, Basilikum-Extrakte und/oder Ovaria comp. (Wala).
2.) In der zweiten Zyklushälfte, vom Eisprung bis zur folgenden Blutung, regt man die Gelbkörperbildung an. Hierzu eignen sich beispielsweise Agnus castus (Ø - D4), Alchemilla (Ø), Pulsatilla (D4 - D30) und Corpus luteum (D6).
Eine solche biphasische Vorgehensweise ist vor allem nach langjähriger Einnahme der Antibabypille angebracht. Je nachdem wie lange die Beschwerden vorhanden waren, kann man schon im ersten Zyklus mit deutlicher Linderung rechnen und wird die Mittel nach drei bis vier Monaten vielleicht ganz absetzen können; wobei es sich zur Stabilisierung des Therapieerfolges natürlich immer lohnt, ein bis zwei Zyklen über die Beschwerdefreiheit hinaus zu behandeln. |
Mit den Östrogenen sinkt die Laune
Doch Östrogene oder östrogenartig wirkende Substanzen sind im Pflanzenreich weit verbreitet. Nur ist es nicht immer angebracht, gleich zu substituieren. Vor allem beim Klimakterium praecox relativ junger Frauen und nach Antibabypille lohnt es sich, die körpereigene Hormonproduktion so lange wie möglich anzuregen, statt dem Hormonsystem durch Substitution die Arbeit abzunehmen. Hierzu kommen viele keimdrüsenanregende Heilpflanzen in Frage, zum Beispiel: Angelika, Basilikum, Beifuß, Damiana, Raute oder Rosmarin. Gerade beim Post-Pill-Syndrom, bei dem die gesamte hormonelle Achse ausgebremst ist, zählt Beifuß (Artemisia vulgaris) zu den Kardinalheilpflanzen. Réquena wies darauf hin, daß Beifuß gleichermaßen östrogenisierend wie auch gestagenregulierend wirkt. Von den Frauen werden Teekuren als tiefgehende Reinigung für Körper und Seele empfunden. Die Wirkung dieser alten Frauenheilpflanze läßt sich knapp beschreiben: Beifuß öffnet und bringt ins Fließen. Das Kraut der Mondgöttin Artemis regt nicht nur Kreislauf, Hypophyse und Keimdrüsen an, es öffnet auch alle körpereigenen Entgiftungswege, so daß Giftstoffe über Urin, Stuhl, Schweiß und Menstruationsblut ausgeschieden werden können. Im Laufe einer Teekur zeigt sich der universell entgiftende Effekt gerne durch stark riechende Ausscheidungen bei gleichzeitig steigendem Wohlbefinden. Besonders hilfreich sind Beifuß-Kuren, wenn die Menstruation zunehmend schwächer geworden oder gar für einige Monate ausgeblieben ist, was meist mit einer mehr oder weniger starken Depression einhergeht. | ||
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Pflanzliche Östrogene - Quelle ewiger Jugend
Doch Hopfen, Raute oder Salbei übernehmen ebenfalls Teilfunktionen der Östrogene und hellen dementsprechend auch die Stimmung auf. Ein typischer Effekt von östrogenähnlich wirkenden Pflanzen ist, daß sie den Geschlechtstrieb der Männer dämpfen und den der Frauen steigern. So war beispielsweise die Raute im Mittelalter verpönt, weil sie bei Frauen "unkeusche Begier weckt". Ähnliches weiß man aus Hopfenanbaugebieten: Während die männlichen Hopfenpflücker abends der Schlafsucht anheimfielen, strömten die Hopfenpflückerinnen in die Nachbarorte aus, um sich zu amüsieren. Aber nicht nur das Triebleben erfährt durch östrogenartige Pflanzen wie Hopfen oder Raute neuen Aufschwung, das ganze Lebensgefühl wird einfach besser, etwa vergleichbar mit dem hormonell bedingten Stimmungshoch rund um den Eisprung herum. | |||
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Wenn die Schilddrüse entgleist
Nun wäre es aber falsch, die Schilddrüse einfach nur zu dämpfen. Das unliebsame Rebound-Phänomen, d.h. die Verstärkung der Symptomatik nach Absetzen des Mittels, ist von antithyreotropen Heilpflanzen wie dem Wolfstrapp (Lycopus europaeus u. virginicus) lange schon bekannt und für mich ein Argument, es wiederum zuerst auf anderem Weg zu versuchen. Mit Wolfstrapp behandle ich die Überfunktion nur dann und meist auch nur vorübergehend, wenn die Patientin derart hormonell entgleist und verwirrt ist, daß sie den therapeutischen Anweisungen nicht mehr folgen könnte. Beste Heilergebnisse lassen sich dagegen mit dem Schierling (Conium maculatum) erzielen, der sich geradezu als ideale Unterstützung zur homöopathischen Konstitutionstherapie erwies. Insbesondere die übernervösen Schilddrüsen-Patientinnen, für die vielleicht Apis mellifica (D12 - D30) oder Lachesis (D12 - D30) in Frage kommt, lassen sich mit Conium-Salbe N (DHU) besänftigen. Die abendliche Einreibung der Schilddrüse mit Conium-Salbe dämpft die Schilddrüse nicht, sie reguliert sie vielmehr und konnte, langfristig angewandt, auch schon von jeglicher Schilddrüsen-Medikation befreien. So erlebe es immer wieder, daß Frauen, die solche Einreibungen durchführen, besser schlafen, viel ruhiger werden und tagsüber konzentrierter sind. | ||
Sicher wäre es interessant, bei einigen psychiatrischen Fällen ebenfalls eine Schilddrüsenregulation durchzuführen. So sah ich psychotische Schübe desöfteren in Verbindung mit hormonellen Störungen auftreten (v.a. Dysthyreose), wobei die behandelnden Psychiater sich leider nur selten zu einer eingehenden Hormondiagnostik bewegen lassen. |
Einige bewährte Firmenmittel für psycho-hormonelle Störungen
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Übersicht: Einige hormonell wirksame Pflanzen
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