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Astromedizin – Heilen im Einklang mit den Sternen – von Olaf Rippe

“Wenn man vom Gestirn lernt,
so übertrifft man alle Menschen.
Wunderbare Werke würden auf Erden
geschehen, wenn wir vom Gestirn
so lernten, wie vom Menschen.”
(Paracelsus: IV/ 538)

Kosmische Harmonie

Der Gedanke, das Wirken der Gestirne (Makrokosmos) mit den Geschehnissen auf der Erde (Mikrokosmos) in Beziehung zu bringen, ist uralt. Einer der Schlüssel zum Verständnis der Astrologie sind die Lehrsätze des ägyptischen Eingeweihten Hermes Trismegistos, die auch Paracelsus stark beeinflussten: “In Wahrheit, gewiss und ohne Zweifel: Das Untere ist gleich dem Oberen und das Obere gleich dem Unteren, zu wirken die Wunder eines Dinges.” (Hermes Trismegistos)

Paracelsus schrieb ganz ähnlich: “Ein Gleiches ist im Himmel, das auf der Erde sein Gleiches hat und auf der Erde ist ein Gleiches, das im Himmel sein Gleiches hat. Denn das könnte nicht sein, dass der Saturnus auf der Erde regieren könnte, wenn nicht auf der Erde ein Saturnus wäre (…). Der auf der Erde ist die Nahrung desjenigen im Himmel, und der im Himmel ist die Nahrung desjenigen auf der Erde.” (II/216).

Paracelsus nannte die Kraft, die das Oben mit dem Unten verbindet, das Licht, das sich am Anfang der Welt wie durch ein Prisma in sieben Strahlen teilt. Diese Strahlen sind die geistartigen Eigenschaften der Planeten-Intelligenzien, die eine universelle Gültigkeit haben. Alles, egal ob organisch oder anorganisch, ist von ihnen beseelt; Paracelsus nannte dies “das Licht in der Natur”. Allerdings ist die stoffliche Welt kein reales Abbild kosmischer Kräfte, sondern ein rein geistiges. Im Mineralreich zeigen sich die kosmischen Kräfte als Kristallform, im Pflanzenreich als Stoffwechsel, im Tierreich als Gefühl und im Menschen als Fähigkeit zur Selbsterkenntnis (Aschner, Vorwort Paracelsus-Werke). Neben diesen Grundprinzipien stehen sämtliche weiteren Phänomene in Beziehung zu den Sternen, so etwa unsere unterschiedliche Wesensnatur und die Organe sowie alle Organfunktionen, damit auch sämtliche Fehlfunktionen und Krankheiten, aber auch die Heilkräfte der Natursubstanzen.

Veranstaltungen Astromedizin

Paracelsus sah die eigentliche Ursache der Krankheit in einer Disharmonie zwischen Mensch und Kosmos, die ihren Ursprung im Sündenfall hat. Überspitzt könnte man sagen, dass der Mensch durch den Genuss der Frucht vom Baum der Erkenntnis frei wurde von göttlicher Vorherrschaft, seitdem plagen ihn aber auch Krankheiten und Untugenden. Das Erleiden von Krankheit soll im Menschen zur Selbsterkenntnis (= Gotteserkenntnis) führen und damit zu einer Harmonie auf einer höheren Schwingungsebene: “Der Mensch ist nur darum aus den äußeren Kreaturen geschaffen, dass er infolge seiner Leiden sich selbst betrachte und erkenne, woraus er gemacht ist.” (Paracelsus: I/374)

Heilung erfolgt also in erster Linie durch das eigene Bemühen. Man kann dies aber durch bestimmte Arzneien unterstützen, die Paracelsus “Arkana” nannte. Sie unterstützen die Verwandlung oder Transmutation, indem sie die Schwingung im Menschen verfeinern. Aus alchimistischer Sicht ist dies die Verwandlung (Heilung) von Blei (grobe Schwingung – Krankheit – Saturn) in Gold (feine Schwingung – Gesundheit Sonne). Hierzu muss man eine Substanz wählen, die eine ähnliche Schwingung hat wie der zu behandelnde Krankheitszustand (Signaturenlehre). Durch die Kunst der Alchimie, zu der auch die Potenzierung nach Hahnemann gehört, veredelt man die Substanz zum Arkanum. Die alchimistische Bearbeitung bewirkt die Freisetzung der Quintessenz, das ist die geistartige, kosmische Heilkraft einer Substanz, die an die grobe Materie gebunden ist. Erst eine solche vollkommene Arznei kann dem Menschen helfen, sich von der Krankheit zu erlösen. Die Erlösung ist nicht zwingend mit dem Verschwinden von objektiven und messbaren Krankheitssymptomen verbunden. Unter Heilung verstand Paracelsus vor allem eine Erkenntnis über das Sein (Wissen), die zum inneren Frieden (Liebe) führt.

Der Mensch in Analogie zu den Planeten in Bezug auf seine Untugenden und Elementen
Gichtel 17. Jh.

Die sieben Planetenkräfte in Mensch und Natur

Im Menschen verkörpern sich die Planetenkräfte als geistiges Firmament in sieben Hauptorganen (siehe auch Tabelle 1). “Wenn ein Kind geboren wird, so wird mit ihm sein Firmament geboren und die sieben Organe, die für sich selbst die Macht haben, sieben Planeten zu sein und so alles, was zu seinem Firmament gehört” (Paracelsus: I/38). Neben den Organzuordnungen ordnet man den Planeten sieben Grundprinzipien und mögliche Fehlleistungen zu. So ist nicht nur die Atmung merkuriell, sondern auch die Kommunikation oder der Chemismus, also alle Stoffumwandlungen im Körper und der Stofftransport (Merkur/Hermes ist der Götterbote). Damit haben aber auch sämtliche Lungenleiden, Kommunikationsstörungen oder Fehlleistungen bei der Stoffumwandlung einen merkuriellen Charakter. Die Venus findet man nicht nur in der Niere, auch unsere Sozialität und Libido sind venusisch, damit beispielsweise auch zwischenmenschliche Probleme. Die Sonne finden wir im Herzen, aber auch Wärme- und Erkenntnisprozesse sind solar geprägt. Somit kann man Herzerkrankungen auch als eine gestörte Selbstwahrnehmung betrachten.

Paracelsus stellte sich vor, dass jeder Planet auf seiner eigenen Bahn im Körper kreist – solange dies geschieht, ist der Mensch gesund. Krankheiten entstehen erst, wenn Planeten ihre Bahn verlassen und die Bahn anderer Planeten kreuzen. Im Himmel geschieht ähnliches, wenn Planeten Aspekte untereinander bilden. Es sind also immer mehrere Planetenkräfte am Krankheitsgeschehen beteiligt, entsprechend muss eine Therapie die unterschiedlichen Kräfte integrieren. Gallensteine sind beispielsweise ein Konflikt zwischen Mars (Galle – Hitze – Wille) und Saturn (Milz – Kälte – Struktur), bei dem Saturn die Oberhand behält (Steinbildung) und Mars sich immer wieder gegen die Saturnale Vorherrschaft zur Wehr setzt (Krampfschmerzen). Gallensteine entstehen also durch ein Übermaß an Kälte in einem an sich warmen Organ; dies äußert sich auch als Unterdrückung des Willens oder Überforderung durch Pflichten (beides Saturn). Gallensteine entstehen durch aufgestaute Wut, sie heißen im Volksmund nicht umsonst “Ärgersteine”.

Dagegen ist die Migräne ein Konflikt zwischen Mond (Gehirn, Reflexion), Mars (Galle, Wille) und Venus (Niere, Sozialität), bei dem die Marsenergie in Richtung Gehirn aufsteigt und dort zu einem Übermaß an Hitze führt. Die Venus wäre bei diesem Beispiel der natürliche Gegenspieler von Mars. Man könnte auch sagen, dass der Migränepatient sich den Kopf darüber zerbricht, wie er sich gegen Anforderungen zur Wehr setzen kann (Mars, Wut), die ihm Angst machen (Venus, soziale Überforderung). Man kann in der Praxis feststellen, dass Migränepatienten immer auch unter zwischenmenschlichen Problemen leiden oder Emotionen nicht verarbeiten können; der Volksmund sagt dann: “Dies ist mir an die Nieren gegangen.” Hält dieser Zustand zu lange an, dann lagern sich Ängste und Emotionen in der Niere ab (Saturn = Ablagerung), und es kann zu Nierensteinen kommen, die man auch “Angststeine” nennt.

Natürlich sind dies stark vereinfachte Beispiele, sie sollen auch nur einen Eindruck vermitteln, wie man sich das Kreuzen der Planetenbahnen vorstellen kann. Im Himmel zeigen sich solche Konflikte beispielsweise als Spannungsaspekte (z.B. Quadrat, Opposition) zwischen Planeten, die man spiegelbildlich auch im Geburtshoroskop findet.

Astrologisches Jahrbuch, 17 Jh.

Einige astromedizinische Therapieempfehlungen zu den zuvor genannten Krankheiten:

1. Migräne (Mond – Venus / Mars – Sonne)

Mischung aus:

  • Je 10 ml von
  • Artemisia absinthium dil. D2 (Wermut, Saturn, Mond – Sonne; wirkt gleichermaßen auf Nerven und Verdauungsdrüsen)
  • Chelidonium majus dil. D2 (Schöllkraut, Mars – Sonne; gelbes Mohngewächs mit Bezug zur Galle, Muskelrelaxans)
  • Cyclamen europaeum dil. D4 (Alpenveilchen, Venus – Saturn; rosa Blüten nach unten hängend, Signatur der Melancholie; starke Blattäderung – Nervensignatur)
  • Erythraea centaurium Urtinktur (Tausendgüldenkraut, Jupiter, Venus; rosa Blüte – Nervensignatur, bitterer Geschmack – regt Verdauung an)
  • Magnesium phosphoricum dil. D6 (Magnesiumphosphat, Sonne; wichtiges Schmerzmittel mit Wirkung auf Nerven, Gefäße und Muskulatur)
  • Nux vomica dil. D6 (Brechnuß, Mars; Vergiftung bewirkt Zittern, Übelkeit und kalten Schweiß; Magenmittel; enthält Kupfer – potenziert zeigt Nux vomica venusische Eigenschaften)
  • Potentilla anserina Urtinktur (Gänsefingerkraut, Venus, Sonne; Krampfkraut nach Pfarrer Künzle; enthält Kupfer!)
  • Solidago virgaurea Urtinktur (Goldrute, Sonne; laut Paracelsus braucht jede Hemikranie Nierenmittel)
  • Je 5 ml von
  • Argentum colloidale D6 (kolloidales Silber, Mond; Gehirnbezug)
  • Cuprum phosphoricum dil. D6 (Kupferphosphat, Venus – Sonne; “Krampfmetall” mit Nervenbezug)
  • Pyrit dil. D12 (nat. Eisensulfid, Mars; reguliert Marsenergie; leitet Toxine aus Nervensystem ab; Pentagrammstruktur – Schutzmagie)
  • Zincum phosphoricum dil. D6 (Zinkphosphat, Venus-Sonne; bei nervöser Reizbarkeit und Schmerzen; Nervenmittel; nach Paracelsus ist Zink venusisch)

Über die Lindenapotheke Pfaffenhofen mischen lassen; 3 mal 20 Tropfen zu den Mahlzeiten; im akuten Fall bis 7mal täglich.

2. Nierensteine (Mond – Venus / Saturn)

  • “Renodoron” von Weleda, 3mal täglich 1 Tablette. Das Mittel enthält Krebsstein, eine Kalkablagerung in den Verdauungsorganen im Kopfbereich des Krebses, sowie Flintstein, ein kieselsäurehaltiges Mineral mit extrem scharfen Bruchkanten.
  • “Solunat Nr. 16” = “Renalin” von Soluna, 2mal täglich 10 Tropfen; enthält Kupfer, allg. bei Nierenleiden
  • Von Spagyra: Nosode aus Nieren- oder Blasenstein; je nach Befund: Calculi renales (Harnsäure), Calculi renales oxalsäurehaltig, Calculi vesicales, jeweils D30, 2mal die Woche 5 Tropfen
  • Teekur aus Birkenblättern, Goldrutenkraut, Hauhechelwurzel, Steinbrechkraut und Zinnkraut zur Anregung der Nierenfunktion
  • Einreibung des Nierenbereichs mit “Kupfersalbe rot” (Wala) zur Durchwärmung und Entspannung
  • Solunat Nr. 18 = “Splenetik” von Soluna (enthält Antimon), 2 mal täglich 5 bis 10 Tropfen. Antimonhaltiges Präparat zur Behandlung “tartarischer” Krankheiten

3. Gallensteine (Mars – Sonne / Jupiter – Saturn)

  • Von Spagyra: Claculi biliarii Nos. D 30, 2mal die Woche 5 bis 10 Tropfen (Gallenstein-Nosode)
  • “Chelidonium Kapseln” (Wala), morgens 1 bis 2, abends 2 Kapsels. Das Mittel setzt sich aus gelben und bitteren Substanzen zusammen sowie aus ätherischen und fetten Ölen zur Umstimmung von Leber und Galle.
  • “Metaheptachol” Tropfen (meta-Fackler), 3mal täglich 20 Tropfen. Zinnhaltiges Präparat zur Regeneration der Leber – die Galle wird in der Leber gebildet, also muss dort die Therapie ansetzen.
  • Solunat Nr. 18 = “Splenetik” von Soluna, 2mal täglich 5 bis 10 Tropfen; siehe oben
  • Teekur aus Benediktenkraut, Erdrauchkraut, Goldrutenkraut, Kümmelfrüchten, Löwenzahnwurzel und Wegwartenwurzel zur Regulation der Gallentätigkeit

Metalle und Metallpräparate in Analogie zu den Planetenkräften

Wie die Rezepte zeigen, verkörpern sich die Planetenkräfte nicht nur im Menschen. Besonders Metalle gelten als stoffgewordene kosmische Kräfte (siehe Tabelle 1). Sie sind in der astrologischen Medizin die wichtigsten Arzneien. Dies gilt besonders für das Sonnenmetall Gold. Der Fachbegriff für Gold lautet “Aurum metallicum”, abgeleitet von lat. “aur” für Licht. Gold trägt das kosmische Licht vom Ursprung der Welt auf besondere Weise in sich. Gelingt die Freisetzung der Quintessenz, ist Gold die mächtigste Arznei, da es nicht nur das Herz-Kreislauf-System günstig beeinflusst, sondern auch Selbsterkenntnis bewirkt. Gold kann laut Paracelsus gegen alle anderen Planeten wirken (“Aurum metallicum praeparatum” D12; Goldspiegel von Weleda).

Paracelsus schrieb hierzu: “Es gibt also sieben Planeten und auch sieben Metalle. Die Erfahrung lehrt uns, dass die sieben Metalle in uns die Kraft besitzen, gegen die sieben Planeten zu wirken. Welcher Planet daher den Körper angreift, dessen Quinta Essentia des Metalles (alchimistische Zubereitung) gebrauche gegen ihn. (…) Wir können auch verstehen, dass die Quinta Essentia Auri (Zubereitung aus Gold) wegen ihrer spezifischen Wirkung und wegen der Kraft, die sie dem Herzen verleiht, imstande ist, gegen alle Gestirne zu wirken.” (II/72f.) Die Tabelle 1 zeigt, dass es noch heute üblich ist, die Planetenorgane mit ihren korrespondierenden Metallen zu behandeln. Wer sich zu diesem Thema weiterbilden möchte, sollte vor allem die Schriften von Alla Selawry studieren (Metallfunktionstypen).

Handelspräparate mit Metallen

Mond
Prinzip: Reflexion, Regeneration, Gehirn, Keimdrüsen
Metall / Präparat: Silber; “Cerebretik = Solunat Nr. 4” (Soluna) oder “Somcupin” (Pekana) bei Schlafstörungen; “Ovaria comp.” (Wala) und “Testes comp.” (Wala) zur Anregung der weiblichen und männlichen Keimdrüsentätigkeit

Merkur
Prinzip: Kommunikation, Stoffwechsel, Reflexion, Atemwege, Hormone, alle Feedback-Mechanismen
Metall / Präparat: Quecksilber; “Sinusitis Hevert Tabletten von Hevert bei Eiterprozessen im HNO-Bereich; “Pulmo/Mercurius” (Wala) bei entzündlichen und exsudativen Lungenleiden; “Sulfur comp.” (Weleda) bei eitrigen Entzündungen; “Nasturtium Mercurio cultum” (Weleda) bei Stoffwechselstörungen

Venus
Prinzip: Sozialität, Libido, Harnorgane, Venen, Hormondrüsen
Metall / Präparat: Kupfer, Zink (nach Paracelsus); “Renalin = Solunat Nr. 16” (Soluna) zur Anregung der Diurese; “Cuprum-Ren” (Weleda) zur Anregung der Nierentätigkeit und bei Asthma; “Cuprum aceticum D5 / Zincum valerianicum D4” (Weleda) bei nervösen Organstörungen

Sonne
Prinzip: Bewußtsein, Wärmeprozesse, Herz-Kreislauf
Metall / Präparat: Gold; “Aquavit = Solunat Nr. 2” (Soluna) als Lebenselixier; “Cordiak = Solunat Nr. 5” (Soluna) und “Sanguisol = Solunat Nr. 17” (Soluna) allg. bei Herzleiden; “Aurum/Apis regina comp.” (Wala) bei seelischen Herzleiden und Stress

Mars
Prinzip: Wille, Oxidationsprozesse, Galle, Muskulatur, Arterien
Metall / Präparat: Eisen “Vesica fellea/Ferrum” (Wala) bei Gallenleiden; “Meteoreisen” (Wala) zur Rekonvaleszenz; “Skorodit Kreislauf” (Wala zur Anregung von Herz und Kreislauf, bei Erschöpfung)

Jupiter
Prinzip: Denken, Temperament, Formkräfte, Leber, Bindegewebe, Gelenke
Metall / Präparat: Zinn “Metaheptachol N” oder “Metamarianum B12N” (meta Fackler) bei Störungen im Leberstoffwechsel; “Stannum comp.” (Weleda) zur Regulation von Formprozessen (z.B. Rheuma); “Metasilicea” (meta Fackler) bei Bindegewebsschwäche; “Metaossylen” (meta Fackler), bei chron. Gelenksleiden

Saturn
Prinzip: Wahrnehmung, Strukturkräfte, Abbauprozesse, Milz, Knochen
Metall / Präparat: Blei (auch Antimon = Erde); Solunat Nr. 18 = “Splenetik” (Soluna) zur Förderung von Abbauprozessen; “Lien/Plumbum” (Wala) bei Milz- und Blutleiden; “Arnica/Betula comp.” (Weleda) bei Rheuma; Scleron (Weleda) bei Alterungsprozessen; Secale / Bleiglanz (Wala) bei Sklerose

Zuordnungen von Pflanzen zu den Planeten im Kräuterbuch des Albertus Magnus 16. Jh

Pflanzenzuordnungen zu den Planeten

Auch in einigen Kräuterbüchern aus dem 17. Jahrhundert, die sich auf Paracelsus berufen, gibt es genaue Beschreibungen, beispielsweise in dem Kräuterbuch von Bartholomä Carrichter von 1606 (siehe Tabelle 2). Interessant an diesem Buch sind vor allem die unterschiedlichen astrologischen Zuordnungen nach Pflanzenteilen. Weitere Zuordnungen finden sich in den Schriften von Nikolas Culpeper, den man auch den englischen Paracelsus nennt. Der Paracelsist Leonhard Thurneysser schrieb ein ganzes Buch nur über Doldenblütler, in dem er auch astrologische Zeitpunkte angab, an denen man die Pflanzen sammeln und verarbeiten sollte. Astrologische Signaturbetrachtungen waren bei ihm selbstverständlich.

Mond
Schöne weiße wurtz/ ist wässerig/ hat kein öl noch feystigkeit/ hat keinen sonderlichen geschmack. Die bletter sind schön/ zart/ breit/ mit subtilen weißen äderlein/ sind auch fast wässerig. Gibt viel weißlechts stengel/ haben gar viel wassers und feuchtigkeit. Schöne weißlecht blumen/ sind oben offen/ haben viel safft.
Augentrost, Baldrian (Blüte), Beinwell (Wurzel, Saturn), Betonie (Wurzel), Braunwurz (Mars), Brunnenkresse (Mars), Eisenkraut (Wurzel, Mars), Liebstöckel (Wurzel, Mars), Maiglöckchen (Blüte), Wasserdost (Wurzel, Blüte), Wegerich (Wurzel)

Merkur
Schöns/ langs/ geschmeyssigs kraut/ das ist nit dick. Die wurtz ist zimlich lang. Bletter sind langlecht gespitzt/ nit breit/ haben kein feystigkeit. Die stengel sind lang/ zart/ glat/ nit sonders dick. Die blümlein sind fast schön/ blaw/ nit fast offen/ schön und lieblich anzusehen.
Akelei (Venus), Baldrian (Gestalt), Betonie (Blüte), Borretsch (Blüte), Erdrauch (Venus), Ochsenzunge (Blüte), Wegerich (Gestalt), Lavendel (Blüten), Quendel (Blüte), Teufelsabbiß (Sonne)

Venus
Die Kreutter so diesem Planeten zugefügt/ seind sehr wolriechend und zart. Die wurtz ist eines lieblichen geruchs. Schöne/ glatte/ hole/ mittelmessiger lenge stengel. Schöne/ zarte/ lange/ glatte bletter/ mit kleinen weißlechten äderlein. Schöne/ zarte kleine blumen/ sind oben offen.
Beinwell (Blätter), Betonie (Kraut), Borretsch (Wurzel, Erdrauch (Kraut, Merkur), Frauenmantel (etwas Mars), Gänseblümchen, Gänsefingerkraut, Herzgespann (Saturn), Liebstöckel (Kraut), Rose (Blüten), Storchschnabel (Saturn, Mars), Wasserdost (Kraut, Saturn), Wegerich (Blätter)

Sonne
Die Sonn ist ein herzlicher Planet. Also die Kreutter so der Sonn zugefügt sind übertreffen alle andere kreutter. Die Sonn gibt schön langs kraut/ die wurtz ist eines guten geruchs. Schöne zarte/ gespitzte/ zerkerbte bletter. Schöne goldfarbe/ zerkerbte blumen/ haben ein feystigkeit un ein öl/ sind eines lieblichen geruchs/ und rässen geschmacks/ vergleichen sich den blumen des himelbrandts (Jupiter).
Nelkenwurz (Wurzel, Venus), Dost (Venus), Enzian Gelber (Wurzel), Gamander Edler (Venus), Johanniskraut (Blüte), Kerbel (Wurzel), Königskerze (Blüte), Kümmel (Früchte), Meisterwurz, Quendel (Venus), Salbei (Venus), Schöllkraut (Mars), Teufelsabbiß (Wurzel, Gestalt Merkur)

Mars
Holzechte wurtz/ mit wenig safft/ rotfarb/ keines lieblichen geruchs. Die bletter sind lang/ fast glat/ zerkerbt/ anrotlecht durch einander gesprengt/ nit dick.  Nit viel stengel. Die blümlein sind anrotlecht/ schier goldfarb/ haben wenig bletter/ keines lieblichen geschmacks/ und sind bitter.
Andorn (Sonne im Widder), Bibernelle (Sonne), Ehrenpreis (Wurzel, Kraut, Venus u. Merkur), Eisenkraut (oberirdische Teile), Fünffingerkraut (Venus), Gifthahnenfuß (Mond), Mauerpfeffer, Meisterwurz (Sonne), Sauerklee (Mond, Venus u. Saturn), Schöllkaut (Sonne), Wasserpfeffer (oberirdische Teile)

Jupiter
Wolriechende wurtz/ etwas räß/ und gar lieblich/ etwas härig/ hat ziemlich safft. Lange und subtile bletter/ mit keinen subtilen härlein/ sind pupurfarb/ eines lieblichen geruchs und rässen geschmacks/ ganz safftig. Lange/ runde/ purpurfarbe safftige stengel. Purpurfarbe blumen/ sind offen/ eines guten geruchs.
Baldrian (Wurzel), Engelwurz (Sonne), Eisenkraut (Stängel), Haselwurz (Wurzel, Sternzeichen Zwilling), Hauhechel (Wurzel, Sternzeichen Wassermann), Hirtentäschel (Mond), Tausendgüldenkraut, Weinraute (Sonne)

Saturn
Schwartzgrawe wurtz/ mit wenig safft/ eines unlieblichen geruchs. Die bletter sind grob dick/ kurtz/ dornig/ eines fast unlieblichen geruchs und bitteren geschmacks. Grobe/ kurtze braune blumen/ eines unlieblichen geruchs und bitteren geschmacks.
Beinwell (Wurzel, Mond) Borretsch (Blätter), Kerbel (Kraut), Braunwurz (Mond, Mars), Gauchheil (Mars), Johanniskraut (Wurzel, Samen; Sternzeichen Wassermann), Storchschnabel (Venus), Wermut (Kraut)

Zur Beachtung!

Der Leser ist aufgefordert, Dosierungen und Kontraindikationen aller verwendeten Arzneistoffe, Präparate und medizinischen Behandlungsverfahren anhand etwaiger Beipackzettel und Bedienungsanleitungen eigenverantwortlich zu prüfen, um eventuelle Abweichungen festzustellen.

Die in diesem Artikel aufgeführten Rezepte und Behandlungshinweise verstehen sich ausschließlich als Lehrbeispiele und können daher auch weder den Arztbesuch noch eine individuelle Beratung durch einen Heilpraktiker bzw. Arzt ersetzen. Sie sind nicht als Ratschläge zu einer Selbstbehandlung gedacht, sondern wollen lediglich einen Einblick in Therapiemöglichkeiten geben! Die Einnahme der genannten Heilmittel wie auch die Anwendung der Rezepturen oder das Befolgen der Therapieempfehlungen geschieht stets auf eigene Verantwortung. Sollten Sie nicht die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde haben und über eine entsprechende Erfahrung verfügen, ist es empfehlenswert, sich vor jeder Anwendung kompetenten Rat bei einem Arzt oder einer Ärztin, einem Heilpraktiker oder einer Heilpraktikerin einzuholen. Es ist in jedem Fall ratsam, sich vor der Anwendung eines Heilmittels über mögliche Gegenanzeigen oder Nebenwirkungen zu informieren. Auch sollte die nur modellhaft angegebene Dosierung grundsätzlich überprüft und individuell angepasst werden. Bitte beachten Sie ebenso alle Warnhinweise und Anwendungsbeschränkungen der jeweiligen Beipackzettel.

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