Der innere AlchimistHinweise zur Therapie von Krankheiten der Bauchspeicheldrüsevon Olaf Rippemit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Naturheilpraxis |
|
"Der Alchimist unter den Menschen, der so viel
vermag wie der im Menschen, dem mangelt es nicht an Kunst. Denn an dem
Alchimisten der Natur mag sich jeder Alchimist ein Beispiel
nehmen." (Paracelsus) |
"Scheide die Erde vom Feuer"Die uralte Weisheit "Du bist, was Du isst", hat auch in unserer Zeit nichts von Ihrer Gültigkeit verloren. Nahrung ist die Grundlage des Lebens. Damit sich einButterbrot in Lebensenergie verwandelt, bedarf es jedoch sehr komplexer Stoff"Wechsel"vorgänge. Grundvoraussetzung ist die völlige Zerstörung und Umwandlung der materiellen Struktur der Nahrungssubstanzen durch die Verdauungsorgane. In der Alchimie nennt man diesen Vorgang Transmutation.Wie es in alten alchimistischen Schriften heißt, löst sich dadurch das feinstoffliche Feuer (Essenz) von der grobstofflichen Erde (Materie). Dieser Schritt ist vor allem auch deshalb nötig, weil das Materielle der Nahrung nicht mit den körpereigenen Schwingungen identisch und daher potenziell toxisch ist. In der Nahrung ist also beides - Gift und Essenz. Doch zum Glück gibt es die Verdauungsorgane, die Paracelsus als "inneren Alchimisten" bezeichnete. Dieser ist "ein so großer Künstler, dass er die beiden voneinander scheidet. Das Gift steckt er in einen Sack und das Gute gibt er dem Leib. (...) Er scheidet das Gute vom Bösen, e verwandelt das Gute in eine Tinktur, die er dem Leibe eingibt, auf dass er lebe." Unter den Verdauungsdrüsen ist vor allem das Pankreas wesentlich an der Bildung und Verwertung von Lebensenergie beteiligt. Bekanntlich dient im Pankreassaft, immerhin 1 bis 1,5 Liter pro Tag, die Lipase zur Spaltung der Fette, das Trypsin zur Spaltung der Eiweißkörper und die Amylase zur Spaltung der Kohlehydrate. Die Pankreaswirkung erfolgt in drei Stufen: In der "kephalischen Phase" kommt es zur Stimulation auf
nervalem und hormonalem Weg vor und während der Nahrungsaufnahme. Schon der Gedanke an Essen,
spätestens aber der angenehme Duft der Lieblingsspeise, bewirkt eine Sekretion des
Pankreassaftes.
Das Pankreas ist jedoch nicht alleine am Verdauungsprozess beteiligt. Neben dem Magen, tragen auch
Leber-Galle und Darm wesentlich zum Gelingen bei.
Nach der Nahrungsaufnahme erfolgt während der "gastrischen Phase" die weitere Stimulation durch gastrointestinale Hormone. Die dritte "intestinale Phase" geschieht nach dem Übertritt des saurenMageninhalts in das Duodenum. Sympathisch adrenerge Nervenfasern hemmen schließlich die Pankreassekretion. |
"Die Mutter aller Krankheiten"Das optimale Zusammenspiel sämtlicher Bauchorgane ist vor allem auch zur Neutralisierung und Ausscheidung von endogenen Toxinen nötig, die bei jedem Stoffwechselprozess anfallen. Werden diese Vorgänge gestört, kommt es durch einen Toxinstau zu einem wahren Teufelskreis, den mn seit der Antike als Dyskrasie (Säfteentartung) bezeichnet. Paracelsus nannte ihn Tartarus, weil der Kranke leidet wie im Fegefeuer, er schrieb hierzu: "Wenn der Magen kräftig ist, dringt das Reine zu den Gliedern, um sie zu ernähren, das Unreine tritt mit dem Stuhl aus. Wenn der Magen schwach ist, schickt er auch das Unreine zu der Leber; hier geht auch eine Scheidung vor sich. Wenn die Leber kräftig ist, scheidet sie richtig und sie schickt zugleich das Schleimige mit dem Harn zu den Nieren. Wenn hier eine gute Scheidung ist, ist es richtig, wenn nicht, so bleibt hier jenes Schleimige und Steinige zurück und koaguliert sich zu Sand, was ich Tartarus nenne."Unter dem Begriff Tartarus verstand Paracelsus in erster Linie Ablagerungen und verhärtende Krankheitsprozesse durch eine mangelnde Toxinausscheidung, z.B. Steinbildung in Galle, Nieren und Blase, aber auch Gicht, Rheuma, Diabetes, Störungen der Darmperistaltik, Sklerose, Hautleiden, Asthma sowie psychishe Krankheiten, besonders die Melancholie oder Symptome wie Jucken und Brennen. In der Humoralmedizin entspricht der Begriff Tartarus am ehesten der gichtisch-rheumatischen Diathese. Über die Ursache des Tartarus schrieb Paracelsus weiter: "Wenn der Alchimist krank ist, dass er das Gift nicht mit vollkommener Kunst vom Guten zu scheiden vermag, dann geht Giftiges und Gutes gemeinsam in Verwesung über und dann entsteht eine Digestio. Dann folgt daher die Corruptio (Verderbnis = Dyskrasie). Das ist die Mutter aller Krankheiten." Die Tendenz zu "tartarischen Leiden" nimmt zunächst rein physiologisch mit zunehmendem Alter zu, weil der innere Alchimist immer schwächer wird. An dieser Stelle sei angemerkt, dass sich die meisten Geriatrika auch zur Behandlung von chronischen Stoffwechselleiden eignen. z.B. Engelwurz, Kalmus oder Ingwer - sie sind immer Bestandteile von Lebenselixieren wie dem Melissengeist. Weitere Ursachen sind in der Lebensweise (z.B. Alkoholabuus) und den Ernährungsgewohnheiten (z.B. Fast-food) zu suchen, aber auch in Resttoxinen nach Infektionen (z.B. Salmonellosen, Coxackie-Viren, Impftoxine), die vor allem Leber und Pankreas belasten. Hinzu kommt noch die oft falsche, bzw. ungenügende Behandlung von Krankheiten, besonders die Unterdrückung von Krankheitssymptomen durch allopathische Maßnahmen. Wie in der Humoralmedizin üblich, sollte eine Heilung jedoch immer von innen nach außen erfolgen. Der Krankheitsreiz wird auf diese Weise von den edlen zu den unedlen Organen abgeleitet, d.h. in Richtung Haut und Schleimhaut. |
Umweltfaktoren als KrankheitsreizHeute muss sich unser Alchimist auch noch mit Antibiotika, Hormonen und anderen Arzneirückständen oder mit Pestiziden und Schwermetallen abplagen. Als Alltagsgifte lauern sie praktisch überall, in der täglichen Nahrung, im Trinkwasser, in der Atemluft, in Kleidung oder in Wohnräumen. Unter dieser dauernden Belastung droht der Zusammenbruch ganzer Organsysteme, vor allem aber der Pankreasfunktionen, denn "die Bauchspeicheldrüse gilt erfahrungsgemäß als das toxin-affinste Organ des ganzes Körpers" (M. Kunst). Die Wirkung exogener Toxine besteht vor allem in der Blockade von enzymatischen Reaktionen sowie der Degeneration und Entartung von Geweben. Erschwerend kommt hinzu, dass die Vergiftung in der Regel schleichend erfolgt und daher therapeutische Maßnahmen oft erst sehr spät erfolgen.Dies ist ohnehin ein Problem, denn: "Pankreaserkrankungen sind trotz intensiver Forschungsarbeiten diagnosisch schwer fassbar und vor allem in ihrer wahren Ätiologie und umfassenden Charakterisierung noch immer in einem gewissen Dunkel" (H.-H. Vogel). Daher werden sie oft bei der Diagnosestellung übersehen und leider auch häufig unzureichend behandelt. Dabei gehören besonders die chronisch entzündlichen Krankheiten der Bauchspeicheldrüse zu den häufigen Krankheitsbildern. In der Praxis gilt die Regel: "Je uncharakteristischer die Beschwerden und je dürftiger die objektiven Befunde beim Vorliegen einer abdominellen Erkrankung sind, desto wahrscheinlicher ist das Vorliegen einer chronischen Pankreatitis" (Hansen, zit. n. Vogel). Folgen einer gestörten Pankreasfunktion sind beispielsweise Maldigestion und -absorption und dadurch bedingte Mangelzustände mit Neigung zur Erschöpfung. Energiemangel ist für das Pankreassyndrom kennzeichnend, oft kommt es zum spontanen Leistungsknick nach Infektionen durch eine mangelnde Entgiftung von Errgertoxinen (z.B. Pfeiffersches Drüsenfieber). Typisch sind heftige Blähkoliken und Motilitätsstörungen des Darms, wobei eine Obstipation oder eine Neigung zu Diarrhöe oder beides im Wechsel vorkommen kann. Ebenfalls typisch sind Entartungen auf der Symbiontenebene, z.B. Pilzleiden von Darm, Haut und Schleimhaut. Ferner stehen Allergien, Autoimmunleiden und alimentäre Hautleiden wie Urtikaria und Neurodermitis, in direktem Bezug zu einer toxischen Pankreasbelastung. Nicht zuletzt sind die oben genannten Zivilisationsgifte, die zur Degeneration des Pankreasgewebes beitragen, eine der wichtigsten Ursachen für die dramatische Zunahme von Diabetes mellitus. |
Die goldene Mitte
Als goldene Mitte harmonisiert das Element Erde die Beziehung zwischen den Yang-betonten Elementen Holz und Feuer, die den oberen Menschen ausmachen und den Yin-betonten Elementen Metall und Wasser, ie besonders im unteren Menschen wirken (siehe Abbildung). Pankreas und Milz sind vor allem für das Immungedächtnis verantwortlich und für das Qi (Lebensenergie) aus der Nahrung zuständig. Zusammen mit dem Qi aus der Atmung entsteht daraus die "Abwehrenergie Wei". Die Wirkung gleicht einer "inneren Mutter", die für die Energieverteilung verantwortlich ist und den ganzen Menschen ernährt und stabilisiert. Störungen des Elements Erde werden in der Literatur wie folgt beschrieben:
Typus Milz-Pankreas: Schmutzig-gelbe Haut- und Gesichtsfarbe; rasche Ermüdbarkeit bei
körperlicher und geistiger Arbeit; Apathie; Teilnahmslosigkeit; Schlaffheit der Muskulatur und des
Bindegewebes; Gasbauch; Heißhunger und Sättigungsgefühl nach wenigen Bissen; Druck- und Völlegefühl
im Bauch; Magenschmerzen und Erbrechen nach dem Essen; Neigung zu Durchfall; Parästhesien;
Müdigkeits- und Scheregefühl in den Beinen. Oft kommt es gleichzeitig zu Störungen im
Funktionsbereich des Magens: jede seelische Erregung schlägt auf den Magen; nervöse Reizbarkeit;
Herzklopfen; Schlaflosigkeit; Depressionen; Störungen der Peristaltik; Kopfschmerzen (Brett vor dem
Kopf; Schmerzen im Nacken und bei Erschütterungen)
Auffallend an der Auflistung sind die zahlreichen psychischen Symptome. "In der altchinesischen
Medizin galt das Organ PI (= Milz-Pankreas) als der Sitz des Intellekts" (H. Schmidt). Es
beeinflusst allgemein die Hirntätigkeit, besonders aber das Denk- und Konzentrationsvermögen.Milz-Pankreas Leere: Magerer, grüblerischer, verärgerter Dyspeptiker von blassgelbem Aussehen. Hauptklagen: große Müdigkeit, Gedächtnisschwäche, Konzentrationsmangel, Blähungen, Durchfall, Druck- und Völlegefühl, Ödeme nach Stehen, Unruhe in den Beinen, Abneigung gegen Kälte, Vorliebe für Süßes (wird aber nicht vertragen), Tränensäcke. Milz-Pankreas Fülle: Der fette Gourmand mit Neigung zu Wassereinlagerungen (aufgedunsen). Er ist gutmütig und willensschwach, neigt zu Zwängen und Depression und leidet häufig unter schlechtem Schlaf mit Alpträuen. Grübeln, Schwermut und Sorgen werden als Folgen von Störungen des Elements Erde betrachtet. Die Verbindung zum Nervensystem entsteht vor allem durch die Bildung von Insulin und Glucagon in den "Langerhansschen Inseln" des Pankreas, durch die eine direkte Wirkung in den oberen Menschen hinein erfolgt. Als Organ der Mitte harmonisiert die Bauchspeicheldrüse das Fließgleichgewicht zwischen dem oberen geistigen und dem unteren körperlichen Pol. Die ausgleichende Funktion zeigt sich auch in der anatomischen Nähe zum Sonnengeflecht, dem energetischen Zentrum des Menschen. Nur wenn die exokrinen und endokrinen Zellverbände ungestört funktionieren und sih der obere und der untere Pol im Gleichklang befinden, sind unsere Geistesfunktionen wach und nur dann können wir mit Schwung den täglichen Anforderungen gerecht werden. Doch was tun, wenn das Pankreas seinen Aufgaben nicht mehr gerecht werden kann? |
"Metaharonga" - ein Lichtblick in der PankreastherapieDas homöopathische Kombinationspräparat "Metaharonga" von der Firma Metafackler ist ein gutes Beispiel für eine ausgewogene Rezeptur mit Wirkung auf das Pankreas.Die Bestandteile sind alle pflanzlichen Ursprungs und stammen aus Europa, Arabien, Afrik, Asien und Südamerika. Dies ist durchaus sinnvoll, wenn man bedankt, dass moderne Ernährungsgewohnheiten häufig multikulturell sind und nicht wenige Verdauungsstörungen Folgen von Darminfekten im Ausland sind, speziell in tropischen Gegenden. Eine alte Regel der Heilkunst lautet: "Ubi malum, ibi remedium" (Wo das Übel, da ist auch das Heilmittel). (...) Wenn man sich in den Tropen eine Infektionskrankheit zugezogen hat, dann werden die heimischen Gewächse kaum Kräfte gegen das Leiden entwickelt haben. Jetsetter heilt man daher am besten mit exotischen Heilpflanzen. Die "neue" Regel lautet: "verordne die Heilmittel der Gegend, aus der die Krankheit kommt" (M. Madejsky). "Metaharonga" sollte auf jeden Fall in keiner Reiseapotheke fehlen, da es besonders zur Behandlung von Durchfallerkrankungen geeignet ist. Allgemein stärkt die Arznei die Funktionen des "inneren Alchimisten". Sie stimuliert die Lebenskraft un wirkt sogar als indirektes Aphrodisiakum, schließlich sind Toxine eine der Hauptgründe für das Erlahmen der Liebeskraft. Die Wirkung der Rezeptur ist toxinbindend, entzündungswidrig, pankreotrop und cholagog, also entgiftend und anregend auf die Säftebildung von Pankreas und Galle. Bei den häufig gleichzeitig auftretenden Beschwerden im Bereich von Leber und Galle hat sich die Kombination mit den Präparaten "Metaheptachol N" oder "Metamarianum B12" bewährt. Gleichzeitig werden durch "Metaharonga" die endokrinen Funktionen des Pankreas angesprochen, daher eignet sich das Mittel auch zur begleitenden Behandlung von Diabetes. Es regeneriert zudem die Darmflora, wirkt also antidyskratisch und eignet sich zur Begleittherapie bei Pilzleiden, alimentären Allergien, z.B. Neurodermitis und Urtikaria oder Colitis. Bei nervösem Reizmagen, Sodbrennen und Gastritis empfiehlt sich eine Kombination mit "Metaventrin N". Bei Verdauungsproblemen mit gleichzeitigen seelischen Spannungszuständen sollte man auch an "Metakaveron N" denken. Die Kombination mit "Metaharonga" hat sich besonders in der Behandlung von Naschsucht und anderen Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie bewährt. "Metaharonga" eignet sich außerdem als Begleitmittel in der Konstitutionstherapie mit Hochpotenzen, deren Wirkungsrichtung vor allem auf Verdauungsstörungen und/oder Allergien ausgerichtet ist; Beispiele sind Antimonium crudum, Calcium carbonicum, Graphites, Iris versicolor, Lycopodium oder Sulfur. Auch bei der Anwendung von Darm-, Infektions- und Impfnosoden oder von potenzierten Pestiziden und Antibiotika, sollte man auf eine Drainage des Pankreas mit "Metaharonga" nicht verzichten. Generell empfiehlt sich die Verabreichung zu den Mahlzeiten, z.B. auch in Tee, bestehend aus: Gänsefingerkraut 50.0, Odermennig 50.0, Ringelblume 20.0, Sanikel 50.0, Schafgarbeblüten 50.0, Tausendgüldenkraut 10.0, Walnussblätter 20.0. Die umfassende Wirkung von "Metaharonga" wird verständlich, wenn man die Zusammensetzung genauer betrachtet. |
Eichhornia crassipes (Pontederiaceae)
Als Signaturen deuten die blaue Farbe, der Bezug zum Element Wasser und der sanfte, aromatische Geschmack, auf eine entzündungswidrige Wirkung hin, während das enorme Wuchern eine Signatur großer Vitalkraft ist, die sich bei Gebrauch auf den Menschen überträgt. In der Volksmedizin tropischer Breiten wird sie vor allem bei Leiden der Verdauungsdrüsen verwendet. "Von den Eingeborenen im Orinokogebiet erfuhr Schwabe (Entdecker der homöopathischen Arzneiwirkung), dass diese die oberirdischen Teile der Pflnze in zerhackter Form unter die Nahrungsmittel mischen, wenn sie Blähsucht, Appetitlosigkeit und andere Verdauungsstörungen beseitigen wollten" (H. Schoeler). Tierversuche konnten eine anregende Wirkung auf die exokrine Pankreasfunktion bestätigen. So stieg die Menge an Pankreassaft stark an (bis 200%). Zu Anfang zeigt die Pflanze eine Sekretin ähnliche Wirkung, später wirkt sie ähnlich Pankreozymin (H. Schoeler). Indikationsgebiete sind z.B. Roemheld Syndrom, Pankreasinsuffizienz, chronische Pankreatitis, Maldigestion, Malnutrition, Störungen nach Hepatitis, Postcholezystektomie Syndrom, Anorexie, Meteorismus, Völlegefühl, Übelkeit. "Nach homöopathischer Vorschrift hergestellte Potenzen aus der ganzen, frischen Pflanze von Eichhornia Urtinktur erwiesen sich in der D2 als optimal (als solche Bestandteil von "Metaharonga"). D3 war oft wirkungslos und D1 häufig von laxierender Wirkung" (H. Schoeler). Interessat sind auch Untersuchungen im Geobotanischen Institut Düsseldorf, wo man herausfand, dass die Wasserhyazinthe Blei, Cadmium und andere Schwermetalle aus verseuchten Gewässern im Pflanzengewebe anreichern kann. Sie wurde bereits mehrfach mit Erfolg zur Reinigung von Gewässern eingesetzt - ob man diese Tatsache auch zur Gewebeentgiftung nutzen kann, wurde zwar bisher scheinbar noch nicht untersucht, ist jedoch naheliegend. |
Ferula asa foetida (Apiaceae)
Im Volksmund heißt die gelbblühende Pflanze Stinkasant ("foetida" = stinkend) oder Teufelsdreck. Verständlich werden die Namen, wenn man einmal die Wurzel anritzt und den getrockneten Milchsaft riecht oder schmeckt. Danach weiß man, warum der Geruch die Geister vertreiben soll. Schon in antiker Zeit verwendete man das braungelbe getrocknete Harz (= "asa") als Räucherstoff oder Amulett zur Behandlung von Besssenheit und zum Exorzismus. Selbst Paracelsus schwärmte von der Wirkung als Geisterbanner. Der Geruch ist knoblauchartig und stechend. Schon nach kurzer Zeit erfüllt er den ganzen Raum und dies für längere Zeit. In hoher Verdünnung riecht das Harz jedoch sehr angenehm lieblich und blumig, und es wundert einen nicht mehr, dass es sich in der Parfümerie großer Beliebtheit erfreut, z.B. ist es Bestandteil von Chanel No.5. Der Geschmack der Urtinktur ist unverdünnt ebenfalls sehr unangenehm, penetrant, bitter, scharf, herbwürzig und erhitzend. Noch nach Stunden sind die Geschmacksknospen beleidigt. Und doch ist es ein beliebtes Gewürz in den Regionen aus denen es stammt, vor allem in Persien, Pakistan und Indien, dies jedoch nur gebraten, dann schmeckt es sogar für westliche Gaumen angenehm würzig. Im Englischen heißt die Pflanze schließlich nicht umsonst "Food of the Gods" Der Stinkasant gibt übrigens dem Präparat "Metaharonga" seinen eigentümlichen Geschmack und Geruch und dies trotz einer homöopathischen Verdünnung (D3). Hauptwirkstoffe sind schwefelhaltige ätherische Öle, die man ähnlich auch in Knoblauch und Zwiebel findet. Nach der Signaturenlehre entspricht der Wirkstofftyp dem alchimistischen Sulfur, von dem Paracelsus meinte, dass er jeden Krankheitskeim verbrennen würde. Analog dem Mineral Schwefel ordnet man auch alle Gelbtöne sowie alle bitter, scharf oder würzig schmeckenden Stoffe dem Sulfurprinzip zu. Traditionell verwendet man den Stinkasant vor allem als Digestivum, Choleretikum, Carminativum und Spasmolytikum. Indikationen sind z.B Appetitlosigkeit, Blähkolik und Störungen der Darmperistaltik (hartnäckige Verstopfung, aber auch stinkender Durchfall mit Blähungen). Aus der ayurvedischen Medizin stammt die Anwendung als Analgetikum und Sedativum bei Neuralgien, nervösen Organstörungen wie Reizmagen und -arm (Colon irritabile) oder Cor nervosum. Weitere lohnende Anwendungsgebiete sind Allergien (Asthma, juckende Hautleiden), Hysterie (Globus hystericus) und Hypochondrie. Nach ayurvedischen Vorstellungen eignet sich Stinkasant auch zur Stärkung der Lebenskraft und als Aphrodisiakum, da es alle Körperkanäle öffnet und reinigt (Zoller, A. / Nordwig, H.). |
Harungana madgascariensis = Haronga (Hyperiacaceae)
Haronga enthält einen orangenen Milchsaft, der sich an der Luft blutrot färbt und auch der Tinktur eine entsprechende Färbung verleiht. Nach der Signaturenlehre zeigt dies eine Sympathie zum Blut und zur Sonne mit ihrer belebenden Kraft. Wie sein berühmter Verwandter Johanniskraut enthält Haronga das rotgefärbte Hypericin. Der Wirkstoff ist wahrscheinlich für die allgemein bekannte antimikrobielle und antidepressive Wirkung von Johanniskraut verantwortlic und vielleicht auch der Grund, warum sich durch "Metaharonga" schon nach kurzer Zeit die Stimmung erheblich aufhellt. Der Geschmack von Haronga ist wegen des hohen Gehalts an Gerbstoffen stark adstringierend. Gerbstoffe "bilden mit Eiweißstoffen, Schwermetallionen und Alkaloiden in Wasser schwerlösliche Verbindungen (...und) wirken durch die Bildung einer Koagulationsmembran in den obersten Schichten der Schleimhaut (...) reizmildernd, entzündungswidrig (...) und bakterizid. (...) Der hypoglykämische Effekt einiger Gerbstoffe beruht vermutlich auf einer Hemmung von Leberenzymen (...). Angewendet werden Gerbstoffe (...) innerlich bei Magen- und Darmkatarrh, hyperacider Gastritis, Diarrhöen sowie als Antidot bei Alkaloid- und Schwermetallvergiftungen" (H. Wagner). Experimentell konnte mit Haronga eine Sekretionserhöhung von Magen, Galle und Pankreas nachgewiesen werden. Auch wenn man in der afrikanischen Volksmedizin nur wenig von Wirkstoffen weiß, vertraut man dort schon lange auf die Heilwirkung und kaut die Pflanze nach fetten Mahlzeiten und trinkt einen Tee aus den Blättern bei Durchfall, Blähungen und fieberhaften Infekten. |
Okoubaka aubrevillei (Octonemataceae)Fast schon magisch erscheint die Heilwirkung von Okoubaka aubrevillei. Dabei handelt es sich um einen Baum aus Westafrika mit gelben Früchten und bis zu 15 Zentimeter langen Stacheln im Blütenbereich. Die Stachelsignatur ist ein typisches Kennzeichen von Antidyskratika, zu denen Okoukaba zählt.Dabei handelt es sich um eine geheimnisumwitterte Arzei der Medizinmänner, die aus der Baumrinde ein Pulver herstellen, das als ein unschätzbares Mittel gegen jegliche Art von Vergiftung gilt. Am besten soll man nach einem Gastmahl vorsichtshalber einen Teelöffel voll von diesem Pulver einnehmen, sofern man sich der echten Freundschaft des Gastgebers nicht ganz sicher ist. Dieses Pulver soll jedes Gift sofort unwirksam machen (M. Kunst). Wenn man mit ungewohntem oder verdorbenem Essen konfrontiert ist, was bekanntlich nicht nur während Tropenreisen geschehen kann, ist Okoubaka auf jeden Fall das Mittel der Wahl; es ergänzt Arsenicum album D12 oder Cuprum arsenicosum D6 bei Vergiftungen durch Nahrungsmittel mit Durchfällen. Die Wirkung erklärt sich durch Gerbstoffe, die der Tinktur einen adstringierenden und holzigen Geschmack geben. Pharmakologische Untersuchungen zeigten eine Wirkung bei gramnegativen und grampositiven Bakterien; im Granulozyten-Test nach Brandt zeigten Extrakte eine Steigerung der Phagozytose von 12 bis 28%, vor allem mit den Potenzen D2 bis D4 (in "Metaharonga" als D2 enthalten). Die Wirkung und Zusammensetzung ist der einheimischen Tormentill sehr ähnlich (H. Wagner / B. Kreutzkamp / K. Jurcic). Indikationsgebiete sind beispielsweise Störungen der Verdauungsorgane wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Roemheld-Syndrom, Sodbrennen, Rauchergastritis, Enteritis, entzündliche und geschwürige Magen-Darmleiden und Diabetes. Auch zur Darmsanierung nach Gaben von Antibiotika und bei resttoxischen Zuständen nach Darminfektionen sowie bei einer Blockade des Ferment- und Enzymhaushalts durch Insektizide, hat sich Okoubaka sehr bewährt. Es eignet sich auch zur Behandlung von Zellentartungen (Status nach Chemotherapie) und allen Arten von Allergien, vor allem atopischen Ekzemen und Heuschnupfen sowie hartnäckiger Akne. Man sollte Okoubaka daher häufig verwenden, vor allem wenn die Similefindung schwierig ist (E. Schlüren) |
Strychnos nux vomica (Loganiaceae)
Laut Gerhard Madaus war die Brechnuss bei ademacher ein beliebtes Mittel gegen Leberleiden, Gallenfieber, Ikterus (...) und Vomitus. Bei Blähkoliken verwendete er sie immer zusammen mit Asa foetida. Den perfekten Synergismus beider Mittel berücksichtigt auch die Firma Metafackler in dem Präparat "Metaharonga" (enthalten in D4). In Mischrezepten sollte man Nux vomica vor allem auch deshalb verwenden, weil es den Magen zur Resorption anderer Arzneien anregt (Madaus). Die extrem bittere Tinktur enthält die hochgiftigen Alkaloide (1,5 - 5 %) Strychnin und Brucin. In therapeutischen Dosen steigert Strychnin den Muskeltonus und wirkt anregend auf Atmung und Kreislauf. Vor allem in der ayurvedischen Medizin wird Nux vomica deshalb als Tonikum und Aphrodisiakum verwendet, aber auch bei uns gab es bis vor einigen Jahren strychninhaltige Liebespillen in der Apotheke. Solche Reaktionen kann man von homöopathischen Potenzen natürlich nicht in einer solchen Intensität erwarten und doch gehört Nux omica zu den heute am meisten verschrieben Homöopathika. Während substanzielle Dosen eher anregen, wirken Potenzen vor allem entspannend und entgiftend auf die Verdauungsorgane und das Nervensystem. An Nux vomica sollte man immer denken, wenn Toxine in das Nervensystem gewandert sind und dort Unheil anrichten. Dabei kann es sich z.B. um Reizmittel wie Nikotin, Alkohol oder andere berauschende Substanzen wie Opiate handeln, aber auch um allopathische Arzneien, Anästhetika oder Insektizide. Folgen sind beispielsweise Schlafstörungen, migräneartige Kopfschmerzen oder andere Krampfleiden, Überreiztheit der Sinne bis hin zu charakterlichen Veränderungen mit Depressionen und extremer Gereiztheit. Neuerdings diskutiert man eine erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Liquor-Schranke für Neurotoxine durch Elektrosmog, vor allem durch Handys und Mobilfunkmasten. Die Folgen sind in vielen Fällen dem Arzneimittelbild von Nux vomica verblüffend ähnlich. Asführlich beschrieb bereits Samuel Hahnemann in der "Reinen Arzneimittellehre" das homöopathische Symptomenbild von Nux vomica: "..., dass diejenigen Personen, die sie öfters bedürfen, welche sehr sorgfältigen, eifrigen, feurigen, hitzigen Temperamentes sind, oder tückischen, boshaften, zornigen Gemüts. (...) Unter andern finden viele chronische Leiden, auch die von vielem Kaffee- und Weintrinken, besonders bei gewöhnlichem Aufenthalte in Stubenluft, auch die von anhaltenden Geistesarbeiten entstandenen Übel durch diesen Samen Hülfe (...). So passet diese Arznei auch dann am vorzüglichsten, wenn das Befinden des Kranken früh am schlimmsten ist und wenn er schon früh um 3 Uhr aufwacht, dann mehrere Stunden mit Zudrang unabweislicher Ideen wachen muss und erst am hellen Morgen unwillkürlich in einen Schlaf voll schwerer Träume gerät, von welcher er ermüdeter, als sich abends niederlegte, ungern aufsteht, so wie uch bei denen, welche abends mehrer Stunden vor Schlafzeit sich des Einschlafens, selbst sitzend, nicht erwehren können." Die Brechnuss ist ein ideales Heilmittel für den gestressten modernen Menschen mit seiner hektischen und ungesunden sitzenden Lebensweise und seinem Hang zum Abusus von Reizmitteln. Es eignet sich auch zur Behandlung von Beschwerden durch Zorn und enttäuschtem Ehrgeiz. Häufig findet man den Patiententyp in leitenden Positionen im Marketingbereich und der Medienbranche oder unter Selbstständigen, die einem ständigen Leistungsdruck ausgesetzt sind. Natürlich schlägt der Stress irgendwann auf den Magen. Folgen sind z.B. Magenkrämpfe schon nach kleinen Mengen Nahrung, eine gestörte Darmperistaltik mit Wechsel von Verstopfung und Durchfall, Flatulenz, Übelkeit, Brechreiz, Sodbrennen, saures, bitteres Aufstoßen, Unverträglichkeit von Süßigkeiten und Reizstoffen wie Kaffee, bei gleichzeitig starkem Verlngen danach. |
Syzygium cumini (Myrtacee)Obwohl die Jambolanapflaume, Syzygium cumini, in ihrer Heimat Indien und Südostasien, eine bekannte und beliebte Nahrungs- und Heilpflanze ist, liegen leider nur wenig Informationen über mögliche Wirkmechanismen vor.In der Volksmedizin Asiens verwendet man Samen und Rinde seit Urzeiten wegen ihres hohen Gerbstoffgehalts vor allem als Adstringens bei Durchfall. Bekannt ist auch die blähungstreibende und blutzuckersenkende Wirkung. Die Urtinktur ist deshalb auch Bestandteil von "Metaharonga". Wie zuvor schon beschrieben, k¨nnen Toxine zur Degeneration des Pankreasgewebes führen. Sie sind damit auch eine der Hauptursachen für die Zunahme von Diabetes mellitus |
Taraxacum officinale (Compositae)
|
| Aus der Volksmedizin Europas stammt der Löwenzahn, Taraxacum officinale. Er ist seit Urzeiten
traditioneller Bestandteil der Frühjahrskur zur Entgiftung von Stoffwechselschlacken. Hierzu sammelt
man vor allem die Blätter, die sich als essbares Wildgemüse eignen, aber auch die Wurzeln. In der
Homöopathie gebraucht man die ganze Pflanze vor der Blüte (enthalten in "Metaharonga" als
D1). Als Ruderalpflanze verzaubert der Löwenzahn mit seinen sonnengelben Blüten praktisch jede Mauerritze. Hieraus haben Signaturkndige unter anderem seine steinbrechende Wirkung abgeleitet, die sich in der Praxis immer wieder bestätigt hat (M. Madejsky). Sein massenhaftes Auftreten auf unseren Wiesen ist vor allem auf eine extreme Überdüngung zurückzuführen, die den Boden irgendwann völlig auslaugt. Mit seiner Pfahlwurzel holt er jedoch Nährstoffe aus der Tiefe in höhere Bodenschichten, was ihn zu einem Bodenheiler macht (W.-D. Storl). Rudolf Steiner bezeichnete den Löwenzahn sogar als Himmelsboten, der dafür sorgt, dass kosmische Kräfte die Erde beseelen und verjüngen können. Ganz ähnlich ist seine regenerierende Wirkung als Arznei. Die gelbe Farbe und der bittere Geschmack sind Signaturen für eine Heilpflanze mit Bezug zum Stoffwechsel und zur Leber, deren Funktionen er anregt, dies gilt auch für die Bauchspeicheldrüse und die Nierenfunktion. Dass der Löwenzahn auch die Ausscheidung harnpflichtiger Substanzen anregt, belegen Volksnamen ie "Brunzblume" oder "Bettseicherkraut". Das Hauptangriffsgebiet von Taraxacum ist jedoch die Leber. "So wirkt das Mittel günstig bei allen Hepatopathien wie Leberschwellung, Hepatitis, Lebererkrankungen mit Wundheitsschmerz und galligen Diarrhöen, Cholezystopathien, auch Cholelithiasis, Ikterus und Hämorrhoiden, ferner bei gastrischen (...) Fiebern. Charakteristisch für die homöopathische Verordnung ist die Lingua geographica. Wichtig ist das Mittel auch bei der Behandlung von Diabetes mellitus.. (...) Weiter wird es bei (...) mangelnder Fettverdauung, Flatulenz (und) Enteropathien gegeben" (G. Madaus). Weitere Indikationen sind alimentäre Hautleiden und Allergien, vor allem Akne, Neurodermitis, Urtikaria und Heuschnupfen. Löwenzahn entgiftet und verjüngt aber nicht nur das Immunsystem, er überträgt auch eine enorme Lebenskraft. Georg Oshawa, der Begründer der Makrobiotik war bei seinem ersten Besuch in Deutschlnd so von der Pflanze fasziniert, dass er sogar meinte: "Wo diese herrliche Pflanze wächst, braucht man keinen Ginseng einzuführen" (zit. nach W.-D. Storl). "Und nicht zu vergessen, ist der Löwenzahn auch ein Heilmittel für Herz und Sinne! Wir brauchen uns nur einmal die Zeit zu nehmen und uns unter einem strahlendblauen Himmel mitten in das samtige Gold einer blühenden Löwenzahnwiese zu legen. Wenn wir es zulassen und uns der leuchtenden, duftenden, summenden Wiese ganz hingeben, dann fallen die täglichen Bedrängnisse von uns, dann öffnet sich ein Himmelstor. Allein schon der Honigduft der Blüten macht uns trunken, gibt der Seele Flügel? (W.D. Storl). |
Literaturhinweise/Internet
|
| |