Pflanzen und ihre kosmischen HeilkräfteEin Beitrag zum Thema Astrologie und Phytotherapievon Olaf Rippemit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Naturheilpraxis "Es gibt keine wesentlichere Aufgabe der Astrologie, als die, das innere Wesen des Menschen zu erfassen und es ihm zu Bewußtsein zu bringen, auf daß er es nach dem Gesetze des Lichtes zu erfüllen vermag" (A. Crowley). Die Sternbilder und Wandelplaneten sowie Sonne
und Mond bestimmten bis vor einigen Jahrhunderten das Weltbild des Menschen.
Astrologen berieten nicht nur die Mächtigen und machten Weltpolitik,
sie gaben auch Auskunft über Schicksal und Gesundheit. |
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Wie oben so unten, wie unten so oben"Nichts ist, was die Natur nicht gezeichnet habe, und durch die Zeichen kann man erkennen, was im Gezeichneten verborgen ist" (Paracelsus). Der ägyptische Eingeweihte Hermes Trismegistos,
den manche mit Thot vergleichen, dem ibisköpfigen Gott der Weisheit,
faßte den Grundgedanken der Astrologie mit den Worten zusammen:
"Wie oben so unten, wie unten so oben". Makrokosmos und Mikrokosmos
sind demnach ähnlich, oder anders gesagt: Die Erde ist ein Spiegelbild
der Himmelskräfte und jedes irdische Phänomen hat sein Ebenbild
im Kosmos. |
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Die Planeten und ihre HeilpflanzenEinige Beispiele sollen verdeutlichen, mit welchen Signaturen die Himmelskräfte die Pflanzenwelt zeichnen und welche Heilwirkungen wir davon ableiten können (siehe Übersichtstabelle). Dabei ist es wichtig zu wissen, daß sich i.d.R. mehrere Planeten in einer Pflanze verkörpern. Dies trägt vielleicht zu einer anfänglichen Verwirrung bei, aber je länger man sich mit diesem Thema beschäftigt, desto mehr schärft sich die Beobachtungsgabe und man entdeckt, daß sich fast immer die Signaturen weniger Planetenkräfte besonders deutlich hervorheben. Mond
In der antiken Mythologie verkörpert
sich der Mond in der Fruchtbarkeitsgöttin Artemis.
Viele Mondpflanzen bevorzugen feuchte Standorte,
wie die saftige Birke mit ihrer weißen Rinde, der weißblühende
Fieberklee und Mädesüß oder die Weide mit ihren silbrigen
Blättern. Wieder andere sind saftig und kühlend wie die Vogelmiere.
Ihre Wirkung erstreckt sich von Rheuma über Entzündungen bis hin
zu fieberhaften Infekten.
Als Spiegel der Sonne, entspricht dem Mond auch das Unbewußte und die Fähigkeit zur Reflexion. Als Licht der Nacht erhellt er die Abgründe unserer Seele und beeinflußt unseren Schlaf sowie unser Traumbewußtsein. Bei Schlafstörungen, um Zugang zum Unbewußten zu erhalten oder um psychosomatische Beschwerden zu behandeln, sind Mondpflanzen daher unentbehrlich. Merkmale solcher Pflanzen sind z.B. ihr betäubender muffiger Geruch (Baldrian, Maiglöckchen, Patchouli), Nachtfalter die sie umschwärmen (Nachtkerze) oder ihre Blütenpracht, die sich erst nachts entfaltet (Königin der Nacht). Einige sonnenhafte Pflanzen eignen sich zur Ergänzung, wenn Menschen beispielsweise Angst vor der Dunkelheit oder Alpträume haben (Johanniskraut, Engelwurz). Merkur Dem geflügelten Götterboten Merkur/Hermes
entspricht das Prinzip des Informationsaustausches, damit alle Stoffwechselprozesse
(= Umwandlungsprozesse), die Atmung und das Hormonsystem (Hormon = Hermes).
Die Idee der Kommunikation wie sie Merkur
als Götterbote verkörpert, weist darauf hin, daß man seine
Pflanzen häufig verwenden sollte. Sie dienen vor allem zur Abrundung
von Rezepten. In seinen Eigenschaften ist Merkur ambivalent. Er harmoniert
mit nahezu jeder anderen Planetenkraft. Dies ist wichtig, denn wie im
täglichen Leben, so spielt auch unter den Planeten Antipathie und
Sympathie eine Rolle, man denke nur an die Liebeleien und Animositäten
im olympischen Götterhimmel (siehe Übersichtstabelle). Venus Die Schönste im olympischen Götterhimmel
ist Venus/Aphrodite, die Göttin der Liebe. Ihre Geburtsstätte
ist das Meer (Gefühle), daher der Name "Schaumgeborene".
Ihr sind vor allem Kräuter geweiht, die die Lust und die Lebensfreude
steigern (Aphrodisiaka). Astrologisch ist ihr Einfluß mild und
wohltätig. Venuspflanzen runden daher Rezepte aus stark wirkenden
Mitteln ab und schwächen deren Nebenwirkungen.
Venuspflanzen sind die wichtigsten Bestandteile
von Liebestränken (Damiana), Parfüms (Ylang-Ylang), erotischen
Körperölen (Rose) und kosmetischen Präparaten (Dachwurz,
Gänseblümchen). Aber auch in Venen- (Venen = Venus;
z.B. Hamamelis) und Nierenrezepten (Bärentraube) oder in Lebenselixieren
(Melisse) sind sie enthalten. SonneEbenso wohltätig wie die Venus ist die
Sonne, die mit ihrer Wärme alles belebt. Im Menschen verkörpert
sie sich daher in allen Wärmeprozessen. Im Blut und im Herz-Kreislaufsystem
finden sich weitere Entsprechungen. Heilpflanzen mit sonnenhafter Natur sind vor allem Bestandteile von Lebenselixieren die den Lebensfunken im Menschen wachhalten, z.B. Theriak (Engelwurz), Aquavit (Johanniskraut, Rosmarin), Frenette (Esche), Melissengeist (Engelwurz, Koriander). Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, daß die meisten Gewürzpflanzen der Sonne unterstehen. Ein gut gewürztes Essen schmeckt eben nicht nur gut, es erhält vor allem die Lebenskraft bis ins hohe Alter.
Wegen ihrer leuchtend-gelben Farbe oder ihrer majestätischen Gestalt (Sonnenblume, Ringelblume, Johanniskraut) sind Sonnenpflanzen in der Natur leicht zu finden. Ihr warmer balsamischer Geschmack hinterläßt auf der Zunge ein sanftes Glühen (Engelwurz, Gelbwurz), eine Signatur ihrer wärmenden Eigenschaften. Einige der Lichtgeschöpfe aus der Pflanzenwelt eignen sich auch zur Herztherapie (Adonis, Rosmarin). "Wie die Sonne auf die Erde wirkt, so wirkt das Herz auf den Leib" (Paracelsus). Als Sonnenorgan ist das Herz der Mittelpunkt im Mikrokosmos Mensch. Entsprechend der astrologischen Bedeutung der Sonne, wird das Herz auch als "Ich-Organ" bezeichnet. Es erkrankt, wenn die äußere Lebensweise nicht mit der inneren Wahrheit übereinstimmt. Sonnenpflanzen eignen sich daher besonders gut, um Folgen einer disharmonischen Lebensweise zu beheben, vor allem wenn zusätzlich Kälte den Krankheitsprozeß beherrscht; dies beschränkt sich nicht nur auf eine Schwäche von Herz und Kreislauf, sondern beinhaltet auch die seelische Kälte. Mit ihrer sonnenhaften Natur durchlichten und erwärmen die Heilmittel der Sonne die frierende und verdunkelte Seele (Johanniskraut, Engelwurz). Sie verbessern auch das Selbstwertgefühl (zusammen mit Venus) und helfen bei Selbstzerknirschung sowie Angstzuständen. Mit dem Ich-Bewußtsein ist untrennbar die Selbsterkenntnis verbunden. "Erkenne Dich selbst" stand auf den Toren Delphis geschrieben, der Orakelstätte des Sonnengottes Apollon. Besonders der sonnenhafte Lorbeer spielte im Apollonkult eine Rolle. So bestand der Tempel aus Lorbeerholz und die Orakelpriesterinnen ruhten auf Lorbeerblättern und zerkauten sie als Hilfsmittel, um ihre Sehergabe zu stärken; im Griechischen nannte man das Sonnengewürz "Mantikos", das Hellsehkraut. Auch die Priesterinnen des Heilgottes Asklepios, ein Sohn des Apollon, benutzten die aromatische Pflanze, um den Krankheitsgeist besser wahrzunehmen. Zur Stärkung der Seherkraft wurde Lorbeer auch geräuchert.
Mars Mars verkörpert Willensstärke,
Widerstandskraft sowie Triebhaftigkeit und Aggression als Willensimpuls
zum Überleben. In der Antike verehrte man ihn als Kriegsgott Mars/Ares;
auch die Göttin Athene und Helden wie Herakles oder Siegfried der
Drachentöter zeigen marsianische Elemente. Dennoch sind die meisten Pflanzen des Kriegsgottes relativ ungiftig und ihre Anwendungsgebiete gehören zu den wichtigsten in der Heilkunde: Einerseits stärken viele die Abwehr und die Lebens- bzw. Willensenergie (Schlehe, Eleutherokokkus, Echinacea); manche Marspflanzen fördern auch die Gallentätigkeit (Galle ist das Organ des Willens; Disteln, Schöllkraut). Andererseits schützen sie den Körper vor Toxinwirkungen, bzw. leiten diese aus dem Körper aus (allg. Stachelsignatur zur Entgiftung), daher die Anwendungen bei chronischen Stoffwechselerkrankungen mit Erschöpfung, Rheuma, Gicht, Allergien oder Hautleiden. Ergänzend eignen sich für Entgiftungsrezepte Pflanzen der Venus und Sonne oder des Merkurs.
Jupiter Zusammen mit Venus und Sonne verkörpert
Jupiter das Prinzip der Harmonie und Wohltätigkeit. Er ist der große
Gönner in der Astrologie. Glück, Einfluß und Reichtum
sind dem beschert, der eine gute Jupiterstellung im Horoskop hat. Jovialität
(Jovis = Jupiter) zeichnet den Jupitermenschen aus.
Agrimonia eupatoria Ø SaturnBis zur Entdeckung der transsaturnalen Planeten,
war Saturn die zwielichtigste unter den sieben kosmischen Grundkräften.
Er ist der Herr der Einschränkungen und Prüfungen, aber auch
der Metaphysik. In diesem Sinne entspricht er der Berufung, der wir zu
folgen haben, um Unglück zu vermeiden. Erst wenn wir uns dem verweigern,
wird sein Einfluß wirklich unangenehm.
Als Heilmittel dienen immergrüne Pflanzen ausnahmslos zur Behandlung von Altersleiden sowie chronischen und/oder kalten Erkrankungen. Für wurzelbetonte Heilpflanzen gilt ähnliches, denn der unterirdische mineralische Pol der Pflanze untersteht ebenfalls dem Saturn. Jenseits der Schwelle - Uranus, Neptun und PlutoMit Saturn verlassen wir die sieben kosmischen Grundkräfte und stoßen "jenseits der Schwelle" in den Bereich kosmischen Bewußtseins vor. Mit der Entdeckung von Uranus, Neptun und Pluto begann ein neues Kapitel der Menschheitsgeschichte. "In alter Zeit, mit sieben Planeten am Himmel, verkehrte der Mensch mit den Göttern und Naturwesen wie mit seinesgleichen. Dann kam der Fall in das Weltsystem des haßerfüllten Eingottes. Das finstere Mittelalter endet erst jetzt, im Zeitalter der neuen Planeten, die der Mensch als Manisfestationen einer neuen Zeit entdeckt hat. Über die neuen Plameten ist wieder eine Beziehung zum Übernatürlichen möglich. Wir sind damit in das Zeitalter des Lichts und der Gnade eingetreten, allerdings muß jeder selbst entscheiden, welchen Weg er gehen will" (A. Crowley). Obwohl man die neuen Planeten als "kollektiv
wirkende" bezeichnet, ist jeder in dieser Zeit dazu aufgerufen, seinen
wahren und einzigartigen Weg zu finden, jenseits aller Institutionen und
Glaubensvorstellungen. Die Wirkung dieser Kräfte ist auflösend
auf verkrustete soziale Strukturen. Anmerkungen
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Literatur:Olaf Rippe/Margret Madejsky: "Heilmittel der Sonne" (Peter Erd Verlag)Agrippa von Nettesheim: "Die magischen Werke" (Fourier Verlag) Akron: "Das Astrologie-Handbuch" (Kailash Verlag) Viktor Bott: "Anthroposophische Medizin" (Haug Verlag) Surya: "Astrologie und Medizin" (Rohm Verlag)
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