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Die Planeten und ihre Heilpflanzen
Einige Beispiele sollen verdeutlichen, mit
welchen Signaturen die Himmelskräfte die Pflanzenwelt zeichnen und
welche Heilwirkungen wir davon ableiten können (siehe Übersichtstabelle).
Dabei ist es wichtig zu wissen, daß sich i.d.R. mehrere Planeten
in einer Pflanze verkörpern.
Dies trägt vielleicht zu einer anfänglichen
Verwirrung bei, aber je länger man sich mit diesem Thema beschäftigt,
desto mehr schärft sich die Beobachtungsgabe und man entdeckt, daß
sich fast immer die Signaturen weniger Planetenkräfte besonders deutlich
hervorheben.
Mond
| Rp. Empfängnissteigerung
für Frauen (Mond, Merkur, Venus); das Rezept wirkt zyklusregulierend,
anregend auf die Keimdrüsen und lindernd bei prämenstruellen Störungen.
Alchemilla vulgaris Ø
Argentum metallicum D6 aa 20.0
Artemisia vulgaris Ø
Cimicifuga D6 Ocimum basilicum Ø
Geranium robertianum Ø
Pulsatilla D6 Viscum album Ø aa ad 100.0
(von Staufen-Pharma mischen lassen)
MDS, 3 x tgl. 20 Tropfen
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In der antiken Mythologie verkörpert
sich der Mond in der Fruchtbarkeitsgöttin Artemis.
Sie ist
die Ahnherrin des Lebens. Als Muttergöttin und göttliche Hebamme
ist Artemis für die Fortpflanzung zuständig; entsprechend ordnet
man vor allem die Keimdrüsen dem Mond zu.
Wollen
wir beispielsweise eine Fruchtbarkeitssteigerung bewirken, sollten Mondpflanzen
wie Basilikum, Frauenmantel, Mistel oder Silberkerze nicht fehlen. Man
erkennt ihre lunaren Eigenschaften beispielsweise an ihren zarten weißen
Blüten, die meist schnell verblühen,
an ihren silbrigen Blättern oder ihrer schleimigen und saftigen Konstistenz.
Als Emmenagogum und wegen seiner stimulierenden Wirkung auf die Hypophyse,
ist der silbrig schimmernde Beifuß, eine der heiligen Pflanzen der
Mondgöttin Artemis, ein weiterer wichtiger Bestandteil solcher Rezepte.Als
Ergänzung eignen sich vor allem
Venuspflanzen wie der rosablühende und nach Menstruationsblut riechende
Storchschnabel, im Volksmund auch "Kindsmacher" genannt. Das
Mondmetall Silber und die Küchenschelle, runden das Fruchtbarkeitsrezept
ab. Letztere untersteht wegen ihrer Komplementärfarben und ihrer
zarten Blütenbildung dem Götterboten Hermes/Merkur, der für
den Hormonhaushalt zuständig ist.
Viele Mondpflanzen bevorzugen feuchte Standorte,
wie die saftige Birke mit ihrer weißen Rinde, der weißblühende
Fieberklee und Mädesüß oder die Weide mit ihren silbrigen
Blättern. Wieder andere sind saftig und kühlend wie die Vogelmiere.
Ihre Wirkung erstreckt sich von Rheuma über Entzündungen bis hin
zu fieberhaften Infekten.
| Rp. Schlafstörungen
mit psychosomatischen Herzbeschwerden und Gedankenzudrang (Mond, Sonne,
etwas Merkur, Saturn, Neptun)
Angelica archangelica Ø
Cactus grandiflorus D4
Convallaria majalis D6
Oenothera biennis Ø
Passiflora incarnata Ø
Patchouli Ø aa 10.0
Hypericum perforatum Ø
Valeriana officinalis Ø aa ad 100.0
(von Staufen-Pharma mischen lassen)
MDS, abends 30 Tropfen; 1 Stunde vor dem Schlafengehen und bei nächtlichem
Aufwachen wiederholen.
Bei hartnäckiger Schlaflosigkeit zusätzlich: Bryophyllum Argento
cultum Rh Dil D3 (Weleda), vor dem Schlafen 10 Tropfen.
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Als Spiegel der Sonne, entspricht dem Mond
auch das Unbewußte und die Fähigkeit zur Reflexion. Als Licht
der Nacht erhellt er die Abgründe unserer Seele und beeinflußt
unseren Schlaf sowie unser Traumbewußtsein. Bei Schlafstörungen,
um Zugang zum Unbewußten zu erhalten oder um psychosomatische Beschwerden
zu behandeln, sind Mondpflanzen daher unentbehrlich. Merkmale solcher
Pflanzen sind z.B. ihr betäubender muffiger Geruch (Baldrian, Maiglöckchen,
Patchouli), Nachtfalter die sie umschwärmen (Nachtkerze) oder ihre
Blütenpracht, die sich erst nachts entfaltet (Königin der Nacht).
Einige sonnenhafte Pflanzen eignen sich zur Ergänzung, wenn Menschen
beispielsweise Angst vor der Dunkelheit oder Alpträume haben (Johanniskraut,
Engelwurz).
Merkur
Dem geflügelten Götterboten Merkur/Hermes
entspricht das Prinzip des Informationsaustausches, damit alle Stoffwechselprozesse
(= Umwandlungsprozesse), die Atmung und das Hormonsystem (Hormon = Hermes).
Merkurpflanzen
erkennt man an ihrer schlanken und aufrechten Gestalt (Spitzwegerich);
auch rankende Pflanzen zeigen Merkuraspekte (Bittersüß, Efeu,
Hopfen). Die Blätter sind meist schmal und lanzettförmig (Eucalyptus,
Lavendel, Oleander) oder zart gefiedert (Dill, Fenchel). Bei den Blütenfarben
dominieren Blautöne (Lavendel, Lungenkraut) oder die Komplementärfarben
Gelb und Violett (Akelei, Bittersüß); auch Schirmblüten
zeigen den Merkur (Doldenblütler). Mit seinen Signaturen entspricht
der Götterbote dem Element Luft. Merkurpflanzen stärken zum
Beispiel die Atmungsorgane bei Infektanfälligkeit oder Allergien;
sie eignen sich auch allgemein zur Behandlung von Haut- und Schleimhauterkrankungen
(Grenzflächen = Merkur, Saturn).
| Rp. Lungenschwäche
mit Infektanfälligkeit der Atemwege; auch bei asthmatoiden Erscheinungen
(Merkur, etwas Venus, Sonne, Saturn)
Agrimonia eupatoria Ø
Betonica officinalis Ø
Eucalytptus Ø
Dulcamara D2 Lavandula officinalis Ø
Tilia cordata Ø aa 10.0
Plantago lanceolata Ø
Pulmonaria officinalis Ø aa ad 100.0
MDS, 3 x tgl. 20 Tropfen
Zusätzlich: Lichenes comp. Hustensaft (Weleda); enthält vier Flechten
(antibiotisch wirkende Flechtensäuren; Saturn)
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Die Idee der Kommunikation wie sie Merkur
als Götterbote verkörpert, weist darauf hin, daß man seine
Pflanzen häufig verwenden sollte. Sie dienen vor allem zur Abrundung
von Rezepten. In seinen Eigenschaften ist Merkur ambivalent. Er harmoniert
mit nahezu jeder anderen Planetenkraft. Dies ist wichtig, denn wie im
täglichen Leben, so spielt auch unter den Planeten Antipathie und
Sympathie eine Rolle, man denke nur an die Liebeleien und Animositäten
im olympischen Götterhimmel (siehe Übersichtstabelle).
Daß Pflanzen befreundeter Planeten
auch in Rezepten harmonieren, ist selbstverständlich. Aber gerade
Mischungen aus Mitteln feindlich gesinnter Planeten zeigen oft besondere
Wirkungen, dies aber nur, wenn man einen "Friedensstifter", z.B. Merkurpflanzen,
in das Rezept einbaut.
Venus
Die Schönste im olympischen Götterhimmel
ist Venus/Aphrodite, die Göttin der Liebe. Ihre Geburtsstätte
ist das Meer (Gefühle), daher der Name "Schaumgeborene".
Ihr sind vor allem Kräuter geweiht, die die Lust und die Lebensfreude
steigern (Aphrodisiaka).
Astrologisch ist ihr Einfluß mild und
wohltätig. Venuspflanzen runden daher Rezepte aus stark wirkenden
Mitteln ab und schwächen deren Nebenwirkungen.
Die Schönheit
der Venus zeigt sich auch in ihren Pflanzen. Sie verleiht ihnen harmonische
weiche Formen, verwöhnt das Auge mit einer üppigen und bunten
Blütenpracht und die Nase mit betörend sinnlichen Düften
(oft auch Mond).
| Rp. Aphrodisierende,
entspannende Mischung zur Anregung der Lebenslust; vermittelt auch
Zuversicht und Selbstsicherheit (Venus, etwas Mond und Sonne)
Balotta nigra Ø
Nux moschata D4
Sumbulus moschatus D2 Vanilla Ø
Verbena officinalis Ø aa 10.0
Daminana Ø
Rosa centifolia Ø aa ad 100.0
(von Staufen-Pharma mischen lassen)
MDS, 3 x tgl. 30 Tropfen und bei Bedarf einen Teelöffel, vorzugsweise
in Rotwein.
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Venuspflanzen sind die wichtigsten Bestandteile
von Liebestränken (Damiana), Parfüms (Ylang-Ylang), erotischen
Körperölen (Rose) und kosmetischen Präparaten (Dachwurz,
Gänseblümchen). Aber auch in Venen- (Venen = Venus;
z.B. Hamamelis) und Nierenrezepten (Bärentraube) oder in Lebenselixieren
(Melisse) sind sie enthalten.
In der
Psychotherapie sind sie unentbehrlich, da sie die Gefühlswelt von
seelischem Ballast reinigen (das Venusorgan Niere ist das Organ der Angst),
sozial verträglicher machen (Prinzip der Harmonie) und Selbstsicherheit
vermitteln.
Sonne
Ebenso wohltätig wie die Venus ist die
Sonne, die mit ihrer Wärme alles belebt. Im Menschen verkörpert
sie sich daher in allen Wärmeprozessen. Im Blut und im Herz-Kreislaufsystem
finden sich weitere Entsprechungen.
Heilpflanzen
mit sonnenhafter Natur sind vor allem Bestandteile von Lebenselixieren
die den Lebensfunken im Menschen wachhalten, z.B. Theriak (Engelwurz),
Aquavit (Johanniskraut, Rosmarin), Frenette (Esche), Melissengeist (Engelwurz,
Koriander). Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, daß die meisten
Gewürzpflanzen der Sonne unterstehen. Ein gut gewürztes Essen
schmeckt eben nicht nur gut, es erhält vor allem die Lebenskraft
bis ins hohe Alter.
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Rp. Lebenselixier
"Danziger Goldwasser" (aus dem Buch "Heilmittel der Sonne",
Peter Erd Verlag); Sonne, etwas Merkur und Venus
Je ein Teelöffel Kardamom,
Koriander und Sternanis, zusammen mit einer handvoll Rosenblüten,
einer Stange Zimt, fünf Gewürznelken, einigen Wacholderbeeren, einer
Prise Macis sowie einigen Zitronen- und Pomeranzenschalen, in 0,7
Liter Doppelkorn mit 170 g braunem Zucker ansetzen. Das Gemisch
stellt man für sechs bis acht Wochen in die Sonne; täglich schütteln,
anschließend abfiltrieren und umfüllen. Anschließend etwas Blattgold
hinzufügen, das bei Zusatz von Speisestärke sogar schwebt. Anstelle
von Blattgold, kann man auch 20 ml Aurum chloratum D6 (Weleda) verwenden.
Der ästhetische Reiz geht dem Rezept dann aber verloren.
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Wegen ihrer leuchtend-gelben Farbe oder ihrer
majestätischen Gestalt (Sonnenblume, Ringelblume, Johanniskraut)
sind Sonnenpflanzen in der Natur leicht zu finden. Ihr warmer balsamischer
Geschmack hinterläßt auf der Zunge ein sanftes Glühen
(Engelwurz, Gelbwurz), eine Signatur ihrer wärmenden Eigenschaften.
Einige der Lichtgeschöpfe aus der Pflanzenwelt
eignen sich auch zur Herztherapie (Adonis, Rosmarin). "Wie die Sonne
auf die Erde wirkt, so wirkt das Herz auf den Leib" (Paracelsus).
Als Sonnenorgan ist das Herz der Mittelpunkt im Mikrokosmos Mensch. Entsprechend
der astrologischen Bedeutung der Sonne, wird das Herz auch als "Ich-Organ"
bezeichnet. Es erkrankt, wenn die äußere Lebensweise nicht
mit der inneren Wahrheit übereinstimmt.
Sonnenpflanzen eignen sich daher besonders gut, um Folgen einer disharmonischen
Lebensweise zu beheben, vor allem wenn
zusätzlich Kälte den Krankheitsprozeß beherrscht; dies
beschränkt sich nicht nur auf eine Schwäche von Herz und Kreislauf,
sondern beinhaltet auch die seelische Kälte. Mit ihrer sonnenhaften
Natur durchlichten und erwärmen die Heilmittel der Sonne die frierende
und verdunkelte Seele (Johanniskraut, Engelwurz). Sie verbessern auch
das Selbstwertgefühl (zusammen
mit Venus) und helfen bei Selbstzerknirschung
sowie Angstzuständen.
Mit dem Ich-Bewußtsein ist untrennbar
die Selbsterkenntnis verbunden. "Erkenne Dich selbst" stand
auf den Toren Delphis geschrieben, der Orakelstätte des Sonnengottes
Apollon. Besonders der sonnenhafte Lorbeer spielte im Apollonkult eine
Rolle. So bestand der Tempel aus Lorbeerholz
und die Orakelpriesterinnen ruhten auf Lorbeerblättern und zerkauten
sie als Hilfsmittel, um ihre Sehergabe zu stärken; im Griechischen
nannte man das Sonnengewürz "Mantikos", das Hellsehkraut.
Auch die Priesterinnen des Heilgottes Asklepios, ein Sohn des Apollon,
benutzten die aromatische Pflanze, um den Krankheitsgeist besser wahrzunehmen.
Zur Stärkung der Seherkraft wurde Lorbeer auch geräuchert.
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Rp. Sonnenweihrauch
zum Hellsehen (nach Leo Vinci aus "Die magischen Werke"
von A. v. Nettesheim); das Rezept beinhaltet die zwei Lichter Sonne
und Mond sowie den Götterboten Merkur.
Johanniskraut, Wermut, Anis,
Baldrian, Salomonssiegel, Safran und Lorbeerblätter zerkleinern
und zu gleichen Teilen mischen. Während einer Meditation oder einer
Orakelbefragung wird die Kräutermischung auf glühende Räucherkohle
gestreut.
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Mars
Mars verkörpert Willensstärke,
Widerstandskraft sowie Triebhaftigkeit und Aggression als Willensimpuls
zum Überleben. In der Antike verehrte man ihn als Kriegsgott Mars/Ares;
auch die Göttin Athene und Helden wie Herakles oder Siegfried der
Drachentöter zeigen marsianische Elemente.
Entsprechend ihrem himmlischen Abbild sind
viele Pflanzen des Mars mit ihren Stacheln, Dornen oder Brennhaaren ebenfalls
recht wehrhaft (Disteln, Weißdorn, Brennessel). Einige sind dagegen
hautreizend oder blasenziehend (Bärenklau, Giftsumach, Seidelbast).
Brennend und scharf ist die Geschmacksrichtug vieler Marspflanzen (Rettich,
Knoblauch, Meisterwurz); Rottöne dominieren (Aronstab, Gauchheil,
Kaffeebohne). Da auch Giftstoffe Pflanzen zur Abwehr dienen, sind diese
häufig dem Mars unterstellt (Eisenhut; vor Entdeckung der transsaturnalen
Planeten unterstanden alle Giftpflanzen Mars und/oder Saturn). Nicht alle
Marspflanzen sind also wohltätig und Vorsicht ist bei manchen daher
angebracht.
Dennoch sind
die meisten Pflanzen des Kriegsgottes relativ ungiftig und ihre Anwendungsgebiete
gehören zu den wichtigsten in der Heilkunde: Einerseits stärken
viele die Abwehr und die Lebens- bzw. Willensenergie (Schlehe, Eleutherokokkus,
Echinacea); manche Marspflanzen fördern auch die Gallentätigkeit
(Galle ist das Organ des Willens; Disteln, Schöllkraut). Andererseits
schützen sie den Körper vor Toxinwirkungen, bzw. leiten diese
aus dem Körper aus (allg. Stachelsignatur zur Entgiftung), daher
die Anwendungen bei chronischen Stoffwechselerkrankungen mit Erschöpfung,
Rheuma, Gicht, Allergien oder Hautleiden. Ergänzend eignen sich für
Entgiftungsrezepte Pflanzen der Venus und Sonne oder des Merkurs.
| Rp. Abwehrstärke
(Immunstimulans) und Willenskraft; Mars, etwas Sonne, Venus und Uranus
Carlina acaulis Ø
Prunus spinosa Ø
Rosa centifolia Ø
Urtica dioica Ø aa 10.0
Echinacea angustifolia Ø
Eleutherococcus Ø aa ad 100.0
(von Staufen-Pharma mischen lassen)
MDS, 3 bis 5 x tgl. 20 Tropfen
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Manche Marspflanzen hängt man noch heute als schutzmagisches Amulett
gegen Verhexung und Seuchen über die Tür, beispielsweise die
Silberdistel, die mit ihrem animalischen Geruch (heißt auch Eberwurz)
und ihrem Dornenkranz die Vitalität des Mars verkörpert. Sie enthält
antibiotisch wirkende Stoffe (Carlinaoxyd) - die volkstümliche Verwendung
als Schutzamulett ist also durchaus begründet.
Jupiter
Zusammen mit Venus und Sonne verkörpert
Jupiter das Prinzip der Harmonie und Wohltätigkeit. Er ist der große
Gönner in der Astrologie. Glück, Einfluß und Reichtum
sind dem beschert, der eine gute Jupiterstellung im Horoskop hat. Jovialität
(Jovis = Jupiter) zeichnet den Jupitermenschen aus.
Jupiterpflanzen sind so wohltätig wie
ihr himmlisches Vorbild. Zusammen mit Venus und Sonne unterstehen dem
Regenten des Olymp Bäume mit eßbaren Früchten sowie Kornfrüchte.
Viele weitere Laubbäume sind ebenfalls jupiterhaft (Kastanie). Dies
gilt besonders für die Eiche (Quercus robur), in deren mächtiger
Gestalt sich der kraftvolle Geist von Zeus/Jupiter verkörpert (robur = Kraft).
In der Tat ist die Eiche nicht nur
tonisierend und kräftigend, sondern auch ein wichtiges Mittel bei
Vergiftungen (bindet Alkaloide und Schwermetalle), Entzündungen und
Hautallergien. Eine Reihe weiterer Jupiterpflanzen eignen sich ebenfalls
zur Behandlung von Haut- und Bindegewebsleiden (Beinwell, Borretsch, Dachwurz,
Kastanie, Klette).
| Rp.
Leberschwäche und -depression (Jupiter mit Sonne, etwas Mars)
Agrimonia eupatoria Ø
Cichorium intybus Ø
Cnicus benedictus Ø
Gentiana lutea Ø
Hypericum Ø
Taraxacum officinale Ø aa 10.0
Carduus marianus Ø
Cynara scolymus Ø aa ad 100.0
MDS, 3 x tgl. 30 Tropfen zum Essen
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Bei der Betrachtung der Signaturen zeigen auffallend viele Pflanzen Gemeinsamkeiten
mit der Sonne, z.B. die majestätische Gestalt, der leicht bittere und
würzige Geschmack, leuchtende Farben, besonders Gelb (Artischocke,
Engelwurz, Gelber Enzian). Viele dieser Pflanzen zeigen eine leberspezifische
Wirkung. Da das Jupiterorgan Leber nicht nur ein Stoffwechsel- und Entgiftungsorgan
ist, sondern auch für unser Temperament verantwortlich ist, dienen
solche Pflanzen, neben der Behandlung von Leberleiden, auch zur Therapie
seelischer Störungen (Melancholie, Cholerik; siehe auch "Die
Laus auf der Leber"; Naturheilpraxis 12/1995).
Saturn
Bis zur Entdeckung der transsaturnalen Planeten,
war Saturn die zwielichtigste unter den sieben kosmischen Grundkräften.
Er ist der Herr der Einschränkungen und Prüfungen, aber auch
der Metaphysik. In diesem Sinne entspricht er der Berufung, der wir zu
folgen haben, um Unglück zu vermeiden. Erst wenn wir uns dem verweigern,
wird sein Einfluß wirklich unangenehm.
Einerseits verkörpert Saturn den luziferischen
Fall des Geistes in die Materie, andererseits heißt er auch "Lichtbringer".
Die Entsprechung ist unsere Fähigkeit zur Erkenntnis, mit deren Hilfe
wir unsere materiellen Grenzen überwinden können. Eine Reihe
saturnaler Pflanzen können uns durch ihre psychoaktive Wirkung bei
unserem Bemühen um Bewußtheit helfen (Fliegenpilz, Peyotl).
Saturn ist der "Hüter der Schwelle" zur Welt kosmischen
Bewußtseins und viele seiner Pflanzen dienen noch heute Schamanen
auf der ganzen Welt zur Schau verborgener Wahrheiten jenseits von Raum
und Zeit (Saturn ist der Hüter der Zeit; bis in die Neuzeit unterstanden
alle halluzinogenen Stoffe Saturn und/oder Merkur).
Dem Saturn entspricht auch das Alter, der
Tod (dito der Initiationstod) und alles Dauerhafte; damit unterstehen
ihm im Menschen vor allem die Milz (Todesprozesse), die Knochen, alle
chronischen Krankheiten sowie alle mineralisierenden oder verhärtenden
Krankheiten (MS, Sklerose, Steinbildung).
Dieses saturnale mineralische Prinzip finden
wir in Pflanzen mit hohem Kieselsäuregehalt wieder (Schachtelhalm,
Bambus, Hafer, Rauhblattgewächse wie Beinwell). Kieselsäure
stimuliert die Abwehr, strukturiert bei entzündlichen Haut- und Schleimhauterkrankungen,
strafft und reinigt das Bindegewebe und verbessert den Lichtstoffwechsel
zwischen Zellen. Ferner ist Kieselsäure für die Aufrichtekraft
von Pflanzen notwendig (Streben zum Licht); therapeutisch wird sie deshalb
vor allem bei Wirbelsäulen- und Knochenleiden genutzt, aber auch
bei psychischen Leiden, denn Kieselsäure ist eine regelrechte Nervennahrung
bei Erschöpfung und Depression (mit solaren Mitteln ergänzen).
| Rp. Osteoporose;
Saturn und Mond, etwas Jupiter, Sonne
Acorus calamus Ø
Cimicifuga D2 Equisetum arvense Ø
Inula helenium Ø
Symphytum officinale Ø aa 10.0
MDS, 3 x tgl. 30 Tropfen
Zusätzlich: Aufbaukalk I und II (Weleda), tgl. jeweils eine Messerspitze
sowie Calcium phosphoricum D12, tgl. 10 Tropfen
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Als Verkörperung der Winters und der Unterwelt,
ist Saturn mit Totenkulten verknüpft. Friedhofspflanzen wie Efeu, Wacholder,
Eibe oder Zypresse sind allesamt saturnal. Ihre Gemeinsamkeit ist, neben
ihrer Düsterkeit, daß sie alle Immergrün sind, also dauerhaft
der dunklen Jahreszeit trotzen. Dies ist auch ein Kennzeichen für ihre
solare Natur, denn sie zeugen davon, daß die Tore der Unterwelt niemals
ganz verschlossen sind. Immerhin findet im Zeichen Steinbock, das Saturn
regiert, die Geburt der Sonne statt, die wir noch heute als Weihnachten
feiern; immergrüne Pflanzen als Weihnachtsschmuck zeugen also von der
Unsterblichkeit der Sonne.
Als Heilmittel dienen immergrüne Pflanzen
ausnahmslos zur Behandlung von Altersleiden sowie chronischen und/oder kalten
Erkrankungen. Für wurzelbetonte Heilpflanzen gilt ähnliches, denn
der unterirdische mineralische Pol der Pflanze untersteht ebenfalls dem
Saturn.
Jenseits der Schwelle - Uranus, Neptun und
Pluto
Mit Saturn verlassen wir die sieben kosmischen
Grundkräfte und stoßen "jenseits der Schwelle" in
den Bereich kosmischen Bewußtseins vor. Mit der Entdeckung von Uranus,
Neptun und Pluto begann ein neues Kapitel der Menschheitsgeschichte.
"In alter Zeit, mit sieben Planeten
am Himmel, verkehrte der Mensch mit den Göttern und Naturwesen wie
mit seinesgleichen. Dann kam der Fall in das Weltsystem des haßerfüllten
Eingottes. Das finstere Mittelalter endet erst jetzt, im Zeitalter der
neuen Planeten, die der Mensch als Manisfestationen einer neuen Zeit entdeckt
hat. Über die neuen Plameten ist wieder eine Beziehung zum Übernatürlichen
möglich. Wir sind damit in das Zeitalter des Lichts und der Gnade
eingetreten, allerdings muß jeder selbst entscheiden, welchen Weg
er gehen will" (A. Crowley).
Obwohl man die neuen Planeten als "kollektiv
wirkende" bezeichnet, ist jeder in dieser Zeit dazu aufgerufen, seinen
wahren und einzigartigen Weg zu finden, jenseits aller Institutionen und
Glaubensvorstellungen. Die Wirkung dieser Kräfte ist auflösend
auf verkrustete soziale Strukturen.
Astrale Kräfte, Spontanität (Uranus),
Mystik (Neptun) und der Zugang zu den archaischen Wurzeln des Bewußtseins
(Pluto) bestimmen den Zeitgeist. Wie schwierig dieser Weg für den
Menschen ist, zeigt die Zunahme an Herzleiden, viralen Erkrankungen, Allergien,
Krebs, Nervenleiden, Psychosen und Drogensucht, die alle auf die Wirkung
dieser Planeten zurückzuführen sind. Die Leiden sind ein Ausdruck
für den Konflikt des Individuums, die alten Hüllen abzustreifen.
Betrachten wir die Pflanzen dieser Planeten,
so zeigen einige Gemeinsamkeiten: Der Wachstumsort ist häufig geopathisch
(Wasseradern, Erdverwerfungen); Ausbildung von Giftstoffen (Rauschpflanzen);
bizarre Wachstumsformen, die an Naturgeister erinnern - die neuen Planeten
verkörpern die "Anderswelt".
Pflanzen des Uranus zeigen viele Gemeinsamkeiten
mit Merkur (Oktave). Sie eignen sich vor allem dazu, das kreative Potential
des Bewußtseins zu steigern (Channeling: Akelei, Immergrün,
Natternkopf, Wahrsagesalbei). Andere zeigen ihre Heilwirkung bei Leiden
durch plötzliche Einflüsse oder nach Strahlungen (Wasserdost,
Beifuß, Arnika, Eleutherokokkus).
Pflanzen des Neptun wirken dagegen eher
betäubend und lähmend; in homöopathischer Zubereitung zeigen
sie dagegen einen stimulierenden oder harmonisierenden Effekt (Schlafmohn,
Bilsenkraut, Teichrose). Manche führen bei Mißbrauch schnell
zu Suchterscheinungen oder Wahnsinn (Schlafmohn, Heroin, Stechapfel).
Einige Pflanzen des Uranus und des Neptun sind in geeigneter Dosierung
krebsfeindlich (Eleutherokokkus, Mistel).
Im Pluto verkörpert sich die "andere"
Welt besonders eindrucksvoll. Als Herr der Unterwelt (= Erde) sind
seine Pflanzen meist düster. Manche Plutopflanzen wie Lebensbaum
oder Zypresse sind zudem beliebte Friedhofspflanzen, die, richtig dosiert,
zu den besten Immunstimulantien und lebensverlängernden Mittel gehören.
Die Eibe zeigt den Pluto in besonders reiner
Form. Unter ihr trafen sich Druiden zum Rat und im Totenkult der Gallier
galt sie als Opfergabe und Symbol des ewigen Lebens; vielleicht war sie
sogar der Weltenbaum, der bekanntlich immergrün gewesen sein soll.
Auch Bilsenkraut zeigt plutonische Kräfte.
Herakles brachte es aus der Unterwelt mit ans Tageslicht und im Orakelkult
vieler Völker spielte es eine wichtige Rolle, da es die Augen für
eine Welt jenseits aller Vorstellung öffnet.
Wenn man die Pflanzenliste der drei Planeten
genauer anschaut, fällt auf, daß viele rezeptpflichtig sind,
oder der Genuß durch das Betäubungsmittelgesetz verboten ist.
Dies ist nicht unbedingt ein Verdienst zum Wohle der Menschheit, sondern
eher ein Indiz dafür, wie sehr sich unser Leben von jeglicher Spiritualität
entfernt hat. Die Zukunft wird es zeigen, ob wir dazu bereit sind, den
"Pflanzen der Götter" wieder einen festen Platz in unserem
Kulturkreis einzuräumen. Vielleicht können wir dann besser das
transzendente Potential der neuen Planeten für unsere Bewußtseinsentwicklung
nutzen.
Anmerkungen
- Nach antiker Vorstellung:
Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn. [zurück]
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