Tabak

Tabak in der Komplexmittel-Homöopathie

von Olaf Rippe

mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Naturheilpraxis

"Alle Dinge sind ein Gift und nichts ist ohne Gift,
nur die Dosis bewirkt, dass ein Ding kein Gift ist
" (Paracelsus)


Ursprünglich eine Schamanenpflanze, wurde der Tabak im Abendland in den letzten 150 Jahren zur Kultdroge und inzwischen freut sich eine gigantische Industrie (und parallel die Steuereintreiber) über Milliardenumsätze durch die Nikotinliebhaber. Doch der Tabak erlebt neuerdings eine regelrechte Dämonisierung; Rauchen ist nicht mehr schick, sondern eine Neurose und eine Krankheit. Wenn die Entwicklung so weiter geht, ist ein generelles Tabakverbot eigentlich nur noch eine Frage der Zeit. Verbote dieser Art verhindern jedoch die konstruktive Auseinandersetzung mit dem Phänomen Sucht. Nicht der Tabak ist der Dämon, sondern die Gesellschaft, in der eine Atmosphäre herrscht, die Millionen zu Nikotinbesessen macht. Sucht ist ein sozio-kulturelles und zudem neuzeitliches Phänomen, dessen eigentliche Ursache eine spirituelle ist. Rudolf Steiner merkte hierzu an, dass der Süchtige Hilfe vor Unbehagen und innerer Leere angesichts des unspirituellen Lebens sucht, wie es sich als Folge der Hinwendung der Menschheit zum Materialismus entwickelt hat (W. Pelikan). Außerdem vergisst man durch die Hetzkampagnen sehr schnell, dass Tabak in der richtigen Dosierung auch ein wertvolles Heilmittel ist.
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Tabak von Fred Weidmann
Bild 1: Das Nachtschattengewächs Tabak und seine giftigen Geschwister sind Pflanzen der Einweihung.
Acryl auf Leinwand Fred Weidmann, 2007, Detail

Pflanze der Einweihung

In den schamanischen Kulturen Mittel- und Südamerikas geniest der Tabak noch heute eine ganz besondere Verehrung. "Von den Indianern wurde er im wesentlichen kultisch verwendet, z.B. wurden die entsprechend seelisch Vorbereiteten durch Trinken von Tabakwasser in einen todesähnlichen Zustand gebracht, der durch Herauslockerung der geistigen Wesensglieder einen Einblick in jene Gebiete der geistigen Welt ermöglichte, der sich dem Menschen nach dem Tode eröffnen" (W. Pelikan).
Tabak ist also kein Genussmittel, sondern ein "Einweihungsgift" (W. Pelikan). Als solches bewirkt es eine Lockerung des Astralleibes, durch den der Mensch mit übersinnlichen Dimensionen verbunden ist. Durch die Lockerung wird ein Übertritt in andere Sphären möglich. Es kann aber auch zu Übergriffen durch D&aquml;monen kommen, die man als Besessenheit bezeichnen kann, oder auch als Sucht. In einem Ritual, in dem man auf Dosis, Set und Setting achtet, ermöglicht Tabak sicher eine wertvolle Grenzerfahrung. Rudolf Steiner wies aber bereits darauf hin, dass der Dauergebrauch von Tabak die rhythmischen Funktionen von Herz, Lunge und Darm schädigt. Vor allem aber kommt es durch die Unterversorgung des Blutes mit Sauerstoff zu einer unbewussten Atemnot und einer dadurch bedingten, meist unbemerkt bleibenden Angst. Tabak schädigt den gesunden Lebensrhythmus. Puls, Atmung und Denktätigkeit werden zu schnell, der Mensch nützt sich zu rasch ab. Hektik und Angst schädigen schließlich das Herz als Seelenorgan, während die Giftwirkung des Tabaks dies auf körperlicher Ebene bewirkt.
Hier zeigen sich zahlreiche Gemeinsamkeiten mit anderen Vertretern der Familie der Nachtschattengewächse, wozu auch der Tabak zählt, z.B. Tollkirsche, Stechapfel und Bilsenkraut. Die Pflanzen der Nachtfahrenden sind auf jeden Fall mit Vorsicht zu genießen. Wer ihnen gegenüber keinen Respekt zeigt, den strafen die machtvollen Pflanzendevas eventuell mit Wahnsinn oder sogar mit dem Tod. "Aus dem hellsichtigen Erleben eines nachdüsteren Wesenhaften wird wohl auch der germanische Name zu verstehen sein, der auf schädliche nächtliche Elementarwesen deutet: Nah-skado - woraus unser Name Nachtschatten entstanden ist; Skadi ist - nach der nordischen Mythologie - die Tochter des von Thor getöteten Winterriesen Thiassi" (Wilhelm Pelikan).
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Signaturen, Giftstoffe und Giftwirkung

Tabakblüte
Bild 2: Die rosa Blüten zeigen eine Signatur der Venus, während der muffige Duft des Blattes und die Giftwirkung dem Saturn unterstehen.
"Unser ästhetisches Gewissen erlaubt es, die Tabakarten schön zu nennen" (W. Pelikan). Viele Arten sehen zierlich aus und riechen oft sogar betörend. Dies trifft auf den Rauchtabak allerdings nicht zu. Die einjährige Pflanze beeindruckt vielmehr durch ihre stattliche Gestalt und ihre zartrosa trompetenartigen Blüten. Man ahnt kaum das zerstörerische Potenzial, das in ihr steckt. Reibt man jedoch an den Blättern, dann zeigt der aromatisch-harzige, stechende und schweißige Duft an, dass man vorsichtig sein sollte. "Ein feiner Gift-Dunstkreis schwebt über jedem Tabakfeld mit seinen würzig-dumpfen Geruche" (W. Pelikan, 1958). In der Homöopathie werden die getrockneten, nicht fermentierten Blätter verwendet.
Astrologisch ordnet man Tabak Venus (Blütenfarbe), Merkur (Form und Blattbildung, Geistwirkung) und Saturn zu (Giftigkeit und Blattgeruch).
Das Nachtschattengewächs enthält u.a. das extrem giftige Alkaloid Nikotin. Es "hat starke Beziehung zum vegetativen Nervensystem, indem es die Umschaltstellen in den Ganglien des ganzen vegetativen Nervensystems, des sympathischen wie des parasympathischen, nach einer anfänglichen Erregung lähmt" (J. Mezger).
Tabak hat in kleinen Dosen eine anregende, stimulierende, das Hungergefühl unterdrückende Wirkung, er steigert den Blutdruck, den Tonus und die Motilität im Verdauungsbereich. In höheren Dosen kommt es leicht zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Blutleere, Schwindel, die auf eine blutdrucksenkende und tonusvermindernde Wirkung im Magen-Darm zurück zu führen sind. Bei hohen Dosierungen kann es zu Delirien mit Halluzinationen, aber auch zum Tod durch Atemlähmung kommen.
Notorische Raucher kennen den Begriff Nikotinkater aus eigener Erfahrung: Drückender Kopfschmerz, Schlaflosigkeit, Schwindel, Übelkeit, Sodbrennen, Magenbrennen, Blähungen, Verdrossenheit, Missmut, gedrückte Stimmung. Man fühlt sich vergesslich, verwirrt, unfähig zu einem klaren Gedanken oder zu geistigen Arbeiten.
"Bei den Vergiftungen treten (...) Erscheinungen von Herzklopfen, Übelkeit, Erbrechen und explosiven Durchfällen, vor allem Ohnmachtsanfälle mit Kollaps und Anfälle von klonischen Krämpfen ein. (...) Als Krankheiten, deren Entstehung durch Nikotingenuss begünstigt werden, gelten nervöse Herzstörungen, Angina pectoris, Duodenalgeschwür, Buergersche Krankheit. Direkte Folgen des Tabakgenusses können Tabakangina des Herzens, Tabakamblyopie, Neuralgien, Lähmungen paraplegischer Art und Psychosen sowie die Raucherbein sein. (...) Als krebsfördernde Stoffe im Tabakrauch haben zu gelten Teerstoffe und Metallspuren, unter welchen besonders Arsen (!) zu erwähnen ist" (J. Mezger).
Höhere Potenzen von Tabak helfen zuverlässig bei Folgen durch Rauchen wie Übelkeit, Herzbeschwerden, Brennen der Augen. Laut Mezger hilft Tabak auch bei Passivrauchen, wenn man es z.B. in rauchigen Lokalen aushalten musste. Zum Entwöhnen eignet sich Tabak jedoch scheinbar weniger: "Versuche mit allen Potenzen zum Entwöhnen des Rauchens haben keine Wirkung gezeigt" (Mezger). Hier eignen sich laut Mezger andere Substanzen mehr, er schrieb: "Eine sehr nahe verwandte Wirkung hat Cytisus laburnum, der Goldregen, welcher ebenfalls Nikotin enthält, dessen gute Heilwirkung bei "Berauchten" ich selbst beobachten konnte". Ebenfalls zur Suchttherapie geeignet sind die Loganiaceen Ignatia und Nux vomica sowie die Metalle Arsen und Kupfer (alle ab D12).
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Heilwirkung auf Herz und Kreislauf

Arsen als Scherbenkobalt
Bild 3: Tabakrauch enthält Arsen. Als potenziertes Mittel ist Arsen ein wirkungsvolles Mittel, um die toxischen Nebenwirkungen von Nikotin zu behandeln.
Arsen als Scherbenkobalt.
In der Homöopathie verwendet man Tabak in erster Linie bei Kreislaufstörungen. Die negative Nikotinwirkung auf Herz und Kreislauf ist allgemein bekannt. "Am Herzen entsteht nach kurzer Hemmung eine Beschleunigung, welche durch Lähmung der Hemmungsapparate des Herzens bewirkt wird" (Mezger). Nikotin wirkt arrhythmisch auf die Herzfunktion, anfänglich erregend, dann lähmend, dann erheblich beschleunigend mit Blutdrucksteigerung, was auf eine vermehrte Adrenalinaussch¨ttung zurück zu führen ist, die wiederum durch den latenten Angstzustand verursacht wird, der durch die negative Sauerstoffbilanz entsteht.
Der Homöopath Boericke schrieb über Tabak: "verursacht Hochdruck und Koronarsklerose. Müsste sich als besonders homöopathisches Mittel erweisen bei Angina pectoris mit Entzündung der Kranzarterien und Hochdruck".
Das Arzneimittelbild bei Boericke, Mezger und Stauffer zeigt, wie sehr die Herzwirkung bei Tabak im Vordergrund steht: Allgemein Gesicht blass, blau, verkniffen, eingesunken, Körper bedeckt mit kaltem Schweiß (will sich aber abdecken!) und unregelmäßigem Puls. Übelkeit und Schwindel. Herzklopfen beim Liegen auf der linken Seite, Puls schwach, aussetzend. Präkordialschmerz - strahlt von der Mitte des Brustbeins aus und zwischen den Schultern. Herzklopfen, unnatürliche Schlagfolge, Tachykardie, aber auch Bradykardie. Beine und Hände eiskalt, zittrige Glieder, unsicherer Gang wie auf Watte. Mouches volantes. Krampfzustände vorwiegend am arteriellen Gefäßsystem, verbunden mit Schwindel, Übelkeit wie zum Sterben, Kältegefühlen und kalten Schweißen. Migräne, Ménièresches Syndrom, Reisekrankheit, Zerebralsklerose, Angina pectoris, Herzangst, Herzschmerzen, Rhythmusstörungen, Anfälle von innerem Frieren und Zittern, Morbus Raynaud, Digiti mortui.
Die Durchblutungsstörungen führen auch zur Schwächung der Geschlechtsorgane, Erektionen fehlen und das geschlechtliche Verlangen (in potenzierter Form ist Tabak daher evtl. luststeigernd!).
Als Vergleichsmittel mit Wirkung auf Herz und Kreislauf werden angegeben: Arsen, Phosphor, Lachesis, Naja, Kalmia, Aurum, Arnica, Cactus, Latrodectus.
Tabacum ist wie Aconitum, Veratrum album und Arnica ein Notfallmittel bei Kreislauf-Schock!

Präparate mit Wirkung auf das venöse Gefäßsystem

Nux vomica
Bild 4: Das Pfeilgiftgewächs Strychnos Nux vomica, die Brechnuss, hilft bei Reizmittelabusus und bei Entzugserscheinungen.
Altkolorierter Stahlstich, um 1900.
Borago comp. Amp. und Glob. (Wala); Zusammensetzung: Aesculus hippocastanum e semine D9, Borago off. e foliis D2, Cnicus benedictus ex herba D2, Hamamelis virginiana e foliis D2, Nicotiana tabacum e foliis D5, Skorodit D9 (nat. Eisenarsenat); Indikationen: Variköser Symptomenkomplex, Thrombose, Thrombophlebitis.
Vestabil spag. Peka Tropfen (Pekana); Zusammensetzung: Melilotus off. D12, Collinsonia canadensis D3, Aesculus hippocastanum Ø, Cuprum aceticum D4, Lachesis mutus D6, Clematis recta D12, Nicotiana tabacum D6, Sulfur D7; Indikationen: Varikosis; Hitzegefühle und Stauungszustände in den unteren Extremitäten.

Präparate mit Wirkung auf das arterielle Gefäßsystem

Metaginkgo Dil. (meta Fackler), Zusammensetzung: Espeletia grandiflora D3, Ginkgo biloba Ø, Myrtillocactus geometrizans D2, Nicotiana tabacum D6, Secale cornutum D4, Plumbum metallicum D8; Indikationen: Arterielle Durchblutungsstörungen, Sklerose, Hypertonie, Morbus Raynaud, Migr/auml;ne, Schwindel, allg. Altersleiden, Schlafstörungen, Demenz, Depressionen.
Secale / Bleiglanz comp. Amp. und Glob. (Wala); Zusammensetzung: Arteria poplitea bovis D7, Betula pendula e cortice D4 (Amp.) Ø = D1 (Glob.), Galenit D7, Nicotiana tabacum e foliis D5, Secale cornutum D5; Indikationen: Arterielle Durchblutungsstörungen wie Claudicatio intermittens, Raynaud-Syndrom, Sklerose.

Die zwei aufgeführten Präparate sind nach hermetischen Vorstellungen zusammengesetzt, nach der man sklerotische Prozesse dem Saturn unterstellt. Entsprechend soll man sie mit dem Saturnmetall Blei behandeln; Tabak und Mutterkorn, zeigen ebenfalls saturnale Eigenschaften (siehe auch der Artikel "Tartarus der Gefäße", Naturheilpraxis 09/07).

Präparate mit einer allgemeinen Herzwirkung

Cactus H240 Tropfen (Nestmann); Zusammensetzung: Selenicerus grandiflorus D2 (= Cactus), Convallaria majalis D3, Crataegus Ø, Camphora D2, Kalmia D4, Spigelia D4, Lachesis D8, Arnica D6, Tabacum D8, Glonoinum D8; Indikationen: Verbesserung der Herzdurchblutung; bei vegetativen und seelischen Herzstörungen, Kreislauflabilität, Stenokardie, Angina pectoris.
Co-Hypot spag. Peka Tropfen (Pekana); Zusammensetzung: Nicotiana tabacum D6, Veratrum album D4, Amanita muscaria D4 (= Agaricus), Carbo vegetabilis D8, Crataegus Ø, Cytisus scoparius Ø, Kalium carbonicum D4, Lobelia inflata D4; Indikationen: Kreislaufschwäche, Herz-Rhythmusstörungen und Stenokardien, Angina pectoris, seelische Ermattung, Status nach Reizmittelabusus.
Iberis HM Amp. (Pflüger); Zusammensetzung: Crataegus D4, Iberis amara D3, Naja D12, Nicotiana tabacum D12, Nitroglycerinum D6, Selenicerus grandiflorus D12 (= Cactus), Spigelia anthelmia D8, Strophantus gratus D4; Indikationen: Stenokardien, Rhythmusstörungen, Angina pectoris, Altersherz.
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Heilwirkung auf Magen und Darm

Nikotin bewirkt eine Drosselung der Magendurchblutung und begünstigt so die Ulcusentstehung, außerdem wirkt der verschluckte Rauch aggressiv. "Der Darm kontrahiert sich auf Nikotin äußerst heftig, so dass das Darmlumen ganz verschwindet. Der Darm wird unter einer Art Tetanus blass, da auch die Gefäße komprimiert werden. Nach kurzer Entspannung erneuert sich die heftige Peristaltik mit kräftigen Entleerungen" (J. Mezger).
Im Arzneimittelbild finden wir: Unaufhörliche Übelkeit mit kaltem Schweiß, Magenbrennen, krampfhaftes Aufstoßen, Erbrechen (erleichtert), schon bei geringster Bewegung (Seekrankheit; Schwangerschaftserbrechen), Gastralgie, Schmerz im Bauchraum mit Krämpfen in den Eingeweiden, Blähkolik; will Bauch unbedeckt haben (vergleiche Secale). Wässrige, übel riechende, unwillkürliche, auch blutige Stühle, welche Erleichterung bringen, reiswasserähnliche Durchfälle.
Als Vergleichsmittel mit Wirkung auf Magen und Darm werden angegeben: Argentum nitricum, Chamomilla, Cuprum metallicum, Nux vomica, Veratrum album, Colocynthis, Belladonna, Mandragora; bei Reiseübelkeit: Nux vomica, Cocculus, Hyoscyamus, Mandragora, Petroleum.

Präparate mit Wirkung auf Magen und Darm

Carum carvi Zäpfchen / auch als Kinderzäpfchen (Wala); Zusammensetzung: Carvi fructus wässriger Auszug, Atropa belladonna ex herba D2, Chamomilla recutita e radice Ø, Nicotiana tabacum e foliis D4; Indikationen: Krampfleiden, speziell bei Magen-Darmleiden und Blähkolik; in geringerer Dosierung auch speziell für Kinder.
Chamomilla / Malachit comp. Amp. und Dil. (Weleda); Zusammensetzung: Chamomilla recutita, Radix, Decoctum Dil. D3 / Kalium aceticum comp. Dil. D6 / Malachit Dil. D6 / Tabacum Dil. D10; Indikationen: Strukturierung des Aufbaustoffwechsels und Normalisierung der Absonderungs- und Bewegungstätigkeit bei Geschwüren im Magen-Darm-Bereich; (seelische) Krampfzustände im Oberbauch.
Nicotiana comp. Amp. und Glob. (Wala); Zusammensetzung: Carbo Betulae D19, Chamomilla recutita e radice D2, Nicotiana tabacum e foliis D9; Indikationen: Spasmen der glatten Muskulatur, Meteorismus, gastrocardialer Symptomenkomplex, Colon spasticum, Asthma bronchiale. Robinia comp. Amp. und Glob. (Wala); Zusammensetzung: Argentum nitricum D5, Natrium phosphoricum D9, Nicotiana tabacum e foliis D5, Robinia pseudoacacia e cortice D3, Strychnos nux-vomica e semine D9; Indikationen: Gastritis, Reizmagen, Sodbrennen
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Heilwirkung bei Schmerzen und Krämpfen

Malachit
Bild 4a: Das Venusmetall Kupfer, das man auch als "Krampfmetall" bezeichnet, ergänzt die Tabakwirkung bei allgemeiner Krampfneigung, z.B. bei Migräne. Kupfer bewirkt eine seelische Entspannung und unterstützt die Integration emotionaler Erlebnisse. Malachit, Kupfercarbonat, eignet sich speziell zur Behandlung von entzündlichen und/oder geschwürigen Erkrankungen der Verdauungsorgane.
Im Arzneimittelbild findet man beispielsweise: Migräne mit tödlicher Übelkeit (vergleiche Kupfer!), periodischer Kopfschmerz; plötzlicher Schmerz wie von einem Hammerschlag; Schwindel mit Blutandrang zum Kopf; Blähkolik, Magenkrämpfe, Krampfzustände im Herzmuskel und Gefäßsystem (siehe oben); Genicksteifigkeit, dumpfe Krämpfe der Muskeln, Schwäche, Kribbeln und Ameisenlaufen.
"Rademacher rechnete den Tabak unter die Gehirnmittel und behandelte damit Fieber, das mit heftigen Kopfschmerzen einhergeht" (J. Mezger).
Das Ergänzungsmittel ist vor allem das Krampfmetall Kupfer; die nachfolgenden Präparate sind entsprechend zusammengesetzt.

Schmerzlindernde Präparate

Aspas spag. Peka Tropfen (Pekana); Zusammensetzung: Cuprum aceticum D4, Hyoscyamus niger D4, Potentilla anserina Ø, Secale cornutum D4, Strychnos ignatii D4, Ammi visnaga Ø, Atropa belladonna D4, Nicotiana tabacum D6; Indikationen: Spastische Diathese; allg. bei Krampfleiden, z.B. Dysmenorrhoe, Migräne, Angina pectoris; auch bei Unruhe- und Erregungszuständen.
Tabacum Cupro cultum RH (= wässrige Zubereitung) oder D3 Amp. und als Dil. (Weleda); Zusammensetzung: Spezialzubereitung aus Tabak, gedüngt mit einer potenzierten Kupferlösung (= Vegetabilisiertes Metall); Indikationen: Krampfleiden, z.B. zur Begleitbehandlung von entzündlichen Magen-Darmleiden, Asthma; in der Suchttherapie bewährt.
Cuprum-Injektopas Amp. (Pascoe); Zusammensetzung: Aesculus D2, Cuprum aceticum D6, Tabacum D8, Acidum formicicum D4, Secale cornutum D4, Potentilla anserina Ø; Indikationen: Krampfleiden und Schmerzen verschiedener Genese wie Migräne, Dysmenorrhoe, Asthma.
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Heilwirkung auf Psyche und Schlaf

Mit Hilfe von Tabak erhalten Schamanen Kontakt zur Welt der Geister. Er dient ihnen als Opfergabe an die Erde und als Rauchopfer. Als Heilmittel werden Tabakzubereitungen vor allem während Ritualen bei Seelenverlust verwendet, als magischer Schutz vor bösen Zauberern und Geistern, zur Diagnose aber auch zur Vertreibung von Krankheitsgeistern (Chr. Rätsch).
Wenn eine Pflanze bei Schamanen in so hohem Ansehen steht, dann verwundert es nicht, dass sie auch in anderer Form heilend wirken kann. Außerdem ist bei einer Pflanze mit einem solchen Suchtpotenzial auch eine Wirkung in potenzierter Form zu erwarten.
Im Arzneimittelbild von Boericke lesen wir: Gefühl äußerster Elendigkeit, sehr niedergeschlagen, vergesslich, missvergnügt. Und weiter finden wir bei Mezger: Sehr vergnügt und redelustig, lebhaft, tanzt vor Vergnügen. Verdrossenheit und Schwermut. Angst zu sterben. Schwerfälligkeit des Denkens, schlechte Auffassungskraft und Konzentration. Allgemein Angstzustände mit innerer Anspannung und Unruhe (vergleiche Arsen). Gestörter Schlaf mit Schweiß, schlechter Schlaf infolge nervöser Erregung, Schlaf unruhig und unterbrochen mit schreckhaften Träumen. Überempfindliche Sinne (vergleiche Nux vomica).

Präparate mit einer psychischen Wirkung

Antinicoticum sine: Röwo - 100 Tropfen (Pharmakon); Zusammensetzung: Tabacum D20, Lobelia inflata D30, Robinia pseudoacacia D4; Indikationen: zur Nikotinentwöhnungstherapie als auch zur Behandlung von Folgeschäden nach dauerhaftem Nikotinmissbrauch.

Silber mit Arsen
Bild 5: Silber ist ein ideales Ergänzungsmittel von Tabak zur Behandlung von Angst, Unruhe und Schlafstörungen. Das Bild zeigt Silber auf Arsen, die nicht nur in der Natur, sondern auch therapeutisch einen Synergismus bilden.
Im bisherigen Text sind zahlreiche Kombinationen von Tabak mit anderen Substanzen aufgeführt, die eine deutliche Wirkung auf das Mentale zeigen. Besonders die Mittel mit einer Herzwirkung sind zu beachten, wenn man das Herz als Seelenorgan und nicht als Pumpe begreift. Vereinsamung und die Hektik unserer Zeit, vor allem aber eine entmystifizierte Welt, begünstigen die Entstehung des Suchtcharakters; je auch Suchtstoff kommt es dann mehr oder weniger neben den seelischen Schäden, auch zu körperlichen.
Oben haben wir bereits die Ansicht von Mezger erwähnt, der keine guten Erfahrungen mit potenziertem Tabak zur Suchtentwöhnung angibt. Dennoch sollte man auf Tabak in diesem Zusammenhang auf keinen Fall verzichten, allein schon, um die unangenehmen Begleitsymptome der Tabakwirkung zu behandeln.
Außerdem ist es sinnvoll, Tabak mit ähnlich wirkenden Mitteln zu ergänzen, vor allem mit Arsen zur Entgiftung des Nervensystems, mit Kupfer zur seelischen Entkrampfung oder mit Ignatia und/oder Nux vomica bei Neigung zum Reizmittelabusus und bei gereizter, nervöser Stimmungslage.
Besonders interessant ist jedoch die Verbindung mit Silber, das eine besondere Wirkung auf die Gehirnvorgänge und auf das Unbewusste hat. In der hermetischen Medizin ordnet man das Metall dem Mond zu, genauso wie das Gehirn, das man als Spiegel der Seele verstehen sollte, deren Sitz das Sonnenorgan Herz ist. Das in die Vergangenheit hinein orientierte Gehirn reflektiert über die Wahrnehmungen des Herzens, das ganz im Hier und Jetzt zu Hause ist und das man auch als Ich-Organ bezeichnen kann.
Beim Suchtcharakter zeigen sich daher einerseits die metaphysische Ungewissheit der Seele, aber auch eine Ichschwäche und andererseits eine Disharmonie zwischen Innen- und Außenwahrnehmung. Der Süchtige hält sich rauchend für stark, aber eigentlich glaubt er im Grunde seines Herzens nicht an seine Kraft. Jeder zwanghafte Griff zur Zigarette zeigt ihm erneut seine Unfähigkeit zur Selbstbeherrschung. Es muss also zuerst genügend Selbstvertrauen und Ich-Bewusstsein aufgebaut werden, damit man sich den Kampf mit dem feuerspeienden und rauchenden Drachen überhaupt zutraut und ihn auch gewinnt. Dieser Kampf findet vor allem auf unbewusster Ebene und in der Traumwelt statt. In diese Bereiche hinein wirkt besonders das Silber; es ist Bestandteil von:

Solunat Nr. 4 (= Cerebretik), Tropfen (Soluna); Zusammensetzung: Spagirische Zubereitung aus kolloidalem Silber, Silbercitrat, Tabakblätter D4; Indikationen: Angst, Unruhe, Schlafstörungen, allg. bei psychosomatischen Leiden und in der Suchttherapie. Das Mittel wirkt besonders gut abends vor dem Einschlafen (10 Tropfen), man kann es aber auch immer dann einsetzen, wenn das Verlangen nach Nikotin unüberwindlich scheint (bei Bedarf 2 Tropfen).
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Literatur

  • Boericke, William: "Homöopathische Mittel und ihre Wirkungen"; Verlag Grundlagen und Praxis, 1986
  • Frohne, Dietrich / Pfänder, Hans J.: "Giftpflanzen"; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2004
  • Jänicke, Christof u.a. (Hrsg): "Handbuch Phytotherapie"; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2003
  • Mezger, Julius: "Gesichtete homöopathische Arzneimittellehre"; Haug-Verlag, 2005
  • Pelikan, Wilhelm: "Heilpflanzenkunde Bd. 1-3"; Verlag am Goetheanum, 1958
  • Rätsch, Christian: "Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen"; AT-Verlag, 1998
  • Rippe, Olaf u.a.: "Paracelsusmedizin"; AT-Verlag, 2001
  • Rippe, Olaf / Madejsky, Margret: "Die Kräuterkunde des Paracelsus"; AT-Verlag, 2006
  • Schönfelder Ingrid und Peter: "Das neue Handbuch der Heilpflanzen"; Kosmos / Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2004
  • Stauffer, Karl: "Klinische Homöopathische Arzneimittellehre"; Sonntag Verlag, 2002

Wichtiger Hinweis für den Leser:
Trotz sorgfältiger Überprüfung sind die in den Artikeln aufgeführten Hinweise, Rezepte, Dosierungsangaben und Applikationsformen ohne Gewähr; Die Autoren übernehmen daher keine Garantie, bzw. Haftung. Jeder Benutzer ist angehalten, durch Prüfung der Beipackzettel verwendeter Handelspräparate und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker festzustellen, ob die Empfehlungen für Dosierungen oder die angeführten Kontraindikationen gegenüber den Angaben in den Artikeln abweichen. Jede Dosierung oder Applikation erfolgt auf eigene Gefahr und muss in jedem Fall individuell abgewägt werden. Geschützte Warennamen (Warenzeichen) sind nicht besonders kenntlich gemacht. Aus dem Fehlen eines solchen Hinweises kann nicht geschlossen werden, dass es sich um einen freien Warennamen handelt.
Sämtliche vorgeschlagenen Therapiehinweise und Rezepte haben ausschließlich einen modellhaften Charakter. Die Artikel sind im Inhalt nicht zeitlich angeglichen, sondern im Original des Erscheinungsdatums dargestellt. Das der Arzneimarkt starken Umwälzungen ausgesetzt ist, kann es sein, dass genannte Präparate nicht mehr im Handel sind oder eine andere Bezeichnung erhalten haben - bitte fragen Sie diesbezüglich bei Ihrem Apotheker nach. Sollten Sie weder Heilpraktiker, Arzt oder Apotheker sein, bedenken Sie bitte bei einer Selbstmedikation, dass hierfür ausreichende Kenntnisse der Heilkunst erforderlich sind.
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