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von Margret Madejskymit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Naturheilpraxis |
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Rauchgenuss Tabak. Kolorierter Stich von Jean Ignace Isidore Gérard, genannt Grandville, ca. 1850 |
überfüllter Aschenbecher, aufgenommen am Eingang zu einer Herzklinik. (Foto: Olaf Rippe) |
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| Immer wieder fragen Patienten nach einer naturheilkundlichen Unterstützung während einer Raucherentwöhnung. Neben vielfach erprobten Verfahren wie Akupunktur, Ohrakupunktur oder Hypnosesitzungen, bieten auch Homöopathie und Phytotherapie einige Arzneien an, die sich in der Behandlung von Suchtkrankheiten bewährt haben. Nachfolgend werden die wichtigsten Hilfsmittel vorgestellt, mit denen sich die körperlichen und psychischen Entzugssymptome lindern lassen. |
Willensstärke ist das A und O der SuchtentwöhnungLeider ist noch kein Kraut gewachsen, das einem echten Nikotin-Junkie den für einen Entzug erforderlichen eisernen Willen einfach so und ohne eigenes Zutun spendet. Sofern jedoch die eigene Motivation stimmt und der Wille groß genug ist, dann lassen sich Willenskraft und Durchhaltevermögen durchaus stärken. In erster Linie kommen hierfür alle Eisenverbindungen in Frage, da diese dem Marsprinzip unterstehen und eben die Planetenkraft Mars gibt vor, wie viel Kraft wir für die Umsetzung unserer Lebensziele mobilisieren können. Bei Kreislaufstörungen während der körperlichen Entzugsphase bieten sich zum Beispiel häufige Gaben des Schüssler-Salzes Ferrum phosphoricum D6 an oder auch das natürliche Eisenphosphat "Vivianit Verreibung D6" von Weleda, von dem man je nach Reaktion zwei, drei oder vier Messerspitzen pro Tag im Mund zergehen lässt. Ganz speziell zur Unterstützung einer Suchtbehandlung eignet sich jedoch vor allem Skorodit, ein natürliches Eisenarsenat, das durch die Eisenkomponente das Marsprinzip und die Willenskraft stärkt und durch die Arsenkomponente die zwanghafte Seite der Sucht ebenfalls angreift. Daher beinhaltete die Beschreibung der Anwendungsgebiete von Skorodit einst unter anderem die "Stärkung des Willenspols bei Zwangskrankheiten". Ohne die richtige Motivation geht trotzdem nichts, aber zur Erhärtung des eigenen Willens, damit man den Entzug tatsächlich durchsteht, eignet sich das Mittel allemal, z. B. Skorodit D8 Verreibung von Weleda mehrmals täglich 1 Messerspitze im Mund zergehen lassen. |
Wie man die ersten Tage überbrückt
Bis man der emotionalen Gefahrenzone halbwegs entronnen ist, kann man sich mit einer homöopathischen Mischung zur Unterstützung der Rauchentwöhnung behelfen. Die nachfolgende Rezeptur setzt sich aus entkrampfenden Mitteln zusammen wie Strychnos Nux vomica und dem nervenstärkenden Hafer. Ferrum arsenicosum (vergleiche Skorodit) stärkt den Willen, Nicotiana tabacum lindert körperliche Entzugssymptome, Rosmarin regt den Kreislauf an und Damiana spendet wiederum Gelassenheit und reinigt die Lungen vom Teer. Eines der Kardinalmittel ist noch Plantago major, der Breitwegerich, der nach Boericke Widerwillen gegen Tabak verursacht. Die Mischung dient daher als erste Hilfe im Entzug und kann dann so oft genommen werden, wie das Bedürfnis nach einer Zigarette aufkommt.
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Wie man die Nerven stärkt
Auf der pflanzlichen Ebene bietet sich der Hafer zur Nervenstärkung an. Tibetische Mönche sollen unter anderem mit Haferzubereitungen (und mit künstlich erzeugtem Erbrechen = Entgiftung der Seele oberhalb des Zwerchfells) große Erfolge bei Heroinsüchtigen haben. Auf der seelischen Ebene wirkt Hafer vor allem nervenstärkend. Ohne müde zu machen, fördert eine Hafertinktur den gesunden Schlaf, spendet Gelassenheit und steigert die Belastbarkeit im Entzug. Empfehlenswert sind hierfür zwei Zubereitungen:
a) Alcea Avena sativa Urtinktur, 3 - 5 x täglich 3 - 5 Tropfen im Mund zergehen lassen.
Nicht selten setzen aufgrund des veränderten Dopaminspiegels während des Nikotinentzugs hartnäckige Schlafstörungen ein, die unbedingt behandlungsbedürftig sind, da viele dadurch rückfällig werden. Bewährt hat sich die Kombination von Avena comp., Globuli von Wala (abends vor dem Schlafengehen 10 Globuli im Mund zergehen lassen) und Zincum valerianicum von Hevert (abends vor dem Schlafengehen ein bis zwei Teelöffel in etwas Wasser einnehmen). Auch häufiges Erwachen kommt nun vermehrt vor. In solchen Fällen kann man die Arzneigaben wiederholen oder auch Natrium chloratum oder Nux vomica ins Feld führen, in Frage kommen eher die höheren Potenzen D30 / C30. Wohltuend wirken jetzt auch Lavendelbäder am Abend und Ganzkörpereinreibungen mit Lavendelöl.
b) Avena sativa spagyrische Tinktur von Sensatonics, 3 - 5 x täglich 5 - 10 Tropfen im Mund zergehen lassen. |
Wie man die Lungen vom Tabak reinigtWenn man sich nun entschieden hat, mit dem Aufhören anzufangen, dann haben viele das Bedürfnis, den vom Tabakrauch geplagten Lungen gleich etwas Gutes zu tun. Hierfür bietet sich beispielsweise eine Lungenteemischung an, deren Kardinalheilpflanze Damiana sein sollte, da diese nicht nur die Nerven stärkt und mild euphorisierend wirkt, sondern auch in dem Ruf steht, die Lungen von Nikotin und Teer zu reinigen.Lungenreinigender Kräutertee:
Für Teemuffel bieten sich als Alternative zum Beispiel "Hedera comp." Tropfen von Alcea an, von denen man mehrmals täglich drei bis vier Tropfen im Mund zergehen lassen kann. |
Kräuterzigaretten als TabakersatzNicht wenige Ex-Raucher haben Monate lang keine Lust mehr auf eine Party zu gehen, wo geraucht werden könnte, oder sich mit befreundeten Rauchern zu treffen, doch hier kann man leicht Abhilfe schaffen. Denn, wer Nikotin entzieht, muss nicht unbedingt mit dem Rauchen aufhören. Nur nikotinhaltiger Tabak ist jetzt und in Zukunft tabu. Selbstgedrehte Kräuterzigaretten sind auf jeder Party ein Magnet und plötzlich wollen alle mitqualmen; hier eine wohlschmeckende Mixtur:
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Wenn sich die Stimmung verdunkelt
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Den Teufel mit dem Beelzebub austreibenGleiches mit Gleichem lautet der Grundsatz der Isopathie, demzufolge man nicht zuletzt auch die Tabakpflanze zur Erleichterung des Nikotinentzugs verordnen kann. Eine Rückfallgefahr besteht nämlich nur, sofern nikotinhaltiger Tabak geraucht und inhaliert wird. Natürlich gibt es viele Möglichkeiten, den Tabak zur Suchtentwöhnung arzneilich einzusetzen. Eine dieser Möglichkeiten ist das so genannte vegetabilisierte Metall "Tabacum Cupro cultum" von Weleda. Im Heilpflanzengarten des anthroposophischen Heilmittelherstellers in Schwäbisch Gmünd werden dazu Tabakpflanzen über drei Generationen hinweg mit flüssigen Kupferverdünnungen gedüngt. Auf diese Weise speichert die Pflanze die Kupferidee, denn Kupfer ist das Krampfmetall und seelische Verkrampfungen oder auch Atemstörungen können durch diese spezielle Zubereitung ausgeglichen werden. Die dritte Generation wird schließlich geerntet und zur Arznei verarbeitet. Es empfiehlt sich "Tabacum Cupro cultum Rh D3" Ampullen in der Anfangsphase der Rauchentwöhnung bis zu täglich subkutan zu injizieren, am besten gezielt in die Lungenpunkte L 1 oder in den KG 17. Dadurch entspannt sich die Atmung spürbar und auch körperliche Entzugssymptome werden abgemildert. |
Kann oder soll man alles gleichzeitig anwenden?Natürlich ist keinem damit gedient, wenn er statt der Nikotinsucht nun Streitsucht, Naschsucht oder gar einer Medikamentensucht erliegt, aber die Rückfallquote ist eben extrem hoch, so dass man manchmal alle Register gleichzeitig ziehen muss, um sich vom Dämon der Tabakpflanze zu befreien. Es spricht also nichts dagegen, wenn man für sich oder seine Patienten aus den vorgenannten Möglichkeiten ein persönliches Therapiekonzept zusammen schneidert und dieses solange gebraucht, bis man sich der neuen Lebenssituation wieder alleine gewachsen fühlt.Viel Erfolg! |
Bezugsquelle für die Kräuterrezepte
Kräutergarten, Pestallozzistr. 3, 80469 München, Tel./Fax: 089 / 23 24 98 02
Bezugsquelle für die Mischrezeptur zur Suchtentwöhnung
Linden Apotheke, Roland André, Kellerstr. 38, 85276 Pfaffenhofen, Tel. 08441 / 7 64 64, Fax: 08441 / 8 39 58
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